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Welches Fleisch soll es sein? Warum Bio besser ist.


von Marcel
24.09.2013
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Wir Deutsche essen sehr viel Fleisch. Das hat Folgen. Intensivtierhaltung ist bei uns längst die Regel. Dabei werden die Tiere den Bedingungen angepasst und nicht umgekehrt. Auf einem Biohof dagegen zählen die Bedürfnisse der Tiere. Bio-Fleisch ist auch besser für das Klima - und für unser Trinkwasser. WWF-Landwirtschaftsexperte Markus Wolter hat sich für euch das Thema genau angeschaut:

Hausschweine haben einen großen Bewegungsdrang und sind sehr reinlich und neugierig. Bio-Bauern berücksichtigen das und bemühen sich um eine tiergemäße Haltung. Ihre Schweine bekommen Stroh als Spielzeug, zum Nestbau und zum Wühlen. Liege- und Kotplätze sind voneinander getrennt. Bioschweinen steht ein Auslauf im Freien zur Verfügung, wo sie Regen, Sonne, Wind und Gerüche erleben können - im Gegensatz zur reizarmen Umgebung eines konventionellen Stalls. Außerdem stärkt das ihr Immunsystem und sie brauchen weniger oder keine Antibiotika.

In Deutschland stehen inzwischen mehr als die Hälfte der Schweine in Betrieben mit über 1000 Tieren. Masthühner und Legehennen leben häufig in Riesenställen mit mehr als 50.000 Tieren. In der konventionellen Tierhaltung werden Schweinen in der Regel die Schwänze kupiert und die Zähne abgeschliffen. Legehennen stutzt man die Schnäbel, damit sie sich auf engem Raum ohne Fluchtmöglichkeit nicht gegenseitig verletzen.

In der ökologischen Tierhaltung dagegen ist es verboten, solche Eingriffe systematisch durchzuführen. Bio-Legehennen haben in ihren Ställen Sandbademöglichkeiten und erhöhte Sitzstangen. Sie können voreinander fliehen – auch nach oben. Hier haben wir für dich die konventionelle und die biologische Haltung von Legehennen verglichen.

"Das Fluchtverhalten in die Höhe kommt von dem Instinkt, in Bäumen vor Feinden Schutz zu suchen. Sobald ein Huhn nach oben ausweichen kann, wird es nicht weiter verfolgt und es kehrt wieder Ruhe im Stall ein", erklärt WWF-Landwirtschaftsexperte Markus. Bei regelmäßigem Sand- oder Staubbaden können die Federn besser Wärme speichern und werden nicht brüchig. Außerdem wird dadurch dem Parasitenbefall vorgebeugt – das bedeutet weniger oder keine Medikamente.

Wer nur so viele Tiere hält, wie er vom eigenen Hof ernähren kann, braucht keine Sorge vor zu viel Mist zu haben. Deshalb gibt es die flächengebundene Tierhaltung: Auf einem Biohof müssen mindestens 20 Prozent des Futters vom eigenen Betrieb oder aus regionalen Betriebskooperationen stammen. "Bei Bio-Verbänden wie Bioland und Demeter ist es sogar mindestens die Hälfte", betont Markus. Werden zu viele Tiere pro Fläche gehalten, kann der Boden ihren Mist und ihre Gülle nicht aufnehmen. Stoffe daraus versickern ins Grundwasser oder verdunsten in die Atmosphäre. In Gebieten Deutschlands mit sehr vielen konventionell gehaltenen Tieren wie zum Beispiel in Westfalen oder im westlichen Niedersachsen gibt es dadurch große Probleme mit dem Trinkwasser.

In konventionellen Betrieben besteht ein großer Teil des Tierfutters aus Soja aus Südamerika. Dort werden immer mehr Wälder abgeholzt, um riesige Monokulturen mit der eiweiß- und stickstoffreichen Futterpflanze anzubauen. Mit den Wäldern schwindet die Artenvielfalt und erodieren die Böden. Der steigende, großflächige Einsatz von Pestiziden vergiftet zudem das Grund- und Flusswasser. Bei uns in Deutschland wiederum führt der übermäßige Einsatz von Futter- und Düngemitteln aus Übersee zur Überdüngung und zur Belastung des Grundwassers mit Nitraten und Phosphor. Auch für das Klima bedeutet die Intensivtierhaltung eine größere Belastung als der ökologische Landbau.

Nur wenn wir für umweltschonenderes Fleisch auch mehr bezahlen, kann sich die ökologische und tiergemäße Nutztierhaltung durchsetzen. Zurzeit stammt weniger als ein Prozent des Fleisches aus dem Bio-Landbau. Daher rät der WWF beim Kauf von Lebensmitteln auf das Bio-Siegel und noch mehr auf die Verbands-Siegel wie zum Beispiel Bioland oder Demeter zu achten.

Auf dem Biohof Spannbrück dürfen Schweine ihre Neugier ausleben. Die Hühner vom Bioland-Hof Andresen gehen regelmäßig "campen" - im Hühnercamper. Das Futter für die Tiere kommt fast ausschließlich vom eigenen Acker. Denn die Biobauern Sönke Thiesen und Babette und Claus Andresen haben die Kreislaufwirtschaft und die tiergemäße Haltung konsequent zu Ende gedacht. Beide Betriebe sind nach Bioland-Richtlinien zertifiziert und produzieren so umweltschonend wie möglich hochwertige Lebensmittel - ohne Einsatz von Gentechnik, ohne die Verwendung von chemisch synthetischen Düngern, ohne Einsatz von Importfuttermitteln und mit einer tiergemäßen Nutztierhaltung.

Du hast weitere Fragen an Markus? Dann schreib ihm eine Email - er freut sich, von dir zu hören.

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Kommentare (19)
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28.09.2013
Himbaerchen hat geschrieben:
Ich stimme den anderen Kommentaren voll & ganz zu! Ein toler Bericht. Lg, aylin2000
28.09.2013
Naturailo hat geschrieben:
Wirklich schöner Bericht und ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen :)
27.09.2013
Chamaeleonmuetze hat geschrieben:
Sehr schöner Bericht :) Enthält nochmal alle wichtigen Infos die man MINDESTENS über das Thema wissen sollte...auch die Grafik ist sehr schön...ich esse zwar auch kein Fleisch mehr aber als ich noch welches gegessen habe war es auch hauptsächlich Biofleisch.Und ich finde gerade bei Salami oder Mortadella sind das meistens nur ein paar Cent Unterschied die man ruhig für eine bessere Tierhaltung ausgeben kann.
26.09.2013
JohannesB hat geschrieben:
Die Stiftung Warentest hat aktuell Hähnchen aus dem Supermarkt getestet und auch festgestellt, dass Bio-Produkte weniger mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sind: 11 von 15 konventionell hergestellten Hähnchenschenkeln wiesen diese Keime auf, während nur bei einem der fünf Bioprodukte dieses Problem festgestellt wurde. Auf der anderen Seite waren besonders in den Bioprodukten viele Krankheitskeime.
http://www.test.de/Huehnerfleisch-im-Test-Riskante-Keime-entdeckt-4612889-0/

Ich hätte auch noch eine Frage. Schon mehrfach habe ich gehört, dass Bio-Rind dem Klima noch mehr schadet, als konventionelles Rindfleisch. (http://www.heise.de/tp/artikel/38/38445/1.html) Ist das nur bei Rind so?
25.09.2013
anni95 hat geschrieben:
Schöner Bericht, sehr interessant. Ein Onkel kauft (zumindest behauptet er das) nur noch BioFleisch für den Grill, weil's besser schmeckt- ich kann's nicht bestätigen, weil ich kein Fleisch esse, aber wenn's stimmt, wär das noch ein Grund, BioFleisch zu kaufen; auch, wenn der bessere Geschmack "nur" von einem besseren Gewissen zeugt :)
25.09.2013
somebodywholovesourearth hat geschrieben:
Dieser Text macht einem nochmal klar, wie wichtig es ist, wenn man schon Fleisch ist, auf gute BIO Siegel zu achten.
Ich persönlich kann das Fleisch sowieso besser genießen, wenn ich weis das das Tier gut gelebt hat.
Also ein Lob an Markus Wolter für diesen tollen Bericht!
25.09.2013
Tigerlein hat geschrieben:
Ein sehr toller, verständlicher und informativer Text! :)
25.09.2013
Zerschmetterling hat geschrieben:
Ja, ein wirklich guter Bericht, der einem noch mal vor Augen führt, was BIO besser macht, weshalb man, wenn man nicht auf Fleisch verzichten möchte, auf Bio-Fleisch zurück-greifen sollte.

Leider werde ich, wenn ich dieses Thema mal anspreche, oft auf "die große Bio-Lüge" aufmerksam gemacht. Ich weiß dann oft nicht was ich antworten soll. Die denken ja, dass das eben alles erlogen ist. Da denke ich mir manchmal, dass man natürlich auch einfach allem misstrauen kann. Aber was ist das für eine Lebensweise? Einge möchten vlt. auch nicht aus ihrer Komfortzone, und nutzen solche Artikel über Bio-Lügen dann als willkommenen Beleg dafür, dass es auch nichts bringen würde.

Wie dem auch sei, ich für meinen Teil, mache einen weiten Bogen um Intensivtierhaltung.
LG
25.09.2013
Carinaa hat geschrieben:
toller bericht!
25.09.2013
Luke24 hat geschrieben:
Die Frage, die man sich auf Grund des Berichtes stellen sollte ist, wie man den Verbraucher dazu bringt, auf Fleisch dieser Haltungsart umzusteigen. Die Aufgabe einer Organisation wie des WWF (und somit von uns) sollte es sein, die Verbraucher zum umdenken zu bewegen.
Einige Menschen wissen vielleicht gar nicht, das Biofleisch trotz des hohen Preises auf lange Sicht billiger ist, wenn man die Kosten aus der Beseitigung der beschriebenen Nachteile (Wasseraufbereitung, ggf. Bodenreinigung, Ausbaukosten für Infrastruktur wegen langer Transportwege) miteinbezieht. Denn diese werden im Regelfall durch Steuergelder, also auch von jedem, beglichen.
25.09.2013
Pandafreundin hat geschrieben:
Sehr schöner Bericht!

Ich kann mich den ganzen Kommentaren eigentlich nur anschließen - Sowas sollte wirklich gefördert werden und die schlechte Tierhaltung noch mehr veröffentlicht werden ... Sie sollen alle ruhig wissen wie die Tiere leiden und was sie da essen!

Zudem sind Bioprodukte oft sogar viel leckerer! :)
25.09.2013
Wasserjunge hat geschrieben:
Super cooler Bericht, das spornt doch an mehr Bio zu kaufen!! ;)
Schön, dass sich einige (bis jetzt) Bauern nicht nur dem Profit verschrieben haben, sondern auch auch dem Wohl der Tiere...

@Vince: Also vom Hören muss man nicht alles glauben, da muss man nachhaken und recherchieren! ;) Bestimmt gibt es ein paar schwarze Schafe, so wie in jeder Branche, jedoch kann man zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, das bei den strengen Richtlinien von BIO - Produkten ausgehen, dass diese auch eingehalten werden. ;)
Natürlich hast du Recht, dass Bio - Fleisch besser ist als Konventionelles. Das ist ja nicht nur eine Frage des ethischen Hintergrundes wie man weiß, sondern es wird ja auch unter andern durch dieses Diagramm dargestellt.
BIO!
25.09.2013
vince hat geschrieben:
Dass bei Öko-Bauernhöfen weniger CO² entsteht, ist eine gute Sache die ich auch schon wusste. Leider geht es den Tieren auf solchen Höfen nur bedingt besser, weil meist nur gerade so die Mindestanforderungen für Freiraum, Futter etc. eingehalten werden. Das hab ich so gehört, auf wie viele Höfe das zutrifft, weiß ich nicht. Ich denke es ist auf jeden Fall besser Biofleisch zu essen wenn man nicht drauf verzichten kann.
25.09.2013
4lexSchneegans hat geschrieben:
Wenn es deswegen ein umdenken entsteht nicht (in der Sache) das billigste zu nehmen, merken es hoffentlich auch die Hersteller !!!
24.09.2013
Taki hat geschrieben:
Warum nicht die Tiere in Freifreiland Haltung halten. Also die Tiere die wir essen möchten ohne Stall und zufüttern in der Natur laufen lassen. Bei bedarf wird so ein Tier geschossen und vom Metzger verwurstest oder anders zubereitet. Damit wäre die Qualhaltung ein Ende gesetzt.
24.09.2013
Lena11 hat geschrieben:
Ich war letztens auch auf einem Buiobauernhof und die Atmosphäre ist eine komplett andere, da merkt man richtig, dass die Tiere noch wie Tiere beahndelt werden!
24.09.2013
Smilex hat geschrieben:
Ja!!! Kann nur bestätigen: Esst Biofleisch!!! (oder keins ..)
Wild ist auch noch moralisch vertretbar, finde ich (und für alle, die sich jetzt darüber aufregen wollen: die Tiere werden so oder so geschossen, weil die sonst den Wald kaputtfressen, dann kann man sie auch essen .. )
24.09.2013
MarcelB hat geschrieben:
Konnte ja selber die Biohöfe Spannbrück und Andresen besuchen und kann jedem nur raten das gleiche zu machen. Wer sieht wie gut die Tiere dort gehalten werden, ist sofort von Bio überzeugt.
Besser als Markus das erklärt hat, kann man es garnicht. Bio ist nicht nur fürs Klima besser, sondern auch für die Tiere und letztendlich auch für uns (man denke an die ganzen Antibiotika)!
Übrigens selbst wenn die Tiere mal Antibiotika bekommen, dürfen sie eine Zeit lang nicht verkauft werden, oder wenn doch nicht nicht unter dem Schriftzug Bio. Daran merkt man, dass man sich gerade auf Siegel von Bioland und Demeter verlassen kann!

Und die kleine Ferkel sind echt abenteuerlich süß! Schweine sind uns teilweise so ähnlich, ich bin da immer total überrascht!
24.09.2013
LSternus hat geschrieben:
Interessant, auch wie viel weniger Gas ein Bio-Betrieb produziert.
Bei uns in Fulda gibt es noch recht viele Bio-Höfe, oder zumindest großzügige Stallungen. Ich kenne auch einige Bauern (nicht alle, dafür sind es zu viele und zu weit in der Rhön verstreut).
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