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Nahrung - ein chemisches Produkt? Ein Milchbeispiel


von ChristopherG
15.06.2009
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Hallo liebe Community,

ich beschäftige mich in letzter Zeit oft mit der Analyse des eigenen nachhaltigen Konsumverhaltens. Speziell bei der Nahrung kann man einiges tun. Der Artikel von Hannah weist z.B. auf einige Möglichkeiten hin: http://www.wwf-jugend.de/index.php?id=118&article=220 !


Überall auf der Welt wird menschliche Nahrung nicht mehr auf rein natürlichem Wege hergestellt. Vielmehr handelt es sich bei vielen Speisen um chemische Produkte. Mir wurde erst in letzter Zeit klar, welches immense Ausmaß diese Entwicklung hat. Der Artikel der Zeit vom 29.01.09 demonstriert dies an der modernen Milchproduktion. Im Folgenden versuche ich den Inhalt wiederzugeben.


In vielen Regionen ist die konventionelle Rinderhaltung im Freien und Milcherzeugung zu wahren Milchfabriken mutiert.
In diesen "Fabriken" stehen auch keine normalen Kühe mehr. Die Zucht zu immer mehr Leistung brachte Kühe zum Vorschein, die 50000 Kilokalorien pro Tag fressen.
Diese Kühe können auf einer normalen Weide nicht mehr überleben. Stattdessen ist ein Fall ins Koma wahrscheinlich, mit eventueller Todesfolge.
Um dies zu verhindern, wird einer Kuh 24 Stunden Kraftfutter, bestehend aus Mais- und Grassliage, Mineralstoffen und Vitaminen. Ab und zu wird weiterhin Eiweiß, pansengeschützte Fette sowie Energie in Form von schnellverfügbaren Zuckern wie Melasse und Dectrose, verabreicht.
Abseits des Fressens sind die Kühe umringt von Ruhekuhlen zum Wiederkäuen, dem Gang zum Melkstand und einem automatischem Kotschieber.
Alle 8 Stunden führt ein automatischer Treiber die Kühe zum Melkstand. Oberserviert von einem Computerprogramm, wird die Leistung, der Appetit und das Wohlbefinden analysiert.

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Aber nicht alle Kühe in der Fabrik sind gleich. Sie werden unterteilt in eine Besamungsgruppe, Färsen und Euterkranke sowie in Altmelker/Trockengestellte.
Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Hochleistungskuh beträgt weniger als 5 Jahre. In dieser Zeit wird sie 750 Tage gemolken und ist 2,8 Mal trächtig.
Probleme gibt es vor allem durch die kontinuierliche Aufnahme von Kraftfutter. Dies führt zu Pansenübersäuerung (Azetose) und Labmagenverlagerungen, welche operativ behandelt werden müssen. Oft gibt es Euterentzündungen, die als Stresssymptome gedeutet werden.
Eine kurze Lebenserwartung der Hochleistungskühe drückt die Rendite (hoher Verschleiß). Daher denken manche Betriebe bereits über ein verändertes System nach. Die Vergangenheit brachte vor allem eine Zucht zu immer mehr Leistung hervor.
Während in den USA teilweise Kühe nicht mehr trocken gestellt werden (Ruhe bekommen), versuchen einige deutsche Betriebe die Qualität ihrer Ställe durch ein verändertes Stallklima (frische Luft), trockene/bequeme Liegebetten und durch die Vermeidung von Sackgassen (Panikverhinderung) zu verbessern.
Besonders im Osten von Deutschland wurden Kleinbauern verdrängt und große Hochleistungsbetriebe gebaut. Die Kühe verschwinden aus der Landschaft! Dort gibt eine Kuh 1,7 Tonnen mehr Milch als in Bayern, wo es die kleinste Leistung pro Kuh gibt.
Nun aber zur Qualität der Milch! Der Unterschied zwischen der Milch einer Hochleistungskuh und der Milch einer Wiesenkuh liegt in der Zusammensetzung der Fettsäuren. Bei der Hochleistungskuh liegen weniger ungesättigte Fettsäuren vor, was ein Zeichen von schlechterer Qualität ist.
Durch die Aufbereitung in Großmolkereien wird die Milch endgültig zu einem chemischen Produkt. Sie wird gepumpt, geschleudert, vollkommen auseinander genommen und wieder zusammengesetzt. Krankheitserreger, Antibiotikarückstände, aber auch nützliche Milchsäurebakterien finden hier ihr Ende.

So, das war mein kleiner Bericht über die moderne Milcherzeugung. Für mich war es sehr interessant, wohin der Wandel der modernen Landwirtschaft hinführt und welche Ausmaße er hat. Dieses Shema zieht sich durch die ganz Nahrungsproduktion. Bestimmt wäre es auch interessant sich vermehrt über die großflächige Fleischproduktion zu erkundigen.

 

Quellen:

Die Zeit 06/09 29.01.09

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Melkkarussell.jpg&filetimestamp=20080608132625

 

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Kommentare (5)
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08.02.2010
Schmusetigerle hat geschrieben:
Und wozu werden diese Kühe so verunstaltet??? - Richtig! Um uns Menschen mehr Milch zu geben und uns zu ernähren.
Doch wurden wir durch die "Leistungsschwächeren" Kühe nicht auch mit Milch versorgt?Ja natürlich kann man jetzt sagen, wir sind doch jetzt viel mehr Menschen auf der Welt. Aber da sind wir ja schon wieder bei einem ganz anderen Problem gelandet.
Diese Superkühen erinnern mich weniger an Kühe, als an Maschinen.
Selbst wenn die Milch nicht heute nicht mehr reicht, man kann sich allein schon an den vielen bunten Kühen auf der grünen Weide sattsehen.
Ich glaube wir haben mehr durch diesen Leistungsdruck verloren, als dass wir gewonnen haben. Denn damals konnte man seine leckere Milch mit gutem Gewissen trinken und dabei an die bunten Kühe die Gras gefressen haben denken ohne Gentechnik und Manipulation.
30.11.2009
Taki hat geschrieben:
Man sollte mal auf die ENummern auf den Verpackungen achten, das ist alles Syntetisch. Hat man noch Glück mit der Möglichkeit. GenFood wird ja nicht mehr gekennzeichnet. Sollte mal ein Aktives Springendes Gen dabei sein. Als was mutirért man dann, nach dem Genuss des Lebensmittels. Krebs wäre ja noch recht harmlos. Mutierter Wiedergänger Stelle ich mir schon schlimer vor. Nun möchte ich aber mit den Horrorzenario aufhören, man darf einfach nicht dran Denken, einfach nur umdenken zum Leben ohne GenFood.
17.06.2009
Flora212 hat geschrieben:
ich find auch krass, was die menschen mit den tieren machen , sowas sollte verboten werden.
habt ihr von dem " Künstler" aus costa rica gehört ?? Er hat einen unterernährten hund als ausstellugsstück verhungern lassen !!! und an der wand waren viele frolcis befestigt!! Und all die leute haben nichts gemacht .
( http://www.tinaswelt.2page.de/*_perverse_qual_5478781.html )
15.06.2009
xstillx hat geschrieben:
Schreklich! Kühe sind Lebewesen und keine Milchmaschinen...und wenn sie schon zu alt sind, um Milch zu geben, schickt man sie auf den Schlachthof...so haben die Menschen Milch und Fleisch..und niemand denkt an tierische Gefühle!!! go vegan!!!
15.06.2009
Headphonemonkey hat geschrieben:
Das ist schon echt krass, was wir Menschen mit den Kühen anstellen.
Und gesund ist das ja auch nicht.
Weder für uns und erst recht nicht für die Kühe.
Man sollte lieber in Zukunft beim Bauern die Milch holen.
(wenn man in der Nähe einen hat)
Ist gesünder, die Tiere werden artgerecht gehalten und man kann guten Gewissens Milch trinken ;).
Ansonsten kann man als Alternative Sojamilch von Alpro trinken.
Die kaufen ihre Sojabohnen auch nicht aus Regenwaldgebieten oder auf dem freien Weltmarkt.
Gut schmecken tut sie auch. =)
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