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More than Honey - Mehr als ein Film über Bienen


von Sarah25
28.11.2012
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"Ich suche den Grund für das Bienensterben - und begegne dem göttlichen Wachstumsversprechen, das wir schon in der Sonntagsschule lernen: Seid fruchtbar und mehret euch und machet euch die Erde Untertan. Das Bienensterben ist gar kein Mysterium. Sie sterben nicht einfach an Pestiziden oder Milben oder Antibiotika oder Inzucht oder Stress. Es ist die Summe von allem. Die Bienen sterben am Erfolg der Zivilisation. Sie sterben am Menschen, der aus Wildbienen gefügige Haustiere gemacht hat.” - Markus Imhoof

Ein Drittel von allem was wir essen, basiert auf der Arbeit von Bienen. Albert Einstein soll gesagt haben “Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.” Ob er damit Recht hat, wissen wir nicht. Aber ich möchte auf jeden Fall nicht in einer Welt ohne Bienen leben. Seit geraumer Zeit hört man immer mehr das Wort “Bienensterben”. Markus Imhoof hat sich mit dem Inhalt hinter diesem Wort beschäftigt. Entstanden ist der Dokumentarfilm “More than Honey”, der seit fast drei Wochen in den Kinos läuft.

Der renommierte Regisseur kam schon als Kind mit der einzigartigen Welt der Bienen in Kontakt. Sein Großvater besaß mehrere Bienenvölker. Mit 70 Jahren macht sich Markus Imhoof selbst auf den Weg, um das Geheimnis der Bienen zu lüften und zu verfilmen. Er sucht den traditionellen Imker Fred Jaggi in den Schweizer Alpen auf, der seine Bienenvölker pflegt und hegt. Es sind Bilder wie aus dem Bilderbuch, Bilder, die man im Kopf hat, wenn man sich morgens den Honig auf das Brot schmiert.

                                               Fred Jaggi, ein Imker wie im Bilderbuch

Doch diese Bilder werden schnell überschattet. Denn Imhoof stattet auch dem Großimker John Miller in den USA einen Besuch ab. Dieser besitzt 15000 Bienenvölker und transportiert sie mit Trucks durch das gesamte Land. Je nach Jahreszeit setzt er sie zur Bestäubung von Obstbäumen oder als Honigproduzenten ein. Es sind diese Bilder, die sich während des Films in meinem Kopf festsetzen: Bienen, die Antiobiotika bekommen, Bienenvölker, die auseinander gerissen werden, tote Bienenvölker. Auch eine Züchterin aus Österreich, die nur Bienenköniginnen züchtet und in die ganze Welt verschickt, kommt zu Wort. Zudem wird gezeigt wie Bestäubung per Menschenhand erfolgt, wenn die Bienen fehlen, wie in China wo Bienen in manchen Regionen ganz ausgestorben sind.

                                                      Bienenvölker von John Miller

Der Film ist facettenreich und nicht schwarzmalerisch, denn er zeigt auch die wundersame Kraft der Natur, die dem Menschen doch immer etwas entgegensetzen kann und sei es durch
eine neue Bienenart: die Killerbiene. In “More than Honey” geht es tatsächlich um mehr als nur Honig. Es geht um den Menschen, um uns, um unsere Beziehung zur Umwelt, um Massenproduktion und Industrialisierung und um die stetige Gier nach Wachstum. Aber natürlich geht es vor allem auch um die kleinen emsigen Insekten, die uns das Leben im wahrsten Sinne des Wortes versüßen.

                                                          Bienen, ein Wunder der Natur

Auch bei der filmischen Gestaltung hat “More than Honey” einiges zu bieten. Ungewohnt nah sieht man die Bienen auf der Kinoleinwand, dank Makroaufnahmen, die jedes Details der Bienen sichtbar machen. Dafür wurde eigens ein “Bienenstudio” mit 15 Bienenvölkern errichtet. So war es dem Kamerateam möglich entsscheidene Eregnisse wie die Geburt einer Königin oder den Schwänzeltanz festzuhalten. Die spektakulärsten Aufnahmen des Films sind sicherlich die Flugaufnahmen von Bienen, die mit Hilfe eines Minihelikopter bei einer Aufnahmegeschwindigkeit von 300 Bilder pro Sekunde gefilmt wurden. Auch die Szenengestaltung ist sehr klug gewählt. So gibt es starke szenische Kontraste zwischen der Schweizer Alpenidylle und Massenbienenhaltung beim Großimker in den USA.

Zusammenfassend ist “More than Honey” ein echt sehenswerter Film, der mir leider alle schönen Illiusionen zur Bienenhaltung genommen hat, aber mich auch mit vielen Informationen und faszinierenden Aufnahmen bereichert hat. Also nichts wie ins Kino! Und falls ihr immer noch nicht überzeugt seit, hier der Trailer!


 

Falls jemand lieber liest, als sich einen Film anzuschauen, es gibt auch ein Buch zum Film: "More than Honey - Vom Leben und Überleben der Bienen"

 

Fotos: Copyright More Than Honey

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Kommentare (5)
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06.05.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
06.05.2013
Lena11 hat geschrieben:
Sehr wichtiges Thema, was auf jeden Fall populärer gemacht werden muss!
Finde ich sehr gut! :)
29.01.2013
Dave626 hat geschrieben:
Wirklich sehr schön.
Ich versuche mich auch seit einem Jahr an der Imkerei und finde es sehr faszinierend. Jedoch muss man auch sagen, das auch viele "Hobby" Imker in den Bienen meistens nur das Geld sehen und die Bienenzucht als netten Nebenverdienst betrachten. So werden Bienenköninginnen nicht mehr auf natürliche Art und Weise befruchtet, sondern in so genannt Ableger aufgeteilt, welche sich dann wieder in ein eigentändiges Volk entwickeln vorraus gesetzt man trennt die beiden Ableger weit genug voneinander.
So werden zumindest Bienen bei mir in der Gegend zur Zeit gezüchtet. So werden auch gerne schnell mal Völker aufgelöst die nicht genügend Honig produzieren und man macht neue Ableger draus, meistens gilt ein Volk nach 2 bis drei Jahren als verbraucht.
28.11.2012
PippiLotta hat geschrieben:
Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, toller Bericht :)
28.11.2012
grinsekatze hat geschrieben:
Wow. Das ist ein richtig guter Bericht geworden! Ich habe auch schon von dem Film gehört, hab mich neulich sogar mit meinem Senior Chef drüber unterhalten. Er war in dem Film und lobte ihn auch über den grünen Klee. Aber völlig zu Recht wie's aussieht. Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch ansehen. Schockierend was der sogenannten "Zivilisation" zum Opfer fällt :o Wir haben auch Honig von einem befreundeten Imker und das merkt man einfach. Man kann den Honig gar nicht mit dem aus dem Supermarkt vergleichen. Danke für diesen Bericht! :)
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