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Wenig Platz für viel Fleisch


von SophieTVD
05.03.2015
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Wenig Platz für viel Fleisch, Teil 1

Enten

 

Gebt einmal bei Google Ente ein. Ihr werdet sofort Informationen über die Kalorien und die Nährwerte des Fleisches bekommen. Was ist mit dem Tier selbst? Über die Ente selber findet ihr in den ersten Treffern nur die Wikipedia-Seite über das Tier, sonst kommen fast ausschließlich Rezepte. Was sagt das über die Menschen? Sehen wir Tiere nur als Nahrungsmittel oder doch noch als Lebewesen? Ich habe mal ein paar Leute gefragt, woran sie denken wenn sie das Wort Ente hören.

Das erste Wort, das ich bekam, war „Schwan“, das zweite war „Essen“. Die erste Antwort kam von einer Vegetarierin und die zweite von einer Fleischesserin.

Andere Worte waren; weich, Federn, bunt, Küken.

Das gibt mir doch wieder Hoffnung. ;-D

Wenn Enten im Wasser schwimmen sind sie voll in ihrem Element. In freier Wildbahn fliegen Enten im Winter in den Süden, auf dieser Strecke legen sie mehrere 100 km zurück, sie können dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 110 h/km erreichen. Außerdem sind Enten sehr soziale Tiere. Zur Paarungszeit führen die Männchen einen „Ententanz“auf, um die Weibchen zu beeindrucken. Enten leben in der Regel monogam, was sie in der Massentierhaltung "verlernen"

Quälen bis zum Tod

In Deutschland leben im Moment etwa 2,8 Millionen Enten in Mastställen. Pekingenten leben in der Bodenhaltung in Gruppen mit bis zu 15.000 Tieren. Pekingenten haben in ihren Hallen oft Einstreu auf dem Boden liegen, während Moschusenten nur auf Plastikgittern laufen und in ihrer eigenen Kacke leben. Männliche Moschusenten werden in der Masthaltung bis zu 5kg. Jede Pekingente hat ein bisschen mehr Platz als ein DIN A3 Blatt. Moschusenten teilen sich ungefähr zu dreizehnt einen Quadratmeter. Durch den Platzmangel kann es zu Kämpfen kommen, als Vorbeugung, gegen Verletzungen, werden den Tieren regelmäßig die Krallen gekürzt und die Schnabelspitzen amputiert.

Den Tieren wird die Bewegungsfreiheit genommen. Normalerweise können sie schwimmen, laufen, tauchen, flattern, hüpfen und rennen - dies wird ihnen im Maststall genommen. Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh. Diese Liedzeile kennt wohl fast jeder, doch ohne Wasser ist das schwer.

In der Natur verbringen Enten mehr als die Hälfte des Tages mit Nahrungssuche. Im Stall haben sie einfach einen Trog in dem die Nahrung ist. Die Nahrungssuche reduziert sich auf 5-10% des Tages. Enten putzen sich, indem sie den Kopf unter die Wasseroberfläche strecken, sich dann wieder aufrichten und das Wasser über ihren Körper läuft. Durch das fehlende Badewasser kann diese Reinigung nicht stattfinden, und so kann man wohl eindeutig davon ausgehen, dass sich die Enten unwohl fühlen.

Manche Enten entwickeln dadurch Verhaltensstörungen, sie fangen an diese Bewegung vor dem Trinkwasser zu machen - natürlich ohne Wirkung - oder schütteln andauernd mit dem Kopf. Dadurch, dass es keine Rückzugsmöglichkeiten gibt und so viele Tiere nebeneinander stehen, kann eine Ente schon bei geringen Störungen eine Panikattacke bekommen. Wenn diese Panikattacke auf die anderen Enten übergreift kann es passieren, dass Enten tot gedrückt werden oder einfach überrannt werden.

Zu fett um zu überleben

Mastenten sind dafür gezüchtet in kürzester Zeit so viel Fleisch und Fett wie möglich aufzubauen, doch die Organe wachsen mit dem Körper nicht mit. Irgendwann wird das Herz zu klein für den Körper. Die Nasenlöcher sind mit Kot verklebt, sodass die Tiere nicht mehr richtig atmen können. Tiere die zum Beispiel ihre Beine nicht mehr bewegen können, kommen nicht mehr zur Wasser- und Futterstelle, sodass sie langsam verhungern und verdursten müssen.

Die Erlösung

Jährlich werden in Deutschland 20 Millionen Enten zum Verzehr getötet. Die Enten werden zum Schlachter gebracht sobald sie das gewünscht Gewicht erreicht haben. Auf dem Schlachthof werden die Enten an den Füßen aufgehängt und hängen dort bis zur Betäubung ungefähr zwei Minuten. Die Enten werden betäubt indem ihr Kopf ins Wasser getaucht wird und ins Wasser Strom geleitet wird. Manche Tiere ziehen ihren Kopf hoch damit es nicht so weh tut an den Füßen zu hängen, dadurch wirkt die Betäubung nicht richtig und der Ente wird bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten. Also quält sich die Ente sogar noch ein paar Sekunden vor ihrer Erlösung.

 

Wenn ihr mal sehen wollt wie viel Fleisch verbraucht wird klickt mal auf diesen Link:

http://de.globometer.com/tierzucht.php

Bildquelle:

https://www.flickr.com/photos/119490911@N02/sets/72157642002134103

https://www.flickr.com/photos/59259722@N06/15185991824/in/photolist-LbxCs-p8Wbif-3waVyU-cGqtvJ-e3iqQF-ko3UoT-ffWkDR-3Hj4h-dUUYZW-5c68A9-6eZQHr-eE5Zw5-ddKbMp-qaX51n-79y8wy-duaxUe-f8CXHc-nALyCF-gWB62z-7TCMvZ-oK7jdK-a7sN2B-9r2mvD-kPDT3t-73ZkFn-9VsUAc-8SaifQ-aqTWZN-9pjPT7-f55zmF-8XPR6q-bEKY9S-81WvmU-81VoJQ-7NjzJd-ajNN8S-cndyEJ-mYaCPx-5Ys79q-8kdcjF-8n7Rtz-j3rwLC-5YnSZZ-73ZkAR-7W8X6J-85nqo6-5VFgHr-8yRUhc-2knQB3-jzQXb

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Kommentare (10)
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Sortieren nach Aktualität:
19.05.2015
chridolo hat geschrieben:
Ich finde es auch wirklich schlimm wie wenig Platz die Tiere haben =( letztens habe ich auch 3 Hasen gesehen. Diese saßen zu dritt in einer Box mit nicht mal 1 Kubikmeter =(
09.03.2015
Ninawe456 hat geschrieben:
Wirklich schlimm, wie wir mit den Tieren umgehen...finde ich echt gut, wie du den Bericht geschrieben hast! :) Ohne so welche Berichte könnte man sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, dass es solch eine Grausamkeit gibt.
09.03.2015
Lunallly hat geschrieben:
Echt erschreckend, das wir Tiere nur noch als Nahrung sehen. Da durch wird mir deutlich wir richtig es ist, mal ohne Fleisch auszukommen. Danke für den Bericht. ;)
07.03.2015
Apollofalter13 hat geschrieben:
Ich kann mir gar nicht mal vorstellen bei einer Ente überhaupt ans Essen zu denken. Dieser Bericht hat mir wieder klar gemacht, dass andere Menschen das ganz anders sehen...
Echt interessant. Danke!
07.03.2015
screamingeagle hat geschrieben:
Intersessanter Bericht! Ich finde, der gibt einem echt zu Denken. Auch die beiden gegensätzlichen Bilder am Anfang sind gut
06.03.2015
Ria2000 hat geschrieben:
Massentierhaltung ist echt einfach nur schrecklich... :(
05.03.2015
SophieTVD hat geschrieben:
Ja eine Ente bleibt meistens mit dem gleichen Partner zusammen. Natürlich gibt es auch ausnahmen, wenn zum Beispiel der Partner stirbt.
05.03.2015
KikiFi hat geschrieben:
Sehr traurig...wirklich, diese Geschöpfe sind einfach nur bemitleidenswert.
Aber ich hab noch eine Frage: Bedeutet monogam, dass jede Ente ihr Leben nur mit einem Partner verbringt?
05.03.2015
Taki hat geschrieben:
Guter Bericht.
05.03.2015
SophieTVD hat geschrieben:
Tut mir leid, ich habe vergessen meine Quelle anzugeben. Wenn ihr noch mehr über die Massentierhaltung wissen wollt, klickt auf diesen Link:
http://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/enten
oder wartet auf meinen nächsten Artikel.
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