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Pangasius - Lecker Fisch?


von MarcelB
31.01.2011
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Der Pangasius stammt außerdem Mekong-Delta in Vietnam und kann etwa 1,30 Meter lang werden, mit einem maximalen Gewicht von 44Kilogramm. Er ist Allesfresser, das heißt neben Fischen, Krebsen, Schnecken, Muscheln frisst er vor allem auch Pflanzenmaterial. Das macht ihn interessant für die Zucht in Aquakulturen. Pangasius auf dem deutschen Markt kommt fast ausschließlich aus der Zucht in Vietnam.

Unternehmer und Industrie lieben den Fisch, er bietet ihnen eine Reihe von Vorteilen.
Die Fischart besitzt, so gut wie keine Greten, ist Geschmacksneutral unddaher angenehmer beim Verzehr und bietet viele Omega 3 Fettsäuren. Von den meisten heißt es, er sei daher gut für die Verdauung und Sättigung des Körpers. Auch als besonders Fettarm wird er oft bezeichnet.

Allerdings ist nicht alles gut am Pangasius, Kritiker bemängeln, dass er keinerlei Vitamine inne hat und daher kaum für Heranwachsende geeignet ist.

Für die Industrie ist er zu einem essentiellen Bestandteil geworden. Aufgrund des Gretenarmen Körperbaus, ist er leicht zu Verarbeiten. Multinationale Unternehmen sparen so einige Produktionsschritte und damit kostbare Angestellte sowie Maschinen ein.

Woher stammt der Fisch?
Lange Zeit war vom Pangasius nichts bekannt. Im Jahr 1994 tauchte Pangasianodon hypophthalmus im Buch „Großen Buchs vom Fisch“, über alle Fischarten der Welt, als eingetragener Süßwasserfisch auf.

Was dann passierte ist Geschichte, eine unglaubliche Industrialisierung einer ganzen Fischgattung entstand. Zunächst als Folge der Globalisierung, mischte sich die Fischindustrie des im Südostasiatischen heimischen Fisches auch in die regionalen Deutschen Märkte ein.

Damit wir hier in Deutschland einen frischen Fisch im Supermarkt kaufen können müssen zahlreiche Schritte zuverlässig und abhängig von einander ständig funktionieren. Lasst uns daher gemeinsam erstmal in die Vergangenheit gucken:

Vor beinahe 20 Jahren mussten ehemalige Bauern ihr Land aufgeben und in die Stadt ziehen. Das Land war völlig ausgelaugt und die Marktpreise für agrarwirtschaftliche Produkte zusammen gebrochen. Die ungebildeten fast verarmten Landleute mussten sich dringend nach einem neuen Job umsuchen. Die Entdeckung des Süßwasserfisches brachte einen neuen Industriezweig auf den Markt, nun waren Arbeiter gesucht, die den „neuen“ Fisch fangen und zu den Unternehmen bringen. Bauern sahen darin die Chance ihre finanziellen Probleme zu lösen. Sie investierten den Rest ihres letzten Einkommens in heruntergekommene Fischerboot und begannen, den seltenen Fisch zu fangen.

 

Wer denkt, Fischer an der Küste Vietnams wäre ein leichter und entspannter Job, täuscht sich!
Unter lebensgefährlichen Bedingungen haben junge Fischer ihre Familie zu versorgen. Ausgewählte Fischer, die besonders lange tauchen können, sorgen dafür, dass der Pangasius im Netz landet. Hierzu tauchen sie minutenlang ab, fangen die Fische per Hand und legen sie in ein vergleichsweise riesiges Netz. Jederzeit, können sie von einem anderen Boot angefahren werden dabei das Bewusstsein verlieren, oder sich im eigenem Netz verheddern und ertrinken.


 

Die Jagd auf die schuppenlosen Fische hatte begonnen. Gefangene Fische die leichter als 500 Gramm sind, werden sofort entsorgt. Alle andere landen in einem Kühlbehälter. Sofort muss die Fracht an eine, in der Nähe liegende, Abnehmstelle transportiert werden. Dort wird der Fang noch lebendig verkauft, denn nur leben sind die „Tiere etwas wert.“ Die großen Unternehmen wie Inglo wollen so die „Frische“ gewährleisten. Noch nach einigen Minuten wird der noch lebende Fisch, mit zwei kurzen Sticken getötet und sofort für den Export schockgefrostet. Für kulinarische Spezialisten ein Graus. So gehen nicht nur die wichtigen Fettsäuren, sondern auch der Geschmack verloren. Was bleibt ist ein nach nichts schmeckender Fisch.

Ein normaler Fischer verdient im Monat umgerechnet 130 Euro. Davon muss er seine 5-köpfige-Familie ernähren. Darum kommt auch nur selbst gefangener Pangasius auf den Tisch.

Seit sieben Jahren wird Pangasius in die EU importiert und zerstört seit dem die regionalen Fischsorten. Was bei den meisten heute unwissend auf dem Tisch landet ist größtenteils Pangasius.
 

Was haltet ihr vom Pangsasius? Ist er eine ernstzunehmende globale Bedrohung? Sollte man jetzt sogar ganz auf Fisch verzichten? Was kann man dagegen tun?

 

Quellen:

http://www.konsumo.de/news/2539-Pangasius:-Beim-Kauf-des-Modefisches-bekommen-Verbraucher-viel-Wasser-f%C3%BCr-ihr-Geld

http://4.bp.blogspot.com/_oDbLCquEnA8/TO2iwpONZTI/AAAAAAAAAHc/S_V43W5Gtbo/s1600/4235pangasius-face.jpg

http://www.saigon-gpdaily.com.vn/dataimages/original/2011/01/images195814_images194178_ca-tra-2.jpg

http://www.vnemart.com.vn/images/products/Whole%20clean%20pangasius_400.jpg

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Kommentare (7)
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17.06.2011
Sophun hat geschrieben:
Das größte Problem bei den Fischen aus asiatischen Aquakulturen sind die Schadstoffe, da auch diese Fische in Massen gehalten werden, brechen Krankheiten leicht aus. Antibiotika scheinen die Lösung zu sein, doch deren Sicherheit ist zweifelhaft, da einige dort verwendete Mittel in Deutschland schon längst verboten sind weil zu schädlich. Kontrollen werden oft nur halbherzig durchgeführt, stelle man einen Vergleich zu dem Dioxin-Skandal auf und frage sich, wie lang dieses schon unbemerkt in die heimischen Supermärkte gelangt war. Die größte Sicherheit stellt dann im Endeffekt doch die VErmeidung dar.
01.02.2011
XXXSarahXXX hat geschrieben:
Meine Familie ist den Fisch oft O.o Also ich nicht.
Schlimm. Das wusste ich gar nicht. Ich dachte der wäre häufig da und aus der Nordsee?!!
Durch mich isst meine Familie schon weniger Fleich (ich bin Veggie).

Dagegen tun? Ihn nicht mehr essen. Versuchen Leuten die Augen zu öffnen und so. :)
31.01.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ich würde nie Fisch aus einer Zucht essen, egal was für welcher er ist. Ich finde das nicht gut. Auf Fisch muss man aber nicht verzichten, wenn man ihn in Maßen fangen würde. Aber davon kann ja momenatn leider nicht die Rede sein...
31.01.2011
Stoffie hat geschrieben:
ich hab letztens pangasius gegessen war jetzt iwie nicht soo berauschend...
31.01.2011
Marcel hat geschrieben:
Wer auf Pangasius nicht verzichten möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass es sich um Fisch aus einer Bio-Zucht handelt. Da gibt es Unterschiede. Genaue und aktuelle Informationen zur Pengasiuszucht gibt euch der Einkaufsratgeber des WWF: http://www.wwf.de/themen/meere-kuesten/fischerei-und-fischzucht/jeder-kann-handeln/neu-fischratgeber/pangasius/
31.01.2011
MarcelB hat geschrieben:
Nunja, teils teils. Der Fisch an sich schwimmt natürlich frei. Jedoch gibt es viele große Ketten, die diesen Fisch dann speziell für ihre Zwecke züchten. Die heimischen Fischer können allein aus kostengründen garkeine Aquakulturen halten.

Forscher sagen, dass die Art bei Überfischung sehr sensibel reagieren werden. Das hat nämlich damit zu tun, dass der 3 nur alle 3 Jahre Geschlechtsreif u. Eier legen kann. Wird er jetzt überfischt, erwartet uns eine Pangasius-Krise.

Da die Nachfrage in letzter Zeit stark gestiegen ist, werden immer mehr gefangen u. gezüchtet..Der Bestand scheint noch groß zu sein, allerdings ist die Frage wie lang er sich halten wird -> Geschlechtsreife.

Die Gefahr entsteht bei der Zucht, sollten die gezüchteten Fische aus irgendwelchen Gründen in die Freiheit gelangen, so würden sie die anderen Fischarten verdrängen in dem sie in das Ökosystem eindringen. Möglich wäre es, dass Deutschland heimische Fische entlastet werden, doch das Problem mit dem Pangasius ist die Nachhaltigkeit, typisch Industrie. Stürzen sich wie die Geier auf nur einen Fisch und treiben es fast bis zum Aussterben. Es war immer so der Fall und es wird immer so sein, darum sollten wir jetzt genau unser Augenmerk darauf richten und gegebenenfalls eingreifen, bevor es zu spät ist.
31.01.2011
midori hat geschrieben:
Meine Schwiegermutter hat ihn einmal zubereitet und ich fand ihn wirklich ausgesprochen lecker. Allerdings habe ich vor kurzem in der Kühltruhe entdeckt, dass dieser Fisch kein MSC Zeichen trägt und lasse deshalb die Finger davon.

Allerdings ist mir noch nicht so ganz klar, woher dieser Fisch nun wirklich stammt. Im ersten Absatz hast Du von einer Zucht in Aquakulturen geschrieben und zum Schluss davon, dass die Taucher die Fische mit der bloßen Hand fangen. Also doch Wildfänge? Und wie sieht es denn mit dem Bestand der Art aus? Ist sie gefährdet? Oder gefährdet sie lediglich den einheimischen Markt? Was dann nicht vielleicht ein Vorteil wäre, weil sich bedrohte Fischarten erholen könnten, weil wir stattdessen Pangasius essen.
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