Endlich ist sie wieder da, die Adventszeit! Die Kerzen auf dem Adventskranz brennen schon, im Kopf läuft eine Dauerschleife des Kinderliedklassikers In der Weihnachtsbäckerei... Es kann losgehen mit den Weihnachtsplätzchen!
Schürze umgebunden, Ärmel hochgekrempelt, Zutaten raus.
Mehl, Zucker, Butter, Eier... Moment mal! Muss das eigentlich immer sein? Stellt sich die Fleischfrage nicht auch bei den Plätzchen?
Streng genommen ergeben sich für Milchprodukte und Eier schließlich die gleichen Probleme wie beim Fleisch. Futter wird importiert, auch Soja, für das woanders vielleicht Regenwald gewichen ist... Die Tierhaltung verursacht viele Treibhausgase und Emissionen, ist energieaufwändig - und am Ende werden ja auch Milchkühe und Legehennen geschlachtet.
Ich bin keine Veganerin, aber in letzter Zeit habe ich mir oft Gedanken über das Thema gemacht und mich gefragt, ob man vieles nicht problemlos anders machen könnte. Also schaue ich mich auch heute nach Alternativen zu den tierischen Zutaten um. Bei einer kleinen Internetrecherche zum Thema vegane Weihnachtsplätzchen werde ich schnell fündig. Die Ergebnisse will ich euch nicht vorenthalten :)
Ersatz für Eier, Butter und Co.
Das Wichtigste zuerst: Die meisten Rezepte kann man ohne Probleme so abwandeln, dass sie vegan werden. Bei Weihnachtsgebäck handelt es sich ohnehin meist um einfachen Mürbeteig mit wenigen tierischen Zutaten.
Anstatt Butter nimmt man einfach pflanzliche Margarine. Da hier oft Palmöl enthalten ist (das bekanntlich auch ein großes Problem für Urwälder ist), empfiehlt es sich, auf die Zutaten zu achten (z.B. Sonnenblumenmargarine zu kaufen) oder Bio-Margarine zu nehmen.
Milchprodukte kann man mittlerweile ziemlich leicht ersetzen - Reis-, Hafer-, Dinkel- oder Sojadrinks schmecken nicht nur lecker, sondern sind auch gesund. Sahne gibt es ebenfalls als Hafer- oder Sojavariante. Für Quark, Joghurt, Creme Fraíche und Co. springen püriertes Tofu oder Sojaghurt ein.
Bei Eiern wird es spannend: Entweder lässt man sie einfach weg (das ist bei Mürbeteig meist kein Problem). Oder man ersetzt sie durch Fruchtpüree (1 Ei entspricht ungefähr 1/2 zerdrückten Banane, 75ml Apfelmus oder 75ml Kürbispüree).
Eine andere Möglichkeit ist Sojamehl, das man im Internet oder in Bioläden/ im Reformhaus bekommt. Ein Ei entspricht einem Esslöffel Sojamehl + 2 EL Wasser. Es gibt auch fertiges Eiersatzpulver zu kaufen (vegane Shops habe ich weiter unten aufgelistet).
Bild: Klassische Backzutaten und ihre Alternativen - Eier einfach weglassen
Wenn man das alles gerade nicht da hat, kann man auch folgende Kombination verwenden: 2 EL ganz normales Mehl + 1/2 TL Öl + 2 EL Wasser + 1/2 Tl Backpulver. Gut vermischt ersetzt das ein Ei.
Schokolade darf bei vielen Keksrezepten nicht fehlen - hier eignet sich Zartbitterschokolade oder -kuvertüre als veganer (und sehr leckerer) Ersatz für Vollmilchschokolade.
Vegane Plätzchen-Rezepte
Im Internet gibt es eine ganze Reihe von Seiten, die vegane Rezepte bereithalten. Eine kleine Auswahl zum selber stöbern:
veganwelt --> Super Tipps, Infos und vegane Rezepte
vegetarian-only --> Auch hier gibt es ein paar Plätzchenrezepte
vegan.de --> pdf-Datei voll mit tollen Keks-Rezepten
vegan-wiki--> Diskussionen, Infos, Material - und auch Rezepte
vegan-sein
vegan.at--> Eine übersichtliche Tabelle mit pflanzlichen Alternativen zu tierischen Produkten
Vegane Zutaten shoppen
Wer nicht gerade einen gut sortierten Bioladen vor der Haustür hat, muss oft recht lange nach geeigneten Produkten suchen. Oder habt ihr schon mal Sojamehl im Edeka gesehen? Im Internet tummeln sich aber einige Seiten, auf denen man alles bestellen kann, was der vegane Markt so hergibt. Hier ein paar Tipps:
www.veganic.de
www.vegan-wonderland.de
www.veganothek.de
Als abschließende Motivation noch ein paar schöne Rezepte, die ich bei meiner Recherche gefunden habe
Einfache Plätzchen
Grundrezept:
300 g Mehl oder Vollkornmehl
200 g Margarine
100 g Zucker
evtl. 1 TL Backpulver
Nach Belieben könnt ihr noch abgeriebene Zitronen- oder Orangenschale, gehackte Nüsse, Mandeln oder diverse Gewürze hinzufügen. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Aus dem Teig Plätzchen ausstechen, nach Lust und Laune verzieren und bei 180°C 10-15 Minuten backen.
Zimtsterne
?200g Puderzucker?, 2 EL Zimt, ?8 EL Wasser?, 150g gemahlene Mandeln?, 200g gemahlene Haselnüsse?, 1 EL abgeriebene Orangenschale, wer mag noch 1 EL Zitronensaft
Alles gut verkneten, ausrollen, Sterne ausstechen und zum Trocknen 4 Stunden stehen lassen. Dann für 3-5 Minuten bei 250°C in den Ofen, nicht zu lange! Wer mag, kann den Sternen noch einen Guss aus Puderzucker, etwas Wasser und Zimt verpassen.
(Rezept nach vegetarian-only.de )
Vanillekipferl
Zutaten für den Teig:
200g Margarine
300 g Weizenvollkornmehl
200 g gemahlene Mandeln
100 g Rohrzucker
1 Vanilleschote
1 Packung Vanillezucker
Margarine und Zucker schaumig rühren, die Vanilleschote auskratzen und dazugeben. (Wem das zu teuer oder aufwändig ist, nimmt Vanillezucker und dafür etwas weniger Zucker). Nach und nach das Mehl und die Mandeln unterrühren.
Den Teig zu einer Rolle formen, davon Scheiben abschneiden und diese zu Kipferln rollen. Bei 180°C ca. 10 Minuten backen. Direkt nach dem Backen noch einmal in Vanillezucker wälzen.
(Rezept nach vegan-sein)
Cashew-Cranberry-Cookies
70 g Cashewnüsse (ungesalzen)
50 g getrocknete Cranberries
80 g feine Haferflocken
1 TL Backpulver
130 g Margarine
150 g Mehl
2 El Sojasahne
150 g Zucker
Wer mag: 1 Prise Nelkenpulver und 1 TL abgeriebene Orangenschale
Cranberries und Cashews grob hacken, Margarine und Zucker cremig rühren. Mehl, Backpulver, Gewürze, Orangenschale (oder Aroma) und Haferflocken untermischen und die Sojasahne (evtl. etwas mehr) zugeben und gut verkneten. Zum Schluss die Cashews und die Cranberries unterheben.?Aus dem Teig walnussgroße Kugeln formen und im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca. 15 Minuten backen.
(Rezept nach www.veganwelt.de)

Bild: Auf dem Keksteller können sogar Eisbären und Pinguine in einem Ökosystem leben.
Viel Spaß beim Backen und einen schönen 1. Advent!
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besonders der ei ersatz ist ziemlich interessant!
und du hast so viele websites genannt. da schau ich mal rein!
:D
Kleiner Tipp: Nehmt statt Zucker Reissirup, Honig oder Agavendicksaft. Dann schmecken die meisten Plätzchen noch besser und sind geünder : )
Hab auch Schoko-Haferplätzchen gemacht. Aber nur mit Cacao-Pulver also keine "Schokolade" und sie sind super ! (nur nicht so süß)
Muss ich auf jeden fall machen :D
Eine Anmerkung hätte ich allerdings noch: Zartbitter-Schokolade ist nicht immer vegan! Manchmal ist da Molkepulver o.Ä. drin. Also immer erst die Zutaten durchlesen ;)
Aber ansonsten: Super Bericht!
Danke!
danke für die Tipps und die Rezepte! Echt genial, werd ich dieses Jahr mal mit Freunden ausprobieren :o)