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Vegetarismus - Diskussionsreihe Teil 2


von MJ1499
02.05.2012
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Hallo zusammen, es war wieder Mittwochnacht, und das heißt, es ist Zeit für Teil 2 unserer Diskussionsreihe zum Thema Vegetarismus. Für die Neueinsteiger unter uns nochmal kurz erklärt: Hier diskutieren Urmeli (Vegetarierin) und MJ1499 ("Normalo") ihre Einstellungen aus, kommen vielleicht zu Ergebnissen, vielleicht auch nicht, und wollen dazu beitragen, das Verständnis für die jeweils andere Partei ein bisschen zu verstärken. Dabei präsentieren wir keine Fakten, sondern immer nur unsere persönliche Meinung, durch die sich bitte keiner verletzt/angegriffen oder in anderer Weise negativ beeinflusst fühlt. Selbstverständlich nehmen wir auch keine Allgemeingültigkeit in Anspruch.
Heute geht es also weiter in der Berichtreihe, nachdem letzte Woche die Definition von Vegetarismus bzw. Vegetariern auf dem Plan stand ( http://www.wwf-jugend.de/leben/bio-essen/vegetarismus---diskussionsreihe-teil-1;3920 ). Wir stellen uns heute folgende Frage:
Was sind eure Gründe für bzw. gegen Vegetarismus?
 

Urmeli: Warum bin ich Vegetarierin geworden.....? Die Entscheidung an sich war sehr spontan und emotional und wurde durch eine Reportage ausgelöst, an deren Ende ich mir geschworen habe nie wieder ein Tier zu essen. Das war vor ca. 4 Jahren und seit dem habe ich mich konsequent daran gehalten und fühle mich gut dabei :)

Je mehr ich mich dann mit dem Thema befasst habe - auf die Frage nach dem Warum möchte man ja auch vernünftige Antworten geben können - kamen immer mehr Gründe hinzu.

Die Massentierhaltung und Massenschlachtungen sind wahrscheinlich einer der Hauptgründe, dass ich es für mich nicht mehr verantworten kann ein Tier zu essen.

Ein weiterer Grund ist meine Einstellung zum Leben. Der Mensch hat in meinen Augen nicht das Recht, Tiere in Gruppen wie Haus- oder Nutztiere einzuteilen und somit über ihr Leben zu entscheiden. Wer hat dem Mensch dieses Recht gegeben.....der Mensch selbst. Nicht gerade objektiv. Ich esse nicht meine Hündin, also esse ich auch nicht die namenslose Kuh. Diese Unterscheidung ist in meinen Augen absolut inkonsequent und durch nichts begründet.

Das "Argument", dass der Mensch schon immer Fleisch gegessen hat, finde ich eher unbeachtlich, weil ich denke, dass sich die Menschheit seit "schon immer" weiterentwickelt hat und die Zeiten einfach nicht mehr miteinander vergleichbar sind. Vor Tausend Jahren gab es noch keine Massentierhaltung. Das Leben war im Gleichgewicht. Fressen oder Gefressen werden war noch halbwegs fair verteilt. Die Vergangenheit sollte nicht immer ein Argument für die Zukunft sein.

Die Klimaschäden die der massenhafte Fleischkonsum der heutigen Gesellschaft hervorruft sind eine weitere Bestätigung für mich diesen Weg nicht mitzugehen.

Ich persönlich sehe keinen Grund Fleisch/Fisch usw zu essen. Ich bin gesund und fit. Durch die Entscheidung mich vegetarisch zu ernähren habe ich ein inneres Gleichgewicht gefunden - für die Normalos hört sich das vielleicht etwas merkwürdig an, aber die Vegetarier werden wahrscheinlich wissen was ich meine :). Ich für mich weiß, dass ich eine richtige und wichtige Entscheidung getroffen habe und sehe keinen Grund von dieser abzurücken.

Es gibt viele Dinge auf dieser Welt die in meinen Augen falsch laufen, aber bei dieser Sache kann ich für mich behaupten nicht daran beteiligt zu sein und das gibt mir ein besseres Gefühl.

Wie gesagt, alles nur meine persönliche Meinung.

MJ1499: Bei mir sieht das Ganze etwas anders aus. Anders als Urmeli bin ich ja kein Vegetarier, einzig und alleine aus dem Grund, dass ich meiner Meinung nach keine Gründe sehe, ein Vegetarier zu werden. Viele ihrer Argumente teile ich, projiziere sie aber nicht auf meinen Fleischkonsum, sondern sehe sie anders bzw. deute sie anders.
So zum Beispiel die Unterteilung in Haus- und Nutztiere. Natürlich haben wir nicht das Recht, Leben über anderes zu erheben. Allerdings muss ich sagen, dass daraus für mich nicht folgt "Ich esse meinen Hund nicht, also esse ich die Kuh nicht". Zum Einen ist bei den Haustieren eine personalisierte Akzeptanz vorhanden, die ihr Leben meiner Meinung nach nicht wertvoller machen. Zum Anderen spricht doch nichts dagegen, einen Hund zu essen, außer der personifizierten Akzeptanz. Das ist aber mehr gefühlsartig, als ein richtiges Argument.
Das, was Urmeli so nett als Argument bezeichnet hat, dass wir schon immer Fleisch gegessen haben, ist für mich völlig irrelevant, aus genau denselben Gründen, die du nimmst. Ist für mich kein Grund für bzw. gegen Vegetarismus, sondern einfach eine Geschichte von Tradition und Verbohrtheit.
Ich bin auch gegen Massentierhaltung und Massenschlachtung, sehe darin aber keinen Widerspruch zum Fleischkonsum.
Natürlich auch nur meine persönliche Meinung.

Urmeli: Du unterstützt aber mit deinem Fleischkonsum die Massentierhaltung, das unwürdige Schlachten von Tieren, und sprichst dich dann dagegen aus? Das ist ziemlich unlogisch.

MJ1499: Ich spreche mich gegen das unwürdige Schlachten von Tieren, und gegen die unwürdige Haltung aus, ja. Aber das steht für mich nicht im Gegensatz zum Fleischkonsum. Ich kann auch an alternativen Stellen Fleisch beziehen, ohne Massentierhaltung und Massenschlachtung zu unterstützen.

Und nein, ich finde es nicht schlimm, wenn ich ein unschuldiges Tier esse. Das ist meiner Meinung nach der Kreislauf des Lebens, das sogenannte "Fressen und Gefressen werden". Das ist in der Natur so, und im Endeffekt sind wir Menschen auch nur ein Teil dieses Kreislaufs.

Urmeli: Wir waren ein Teil dieses Kreislaufes. Der Mensch, und damit die heutige Gesellschaft haben sich über diesen Kreislauf gestellt und damit das in der Natur vollkommen funktionierende System von "Fressen und Gefressen werden" gesprengt.

MJ1499: In der Natur herrscht ein entscheidender Grundsatz: Niemand nimmt mehr, als er braucht. Das ist auch bei den Ureinwohnern, den indigenen Völkern immer so gewesen. Wir Westmenschen sind dafür mittlerweile größtenteils zu egozentrisch geworden. Wir halten das von dir bezeichnete Gleichgewicht nicht mehr ein. Völliger Verzicht ist für mich aber kein Weg ins Gleichgewicht. Da hat man ein gemeinschaftliches Gleichgewicht, dass aber (auch wenn du das anders empfindest) für mich kein persönliches Gleichgewicht sein kann.

Urmeli: Du stimmst mir also teilweise zu, willst aber meine Entscheidung und meine Einstellung zum Leben als falsch bezeichnen? Du erklärst mir, dass meine Gefühle falsch sind, nur weil meine Vorväter anders gelebt haben, und sich der Konsum einer einzigen Speise bei uns eingebürgert hat?

MJ1499: Nein, das will ich keineswegs.

Urmeli: Was dann? Das tust du nämlich gerade.

Durch die Massentierhaltung und das anonyme Schlachten werden Tiere zu einer Ware. Ihnen wird das Recht auf Leben abgesprochen um dann massenhaft als Schnitzel oder Steak verkauft zu werden. Das was auf dem Grill liegt wird nicht mehr als Lebewesen wahrgenommen.

Jemand der sein Essen "im fairen Kampf" selbst erlegt hat, weiß es viel mehr zu schätzen, dass ein Leben genommen wurde, um in zu sättigen.

Hier liegt der entscheidende Unterschied zu dem Kreislauf den du beschrieben hast.

Der Respekt vor dem Leben geht vollkommen verloren und es wird zur Sache. Das ist ein Punkt, der nicht akzeptabel oder schön zu reden ist. Das Leben ist keine Ware die man über der Ladentheke verkaufen kann.

MJ1499: Ich will lediglich sagen, dass bewusstes Essen, gerade was Fleisch angeht, dem totalen Verzicht meiner Meinung nach vorzuziehen ist. Darin liegt für mich das Gleichgewicht. Nicht in dem totalen Verzicht einiger, weil andere falsch leben. Und auch nicht in dem momentan üblichen Übermaß. Was für mich dabei aber noch wichtiger ist und worin ich dir zustimme: Ich sollte auch nur das Essen, was ich selber besorgen kann, sprich: Wenn ich nicht bei einer Schlachtung dabei sein kann, oder das Tier selber töten kann, darf ich auch kein Fleisch essen. Das ist eine Delegation, und des Lebens der Tiere unwürdig.

Urmeli: Guter Ansatz, aber etwas unrealistisch. Damit würdest du als "Normalo" - ich schätze einfach mal - ca 80 % der Weltbevölkerung absprechen Fleisch/Fisch zu essen. Das wäre also fast der totale Verzicht, den du ablehnst. Der Großteil der Bevölkerung kann oder will nicht schlachten und weiß auch nicht wie es geht.

MJ1499: So unrealistisch ist es gar nicht. Es gibt mittlerweile genug Videos von Schlachtungen auf diversen Videoplattformen, oder Geschichten, die beim Essen erzählt werden. Allen Leuten, denen bei sowas schlecht wird, sollte der Fleischkonsum untersagt werden. Die, die das mit ruhigem Gewissen sehen bzw. hören können, sollten auch Fleisch essen dürfen. Aber nur in Maßen, und auch nur von freilebenden Tieren.

Ich als Konsument esse ein Stück Fleisch. Die, die die Schlachtung nicht angucken können, vergessen das Tier dahinter, und für sie ist Fleisch dann lediglich Ware, und nicht lebendiges Tier. Und das ist glaube ich, sowie wie du es bereits beschrieben hast, eines der größten Probleme: Durch die externe Verarbeitung ist Fleisch ein Ding geworden, kein ehemals lebendes Tier. Das Ganze ist für mich ein Schritt zum bewussteren Konsum, der ganz klar im Vordergrund stehen sollte.

Urmeli: Ein bewusster Konsum ist ja akzeptabel, auch weil es utopisch ist, die gesamte Welt zum Vegetairmus zu bekehren und auch mit vielen meiner oben genannten Kritikpunkte vereinbar.

Ich selber würde kein Fleisch mehr essen, und ich würde auch aus deinem Kriterium des "Selber-Schlachtens" hinausfallen, aber das ist meiner Meinung nach nicht schlimm. Ich habe aber auch kein Problem damit, wenn andere bewusst Fleisch essen und wahrnehmen, was sie essen und es nicht einfach nur als vorhanden hinnehmen. Für mich selbst ist es nur einfach nicht tragbar.

MJ1499: Und ich kann halt mit dem "Selber-Schlachten" leben, und spreche mir daher das Recht zu, verantwortungsbewusst Fleisch zu essen. Ich habe ebenso kein Problem mit Vegetariern, ich selber sehe mich halt dazu in der Lage, Fleisch zu essen.

So, heute haben wir also offensichtlich einen Kompromiss gefunden. Und zwar bleibt Vegetarier sein im Endeffekt eine moralische Entscheidung, die man zwar mit Argumenten begründen kann, aber andersrum kann man auch mit Argumenten dagegenhalten. Vegetarier ist man, weil man keine toten Tiere essen kann/möchte. Vegetarier ist man, weil man eine bestimmte Gruppe der Industrie nicht unterstützen möchte. Vegetarier ist man, weil man einfach für sich selber gute Gründe dafür hat. Nicht-Vegetarier können das Gleiche in umgekehrter Weise für sich beanspruchen. Zumindest manche. Wichtig ist, dass man sich Gedanken darüber macht, was und wie man isst. Nicht ob man Fleisch isst, ist die Frage, sondern warum. Frei nach dem Motto "Du bist, warum du isst".

 

Wir hoffen, dass wir euch unsere Gründe, für unsere Haltung etwas näher bringen können, und ihr vielleicht auch mit unserem Kompromiss ganz gut klar kommt, und ihn in die Welt tragt. Hoffentlich können wir euch nächste Woche wieder bei Teil 3 unserer Reihe begrüßen dürfen, dort geht es dann um die Frage, wie die Vorurteile der beiden Seiten gegenüber der anderen aussehen, und was da aus Sicht des jeweils anderen dran ist.

(c)2012: MJ1499 und Urmeli

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Kommentare (45)
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18.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@Jo: Letztes Wort: Das Fahren ist eine Folgehandlung, die nicht zwangsweise aus der Existenz des Autos entsteht. Anders als bei der Schlachtung, wo der Tod und die Schmerzen oder was auch immer ein Bestandteil der Handlung sind. Negativität des Autos ist also erst im zweiten Schritt, aber lassen wirs ;)
16.05.2012
JoBlubb hat geschrieben:
@MJ1499: Solange man sie nicht fährt, nein, aber wer hat heutzutage denn ein Auto bei sich rumstehen und fährt nicht damit? :D Ok, ich hör jetzt auf, ich weiß, was du sagen willst^^
12.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@Jo: Ja das Auto ist halt ein blödes Beispiel...aber allein durch seine Existenz zerstört es kein Leben :P
12.05.2012
JoBlubb hat geschrieben:
@Zerschmetterling: Ein paar Mal in der Woche mag vielleicht viel sein, ABER meiner Meinung nach ist das ok, solange man sich, wie hier ja jetzt schon viele gesagt haben, darüber bewusst ist, dass man gerade ein Tier, und nicht irgendein "Ding" ist und das Fleischessen auch "würdigt".

@MJ1499: Ein Auto zerstört kein Leben? Vielleicht nicht dirket, aber Autos zerstören leider schon Leben... Vielleicht nicht so, wie das Schlachten eines Tieres, aber wenn man weiterschaut, leider schon. Aber ist verstehe dich und ich weiß auch, was du mit dem Selberschlachten meinst! :)

@mirdori: Es ist aber bei mir so, dass ich tatsächlich nur Fleisch von unserem Nachbarn esse ;) Also verstehe ich grad nicht ganz, warum du mir sagst, dass man den Tieren nur hilft, wenn man das tatsächlich macht. ;D
10.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
@BioApfelKätzchen:
"Denn sein Leben ist das wertvollste Gut, das ein Lebewesen besitzt."
Sehr schön gesagt :)

Die von dir angesprochene Grenze wird es wohl nicht für die Allgemeinheit geben. Die muss jeder für sich selbst finden - oder eben nicht.
Streng genommen könnte man natürlich sagen, dass es keine würdige Haltung von Tieren gibt, denn jede Haltung ist iwo ein Einsperren des Tieres. Es kann nicht frei über sein Leben entscheiden wie es ein wildes Tier könnte. Aber die (private und wirtschaftliche) Haltung von Tieren wird man nicht mehr rückgängig machen können. Also muss man aus der gegebenen Situation das beste machen und die Grenze für sich selbst finden.
09.05.2012
BioApfelKaetzchen hat geschrieben:
Ein sehr wichtiger Grund Vegetarierin zu sein, ist für mich, dass die Tiere in unserem System als gewinnbrindes Handelsgut behandelt werden. Dieses System will ich nicht unterstützten.
Es wird ständig versucht den Gewinn weiter zu erhöhen, also ein Lebewesen zu erschaffen, das dem menschlichen Zweck am besten dient. Das hört sich jetzt hart an, aber im Grunde ist es so. Auch bei Demeter-Betrieben kann ein Tier nur so lange leben, wie es wirtschaftlichen Nutzen bringt (zumindest wird es auf den meisten Bauernhöfen so gehandhabt).
Es steht immer der Aspekt Geld und Gewinn im Hintergrund.

Der einzige Grund Leben zu nehmen, ist der anderes zu schützen. (Finde ich zumindest.) Denn sein Leben ist das wertvollste Gut, das ein Lebewesen besitzt.

Ich kann auch die Gegenseite nachvollziehen. Man mekt, dass ihr euch mit dem Thema genauso beschäftigt habt wie die Vegetarier hier und dabei seid ihr eben zu einem anderen Schluss gekommen. Ich finde es übrigens super, dass die Diskussion auf so hohem Niveau und trotzdem respektvoll und unaggressiv läuft. :)

Was ich noch fragen wollte: Wo soll man denn die Grenze ziehen zwischen unwürdiger Haltung, unwürdiger Schlachtung, bewusstem oder genussvollen Fleischkonsum?

Ich glaube nicht, dass Fleischverzicht überall auf der Welt möglich ist, aber hier in Europa wäre es das bestimmt.
08.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
@Kate
Ich finde auch, dass ich mich lieber auf ein paar wenige Dinge beschränken sollte, diese dann aber auch konsequent durchziehe. Es bringt wirklich nichts wenn ich versuche an 10 Baustellen gleichzeitig zu arbeiten und alles halb fertig liegen lassen.
Wenn ich konsequent hinter meiner Meinung und Einstellung stehe, kommt diese Botschaft auch an und wird ernst genommen.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich stimme dir einfach nur zu :)
07.05.2012
KatevomDorf hat geschrieben:
@ urmeli ich finde deine vorschläge echt gut und wichtig. denn nur weil ich fleishc esse bin ich noch lange nicht böse. aber auch nciht schlechter als veggitarier. denn ich tu an anderen stellen was für mich,w eil es gesünder ist. oder für andere, weil es nachhaltiger ist.

und was nützt es mir 10 sachen halbherzig zu machen, wenn es doch nutzbringender und effektiver ist 2 oder 3 richtig zu machen. denn ich tue sie aus überzeugung und transportiere dadurch schon die "botschaft" ganz anders.

@leni: und schon wieder kant^^.(>kategorischer imperativ) .den typen findet man auch überall.
ich kann deinen gedanken gänge folgen, jedoch habe ich meiner ansicht nach unstimmigkeiten bzw. eher lücken gefunden. ich versuche sie mal zu füllen.
1. unser nächster verwandte ist nicht der schimpanse an sich sondern die bonobos, die mit den schimpasen die gattung der schimpasen bilden.

2. haben diese humanuiden affen auch nciht schon immer fleisch verzehrt. viel merh ist es evolutionsteschnisch so abgelaufen, dass irgendwann mal eine mutation dazugeführt hat aus tierischer nahrung die energie aufzuspatlen. dadurch ich diesen individuen ein vorteil entstanden und sie konnten sich vermehrt fortpflanzen. dies wiederum hate eine mehrzahl von denen zufolge, die auch zu dieser aufspaltung fähig sind- usw usw. ganz so wie der verzehr von milchprodukten bzw. vielmehr das aufspalten der lactose auch nciht allen erdenbewohnern vergönnt ist. jdecoh verstärkt in eurpo, da man hier seit mehreren jahrtausend sich die praktik zu eingen gemacht hat molkeprodukte herzustellen und zuverzehren. es kommt also immer aufs umfeld an.
worauf ich hinaus wollte ist, dass "wir" nicht schon imemr fleisch verzehrt haben und es von daher auch nicht müssen. nichtmal als sogenanntes kulturgut.
und es bleibt jedem letzendlich selbst überlassen, wie er/sie mit dem vorhandenen wissen verfährt.
07.05.2012
LeniS hat geschrieben:
Was mir zu dieser Natürlichkeit einfällt: Es gibt ja auch eine philospohische Herangehensweise. Das Fressen von Fleisch mag in unseren Vorfahren einen "natürlichen" Ursprung haben, man könnte sagen, es entspricht dem Ursprung unserer Natur. Auf der anderen Seite beanspruchen wir aufgrund unserer Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, Schuld- und Mitgefühle zu hegen und unsere Verantwortungsbereiche über etliche Distanzen nachzuvollziehen, eine gewisse Machtposition im Tierreich, eine zumindest in Teilaspekten existente Überlegenheit, bedingt durch unsere geistigen Fähigkeiten.
Aus der Sicht vieler befähigt uns diese Überlegenheit zu einer Art allmächtigen Verhaltensweise, die wir uns gegenüber denen uns in der "Hierarchie" unterlegenen Spezien herausnehmen können und sollen.
Allerdings wird dem entgegen auch häufig angeführt, dass diese Überlegenheit uns gerade dazu befähigt, unsere so herausragenden moralischen und logischen Denkfähigkeiten über unsere "Natur" zu stellen: Der Geist beherrscht den Leib.
Daraus kann folgen, dass wir zu folgendem moralischen Prinzip gelangen: Ich habe nicht das Recht, ein lebendes, empfindendes, soziales Wesen zu meinem Zweck zu töten, bloß weil ich ihm (geistig) überlegen bin.

Die Feststellung, auch ohne Fleisch glücklich zu sein, ist übrigens sehr erfüllend ;)

Es muss trotzdem jeder für sich entscheiden, das war nicht als kategorischer Imperativ gedacht, nur als Denkanstoß.
Lg
07.05.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
Was mir noch einfällt, was die reine Natürlichkeit des Fleischessen AN SICH unterstreicht (aber KEINESFALLS das menschliche Fleisch - FRESSEN genehmigt) ist, dass wir Menschen vom Affen abstammen.
Und der Schimpanse ist unser nächster Verwanter.
Und der isst auch Fleisch.
Das habe ich selber nicht gewusst, bis ich eine Doku über Jane Goodall und ihre Arbeit gesehen habe.

Der einzige Grund für mich, es ohne zu probieren, ist die schlimme Industrie die dahinter steckt und die ganzen Probleme die damit verbunden sind.
Aber ich glaube, wenn man seinen Fleischkonsum auf ein Minimum hält, dann muss man sich nichts vorwerfen.

Peace
07.05.2012
LeniS hat geschrieben:
@ Der Umgang mit Soja liegt doch wohl in der Hand des einzelnen. Beispielsweise versuche ich größtenteils Soja aus der EU zu beziehen (z..B. aus Österreich, da gibt ein bisschen was) oder zumindest aus kleinen Fairtradeprojekten, damit der "Verlust" auf andere Weise eine positive Wirkung hinterlässt.

Zu dem Geschmack: das kann ich wirklich verstehen. Gerade im Sommer beim Grillen oder so war das nicht immer leicht ;), aber bei mir war das einfach so, dass ich dachte, ich hab eigentlich kein Recht, mein eigenen Interessen über die künftiger Generationen zu stellen- auch wenn das schwachsinnig klingt, ich finde einfach, jeder sollte wo immer möglich im kleinen anfangen, denn an sich selbst kann man viel eher etwas ändern als an anderen- letztendlich war ich dann aber (wegen des Geschmacks) überzeugt, denn es gibt wirklich tausend Wege, ohne Fleich wirklich (!) richtig gut zu essen/ essen zu gehen.
Es gibt einen riesen Haufen an Blogs extra für sowas, außerdem ganz viele Kochbücher (da kann ich "La cucina verde" sehr empfehlen ;) ). Wer natürlich nicht so die Lust hat, sich damit auseinanderzusetzen..kann ich auch verstehen. Man kann auch an anderer Stelle gutes leisten.
Aber, was ich sagen will: Es ist schlicht Gewöhnungssache, für die allermeisten ist es mit ein bisschen Neugier absolut keine Einschränkung (eher eine Bereicherung) und es kann auch wirklich Spaß machen, sich damit zu beschäftigen.

Man könnte ja immerhin mal mit einem Veggieday anfangen und was leckeres kochen, das bringt auch einen viel größeren Bezug zu dem was man isst mit sich.

Einfach mal ausprobieren. Lg ;)
07.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
@Marc:
Der Unterschied ob ich etwas kann oder muss ist wirklich ein wichtiger Punkt. Nur weil ich etwas kann muss ich es nicht tun. Das sehe ich wie du.
Ich würde allerdings Tiere nicht mit Schuhen vergleichen :)

@Mihee:
Deine Argumentation würde auch bedeuten, dass ich, weil ich es kann, einen Massenmord in der Stadt verüben darf.......wie gesagt, nur weil ich etwas kann ist es nicht immer richtig es auch zu tun.

Den Kreislauf den du so schön beschrieben hast funktioniert ja in der Natur auch. Aber auch eben nur dort und in den Schlachthäusern und Supermärkten der Menschen.

@Elephant:
:)
06.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@Leni: Naja, dein Soja wird ja auch transportiert, oder??? Und davon abgesehen, vielleicht spielt ja der Faktor Geschmack da noch mit rein?
06.05.2012
KatevomDorf hat geschrieben:
@MK: meinst du nciht eher den nicht-fleischkonsum? erscheint mir logischer.

dann zur anatonie. zur anatomie gehört für mich auch das gebiss. ich hoffe für dich auch und wenn ich richtig aufgepasst habe sind eckzähne zum reißen der beute da. und die schneidezähne sind ja namensgebend genug. und die meisten raubtiere haben 6 pro kiefer. der mensch hat bekanntlich 4. noch fragen?
weiterhin ist der mensch enzymatisch nicht - ich wiederhole mich NICHT- dazu in der lage zellulose gewinnbringend, aslo energiebringend, aufzuspalten. im gegensatz zu wiederkäuern, die im falle von rindern sogar 4 mägen dazu brauchen, um die unterschiedlichen millieus für die jeweilige zersetzungsstufen herzustellen. bei fructose oder glucose ist das eine ganz andere sache. die kommt zu großen teilen aus früchten und wird zur direkten energiegewinnung benötigt. leitsatz: " fette verbrennen im feuer der Kohlenhydrate".
diese fakten können nicht von der hand gewisen werden.
06.05.2012
LeniS hat geschrieben:
Ach je, jetzt hab ich den link vergessen:

http://www.veggie-love.de/2012/03/artgerecht-ist-nur-die-freiheit/

und ich meinte natürlich "isst"
:)
06.05.2012
LeniS hat geschrieben:
Nur weil aus Sicht vieler Fleischesser (die sich ja immerhin mit dem Thema beschäftigen) kein Argument wiklich gegen Fleischkonsum spricht: Wieso nicht trotzdem vegetarisch? Den Nutzen für die Co2- Bilanz kann doch neben dem ganzen Tiere-Menschen-Ethik-Pipapo niemand abstreiten! Jede Kuh, die wir essen, ist schließlich wahnsinnig viel "mit" und auch bei Bio fallen da oft große Transportwege an.

Und falls es jemanden interessiert:
Das hier ist ein Artikel inklusive Clip über die Tiere, die nicht für einen expliziten "Nutzen" (ganz deutlich in Anführungszeichen!), sondern sozusagen als "Abfallprodukt" sterben: Männliche Küken, unbrauchbare Kälber,...klingt kitschig, aber hat mich sehr traurig gemacht, obwohl (oder grade weil) ich Veganerin bin.

Lg ;)
06.05.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
@Mihhee: das klingt natürlich teilweise etwas krass: "wir sollten unsere Fähigkeit zu töten auch nutzen".

Ich habe mal einen Typen getroffen, der mir auch erzählte, schon ein Tier getötet zu haben.
Dass es aber etwas ganz anderes war, als wie bei der regulären Schlachtung.
Er hielt das Tier in den Armen, streichelte es und es war ganz friedlich.
Und in diesem friedlichen Zustand hat er anschließend kurzen Prozess gemacht.
Bei den Schlachthäusern sind die Tiere ja schon bei der Fahrt dorthin in Panik.
Ein grausamer Tot.
Er jedoch tötete es, als es friedlich war.

Die verschieden Indianerstämme haben sich für jedes Tier welches sie erlegt haben, entschuldigt und bedankt.

Während in der heutigen Gesellschaft das Fleisch oft als Ware gesehen wird, was mir nicht gefällt.
Es wäre schon, dass man sich für alles was bei einem auf dem Tisch landet, bewusst ist, dass es Teil der Natur ist und ebenfalls dankbar is(s)t.

Peace
06.05.2012
Mihhee hat geschrieben:
Hallo, also ich glaube, wenn ich Fleisch aus dem Bioladen hole, dass ich dann nicht die Massentierhaltung unterstütze. Also finde ich des Argument wiederlegt.
Und mit dem Recht zu Töten sehe ich so: der Raubfisch frisst den Fisch und der Fisch frisst Plankton... Oder: Die Ameisen fressen die tote Katze, die vorher eine Ente gefressen hat. Die Ente hat eine Eidechse verschlungen, die gerade einen Wurm verzehrt hat. Der Wurm hat gerade ein Blatt gefressen... In der Natur ist es also völlig legitim zu töten. Wir haben von Mutter Natur die Fähigkeit bekommen zu jagen und zu töten und sollten diese auch nutzen, da die Natur nie nutzlose Fähigkeiten entwickelt.
Ich finde auch dass jeder Fleischgenießer weinigstens einmal im Leben die Erfahrung machen muss ein Tier zu töten. Aus Erfahrungen kann ich erzählen, dass das nicht leicht ist. Vor allem das ersten Mal mit 9 Jahren ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Erst wenn du das dann mit seinem Gewissen vereinbahren kann, ist der erste Schritt zum "bewusstem" Fleischkonsum getan.
Das ist meiner Meinung nach das Problem der heutigen Gesellschaft.
1) Dass das wirklich nur als ein Fertigprodukt im Supermarkt wahrgenommen wird und nicht als Lebewesen geschätzt wird, das für dich gestorben ist
2) Das wir viel zu viel Fleisch essen. Einmal die Woche einen Schweinebraten oder Rinderbraten am Sonntag reicht meiner Meinung nach aus.
04.05.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
Mit Vergleichen würde ich sehr vorsichtig umgehen, weil es oft einen feinen Unterschied gibt.
Fein aber deutlich.

Da Tiere keine Ware sind, gefällt mir die Formulierung "Ich finde auch das der Fleischkonsum genauso ein Luxusgut wie ein Tv, en neues Paar Schuhe oder sonstiges ist." nicht sehr gut.

Peace
04.05.2012
MK1990 hat geschrieben:
Was ich noch gern sagen würde also meiner Meinung nach ist es nicht ausschlaggebend ob man ein Tier töten kann oder nicht um festzulegen ob man es essen darf sondern, ob man es essen muss um zu überleben, sprich ich denke auch ich könnte Tiere töten wenn ich es wollen würde aber ich muss es nicht um zu leben. Deshalb mach ich es nicht und unterstütze es auch nicht . Ich finde auch das der Fleischkonsum genauso ein Luxusgut wie ein Tv, en neues Paar Schuhe oder sonstiges ist.

Liebe Grüße

Marco
04.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@MK: Ja, er kam sehr aggressiv rüber.

Und du hast mich falsch verstanden, ich differenziere nicht zwischen haus und Nutztieren. Warum sollte ich keinen Hund essen? Das ist für mich die Konsequenz, die ihr in anderer Richtung zieht.
04.05.2012
MK1990 hat geschrieben:
Versteh ich schon aber in dem Sinne ist z.b. seine Argumentation das Menschen Allesfresser sind nunmal auch eine "biologische Aussage" die ich einfach mit einer anderen widerlegen wollte. Und ebenso haben sie geschrieben das Bio so toll und sicher ist und ich wollte dies ebenfalls nur widerlegen sie haben argumentiert und ich habe gegenargumentiert. Zudem hab ich niemand Beleidigt sondern nur die Fakten vorgelegt die mich zum Vegetarismus überzeugt haben, hatte natürlich auch lange überlegt das Bio ja auch gut ist aber man sollte sich halt mal ernsthaft informieren. Es ist nunmal so das man überall in den öffentlihen Medien falsche Fakten vorgelegt bekommt.

Und meine erste Aussage kam nur wegen dieser Meinung das er Haus und Nutztiere differenziert das ist für mich als vegetarier nunmal schwer zu begreifen ich komm damit nicht klar wie jemand sagen kann auf der einen Seite liebt er seinen Hund und schlachtet eine Kuh.

Sorry falls der Post zu aggresiv rüber kam habe allerdings damit nur argumente der beiden widerlegen wollen
04.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
@MK1990:

Ich denke schon, dass bei den beiden alles ok ist. Das hoffe ich zumindest für sie.

Ich möchte nochmal herausheben, dass es in dieser Reihe NICHT um Zahlen und Fakten geht sondern NUR um Meinungen und Ansichten. Das ganze wurden hier schon so oft verbreitet und am Ende kamen neue Aussagen hinzu und keiner wusste mehr wo eigentlich der Anfang des Streits war.

Da wir hier keine Mediziner und Biologen sind (jaja, ein paar Stundenten gibt es unter uns... :) ) führen Aussagen wie "der Mensch ist dieses, der Mensch ist jenes nicht" nicht weiter. Auch das haben wir schon mehrfach gehabt.

Verstehst du worauf ich hinaus will?

Anschuldigungen und Beleidungen bringen niemanden weiter. Sie verhärten die Fronten nur wieder und sind kontraproduktiv.

Du hast deine Meinung, ich habe meine Meinung, Momo und bombusstruberanus haben ihre Meinung, so wie alle anderen auch. Auch wenn wir Meinungen nicht teilen, müssen wir sie doch akzeptieren. Ob wir sie respektieren ist dann wieder unsere persönliche Entscheidung.
04.05.2012
MK1990 hat geschrieben:
@MJ1499 und bombussubterranus

Sorry wenn ich so anfangen muss, aber wenn ich eure beiden Beiträge lese frag ich mich ob bei euch alle noch ok ist. Glaubt ihr alles was ihr lest??? 1. Bio ist genauso gefangen gehalten wie normales mit ein wenig mehr Auslauf wobei die Regelung dazu auch noch sonderlich großzügig für die Rinder sind und es gibt z.b keinen Bio Schlachthof alle Rinder kommen zum selben Schlachthof d.h auch 4% der Bio-Rinder werden lebendig ausgeblutet. Hut ab Bio verhindert das leiden und wenn ich mich nicht ganz irre ist die Nahrung für Bio-Rinder so deffiniert das nur 10% der Nahrung aus Tiermehl bestehen darf und das Zeug heißt nicht Tiermehl weils für Tiere ist sondern aus Tieren gemacht wird, in den östlichen Ländern sind da gern auch mal Hund, Katze und Maus mit drin verarbeitet na dann en guten apetit. (Haben wie man sicher mitbekommen hat große Probleme damit)

Zudem ist der Treibhauseffekt bei Biokühen noch immer extrem hoch denn umso länger eine Kuh lebt umso größer die Belastung => lebt etwa eine Bio Kuh kürzer als eine Kuh aus der Massentierhaltung? Und wie Akasha schon sagte 90% der Sojaproduktion geht in die Viehzucht und dafür wird der Regenwald für den ihr euch so scheinheilig abgeholzt (Milchkühe essen auch Soja sprich Milch zerstört auch den Regenwald)

Und der Mensch ist keines wegs Alles oder nur Fleischfresser die Anatomie spricht vollkommen für eine pflanzliche Ernährung, ich PS: wir haben Schneidezähne zum Obst und Gemüse abbeißen niht um ein Stück Fleisch aus einem Rind zu reißen ich bezweifle das wir das hinbekommen würden :D gibt auch noch viel mehr anhaltpunkte aber die Interessieren ja eh keinen hier glaub ich!

Und Fleisch =/= Gesund tierisches Eiweiß besteht aus 8 Aminosäuren genauso wie pflanzliches, nur das tierisches dein Blut übersäuert die folge ist das dein Stoffwechsel überansprucht wird und dein Körper baut sogar dadurch langsam phosphor aus den Knochen ab um das übersäuerte Blut zu neutralisieren die folge ist im alter Ostheoporose, Gicht, Speicheldrüsenentzündungen und vieles mehr, zudem lagert sich tierisches Eiweiß in den Gelenken ab also => nix gut!

Fisch ist z.B. noch schlimmer 500g Garnelen = 12 Kg Beifang der tot ins Wasser geworfen wird weil es dafür keinen Markt gibt!

was gibts sonst noch so zu sagen ich wünsch euch nen schönen Tag!
04.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
@Anni09:
Danke :)

@JoBlubb:
Das "selber schlachten" zielte nicht auf die handwerkliche Möglichkeit sondern die moralische Verantwortung. Ob man es tatsächlich kann (also vom Können her) ist eine recht einfache Sache. Ein halbwegs gesunder und kräftiger Mensch kann es. Die andere Sache ist, ob es willst und moralisch gesehen kannst. Hier liegt der Unterschied den Momo, jetzt auch midori, und ich herausheben wollten.
Ich hoffe, du weißt was ich meine :)

@Juliaaa:
Wir meinen hier alle das gleiche: Kein Lebewesen ist aufgrund seiner Gruppeneinteilung etwas besseres als das andere.

Die Einteilung zu einem Nutztier ist kein Grund dieses zu essen und andersherum (jetzt mal aus der konsequenten Normalosicht gesprochen) ist die Einteilung zu der Gruppe der Haustiere kein Grund es nicht zu essen.

Wobei ich dann konsequent gar kein Tier esse.
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Als Student lernt man Fleischverzicht ja per excellence. Nudeln mit Tomatensoße oder Käsebrötchen und ein Apfel sind ja Standard-Essen. =)

Zum Verzicht. Fleisch ist a) Kulturgut, b) gesund (wenn man meinem Tierphysiologie-Prof. glauben schenkt) und c) lecker. BIO-Fleisch ist so eine Sache [ich bin generell ein BIO-Label-Skeptiker, aber das würde zu weit führen]. Ich denke, wenn man einfach ein bisschen auf die Qualität achtet (nicht billig kaufen) ist schon viel geholfen. Ich weis nicht ob ihr Kobe-Fleisch kennt. Bei richtig richtig guten Fleisch, werden die Tiere gehegt und gepflegt, dass es Ihnen richtig gut geht. Nur so kann nämlich hohe Qualität erreicht werden. Wer also auf die Qualität achtet, achtet auch auf die Tiere. [Das gilt natürlich nicht 1:1! Aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtug.] Auch, wer beim regionalen Fleischer kauft, bekommt eher Fleisch aus "artgerechter Haltung" [wobei das bei gezüchteten Nutztieren ja schwer zu definieren ist]. Man sollte schon darauf achten, wo das Fleisch herkommt. Auch wenn's schwer fällt. Meist ist das ganze ja leider sehr intransparent.
03.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@Anni: Es gibt aber auch (meiner Meinung nach) kein gutes und schlagkräftiges dagegen. Und ja, dann argumentiere ich gerne mit "es ist lecker", wenn sonst qualitativ nichts besseres als Gegenargument kommen sollte.

@akasha: Stimmt, das Machen ist wirklich immer noch die nächste Stufe. Mich wundert es aber andersrum, wie hier der Fleischkonsum immer verteufelt wird...
03.05.2012
Anni09 hat geschrieben:
Für mich hat Urmeli alle Argumente genannt, daher kann ich nicht mehr viel schreiben ;).

Aber was ich immer "faszinierend" finde ist, dass Fleischesser mit allen Mitteln versuchen Argumente zu finden die den Fleischkonsum legitimieren. Wieso können nicht alle auf Fleisch verzichten? Das ist jetzt eine ernst gemeinte Frage...Ich meine es geht doch nur um "Fleisch". Wir tun immer so als wäre Fleisch für uns die Luft zum atmen, dabei ist es nur eines von vielen Lebensmitteln. Der Fleischkonsum ist eines der schlimmsten Probleme unserer Zeit und dann können wir nicht verzichten? Sollen wir später unseren nachfolgenden Generationen auf die Frage hin warum wir den Planeten zerstört haben sagen das es einfach zu lecker war?
Und ehrlich gesagt, habe ich bis jetzt immer noch kein schlagkräftiges Argument gelesen was für den Fleischkonsum spricht. Es gibt aus ethischer, ernährungswissenschaftlicher und ökologischer Sicht keinen einzigen fundierten Grund warum der Mensch Fleisch essen sollte.

Für alle die sich dafür interessieren habe ich ein richtig gutes Video von Hagen Rether einem supi Kabarettist
http://www.youtube.com/watch?v=nCF20xFqUF0
03.05.2012
akasha92 hat geschrieben:
Ich denke man ist vor allem dann beim WWF angemeldet der Tiere und der Umwelt wegen.
Deswegen wundert es mich dass so viele hier noch Fleisch essen :-/
Denn wie man ja weiß ist Fleisch der Klimakiller Nummer 1.
Zudem werden 90% der Soja-Ernte an Tiere verfüttert, also der Regenwald für den ihr euch so gerne einsetzt abgeholzt xD

(Auch wenn viele behaupten dass sie Bio essen und nur in Maßen und bewusst bla, das sagen viele gern, aber es dann wirklich machen is 'ne andere Sache ^_^)
03.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@Juliaaaa: Ja, die personalisierte Akzeptanz macht das Leben der Haustiere nicht wertvoller als das von anderen Tieren o.O sage ich doch xD

@midori: Ja, oder teilweiser Fleischverzicht. Ich glaube auf den möchten die beiden hier ansprechen ;)
03.05.2012
midori hat geschrieben:
@JoBlubb & Bombussubterranus

Es hilft nur leider dem Tier nicht viel, dass ihr bewusst Fleisch esst und darüber nachdenkt. Wenn man das Fleisch tatsächlich vom benachbarten Biobauern bezieht, mag das freilich so sein. Aber es könnte sich jeder der schrecklichen Umstände bewusst sein und trotzdem weiter Fleisch in sich stopfen. Dass man sich der Sache bewusst ist, macht die Umstände für die Tiere nicht besser.

Man sollte sich dessen bewusst sein und danach handeln! Und das heißt dann entweder: Fleisch vom benachbarten Biobauern, bei dem man sich wirklich sicher sein kann, dass es den Tieren gut geht, oder aber eben Fleischverzicht. Denn eine andere Möglichkeit sehe ich bei der derartigen aktuellen Produktionsweise von Fleischprodukten leider nicht.
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.05.2012
Juliaaa hat geschrieben:
"Zum Einen ist bei den Haustieren eine personalisierte Akzeptanz vorhanden, die ihr Leben meiner Meinung nach nicht wertvoller machen."

-> Würde man das auf Menschen widerspiegeln, würde das ja bedeuten, dass du das Leben von Menschen, zu denen in keiner persönlichen Beziehung stehst, als nicht so wertvoll betrachtest? Ich denke, jedes Menschenleben ist gleich wertvoll, wie auch jedes Tierleben gleich wertvoll ist und somit das Essen dieses Lebewesen nicht damit zu rechtfertigen ist, dass man in keiner persönlichen Verbindung zu demjeningen steht.
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
03.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@akasha: Meinst du mich? Ich habe es noch nie versucht, ob ich es hinbekomme weiß ich deswegen nicht, aber ich kann mir Videos von Schlachtungen in voller Länge angucken, ohne dass mir schlecht wird. Dementsprechend falle ich ja immer noch in meine Einordnung :P

@Jo: Ja, hätten sie. Das mit dem Auto ist aber etwas anderes. Das Auto zerstört kein Leben, es ist ein Ding. Bei dem Punkt mit dem "selber schlachten" geht es auch nicht darum, dass jeder wirklich selber schlachtet. Vielmehr ist es wichtig, dass man sich bewusst ist, was man da isst, und dass man nicht nur lebt, weil andere die "Drecksarbeit" für einen machen. Das "Selber-Schlachten" ist quasi ein positives Kriterium. Verstehst du, was ich meine? Es geht um den natürlichen Kreislauf, und dass kein Tier der Natur seinen persönlichen Angestellten hat, der das Fleisch so portioniert, dass man das Tier nicht mehr erkennt.
03.05.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
@JoBlubb: "ein paar mal in der Woche Fleisch" hört sich für mich doch recht viel an.
Auch wenn es BIO-Fleisch ist, sollte man nicht vermehrt auf Fleisch zurückgreifen.

Ich finde ein Mal in der Woche genügt.
Mehr aber auch nicht. Eher etwas weniger.

Generell ist Fleisch ESSEN etwas Natürliches.
Fleisch FRESSEN dagegen nicht.
(Da hat der Löwe mehr "Tischmanieren" als viele Menschen)

Peace
03.05.2012
akasha92 hat geschrieben:
Das will ich sehen dass der selber ein Tier abschlachtet, das bezweifle ich nämlich xD
03.05.2012
JoBlubb hat geschrieben:
Nochmal ein Lob von mir ;) mir gefällt eure Idee immernoch sehr gut und ich finds gut umgesetzt etc.

ABER: ich habe grad eine bisschen ein Problem mit den Argmunten... Warum sollte man nur Fleisch essen, wenn man kein Problem damit hat, die Tiere selber zu Schlachten?! Das finde ich jetzt irgendwie ne komische Idee ;) Ich vermute mal, die meißten Leute hätten ein Problem, ihr Essen selber zu Schlachten, oder? Außerdem, dürften dann z.B nur Leute, die ihr Auto selber Reparieren/Herstellen Auto fahren, oder? Oder man dürfte generell nur Produkte/Gegenstände benutzen, die man selber hergestellt hat bzw. herstellen kann?! :)
Ich finde, es reicht, wenn man bewusst nur wenig Fleisch isst, dieses dann genießt und nicht "runterhaut" und sich darüber im klaren ist, WIE und WO die Tiere davor gelebt haben. Meine Familie isst beispielsweise nur ein paar mal in der Woche Fleisch, das wir fast ausschließlich beim befreundeteten Biobauern kaufen. Dort sind die Kühe, Schweine und Hühner so gut wie jeden Tag draußen und die Kühe&Schweine leben in einem Offenstall. Den Tieren geht es also verhältnismäßig gut und sie haben bis zu ihrem Tod ein glückliches Leben.
Gut, DAS ist meine Meinung ;)
glg Jo
03.05.2012
SmileForNature hat geschrieben:
Hey! Erst mal großes Lob: Eine echt klasse Reihe!! Ich finde es vor allem echt gut, dass ihr nicht so oberflächlich bleibt, sondern das eine echt tiefgründige und faire Diskussion ist!!

Ich selber bin auch kein vollständiger Veggie, esse aber wirklich sehr wenig Fleisch. Und wenn ich Fleisch esse, dann mache ich mir aber jedesmal bewusst, dass hierfür ein denkendes, fühlendes und atmendes Lebewesen gestorben ist. Ich glaube nicht, dass ich irgendwann sagen werde, dass ich nie wieder Fleisch essen werde, weil ich finde, dass gerade wenn man gerne reist und auch in andere Kulturen wirklich eintauchen will, man dann vielleicht es sich selber schwerer machen kann. Natürlich hat wie gut oder schlecht man sich in eine andere, neue Kultur einfügen kann nichts damit zu tun, ob man Tiere isst oder nicht, aber ich finde, dass man Menschen, deren Essgewohnheiten auf Grund der Tradition im Land sehr fleischlastig ist, besser umstimmen/sensibilisieren kann, wenn man ihnen eine Alternative (weniger Fleisch) als einen kompletten Verzicht nahe bringt.
Oh mann, das ist schwer zu erklären. Versteht ihr, was ich meine? ;o)

Ich freu mich schon auf eure Fortsetzung!! :D
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Aber midori......ich spring doch niemanden an die Kehle.....ich bin doch Veggi ;) :D

Tiere sollten genauso wenig wie Menschen in Gruppen eingeteilt werden. Das hier bestimmte Tiere als Haustiere angesehen werden, stellt diese Tiere nicht über die so genannten Nutztiere und andersherum.
Jedes Lebewesen ist individuell einzigartig und sollte dementsprechend auch behandelt werden.
03.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ja, der "ideelle Wert des Fleisches" ist ein starkes Argument (in die Kerbe hat midori ja schon geschlagen). Aber auch wir messen Fleisch ja heute einen Wert zu - nämlich Geldwerte. In einer Gesellschaft der Spezialisierung und Arbeitsteilung ist es schwer die Dinge schätzen zu lernen. Leider ist Fleischnur viel zu preiswert, als dass die Leute es als etwas besonderes schätzen würden. Schon schade!

Also ich kann Fleisch guten Gewissens essen auch ohne es selbst zu erlegen. Ich weis ja, dass ich das Tier trotzdem schätze, auch wenn ein anderer es für mich geschlachtet hat.

Der Punkt mit den Haus- und Nutztieren finde ich auch sehr interessant (das habt ihr ja gut herausgearbeitet). Ich selbst finde Haustierhaltung ebenso unnatürlich wie die Haltung von Nutztieren. Und früher war es üblich, dass die Kinder mit den Kaninchen oder den Ziegen gespielt haben und sie trotzdem später als Hauptgericht auf den Tisch kamen. Die willkürlich Unterscheidung von Haus- und Nutztier ist ziemlich irrational (weil emotional) und verwirrend.
03.05.2012
MJ1499 hat geschrieben:
@midori: Ja, das mit der Kuh und dem Hund sehe ich auch so. Besser formuliert als bei mir, aber genau das meinte ich mit meiner personifizierten Akzeptanz :)
03.05.2012
midori hat geschrieben:
WOW! Das war echt richtig packend und spannend. Zeitweise hatte ich ein bisschen das Gefühl, Urmeli würde Momo an die Kehle springen wollen! ;o)

Aber ihr habt ganz recht. Und auch ich als Vegetarierin kann mit Momos Argumenten mitgehen. Wenn es mir persönlich möglich wäre, ein Tier zu töten, dann hätte ich mir das Fleisch auch wirklich "verdient". Dann würde ich wahrscheinlich auch wieder welches essen. Denn ich habe vor meiner vegetarischen Zeit gern Fleisch und Wurst gegessen und auch heute noch läuft mir manchmal das Wasser im Mund zusammen, wenn ich eine Thüringer Bratwurst erschnuppere :D

Ich denke, dieses Argument ist für mich wirklich das ausschlaggebende. Wer ein Tier selbst töten kann, der soll ruhig Fleisch essen. Dann finde ich das in Ordnung, denn das läuft für mich wirklich unter dem Kreislauf des Lebens "Fressen & Gefressen werden". Insofern - das habt ihr schön herauskristallisiert! Danke! Nun habe ich endlich mein Argument gefunden! ;o)

Zum Verhältnis von Haus- und Nutztieren möchte ich nur folgendes sagen: auch eine Kuh kann ein super Freund sein ;o) Es ist eben doch leider gesellschaftlich und kulturell vorgegeben und geprägt, welche Tiere wir als Haus- und Nutztiere einteilen. Das ist schade. Denn es muss nicht so sein. Anderswo auf der Welt werden Hunde gegessen und Kühe sind heilig.

Meine Meinung :o) Bin schon sehr gespannt auf die nächste Folge! Echt spitze! :o)
02.05.2012
Gaelithil hat geschrieben:
Eure Reihe ist wirklich interessant... Ich selber bin keine reine Vegetarierin, mir schmeckt Fleisch meistens nicht... Es gibt allerdings auch Ausnahmen, dabei weiß ich aber ziemlich genau, was ich da grad esse. Aber gerade diese Ausnahmen werden in letzter Zeit immer seltener, also würde ich sagen, ich entwickle mich langsam zur Vegetarierin.

Macht weiter so, ich bin gespannt auf die Fortsetzung :)
02.05.2012
Flora212 hat geschrieben:
noch kein kommentar?
ich bin die erste :D... und vegetarierin. seit 7 Jahren und ich bin 17.
bei den guten gründen habe ich schon viel anderes gesehen, zwar hab ich von bekannten gehört, dass sie vegetarisch leben, weil sie als kind irgendein prägendes
erlebnis (wie eine Schlachtung) hatten,
allerdings hab ich auch den 'Trend Vegetarisum' bei vielen Jugendlichen mitbekommen, eine bekannte würde sogar von ihrem Freund "geheilt" (so wurde es zumindest genannt)

Nun zu euch :D Bei diesem Bericht kamen ein paar Fragen auf, die ich mir sogar selbst manchmal stelle, Danke für eure ausführliche Meinung :)
ansonsten kann ich noch sagen:
es gibt nun mal nicht nur schwarz und weiß
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