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© WWF
Weltvegantag 2015


von Gallina
01.11.2015
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Heute ist der 1. November 2015 – ein Tag wie jeder andere? Nein, der Weltvegantag diesen Jahres! Bereits 1944 machte die „Vegan Society“ den 1.November zum Weltvegantag und zeigt damit eine zukunftsweisende Ernährungsform und Lebensweise auf.

Ernährung, die tierische Produkte enthält, ist weniger umweltschonend, als beispielsweise die vegane Ernährung. Das hat auch Gluehwuermchen schon Anfang letzten Jahres bewiesen.

 

Den Weltvegantag zum Anlass genommen hat heute in Berlin der vegane Supermarkt Veganz, der zum größten veganen Flashmob aufgerufen hat. Außerdem gab es in der Hauptstadt am Brandenburger Tor eine Versammlung bei der etwa 200 Aktivisten von AnimalEqualityGermany mit toten Tieren oder Bildern selbiger in den Händen zum Innehalten und Bewusstwerden aufgerufen haben.

Doch warum genau regt sich was in der Gesellschaft? Wo liegt das Problem? Und was soll „Veganismus“ eigentlich sein?

Ein gewichttragendes Argument: 90% der Soja- und 50% der Getreideernte wird zur Fütterung von Schweinen, Rindern, Hühnern und anderen Tieren genutzt. Das ist nur von Nöten, weil die Mehrheit der Bevölkerung gerne Fleisch ist. Aber für 1 Kilo Fleisch benötigen wir 22 Kilo Getreide und 22 000 Liter Wasser. Gleichzeitig hungern über 1 Millarde Menschen auf unserem Planeten. Jede Sekunde stirbt ein Mensch an Hunger.

Die Tiere werden auf kleinstem Raum gehalten und bekommen Medikamente wie Antibiotika verabreicht.

Doch durch die intensive Tierhaltung wird auch das globale Klima beeinflusst. So rülpst eine Kuh beispielsweise etwa alle 40 Sekunden. Dabei stößt sie 300-500Liter Methangas jeden Tag aus. Das ist nicht harmlos, denn Methan ist ein aggressives Treibhausgas, es trägt zur Erderwärmung bei und zwar 23-mal mehr als dieselbe Menge Kohlendioxid. So schreibt man rund ein Fünftel des Treibhauseffektes dem Methan zu. Seit 1900 ist die Methankonzentration – v.a. aus Gülle und den Mägen von Rindern und Schafen stammend - in der Atmosphäre um rund 100% gestiegen.

Fleisch und Produkte mit tierischen Bestandteilen zu essen ist also nicht nur schlecht für die Tiere, sondern auch für die Umwelt und eine gerechte Zukunft. Zudem sind Veganer bei der Gesundheit im Vorteil - sie sind leistungsfähiger.

 

Doch was ist Veganismus eigentlich?

Der Begriff fällt häufig im Zusammnehang mit der Ernährung, bei der vollkommen auf tierische Produkte wie Fisch, Eier, Milch, Honig aber auch Gelatine und tierisches Lab verzichtet wird.

Doch Veganismus kann auch eine besondere Art der Lebensweise bedeuten. So wird die Nutzung tierischer Produkte auch in anderen Bereiche des Lebens wie Kleidung, Schuhe, Kosmetik und Wohnen ausgeschlossen. Das bedeutet: kein Leder in Schuhen, keine Daunen in Kissen, kein Lippenstift, dessen Marktverträglichkeit vorher an Tieren getestet wurde.

Laut dem Vegetarierbund Deutschland (VEbu) leben in Deutschland rund 900.000 Veganer. Das sind nur etwa 1,1% der Bevölkerung. Laut Daten der Gesellschaft für Konsumforschung stieg der Umsatz mit Fleischersatzprodukten und pflanzlichen Brotaufstrichen von 2011 bis 2015 von 129 Millionen Euro auf 243 Millionen Euro. Die Steigerungsraten sind zwar hoch, aber der Anteil der Produkte am gesamten Lebensmittelumsatz liegt lediglich bei 0,1 bis 0,2%.

 

Tücken beim Einkaufen veganer Lebensmittel bestehen z.B. in:

- Gelatine in Fruchtgummis, Frischkäse (für die Strecihfähigkeit) und in Getränken wie Fruchtsäften und Wein (zum Klären/Filtern)

- Knochenmehl in Zahnpasta (als Schleifmittel)

- Speck in vielen Sorten von Tomatensuppe

- Lab und Milch in Chips

- Stierblut in manchen spanischen Weinen (zum Filtern)

- Schweineschmalz in Laugengebäck (zum Ausbacken)

 

Auch in anderen Produkten in denen man es vielleicht nicht vermutet, sind tierische Bestandteile zu finden:

- Schellack (Ausscheidungen von Gummilackschildläusen) in magenresistenten Medikamenten

- Casein (Milcheiweiß) in Kondomen

- Gelatine in Fotopapier (als farbtragende Schicht)

- Tierisches Cholesterin in einigen LCD-Bildschirmen (als Farbindikator)

 

Es gibt bereits Einrichtungen, die sich auf eine vegane Lebensweise spezialisiert haben.

So gibt es seit einigen Jahren den ursprünglich in Berlin gestarteten veganen Supermarkt Veganz, der mittlerweile auch in München, Leipzig, Essen und Frankfurt zu finden ist.

Die wenigsten hätten es wohl erwartet, aber Veganer müssen sogar im Fitnessstudio aufpassen. Das „Berlin Strength“ in der Hauptstadt ist ein Beispiel für eine gänzlich vegane Muchibude. Denn: es gibt dort nur Trainingsgeräte ohne Lederbezug und Energieriegel mit Soja.

In Köln werden inzwischen auch vegane Stadtführungen angeboten, bei der statt Sehenswürdigkeiten wie der Dom oder die Rheinpromenade Restaurants, Lebensmittel- oder Klamottenläden angesteuert werden.

Auch beim Tätowierer steigt der Bedarf an Einrichtungen für Veganer. Rote Farbe kann von Blattläusen stammen und auch die Vaseline für die Haut ist nicht immer tierfrei. In Studios wie „Herr Fuchs und Frau Bär“ in Berlin wird das vermieden.

Ganz ähnlich sieht es beim Friseur aus, wo Veganer sich vor Bienenwachs oder an Tieren getestetem Shampoo hüten müssen. Das Haarstudio „Weinhönig“ in Berlin kann diesen Markt bedienen.

Mit veganen Hotels kann der Markt dem Hotelverband Deutschland zufolge nur wenig dienen. Eines war das „Veganalina“ in Hamm – mit Bettwäsche ohne Daunen und Seife ohne Tierversuche – welches nicht an mangelnder Nachfrage, sondern an der Baufälligkeit des Gebäudes scheiterte. Heute ist davon noch ein Café übrig.

Im veganen Biergarten „Wilder Hase im Nirgendwo“ in Berlin sind Klassiker wie Weißwurst und Brathähnchen tabu. Stattdessen gibt es tierfreie Brezeln mit Kichererbsenmus. Leider ist er hierzulande wohl noch der einzige seiner Art.

Ein aktueller Rundumblick: in diesem Jahr gab es allein in Deutschland etliche Events zum Thema Veganismus. Da wäre die Veggie World, eine Messe zum veganen Lebensstil, der Vegan Summer Day, ein veganes Straßenfest in Leipzig sowie vegane Straßenfeste in Berlin (größtes veganes Straßenfest Europas) und Stuttgart (Vegan Street Day).

Ein toller Gewinn für die Community dieses Jahr: die neue Reihe für vegane Rezepte von Laura und Uli: "Vegan - da haben wir den Salat"! Hier gibt es jeden Dienstag tolle Ideen zum Nachkochen.

Bleiben die Fragen, warum immer mehr Menschen vegan leben und ob das nur ein Trend ist? Gründe für diese Art von Lebensstil sind häufig ethische, moralische und gesundheitliche, selten auch religiöse.

Ob die zunehmende Zahl an vegan lebenden Menschen nur ein Trend ist, hat auch der Sender Joiz in Berlin mal nachgefragt:

http://www.joiz.de/blog/lifestyle/weltvegantag-am-01-november

Und, dass es tatsächlich nicht nur ein Trend ist, hat auch Laura in ihrem Bericht festgestellt. 

 

-> Und die Moral von der Geschicht'?

 

Textquellen

http://www.fr-online.de/panorama/weltvegantag-das-mekka-der-veganer,1472782,32287680.html 

https://mopo24.de/nachrichten/sexbombe-pamela-anderson-veganerin-gemuese-weltvegantag-23168

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimawandel-kampf-den-ruelpsern-a-491402.html

http://www.radiohamburg.de/Nachrichten/Services/Ernaehrung/2015/November/Kaum-zu-glauben-In-all-diesen-Produkten-steckt-Tier-drin

http://veggieworld.de/de/

http://neues-vorum.de/strassenfest/ http://www.veganes-sommerfest-berlin.de

http://www.vegan-street-day.de/vsd/stuttgart/

Bildquellen

http://up.picr.de/15710215uf.jpg

http://img.newslichter.de/2013/11/web-artikel-bild-480x320-weltvegantag-300x200.jpg

http://www.blikk.it/angebote/modellmathe/bilder/ma0555m.jpg

http://www.veganblog.de/wp-content/uploads/2011/10/WasVeganerEssen_PETA.jpg

 

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
06.11.2015
sophka_ hat geschrieben:
Ein wirklich toller Bericht! Ich bin keine Veganerin, aber meine Freundin ist eine und durch sie habe ich vieles dazugelernt und interessiere mich auch mehr dafür. Früher habe ich den "Sinn" nicht verstanden, aber mittlerweile finde Ich es wirklich gut, wenn es Leute gibt, die das machen.
03.11.2015
Laura619 hat geschrieben:
Toller Bericht, dankeschön ! :-)
02.11.2015
OekoTiger hat geschrieben:
Super Beitrag!
02.11.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Super Vorstellung des Veganismus. Für uns, die Umwelt, die Tiere und das Klima: )
01.11.2015
Lisa18 hat geschrieben:
Und für alle Mitmenschen, besonders die aus den Drittländern!
01.11.2015
midori hat geschrieben:
Vegan - für mich selbst, für die Umwelt und für die Tiere x3
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