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© WWF
Projekttag am Gymnasium St. Georgen


von regentag
18.07.2016
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Eine engagierte Lehrerin des Gymnasiums St. Georgen hatte beim WWF angefragt, ob  jemand in ihre Fairtrade AG kommen könnte, um den Schüler*innen etwas über die Auswirkungen unseres Fleischkonsums zu erzählen. Und da St. Georgen im Schwarzwald in Baden-Württemberg liegt, wurde die Anfrage an mich als Aktionsteamerin weitergeleitet. Nach ein paar E-Mails war klar, dass nicht nur die Fairtrade AG über das Thema informiert werden sollte, sondern möglichst viele Schüler*innen mehr über unseren Fleischkonsum erfahren sollten.

Also bin ich heute zum Projekttag nach St. Georgen gefahren und habe vor zwei achten Klassen das Fleischmodul in abgewandelter Form durchgeführt. Eigentlich sieht die Unterrichtseinheit vor, den Schüler*innen erst einen Film zu zeigen und sie dann in Gruppen verschiedene Aspekte des Themas näher erarbeiten zu lassen. Wenn man aber einfach einen Film zeigt, wäre es ja gar nicht notwendig, eine externe Referentin kommen zu lassen. Deshalb bereitete ich einen etwa 20minütigen Vortrag mit PowerPoint-Präsentation vor. Nach einigen Startschwierigkeiten (es ließ sich kein Adapter finden, mit dem man meinen Laptop an den Beamer anschließen konnte, also benutzte ich letztlich einen Schullaptop) lief alles glatt: Die Klassen waren interessiert und arbeiteten aufgeweckt mit. Es gab auch drei Vegetarier*innen unter den Schüler*innen, die sich bereits recht gut mit dem Thema auskannten.

Zunächst erzählte ich etwas über die Höhe unseres Fleischkonsums und verglich sie mit dem Fleischverzehr anderer Länder. Anschließend erklärte ich, was für Auswirkungen unser Ernährungsverhalten hat: es erhöht gesundheitliche Risiken, es fördert die industrielle Massentierhaltung und den Antibiotikamissbrauch, der dort gängige Praxis ist, und es macht große Mengen an Futtermitteln erforderlich - vor allem auch Soja für Kraftfutter.

Soja importieren wir in erster Linie aus Brasilien, Argentinien und Paraguay, wo für riesige Sojafelder zunehmend wertvolle Ökosysteme zerstört werden, unter anderem die Trockenwälder des Chaco, der Amazonasregenwald oder die Cerrado-Savanne. Diese Landschaften sind nicht nur die Heimat tausender Tiere und Pflanzen, sondern auch wichtig für das weltweite Klima. Die Rodung des Regenwalds setzt Unmengen an Treibhausgasen frei und zerstört die grüne Lunge der Erde. Unser Fleischhunger ist damit über die Treibhausgase hinaus, die bei der Herstellung und Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Düngern oder bei der Produktion von Futtermitteln und Fleischprodukten entstehen, für den Klimawandel verantwortlich.

Weiter braucht man mehr Fläche, um eine tierische Kalorie herzustellen, als eine pflanzliche Kalorie zu produzieren.

Als Fazit schloss ich, dass wir weniger Fleisch und dafür mehr pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte essen sollten - uns und unserer Umwelt zuliebe.

Danach ließ ich die Schüler*innen in vierer Gruppen Mindmaps zu den einzelnen Aspekten des Themas erarbeiten. Sie arbeiteten motiviert mit und nach einer halben Stunde präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse. Bei der abschließenden Fragerunde stellten die Jugendlichen interessiert Rückfragen zu meinem Ernährungsverhalten und veganen Alternativen für ihre Lieblingsgerichte. Eine der Lehrerinnen schlug vor, dass ich im neuen Schuljahr nochmal vorbeikommen könnte, um mit einer Klasse ein veganes Gericht aus regionalen und saisonalen Lebensmitteln zu kochen. Das werde ich gerne tun!

Obwohl ich schon um fünf Uhr aufstehen musste, um pünktlich zum Schulbeginn in St. Georgen zu sein, hat es mir Spaß gemacht, bei dem Projekttag dort mitzuwirken. Ich hoffe, die Schüler*innen haben viel aus der Unterrichtseinheit mitgenommen und werden in Zukunft etwas bewusster mit Fleisch und tierischen Produkten umgehen. Außerdem kümmerten sich die Lehrer*innen um mein Wohlbefinden, holten mich vom Bahnhof ab, versorgten mich den ganzen Vormittag über mit Kaffee und Wasser und luden mich zum Mittagessen auf einen veganen Salat mit Tomaten, Avocado und Pinienkernen ein ;)

Falls auch ihr an eurer Schule das Fleischmodul durchführen wollt, findet ihr hier und alle nötigen Informationen. 

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Kommentare (2)
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Sortieren nach Aktualität:
09.08.2016
regentag hat geschrieben:
Danke Johanna! :) Ich hoffe es auch!
25.07.2016
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Wow, super, dass du das auf dich genommen hast :-) Du konntest bestimmt die/ den ein oder andere/n überzeugen!
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