Deine Umwelt dankt es dir!


Du bist,


was du isst!


© WWF
Vegan - die gesündere Lebensweise?


von Marfrie
13.08.2014
4
0
28 P

Wer sich mit Umweltschutz auseinandersetzt, wird sich wohl früher oder später auch Gedanken über seine eigene Ernährung machen. Ist es ethisch vertretbar Nahrung, welche vom Tier stammt zu essen? Sollte ich nicht im Sinne des Klimas handeln und weniger Tierprodukte zu mir nehmen?
Die Einen oder Anderen beginnen hierbei Tierprodukte auf ihrem Speiseplan komplett zu streichen und jegliche Nutzung von Tieren und tierischen Produkten abzulehnen: Sie sind von nun an Veganer.
Gerade, wenn man im Internet auf Umwelt- und Tierschutzseiten unterwegs ist, trifft man häufig auf diese Thematik. Auch in meinem Freundeskreis ist Veganismus auf einmal Thema. Die damit verbundenen ethischen und klimatischen Begründungen konnte ich immer super nachvollziehen, jedoch hört man häufig auch, dass Veganismus auch gesünder sei. Da wurde ich nachdenklich. Stimmt das? Ist der Mensch nicht allein schon evolutionstechnisch gesehen kein reiner „Pflanzenfresser“? Oder spielt das keine Rolle? Was bedeutet diese Ernährungsumstellung für unseren Körper? Dieser Fragestellung wollte ich einmal genauer auf den Grund gehen und kam zu einem, meiner Meinung nach, interessantem Ergebnis.

Ganz klar für die vegane Ernährung spricht, dass so ein reichlicher Verzehr von Obst und Gemüse quasi schon gesichert ist. Durch die darin enthaltenen Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe kann das Risiko an Krebs und Diabetes (Typ ll) zu erkranken erheblich gesenkt werden.
Auch kann man bei Veganern tendenziell seltener Übergewicht und Bluthochdruck, aber dafür günstigere Blutfettwerte feststellen.
Dies liegt unter anderem daran, dass Veganer eher dazu neigen genau auf ihre Ernährung zu achten. Auf der einen Seite ist häufig einfach das Interesse an der Nahrung und woher sie kommt größer. Auf der anderen Seite jedoch ist intensiv auf die eigene Ernährung zu achten grundlegend und notwendig für ein veganes Leben:
Bei sehr vielen Veganern wird eine Unterversorgung an Energie, Proteinen, Eisen, Calcium, Jod, Zink, Vitamin B2, Vitamin B12 und Vitamin D festgestellt. Eine solche Unterversorgung kann erhebliche gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Momentan wird soagr geschätzt, dass etwa zwei Drittel aller Veganer Nährstoffmangel haben.
Beispielsweise ist Vitamin B12 ausschließlich in tierischen Produkten vorhanden. Es wird benötigt für die Zellteilung und zur Funktion des Nervensystems. Bei einem Mangel kann es zu Schäden des Nervensystems, Arteriosklerose oder Blutarmut kommen. Diese Krankheitsbilder setzen allerdings häufig erst fünf bis zehn Jahre nach Beginn der Ernährungsumstellung ein, da der Körper einen relativ großen Leberspeicher besitzt. Von daher ist es unbedingt notwendig als Veganer (auch als Nicht-Veganer vermutlich ratsam) einmal im Jahr einen Check-Up beim Arzt zur Überprüfung der eigenen Nährstoffversorgung zu machen. Gegebenenfalls werden Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz kommen müssen. Vitamin B12 sollte auf jeden Fall eingenommen werden; mittlerweile gibt es dies sogar künstlich hergestellt und in Lebensmitteln wie beispielsweise Soja-Drinks angereichert.
Darüber hinaus sollten Veganer den Genuss von Alkohol, Nikotin und Kaffee einschränken (was die meisten jedoch durch ihre bewusste Ernährung ohnehin tun)
Fortführend haben Veganer laut dem Ernährungswissenschaftler Duo Li ein erhöhtes Risiko Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen, da sich bei ihnen zu viel Homocystein und zu wenig HDL-Cholesterin im Blut befindet. Diesem Risiko setzen sich allerdings ebenso Menschen aus, die zu viel Fleisch verzehren.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) eignet sich die vegane Ernährung nur für gesunde Erwachsene, da sie detaillierte Ernährungskenntnisse voraussetzt. Bei Kindern und Jugendlichen in der Pubertät könne es bei einer fehlerhaften Ernährung zu Wachstumsstörungen kommen und somit wird davon abgeraten. Die American Dietetic Association (ADA) hält Veganismus jedoch für alle Altersklassen zumutbar.
Deutlich wird jedoch: Vegan ist auch mit Vorsicht zu genießen.
Es bedarf an einem fundierten Wissen über Ernährung und einer ausgewogenen Nahrungszusammenstellung. Alles in allem sollte man sich überwiegend von Obst und Gemüse ernähren. Auch ein reichlicher Verzehr von Getreide und Vollkornprodukten ist ratsam. Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Sojaprodukte und pflanzliche Öle liefern hierbei eine ganze Palette von benötigten Nährstoffen. Es empfiehlt sich auch die Verwendung von Jodsalz, um einem Jodmangel vorzubeugen.

In der Ernährungswissenschaft wird übrigens bis heute diskutiert, ob eine vegane Lebensweise tatsächlich gesünder ist als Vollkosternährung oder nicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man sich auch vegan ungesund ernähren kann. Vegan ist somit nicht automatisch gesünder. Bei einer ausgewogenen Vollkosternährung (wie man sie von der guten alten Ernährungspyramide kennt) lebt man ebenso gut wie bei einer funktionierenden, veganen Ernährung. Wichtig ist eben immer die Ernährung auf pflanzlicher Basis und wenn tierische Produkte, dann nur in Maßen zu genießen. Das kommt ja darüber hinaus auch unserer Umwelt zugute. ;)
Mir persönlich genügt die vegetarische Ernährung (auf die ich jetzt leider gar nicht eingegangen bin). Eier und Milch hole ich überwiegend von Bekannten oder Biobauernhöfe in der Nähe.
Jeder sollte sich selbst darüber Gedanken machen, wie er sich ernähren möchte. Gerade hier in unserer Community finden sich viele Mitglieder, die sich mit diesem Thema beschäftigen und vielleicht sogar vegan leben oder schon darüber nachgedacht haben. Von daher mein Appell an euch: Informiert euch vor einer Ernährungsumstellung ausgiebig und umfassend, wenn ihr über Veganismus nachdenkt! Dann sollte das Ganze auch kein Problem sein :)

Eine Herzensangelegenheit hab ich noch:
Wenn ihr euch informiert, hinterfragt immer eure Quellen. Viele Seiten von Tierschutzvereinen und Veganern übertreiben in ihren Darstellungen und wollen ihre Leser dadurch zur Ernährungsumstellung führen. Aussagen wie „Wir nehmen die Stresshormone der Tiere auf und werden dadurch krank“ oder „Unser Körper ist nicht gemacht um Fleisch zu verdauen“ können durchaus als Irrtümer abgestempelt werden (bestätigte mir auch eine Ernährungsberaterin).
Wenn ihr einfach vegane Rezepte sucht, habe ich mir sagen lassen, dass die Bücher von Attila Hildmann sehr gut seien (Rat eines Freundes, hab sie selber nie ausprobiert :D)
-------------------------
Meine Quellen:
http://www.ernaehrung.de/tipps/Vegetarismus/vegetarismus10.php
http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1130
http://www.was-wir-essen.de/gesund/alternative_ernaehrungsformen_vegetarismus.php
http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/ernaehrungwissen/AlternativeErnaehrungsformen/VeganeErnaehrung.htm
http://www.stern.de/wissen/veganismus-riskante-tierliebe-578145.html
http://www.yazio.de/aktuelles/studie-veganische-ernaehrung-birgt-gefahren-5200.html
 

Weiterempfehlen

Kommentare (4)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
21.08.2014
FranziJM hat geschrieben:
Danke für den guten Bericht! Es ist wichtig zu zeigen, dass das vegane Leben nicht allumfassend und von einem Tag auf den anderen gesünder ist, da viele sich nicht ausreichend informieren und dann sehr einseitig ernähren. Dies kann dann die beschriebenen Folgen haben.
16.08.2014
OekoTiger hat geschrieben:
Ich wollte schon immer mal vegan werden. Das finde ich aber, für den Anfang noch ziemlich schwer daher, versuche ich erstmal vegetarisch mich zu ernähren.
14.08.2014
Morgentau hat geschrieben:
Ich finde deinen Bericht sehr vernünftig, bei all der Fleischlos-Werbung kann man schnell vergessen, dass auch vegetarische und vegane Ernährung ungesund sein kann, wenn man nicht auf die wichtigen Nährstoffe achtet.

@midori: Ich hab gerade in den Film reingeschaut, das klingt ganz interessant. Wenn ich mal mehr Zeit habe, kuck ich ihn vielleicht zuende. :)
13.08.2014
midori hat geschrieben:
Hallo Marfrie,

im Großen und Ganzen kann ich Dir zustimmen :o) Und ich möchte noch etwas hinzufügen: "Gabel statt Skalpell"

https://www.youtube.com/watch?v=uCYbXT76BUI

Oder in Schriftform: "Die China-Studie" :o)
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Könnte dir auch gefallen
Jetzt kannst du einmachen!
Jetzt kannst du einmachen!
Viel leckerer als die Supermarktvariante, und außerdem 100% dein eigenes Bio-Produkt: sel... weiter lesen
"Was gab es bei euch heute ...
Mit dieser Frage eröffne ich den Workshop am Max-Klinger-Gymnasium in Leipzig Grünau.... weiter lesen
Vegan- Da haben wir den Salat!-Mangold Gemüse und Rote Bete Capaccio-
Vegan- Da haben wir den Sal...
"Du bist was du isst!" Dieser Ausspruch wird den Meisten bekannt vorkommen, aber was g... weiter lesen
Vegan- Da haben wir den Salat!-
Vegan- Da haben wir den Sal...
Unsere Gesellschaft ist im Wandel. Dies zieht eine Konfrontation verschiedener Lebensweisen nac... weiter lesen
Vegan - Da haben wir den Salat! Arabischer Kichererbseneintopf und himmlisches Bananenbrot
Vegan - Da haben wir den Sa...
Es ist nicht immer leicht, im Alltag vegan zu essen. In vielen Schulmensen gibt es keine vegan... weiter lesen
Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil