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Vegan(er) – Unverbesserliche Moralapostel oder doch nur Menschen die den Unterschied machen wollen?


von grinsekatze
12.05.2014
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Vegan(er) – Unverbesserliche Moralapostel oder doch nur Menschen die den Unterschied machen wollen?

Unsre Ernährung hat weitreichende Folgen derer wir uns oft nicht bewusst sind und zum Teil auch nicht bewusst sein wollen.


Massentierhaltung, Klimawandel, Krankheiten, Welthunger…was hat all das mit unserer Ernährung zutun?
Die Antwort: Alles.
 

Fangen wir bei der Massentierhaltung an. Um den Bedarf an tierischen Produkten zu decken müssen entsprechend viele Tiere möglichst wirtschaftlich gehalten werden. Das bedeutet für die Produzenten möglichst wenig Ausgaben und möglichst hohe Einnahmen und damit Gewinne.
 

Für die Tiere dagegen bedeutet es ein kurzes und unglaublich qualvolles Leben.
In herkömmlichen Mastbetrieben haben z.B. Schweine pro Tier etwas mehr als 1 qm Platz. Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,2 qm.
Schweinen und Rindern werden die Kehlen aufgeschlitzt um sie ausbluten zu lassen. Viele Tiere sind dabei noch bei vollem Bewusstsein da die Betäubung meist nachlässig ausgeführt wird.
 

Schweine werden nach dem Ausbluten in kochendes Wasser getaucht um die Borsten abzulösen. 80 % (!) der Tiere leben auch dann noch.
Auf den Geflügelfarmen werden die männlichen Küken aussortiert und dann bei vollem Bewusstsein (!) entweder vergast oder geschreddert. Geschreddert wie ein Stück wertloses Papier.
Warum? Weil die Hähne keine Eier legen und daher für die Produzenten uninteressant sind. Sie bringen kein Geld.
Sobald die Hennen „ausgedient“ haben werden sie abgeschlachtet und landen als leckere und allseits beliebte Hähnchen in den Supermarktregalen.
Tieren die ihres Pelzes wegen gejagt werden wird der Pelz bei lebendigem Leib und oft genug ohne Betäubung (!) abgezogen.
Milchkühe werden künstlich befruchtet, die Milch abgezapft und die Kälber weggenommen. Und zwar nach 1-3 Tage nach der Geburt.
Die weiblichen Kühe erwartet ein qualvolles Leben in dunklen Ställen, zusammengepfercht und eingesperrt bevor sie beim Schlachter ebenso qualvoll sterben.
Die männlichen Kälber kommen dagegen gleich zum Schlachter und landen am Ende als leckeres Kalbsfleisch in den Supermarktregalen.
 

Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere sind kein Fabrikat zu unsrem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.
Arthur Schopenhauer


Das führt uns zum nächsten Punkt: Der Klimawandel


Um die Tiere zu mästen braucht die Industrie entsprechend viel Futter. Um das Futter zu gewinnen muss man es anbauen. Dafür braucht man unglaublich viel Land. Unserem unstillbaren Hunger nach tierischen Produkten sind weltweit bereits über 80 % der Wälder zum Opfer gefallen.
Durch die Massentierhaltung wird mehr Methan produziert als durch den Verkehr weltweit.
Dritter Punkt: Krankheiten
Langjährige Studien (Stichwort: China Study) haben wissenschaftlich und ohne jeden Zweifel bewiesen, dass Fleisch und Milchprodukte uns krank machen.


Tiere sind meine Freunde und ich esse meine Freunde nicht.
Mark Twain


Und zu guter Letzt…Welthunger.
 

Rund 90 % der Weltsojaernte und ca. 60 % der Getreideernte fließen in die Massentierhaltung.
925 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen.
Eine Fläche von 40 Ar für den Anbau von Futtermitteln zur Fleischproduktion bringt am Ende nur 10 Kilo Fleisch hervor.
Auf die gleiche Fläche könnten rund 180 Kilo proteinreiche Sojabohnen angebaut werden.
17 Mal (!) so viele Menschen könnten damit vor dem Verhungern gerettet werden.


Und hier kommt die vegane Ernährung ins Spiel.
Jeder von uns hat schon mal von Veganern gehört, die sich „vegan“ ernähren. Aber was genau bedeutet das eigentlich? Veganer sind Menschen die sich rein pflanzlich ernähren. Das bedeutet, dass absolut keine tierischen Produkte konsumiert werden.
Butter, Milch, Käse, Fleisch, Sahne…aber wovon ernähren sich Veganer dann eigentlich?
Entgegen einem gängigen Klischee über den „Veganismus“ hat dieser überhaupt nichts mit Verzicht zutun. Es gibt unzählige Alternativen zu den (noch) überall zu findenden Produkten auf tierischer Basis.
 

Es gibt viele Mythen über die vegane Ernährung. Hier einmal die bekanntesten:
 

Mythos 1: Mit einer veganen Ernährung kann man seinen Nährstoffbedarf nicht decken
Oftmals wird angenommen das bestimmte lebenswichtige Nährstoffe nur in tierischen Produkten enthalten wären. Wer auf sie verzichtet tut sich folglich nichts Gutes – stimmt’s? NEIN. Wie bei jeder anderen Ernährungsweise kommt es auch hier auf die Ausgewogenheit (!) an. Wer als Veganer auf eine ausgewogene Ernährung achtet muss keinen Nährstoffmangel fürchten. Das einzige Vitamin, das Veganer in Form von Tabletten einnehmen sollten ist Vitamin B12 da es in keinem pflanzlichen Lebensmittel enthalten ist.


Mythos 2: Sportliche Höchstleistungen sind mit einer veganen Ernährung nicht möglich
Wahr ist, dass der Körper auch ohne tierische Lebensmittel leistungsfähig sein kann. Sehr gute Beispiele hierfür sind z.B. der Ultramarathonläufer Scott Jurek oder „Deutschlands stärkster Mann“ Patrik Baboumian. Tatsächlich haben langjährige Studien (Stichwort: China Study) bewiesen, dass eine vegane Ernährung Krankheiten vorbeugt (z.B. Krebs) und die Gesundheit insgesamt fördert.


Mythos 3: Als Veganer kann man fast nichts mehr essen
Ein gern vorgebrachtes, altes und ebenso absurdes Vorurteil. Die pflanzliche Ernährung bietet unglaubliche Vielfalt. Es gibt zahlreiche (sehr leckere!) Alternativen für Fleisch, Milch, etc. Neugierige Veganer müssen absolut keine Angst vor „kulinarischer Langeweile“ haben.
 

Mythos 4: Vegan zu leben ist unglaublich kompliziert
Natürlich muss man sich erst einmal in die vegane Ernährungsweise hineinfinden. Das braucht Zeit, keine Frage. Aber der Aufwand lohnt sich. Viele herkömmliche Supermärkte haben mittlerweile auch vegane Produkte im Angebot. Doch nicht nur dort. Es gibt zahlreiche Bio-Supermärkte wie denn’s, Basic Bio und Alnatura. Das einzige das sich schwierig gestalten könnte ist „auswärts“ essen wenn man nicht gerade in einer Metropole wie Berlin lebt. Aber auch dort kann man mit etwas Geduld vegane Gerichte bekommen. Kommunikation ist hier das A und O.


Mythos 5: Eine vegetarische/vegane Ernährungsweise ist sehr teuer
Natürlich haben hochwertige Lebensmittel ihren Preis, keine Frage. Doch eine vegetarische/vegane Ernährung kommt uns letztlich ebenso billig oder teuer wie eine herkömmliche Ernährung. Und für Reis, Haferflocken, Pasta, Hülsenfrüchte, saisonales Gemüse und Obst etc. muss niemand seinen letzten Cent ausgeben.


“Am raschesten wäre wohl das Problem des Fleischessens gelöst, wenn jedermann das Tier, dessen Fleisch er verzehrt, vorerst selbst zu diesem Zwecke schlachten müsste.”
Max Otto Bruker


Ich selbst bin erst kürzlich mit dem Veganismus in Berührung gekommen. Es geht hier nicht darum jemanden zu bekehren oder etwas zu verteufeln. Ich möchte hier die Chance nutzen auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Ich möchte darauf aufmerksam machen wie viel wir durch unsere Ernährung zum Positiven verändern können. Natürlich wird eine vegane Ernährung nicht alle Probleme in Luft auflösen. Aber sie wird vieles zum Besseren wenden.

Zahlreiche berühmte Menschen waren und sind Veganer. Hier einige Bespiele:
Betty White, Sokrates, Albert Einstein, Plato, Johnny Depp, Kaya Yanar, Bill Clinton, James Cameron, Bryan Adams, Brad Pitt, Mike Tyson, Michael Jackson, Whitney Houston…um nur einige wenige zu nennen.


Ich selbst bin erst vor ungefähr einem Jahr durch einen sehr guten Freund mit der veganen Ernährung in Berührung gekommen. Natürlich hatte ich schon vorher davon gehört, mich aber nie intensiver damit befasst. Das hat sich jetzt geändert. Nachdem ich schon von sehr wenig Fleisch auf gar keines mehr umgestiegen bin (vegetarisch) folgte für mich jetzt der Entschluss Veganer zu werden.


Ich möchte und kann dieses durch unseren Konsum verursachte Tierleid nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren noch möchte ich es weiterhin unterstützen.
Fleisch, egal in welcher Form, ist letztlich ein Stück totes Tier. Ein Stück Tierleiche.
Vegetarisch zu leben ist der erste Schritt in die richtige Richtung aber das reicht nicht denn für Milch, Eier, etc. leiden die Tiere mindestens genauso.


Wir Menschen sind so stolz darauf, dass wir einen höheren Intellekt haben als die Tiere. Aber haben wir das wirklich? Ich finde es traurig, dass wir unseren Verstand nicht zu etwas Besserem gebrauchen. Das ist keine „zivilisierte Gesellschaft“, das was wir mit den Tieren betreiben ist schlicht barbarisch.
Und wir alle tragen Verantwortung. Vor allem für das was wir NICHT tun.


Wie oben bereits erwähnt will ich hier niemanden bekehren aber mir liegt das Thema sehr am Herzen und ich bitte euch aufrichtig dem Thema „vegane Ernährung“ eine Chance zu geben. Danke.


“Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur Menschenfresserei, sondern jede Art des Fleischgenusses als Kannibalismus gilt.”
Wilhelm Busch

Hier sind noch einige interessante Links die schockieren und aufrütteln. Manche davon sind sehr heftig…es geht jedoch nicht darum jemanden zu traumatisieren sondern aufzuklären.
 

Youtube:
Easy Vegan – Der Film über Veganismus – Dokumentation ->

http://www.youtube.com/watch?v=WIN-2mJJBck
 

Vegan & Fun – Eine bewusste Entscheidung! ->

http://www.youtube.com/watch?v=uGu7E9rYt-I


Earthlings – Erdlinge ->
 

http://www.youtube.com/watch?v=lMEciLr_UGI


Der Vegan-Blog von PETA ->


http://www.veganblog.de/
 

Erkenne den Zusammenhang ->


http://www.erkenne-den-zusammenhang.de/welthunger/


Vegan – die gesündeste Ernährung ->


http://www.provegan.info/de/vegan/die-moralischen-gruende/


Interview mit dem „stärksten Mann Deutschlands“ und überzeugtem Veganer Patrik Baboumian ->


http://superveganer.de/2014/05/08/interview-patrik-baboumian/
 

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Kommentare (5)
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13.05.2014
SarahU hat geschrieben:
Danke für den guten Bericht! :)
Ich stimme dir in allen Argumenten zu ;)
Da ich alle Gründe kenne, ernähre ich mich vegetarisch mit veganem Anteil...
(..leider noch nicht ganz vegan, da meine Eltern sogar Fleisch essen :/ ... wenn ich mich dann iwann selbst versorge, stelle ich meine Ernährung bestimmt um :D)
Milch ersetze ich durch Sojadrink.... die Eier sind von unseren eigenen Hühnern ;)
13.05.2014
SarahWohlpart hat geschrieben:
Sehr schön geschrieben.:)
Ich selbst bin seit Anfang des Jahres Veganer, vorher war ich Vegetarier.:) Die ersten 2-3 Wochen waren für mich sehr schwierig, weil ich meine Ernährung komplett umstellen musste (war ein Käsefreak und ein Kekssuchti.:D ). Und auch die fehlende Unterstützung machte die Sache nicht leichter, aber ich habe viiiele leckere Ersatzprodukte gefunden und bin jetzt total happy, es geschafft zu haben.:D
13.05.2014
FranziL hat geschrieben:
Sich vegan zu ernähren ist einfach? Das bezweifle ich. Ich bin selbst Vegetarier und habe in Gaststätten häufig Probleme etwas Vegetarisches zu finden. Wie macht ihr das als Veganer? Bitte kommt jetzt nicht mit veganen Restaurants. Ich weiß, dass es die gibt, aber ich wohne nicht in der Nähe eines solchen Restaurants und wenn man mit fleischessender Familie essen geht, kommt sowas ja sowieso nicht in Frage.
12.05.2014
EvaUll hat geschrieben:
Super bericht! :)
Ich selbst bin seit einem jahr Vegetarierin, habe aber wie jayfeather meinen milchkonsum eingeschräkt ;) (nur noch sojamilch, vegane Brotaufstriche, ..)
12.05.2014
Jayfeather hat geschrieben:
super Bericht!
Ich habe heute in der stadt jemanden mit einem Stoffbeutel gesehen wo drauf stand: Vegan means that I don´t eat, wear or (noch irgendwas) animals.
Das fand ich echt cool ;)
Ich selbst bin leider noch keine veganerin, hab mich aber schon teilweise umgestellt. Z.B. esse ich zum Müsli nur noch Sojamilch
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