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Veggie, aber Wurst?! -Kunstfleisch und Veggie-Messe


von MaRyLoU
10.03.2012
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Kein Fleisch zu essen –das macht einen Vegetarier (Veganer etc.) aus. Doch wieso gibt es dann ganze Regale voll von Nahrung, die aussieht wie Fleisch, aber keines ist? Wieso kommen manche nicht vom Fleisch los? Teilweise wird vom „Hoffnungsträger“ Kunstfleisch gesprochen. Kunstfleisch soll die ökologischen Probleme unserer Welt lösen. Doch was ist eigentlich Kunstfleisch und ist es wirklich eine gute Alternative?

Der Sinn vegetarischer Ernährung ist der Verzicht auf Fleisch. Trotzdem gibt es Lebensmittel für Vegetarier mit dem Namen Geschnetzeltes, Wurst und Gulasch. Doch wieso sollte ein Veggie eigentlich das Gefühl haben Fleisch zu essen? Dabei kann man die menschlichen Geruchs- und Geschmacksnerven nicht wirklich überlisten mit Soja mit Fleisch-Etikette. Unser Gehirn hat längst die Informationen gespeichert wie ein Steak riecht und schmeckt.

In den Zeitungen liest man von verseuchtem Fleisch und Massentierhaltung. Doch gibt es in den Laboren schon eine Alternative zu finden. Bereits genanntes Kunstfleisch. Das besondere an diesem Kunstfleisch ist, dass keine Tiere dafür sterben müssen. ES werden dem Tier einfach ein paar Muskelstammzellen entnommen und aus denen wird dann ein Gewebe zum Verzehr gezüchtet. Das Retortenfleisch soll in Bioreaktoren mit einer Wasser-Glukose-Lösung gezüchtet werden, für die Zellstimulation und die Temperaturregulierung wären nur relativ kleine Mengen an Energie nötig. Im Gegensatz - es ließe sich sogar enorm viel Energie sparen, die zurzeit für Viehzucht, Futtermittelproduktion und Fleischtransporte aufgewendet wird. Und es kommen noch weitere Vorteile hinzu. Weniger Pestizideinsatz, da nicht mehr rund 50 Prozent der weltweiten Getreideproduktion an Vieh verfüttert werden würde; weniger Wasserverschmutzung, da nicht mehr so viel nährstoffreicher Dung in Gewässer gelangen würde und dort zu Algenblüte und Fischsterben führen würde und weniger Methan-Emissionen durch verdauende Rinder und Schafe. Klingt alles in allem doch ganz annehmbar oder?

Laut niederländischen Medien soll dieses Jahr schon der erste Kunstfleisch-Burger in der Pfanne gebraten werden. Das gute Stück wird jedoch nicht bei Mc Donalds um die Ecke für 2,99 Euro angeboten, sondern im Labor der Universität Maastricht – und stolze 250.000 Euro kosten. Jedoch ist es bisher nur wenige Millimeter dick, da es enorm aufwendig ist, es zu produzieren und sieht zudem auch noch unansehnlich aus und soll bis jetzt auch noch nach nichts schmecken. Hinter diesem Burger steckt Mark Post von der Maastricht-Universität, welcher auch auf der Messe „Veggie-World“ 2012 in Wiesbaden zu finden war mit seinem stand. Mark Post geht jedoch davon aus, dass sich der Geschmack in den nächsten Jahren noch verbessern wird.

Apropos „Veggie World“.  „Veggie-World“ ist eine Messe die dieses Jahr zum zweiten Mal in Wiesbaden stattfand, wo es auch Kunstfleisch in unterschiedlichsten Varianten zu finden gab. Für die einen  war die Messe ein voller Erfolg, für andere eine Messe, wo in jedem Winkel zur Schau getragenem Gutmenschentum zu sehen ist. So war zum Beispiel auch die Schweizer Firma Vegusto vor Ort und warb für „rein pflanzliche Fleisch- und Käsealternativen“. Hinter der Theke konnte man vegane Bratwurst kaufen und sich ein großen Sortiment vom Unternehmen ansehen. Ob Curry-,Knacker- und Peppwürste, Kräuter-Rollbraten oder Weißwurst Bianca. Hinzu kommen No-Muh-Käse – Käse ohne Milch also- und weitere Waren aus dem großen Sortiment. „Die Bauern müssen eben umdenken und nicht nur die Subventionen einreichen“, antwortete der Herr von Vegusto auf die Frage, was aus den vielen Bauern werden solle, die Rinder und Kühe hielten.

Die abschließende „Bewertung“ der Messe durch faz.net ist eindeutig negativ ausgefallen. „Offensichtlich sind wir auf dem falschen Weg [im Sinne der Ernährung mit Massentierhaltung und ähnlichem]. Dennoch wären die Messeveranstalter und einige Aussteller gut beraten gewesen, hätten sie einen Blick in Jonathan Safran Foers beklemmendes Buch „Tiere essen“ geworfen, in dem der Autor schonungslos die Maschinerie der Massentierhaltung beschreibt, ohne ein einziges Mal mahnend den Zeigefinger zu heben. Nach der Lektüre ist einem der Fleischappetit erst mal vergangen. Bei der Veggie-World verhält es sich leider genau umgekehrt.“

Ob nun Kunstfleisch die Alternative Nummer 1 werden wird, bleibt abzuwarten.

Quellen: http://www.faz.net/aktuell/zurueck-aus-der-veggie-world-der-verzehr-von-joghurt-kann-toedlich-sein-11663159.html + http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.kunstfleisch-fleisch-aus-dem-reagenzglas.8b13db65-da66-4b0f-b02e-554860b257d3.html, Bilderquellen: wikimedia commons

Zum Internetauftritt der "Veggie World" Messe

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Kommentare (11)
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08.04.2012
Marielle hat geschrieben:
Fleisch aus dem Labor also...Aha! Klingt, naja eben wie Formfleisch der neuen Generation...
07.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Vielen Dank für den interessanten Bericht :)!
Ich denke, dass Fleischersatz nicht der "einzige Teil der Lösung" ist, denn wcihtig ist meiner Meinung nach auch, die Menschen, die sich täglich ´nen Burger bei McDonald´s holen, aufzuklären, wie ihr Chickenburger eingentlich entsteht..Zumindest einem Teil würde denke ich der Appetit vergehen. Jedoch ist der günstigere Preis wahrscheinlich dann doch verlockender als das gute Gewissen beim Kauf von Biofleisch, und ganz verzichten dürfen/wollen viele ja nicht. Und für Fastfood wäre Fleischersatz vielleicht wirklich eine Lösung, aber insgesamt sollte denke ich mehr wert auf Aufklärung gelegt werden um somit freiwilligen Verzicht auf übermässigen Fleischverzehr durch entstandenes Umweltbewusstsein zu erzielen....Naja, mal schauen was die Experimente zeigen ;) Und nochmals Danke für den Bericht :)!
07.04.2012
Puma hat geschrieben:
Als ich für ne Zeit vegetarisch gelebt habe,hat mein Vater mich auch gefragt,warum es vegetarische Frikadellen oder so was gibt.
Aber ob der Fleischersatz wirklich der richtige Weg ist.Man spart zwar den Raum für die Tierhaltung.Aber es hört sich auch nicht wirklich lecker an.Und wenn wés nach nichts schmeckt,bringt es uns auch nicht viel weiter.
12.03.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
"ES werden dem Tier einfach ein paar Muskelstammzellen entnommen und aus denen wird dann ein Gewebe zum Verzehr gezüchtet. Das Retortenfleisch soll in Bioreaktoren mit einer Wasser-Glukose-Lösung gezüchtet werden, .. Zellstimulation..."
Und dann das ganze Rumprobiere am Geschmack.
- Klingt ekelig.

Außerdem finde ich auch, dass das der falsche Weg ist!
Das klingt alles sehr, nun ja, nach Fake.

Danke für den informativen Bericht!
LG
12.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Also ich beziehe meine Lebensmittel auch lieber vom Markt als aus dem Labor. Lecker hört sich dieser Fleischersatz ganz sicher nicht an und ob es eine tatsächliche Lösung der Ernähungs- und Energieprobleme ist wage ich auch zu bezweifeln.

Zum Grillen zB finde ich diese Veggi-Würstchen ganz ok. Gerade meine Mutter findet die super, weil sie dann nicht das Gefühl hat, dass wir leer ausgehen und wenigstens ein paar Würstchen nebem dem Gemüse auf dem Grill liegen :)

Im Alltag kann man aber super auf diese ganzen Ersatz-Sachen verzichten und sich lieber in der Gemüseabteilung umschauen oder selbst kleine fleischlose "Frikadellen" aus verschiedenen Körnerarten zaubern. Da weiß man dann auch was drin ist.
11.03.2012
Nushats hat geschrieben:
Danke, für den informativen Bericht ! Naja, ich bin ja auch Vegetarier und finde, dass man als Vegetarier auch keine Fleischersätze kaufen sollte. Außerdem glaub ich das die Erfindung des "Kunstfleisches" ein großer Aufwand über einen langen Zeitraum ist und sie nicht viel verändern wird.
11.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Der Bericht war sehr interessant, Dankeschön.
Jedoch finde ich die Idee des Fleischersatzes nicht wirklich toll.
Menschen essen heutzutage immer mehr und mehr Produkte aus dem Chemielabor. Das finde ich nicht gut, denn wenn ich einen Fleischersatz brauche dann suche ich mir viel lieber etwas, was aus der Natur stammt.
Und wenn man als "Neu-Vegetarier" etwas Eiweiß braucht, dann kann man auch zu einem Ei greifen.
Außerdem ist dieses Ersatz-fleisch auch nicht wirklich gesund (Geschmacksverstärker, Aromen usw.)
Man kann es manchmal essen, genauso wie man eigentlich alles manchmal essen kann, finde ich.
11.03.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ich finde das mit dem Kunstfleisch ist wenigstens eine Alternative, frei nach dem Motto "besser als gar nichts".
Die Behauptung "wenn man Vegetarier ist, sollte man auch keine vegetarischen Fleischprodukte essen" finde ich um ehrlich zu sein ziemlich gemein. Vor allem, wenn man in den ersten Monaten auf fleischlose Kost umsteigt ist das nicht ganz einfach und das kann man durch Soja-Schnitzel und co. ausgleichen.
Und auch wenn ich schon 3 Jahre vegetarisch lebe, kaufe ich mir doch ab und zu mal vegetarische Würstchen (nicht oft, da diese auch im Vergleich nicht sehr billig sind) und das aus verschiedenen Gründen: als einziger Vegetarier in meiner Familie (die das nicht mal ansatzweise nachvollziehen können) gehe ich zum Beispiel an Weihnachten nicht leer aus und auch beim Grillen mit Freunden gehört es irgendwie dazu - also sorry, aber diese Unterstellung fand ich eher unpassend ;)
11.03.2012
nera8 hat geschrieben:
Also ich bin jetzt seit ca. 2 Jahren Vegetarier und ich kann mich gar nicht mehr so richtig an den Geschmack von Fleisch erinnern, allerdings würde ich wohl ziemlich schnell merken, wenn ich welches essen würde. Wenn ich "Fleischersatz" esse, geht es mir nicht darum mein Bedürfnis nach Fleisch zu befriedigen, sondern etwas Eiweiß-haltiges zu essen. Das ist schließlich wichtig und wenn sowas angeboten wird, warum sollte ich es nicht annehmen? Meine Familie hat das auch schon probiert und meinte es schmeckt nicht wirklich nach Fleisch, ist aber lecker :D
Es ist natürlich wichtig darauf zu achten woher das verwendete Soja stammt (also meistens wird ja Soja verwendet), sonst tut man der Umwelt auch keinen Gefallen ;)
Was das Kunstfleisch angeht: Wenn die Menschen meinen sie können auf Fleisch nicht verzichten oder zumindest ihren Fleischkonsum einschränken und das wäre eine annehmbare Alternative sollen sie es doch ruhig essen. Natürlich müsste man das so weit entwickeln, dass es mit echten Fleisch vergleichbar wäre, aber ansonsten gibt es doch nichts daran auszusetzen. Es bleibt eben eine komische Vorstellung, aber ich denke daran kann man sich gewöhnen.
10.03.2012
micah hat geschrieben:
Von diesem Kunstfleisch halte ich auch gar nichts... Ernährungsrevolutionen aus dem Chemielabor haben sich bisher eigentlich immer als krebserregend, Allergien auslösend oder sonstwie gesundheitschädlich erwiesen. Das klassische Soja-Schnitzel finde ich jetzt nicht so schlimm (jedenfalls wenn dafüra kein Regenwald abgeholzt wurde), wobei ich mich immer frag wieviele künstliche Aromen und Geschmacksverstärker da drin sind... Irgendwo muss ja der Fleischgeschmack herkommen. Meiner Meinung nach kann man wenn man unbedingt Fleisch will auch einfach dazu stehen und echtes Biofleisch nehmen. Oder, wenn man wirklich keine Tiere essen will, eben konsequent sein und vegatarische Gerichte essen. Das ist sowieso gesünder :)
10.03.2012
Cookie hat geschrieben:
Danke für den Bericht! :) Interessant zu wissen, was in den Laboren dieser Welt so vor sich geht... Ich hab auch schon mal ein "vegetarisches Schnitzel" gegessen. Ich muss sagen, ich konnte gar nicht glauben, dass es kein Fleisch sein soll, es hat wirklich genau wie ein normales Schnitzel geschmeckt. Solange die Sachen noch aus Soja sind, ist das ja noch ganz okay, wobei es wirklich irgendwie ironisch klingt, dass für Vegetarier "vegetarisches Fleisch" angeboten werden muss.
Was allerdings das Kunstfleisch aus dem Labor angeht... Klingt irgendwie nicht besonders lecker! Zellgewebe mit Wasser-Glucose-Lösung frisch aus dem Labor? Neee danke, dann doch lieber frisches Gemüse aus Omas Garten! Klar würde der Umstieg auf Kunstfleisch sich positiv auf die Umwelt auswirken, aber wie würde es mit den Auswirkungen auf die Gesundheit aussehen? Wie viele Nährstoffe hat denn so ein Chemie-Schnitzel? Also, ich hab irgendwie Zweifel, ob das die Alternative ist...
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