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Vegan – da haben wir den Salat! - Von wegen Salat: heute gibt es Bratäpfel und Weckmännchen


von Buchenblatt
03.11.2015
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Schließlich wollen wir hier auch regional kochen (backen) und im Moment ist die Zeit der Apfelernte. Grund genug, aus den Äpfeln aus Opas Garten oder vom Markt leckere Bratäpfel zu machen, die einen direkt auf die kalte Jahreszeit einstimmen. Man kann noch so verfroren sein - heiße Bratäpfel wärmen einen garantiert wieder auf. Doch dazu später...

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Denn beim 2°Campus ist uns aufgefallen, dass in Teilen Deutschlands Weckmännchen, auch Stutenkerle genannt, gar nicht bekannt sind. Da diese zudem aus der Bäckerei meist nicht vegan sind, habe ich das zum Anlass genommen, hier ein veganes Weckmännchenrezept vorzustellen.

Bei mir zuhause in NRW werden die Weckmännchen meistens an St. Martin beim Laternenumzug an die Kinder verteilt. Man kann sie jedoch den ganzen Herbst und die gesamte Adventszeit in den Bäckereien kaufen.

Weckmännchen bestehen im Prinzip aus einem einfachen süßen Hefeteig. Ihr vermischt also (für etwa 4-6 Weckmännchen):
- 700g Mehl
- etwa 250-300ml Sojamilch (das ist etwa eine große Tasse)
- ½ Hefewürfel
- 2-3 EL Zucker
- ca. 100 ml Öl (ein halbes normales Trinkglas)
und eine Prise Salz

Das alles verknetet ihr mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig. Wenn der Teig auseinanderfällt, müsst ihr noch etwas Sojamilch hinzugeben. Wenn er klebt, fehlt etwas Mehl.

Kleiner Tipp: Der Teig klebt nicht an den Händen, wenn ihr erst einmal alle Zutaten, bis auf das Öl, grob mit einem Löffel verrührt und dann das Öl über eure Hände in die Schüssel schüttet. So cremt ihr eure Hände praktisch mit dem Öl ein und das Öl bleibt wie ein Schutzfilm zwischen eurer Haut und dem Teig.

Wenn ihr einen gut knetbaren Klumpen Teig habt, könnt ihr das Ganze erst einmal so lange ihr wollt abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen (eine halbe Stunde sollte es schon sein, optimal wird es ab etwa zwei Stunden). Die „Gehzeit“ könnt ihr ganz individuell bestimmen - je nachdem wie viel Zeit ihr gerade habt.

In der Zwischenzeit erzähle ich euch etwas zu der Tradition der Weckmännchen: Das Weckmännchen kommt aus einer christlichen Tradition. Ursprünglich wurde kranken oder alten Menschen immer ein Stück Brot gebracht, wenn sie nicht mit in die Kirche kommen und die Hostie empfangen konnten. Mit der Zeit entstanden daraus aus Teig geformte Bischöfe, die den Alten oder Kranken zeigen sollten, dass auch an sie gedacht wird.
Diese Tradition ist schon so alt, dass aus dem Bischofsstab in der Moderne eine Pfeife wurde. Deshalb haben die meisten Weckmännchen aus der Bäckerei auch immer noch eine Pfeife im Arm, die umgedreht ein kleines Bisschen an einen Bischofsstab erinnert. Das Weckmännchen hat heute also nicht mehr viel mit einem „Hostien-Ersatz“  - auch wenn es daraus entstanden ist.

Wenn euer Teig sich deutlich vergrößert hat, könnt ihr kreativ werden. Zunächst teilt ihr den Teig in etwa 4 bis 6 Stücke auf. Aus jeden dieser Stücke wird nachher ein Weckmännchen. Viele formen Weckmännchen, indem sie zunächst nur ein langes Oval mit einem Kopf formen und anschließend die Arme und Beine nur einschneiden. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Man könnte schließlich auch einmal weibliche „Weckmännchen“ oder Wecktiere formen. Wichtig ist, dass das Ergebnis dir (oder demjenigen, dem du das „Wekmännchen“ schenken willst) gefällt und dass alle Teile etwa gleich dick sind. Sonst können manche Teile im Ofen nachher zu dunkel werden.

Wenn man eine grobe Form hat, kann man die Weckmännchen mit Rosinen und Mandelstückchen verzieren. Schließlich brauchen sie Augen und Knöpfe. Selbst Schnürsenkel (eine Rosine auf dem Fuß), Gürtel (eine Linie aus Rosinen auf dem Bauch) oder Pullover (ganz viele Mandelstückchen auf dem ganzen Oberkörper) kann man andeuten. Das Schöne an den Mandeln ist, dass sie zwar vor dem Backen kaum auffallen, nach dem Backen aber leicht gebräunt sind.

Dann könnt ihr die Weckmännchen auf ein eingefettetes oder mit Backpapier belegtes Blech legen und noch einmal kurz im Ofen bei 40°C oder auch einfach nur so abgedeckt gehen lassen. Wenn sie sich wieder etwas vergrößert haben, müssen sie etwa 25-30 Minuten bei 160°C Heißluft oder (vorgeheizt) bei 180° backen.
Am besten ihr wartet einfach bis eure Weckmännchen leicht braun werden und holt sie dann aus dem Ofen.

Die fertigen Weckmännchen eignen sich sowohl als „Pausenbrot“, als auch als „Kuchen“ beim Kaffetrinken. In der Schule oder Uni werden euch die anderen bestimmt darum beneiden :)

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Das Bratäpfelrezept ist noch einfacher: Als erstes nehmt ihr euch ein paar Äpfel (die Anzahl ist ganz euch überlassen) und stecht mit einem Apfelausstecher das Kerngehäuse heraus. Die fertigen Äpfel könnt ihr schon einmal in eine Auflaufform stellen.

Dann kann man für die Füllung wieder kreativ werden: Ich nehme meistens etwa 1-2 EL Margarine, 1-2 EL Mandeln und 1-2 TL Rosinen, sowie einen 1-2 TL Zimtzucker (einfach Zucker mit etwas Zimt vermischen). Die Mengen variieren logischerweise je nach Menge der Äpfel – das kann man aber ziemlich gut abschätzen. Die Margarine könnt ihr kurz erwärmen und dann mit den anderen Zutaten vermischen. Die fertige Füllung kann man dann vorsichtig mit einem kleinen Löffel in die Äpfel füllen. Achtet dabei darauf, dass die Rosinen nicht ganz oben liegen – sonst werden sie beim Backen zu dunkel und bitter. Die Mandeln können aber ruhig auch etwas gehäuft auf den Äpfeln liegen.

Andere Variationen für Füllungen wären zum Beispiel: Marmelade (besonders Aprikosenmarmelade), Haferflocken mit Margarine und Zimtzucker oder auch Nüsse anstelle der Rosinen.

Die Äpfel könnt ihr dann bei 160°C etwa 15-25 Minuten backen (je nachdem, ob man sie sehr weich oder nur heiß, aber noch mit Biss haben möchte). Ich hole sie meistens aus dem Ofen, sobald die Schale aufplatzt und eine Art Apfelschaum austritt.

Die Bratäpfel kann man dann direkt heiß servieren und verzehren. Wer will, kann sie mit etwas Vanillesoße verzieren.

Guten Appetit und ein schönes vorweihnachtliches Gefühl,
Johanna

Wenn ihr noch mehr passend zur Jahreszeit aus Äpfeln machen wollt, dann schaut doch einmal in den letzten Artikel dieser Reihe: Da gab es Apfelkuchen und veganes Sushi für alle, denen Weckmännchen, Bratäpfel und Apfelkuchen dann etwas zu süß sind.

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
05.11.2015
RichardParker hat geschrieben:
Wir machen demnächst auch Weckmännchen! ;) Bin schon echt gespannt wie die schmecken werden ;)
05.11.2015
JohannaKaucher hat geschrieben:
Klingt lecker. Bei uns gibt es die Weckmänner auch immer an St. Martin. Ich habe meiner Schwester gleich mal das Rezept abgeschrieben. Sie liebt Backen und der Rest der Familie isst das Gebackene. :) Die Weckmänner eignen sich bestimmt auch als Weihnachtsgeschenk.
04.11.2015
becci42 hat geschrieben:
Super cool Johanna! Jetzt kann ich das auch endlich selbst ausprobieren mit den Weckmännchen, ich bin schon sehr gespannt. Und bei deinen Fotos kann ich auch schon mehr nachvollziehen, warum es WeckMÄNNCHEN heißt als bei Pias Exemplaren. :D
04.11.2015
midori hat geschrieben:
Also ich kenne diese ominösen Weckmänner.. allerdings liegen die bei uns immer zu Ostern auf dem Tisch :o)
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