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© WWF
Welternährungstag 2011


von HannaS
15.10.2011
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Sonntag, der 16. Oktober, ist Welternährungstag oder auch Welthungertag.

Seit 1979 gibt es ihn, und es ist der 16. Oktober, weil an diesem Tag vor mittlerweile 66 Jahren die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO gegründet wurde.
Wir werden an diesem Morgen wie gewohnt frühstücken, später zu Mittag- und zu Abendessen, vielleicht auch etwas zwischendurch naschen. Daran ist nichts auszusetzen. Trotzdem sollten wir die Gelegenheit nutzen, kurz innezuhalten und uns ein paar Dinge bewusst zu machen:

Für rund eine Milliarde Menschen ist genügend Nahrung und sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit. Jeden Tag kämpfen sie um´s nackte Überleben - eine Situation, die wir uns hierzulande kaum vorstellen können. Kurioserweise kämpfen ebenso viele Menschen weltweit mit den Folgen des Überflusses: dem Übergewicht.

1000 mal gehört, denkt man sich, aber an diesem Skandal kann man alleine erst einmal nichts ändern. Bei genauerem Hinschauen ergeben sich allerdings viele Möglichkeiten, durch das eigene Verhalten und Engagement jeden Tag gegen die Ungerechtigkeit der Nahrungsverteilung anzugehen. Ganz kurz und vereinfacht gesagt sind das die folgenden drei Punkte:

1. Qualitätsdenken statt „Geiz ist geil“
2. Fleischkonsum reduzieren
3. Sich informieren und politisch aktiv werden

1. Wer die regionale Landwirtschaft fördert, hilft allen

Wir leben in einem Schlaraffenland, alles ist fast rund um die Uhr verfügbar, richtiger Hunger ein Fremdwort. Deutsche Lebensmittel sind im internationalen Vergleich extrem billig. Dafür bilden sie nicht wirklich die Produktionskosten ab. Subventionen, Massenproduktion und industrialisierte Landwirtschaft ermöglichen uns zwar, günstig einzukaufen, die Kosten für entstehende Umweltprobleme, schwindende Artenvielfalt und ein monotones Landschaftsbild trägt aber keiner bzw. wir alle.

Dagegen kann man sich stellen, wenn man beim Einkauf mehr auf Qualität als auf den günstigsten Preis setzt. Schließlich kauft man nicht irgendetwas, sondern LEBENSmittel. In vielen Läden gibt es mittlerweile nicht nur Bioprodukte, sondern auch Produkte aus der Region.
Besonders schön ist es, Alternativen zum Supermarkt zu entdecken. Verkauft jemand in der Nachbarschaft Eier oder Honig? Gibt es einen Wochenmarkt, wo man bei regionalen Erzeugern kaufen kann? Wie wäre es mit einer Bio-Abokiste? Oder kann ich sogar selbst etwas anbauen, im Garten oder auf der Fensterbank?

Bild: Bäuerliche Landwirtschaft stärken, Agrarindustrie boykottieren

Wer den Preiskampf der Handelsketten nicht unterstützt, sondern mit seinem Einkauf versucht, die heimische Landwirtschaft zu stärken, bewegt vieles gleichzeitig. Er fördert Arbeitsplätze in der Region, unterstützt verantwortungsvolle Landwirte, die unsere Kulturlandschaft pflegen und tut etwas für die eigene Gesundheit. Macht das nicht ein gutes Gefühl beim Essen?

2. Weniger Fleisch, dafür besseres

Der weltweit stark gestiegene Fleischkonsum ist eines der größten Probleme für die Welternährung. Statt Nahrungsmittel direkt anzubauen, werden in vielen Regionen flächendeckend Futterpflanzen (Mais, Soja etc.) für den Export produziert. Das vernichtet Arbeitsplätze, Bodenfruchtbarkeit und immer öfter auch wertvollen Regenwald. Das Futter fressen hochgezüchtete Tiere, die in Rekordzeit gemästet werden, um in großen zentralen Schlachthöfen zerlegt und als schön günstiges Fleisch verkauft zu werden. Wollen wir wirklich Teil von so einem System sein?

Natürlich muss man nicht Fleisch als solches verteufeln oder sich sofort zum Vegetarier bekehren, aber es ist wichtig, über das Thema nachzudenken und zu diskutieren.

Bild: Solche glücklichen Schweine sind heute leider die Ausnahme

Der WWF startet gerade, passend zum Welternährungstag, seine neue Kampagne „Die Fleischfrage“. Die sollte sich jeder stellen - schaut mal rein, ich finde die Seite sehr anregend. Grundlage ist die neue WWF Studie „Fleisch frisst Land“, deren Fazit ist: „Besseres Fleisch - und weniger“.

3. Einmischen, mitreden!

Nicht nur durch unser Konsumverhalten, sondern auch durch unsere Stimme können wir etwas bewegen. Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion werden heute stark durch Politik und Steuergelder beeinflusst. Rund 56 Milliarden Euro pro Jahr umfasst der gemeinsame EU-Agrarhaushalt. Der Deutsche Bauernverband hat errechnet, dass somit jeder EU-Bürger 100 Euro jährlich für die Landwirtschaft zahlt. Haben wir da nicht auch ein Recht auf Mitbestimmung, wofür das Geld ausgeben wird?
Unter "Meine Landwirtschaft" kann man „seine“ 100 Euro so verteilen, wie man es für richtig halten würde. Schon über 15.000 Menschen haben mitgemacht - das Ergebnis ist eindeutig. Verbraucher würden gerne ökologische und bäuerliche Landwirtschaft fördern, mehr Geld für Tierschutz, fairen Handel, Klima- und Naturschutz und regionale Vielfalt bereitstellen. Kaum einer möchte dagegen billigere Lebensmittel, Gentechnikforschung, Sprit vom Acker oder Exportsubventionen unterstützen.

Bild: Abstimmungsergebnis http://www.meine-landwirtschaft.de/unsere-wahl/abstimmungsergebnis.html

Momentan wird in der EU darüber nachgedacht, wie man den Agrarhaushalt neu gestaltet, zum Beispiel ob Fördergelder stärker an Umweltschutzmaßnahmen geknüpft werden. Ein günstiger Zeitpunkt, seine Aufgabe als „mündiger Bürger“ wahrzunehmen. Wie das geht?
Zum Beispiel, indem man ebenfalls an der Abstimmung teilnimmt, indem man im Bekanntenkreis Diskussionen zum Thema anregt, an entsprechenden Demonstrationen oder Unterschriftenaktionen teilnimmt und vor allem, indem man sich selbst informiert.
Die Kampagne „Meine Landwirtschaft“ ruft uns alle dazu auf, mitzureden: Wie soll die Landwirtschaft in Zukunft aussehen? Welche Lebensmittel wollen wir?
Zum Welternährungstag startet auch die Kampagne „Bauer hält Hof“. Auf vielen Höfen kommen dann Bürger und Bauern ins Gespräch und man kann sich selbst ein Bild von der Landwirtschaft machen.

Einen guten Welternährungstag und viele interessante Denkanstöße dazu wünsche ich euch!

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Kommentare (4)
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17.10.2011
Marcel hat geschrieben:
Eine richtig geniale Zusammenstellung von Fakten und Tipps - danke Hanna! Deshalb war dein Artikel heute auch im Newsletter drin. ;)

Für alle, die nun das Thema in weitere Medien bringen wollen, bietet sich unser Schreibwettbewerb an! Ist heute gestartet und gibt euch die Chance, ein richtig spannendes Journalismusprojekt zu verwirklichen: http://www.wwf-jugend.de/fleischfrage
17.10.2011
midori hat geschrieben:
Hei! Danke für den tollen Bericht. Der hat mir wirklich gut gefallen :o)
Das Thema Ernährung ist wirklich wichtig und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ganz aktuell dazu passt auch ein neues Buch namens "Food Crash". Danke für die Anregungen Hanna! :o)
16.10.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Mir gefällt der Artikel auch gut, auch wenn er ein bisschen lang ist :)
Allerdings würde ich zu dem Punkt 2. Fleischkonsum reduzieren, auch den Fischkonsum hinzufügen.. Unsere Meere sind so gut wie leer gefischt, viel zu viele Tiere streben auch am Beifang!
Mich interessiert es auch: Wann ist der Tag jetzt, morgen oder heute? ;)
16.10.2011
Oekojule hat geschrieben:
Danke für den Bericht, nur leider ist heute der 16., aber nicht Montag. Also wann? :(
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