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Unsere Ernährung und das Klima


von zeemzee
15.11.2012
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Was kann jeder tun, um das Klima zu schützen? Anders essen. Vor allem weniger Fleisch. Denn die Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima sind immens. Das ist das Fazit der dreiteiligen Fleischstudie des WWF Deutschland: Der Verzicht auf Schinkenbrötchen oder Hamburger und die Wahl von die Pasta mit Tomatensauce oder Ratatouille ist aktiver Klimaschutz.

Doch wie kommt diese gewaltige Menge an Treibhausgasen zusammen? Unser Fleischkonsum und der dafür nötige Einsatz von Soja in der Tierfütterung sind entscheidend für die Größe unserer Fußabdrücke beim Ausstoß an direkten Treibhausgasen und dem weltweiten Flächenverbrauch. Die direkten Emissionen der Landwirtschaft beinhalten die der landwirtschaftlichen Produktion, die Prozesse der Verarbeitung, Verpackung, Lagerung und Transport, sowie die Lagerung, Zubereitung und Entsorgung in den privaten Haushalten.

Der Flächenverbrauch für den Fleischkonsum in Europa ist enorm – und wird oft in andere Kontinente wie Südamerika ausgelagert. Zwischen 2008 und 2010 waren dies durchschnittlich mehr als 30 Millionen Hektar, die die EU „virtuell“ belegt hat. Das entspricht in etwa einer Fläche so groß wie Ungarn, Portugal, Dänemark und den Niederlanden zusammen. Deutschland war an diesem „virtuellen Landhandel“ mit fast sieben Millionen Hektar beteiligt. Dies entspricht ungefähr der Größe Bayerns. Bei einer geringen Änderung des deutschen Fleischkonsums würden weltweit mehr als 1,8 Millionen Hektar – das entspricht der Größe Sachsens – an Flächen frei für andere Nutzungen.

Etwa die Hälfte der virtuell importierten Flächen ist allein auf Soja zurückzuführen: Über 80 Prozent des nach Deutschland importierten Sojas stammt aus Südamerika. Soja wird zum überwiegenden Teil als Sojaschrot an Rinder, Schweine und Geflügel verfüttert. Während der jährliche Fleischkonsum eines Durchschnittsdeutschen gut 1000 Quadratmeter beansprucht, benötigt der Kartoffelverbrauch nur 15 Quadratmeter pro Kopf und Jahr.

Eine gesunde Ernährung wäre die Wiederentdeckung des Sonntagbratens, anstelle des täglichen Fleischverzehrs. 450 Gramm Fleisch pro Woche wirken sich eindeutig positiv auf den Ressourcen- und Klimaschutz aus. Selbst wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern!

Die Produktion, d.h. das Halten von Tieren für den Verzehr, sowie die Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung verursachen die sogenannten direkten Treibhausgasemissionen. Hinzu kommen aber noch die indirekten Treibhausemissionen, die durch die Umwandlung von Grünland in Ackerland entstehen. Eine Rückumwandlung wegen einer reduzierten Nachfrage würde das Klima zusätzlich entlasten.

Eine gesündere Ernährung, d.h. weniger Fleisch, mehr Obst, Gemüse und Getreide, bedeutet gleichzeitig, dass weniger direkte Emissionen verursacht werden. Sie bedeutet auch, dass weniger Flächen für die tierischen Lebensmittel gebraucht werden und somit auch die indirekten Emissionen gesenkt werden und mehr Land geschützt wird. Auch brauchen die Deutschen somit in anderen Weltregionen weniger Land. Zum Beispiel würde in Südamerika 640.000 ha weniger Soja- und Grünlandflächen 100 Mio. Tonne weniger indirekte Treibhausgase bedeuten. – Fleisch und das damit verbundene Futtermittel Soja sind somit enorm bedeutsam für die indirekte Treibhausgasbilanz Deutschlands.

Gesunde Ernährung in Deutschland ist aktiver Klimaschutz. Sie senkt nicht nur die direkten Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Zubereitung von Nahrungsmitteln. Sie senkt ebenso den indirekten CO2-Ausstoß, indem sie Landnutzungsänderungen vermeidet und Kohlenstoffsenken bewahrt. Pro Person ließen sich insgesamt 337kg CO2 pro Jahr vermeiden.

Der Klima-Fußabdruck pro Person in Deutschland liegt aktuell bei über 2.000kg CO2, die sich wie folgt zusammen setzen:

Hiervon ließen sich demnach durch gesunde Ernährung 14 % vermeiden. Eine ähnlich große Emissionsmenge spart eine vierköpfige Familie, wenn sie – bei einem Ausstoß von 120g CO2 pro Kilometer – jährlich über 11.000 km weniger Auto fährt. Gerade unser Fleischkonsum und das für die Tierfütterung nötige Soja verantworten – im Positiven wie im Negativen – ganz entscheidend unsere Fußabdrücke bei Flächenverbrauch und Treibhausgasemissionen.

Dass die Herstellung unserer Nahrungsmittel mit Treibhausgas-Emission verbunden, können wir nicht ändern. Doch ihre Höhe können wir dadurch beeinflussen, indem wir uns bewusst für und gegen bestimmte Lebensmittel in unserem Speiseplan entscheiden. Fast 70 Prozent der gesamten direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen, pflanzliche Produkte verursachen nur knapp ein Drittel. Ich bin die letzte, die den Fleischkonsum verbieten würden, doch ein bewussterer Verzehr ist dringend nötig.

Hier geht’s zu den Fleischstudien:
Teil 1: Fleisch frisst Land
Teil 2: Tonnen für die Tonne
Teil 3: Klimawandel auf dem Teller

Bild © Richard Stonehouse / WWF
Grafiken © WWF aus der Studie Klimawandel auf dem Teller

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Kommentare (7)
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03.11.2013
redmary hat geschrieben:
Das ist teilweise echt erschreckend. Aber wie kann man die breite Masse dazu bewegen, ihre Ernährung umzustellen?
Danke für den Artikel! Er hat mir sehr weitergeholfen. Ganz ohne Fleisch könnte auch ich nicht leben ;) Ich hätte nicht gedacht, dass der CO2-Ausstoß so sehr von der Ernährung abhängig ist.

LG redmary
31.10.2013
Carinaa hat geschrieben:
Interessanter Artikel :)
29.03.2013
Linhilfe hat geschrieben:
ich finde den artikel auch sehr gut :D er bewegt echt zum umdenken...
jedoch denke ich auch dass man darauf achten sollte, wo die rohkost herkommt ...
20.11.2012
Stoffie hat geschrieben:
super bericht, super geschrieben, gute informationen und tolle grafiken!
15.11.2012
nini98 hat geschrieben:
guter und informativer Bericht, gefällt mir echt gut:)
15.11.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
15.11.2012
LSternus hat geschrieben:
Weniger Fleisch o.k., aber dass ist ja nicht das einzige Ernährung-Klima-Problem.
Das auch pflanzliche Nahrung einmal um die halbe Welt gekarrt wird ist genauso schlimm.
Am besten auf lokale Produckt umsteigen, dann kann man sich auch mal ein Rindersteak erlauben. ;)
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