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© WWF
Mord an Mutter Erde


von Gluehwuermchen
12.05.2010
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Giftdusche für Äckerböden: wer wie ich auf dem Land lebt und aus nächster Nähe gezwungenermaßen miterlebt, was das bedeutet, wird wissen, wovon ich spreche. Es ist wieder ganz aktuell: Es ist Mitte Mai, das Leben sprießt, ja explodiert förmlich in einem Meer aus grünen Pflanzen und farbenfrohen Blüten - das Zeichen für die konventionell arbeitenden Landwirte, mit Traktor und Giftspritze in den Krieg zu ziehen.

Unter dem bekannten Begriff Pestizid  versteht man eine ganze Reihe von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln: Herbizide zur  Bekämpfung von Unkraut, Fungizide gegen Pilzbefall, Insektizide als Maßnahme gegen Insektenbefall...die Liste lässt sich fortführen mit unzähligen anderen Mitteln bzw. Variationen einzelner Zusammensetzungen.

Man braucht kein Fachwissen, um zu merken, dass es sich nur um gesundheitsschädliche Substanzen handeln kann. Oft genug habe ich am eigenen Leib erfahren, wie es ist, die Ausdünstungen kurz nach dem Verspritzen einzuatmen: Die Schleimhäute werden angeriffen -  es fühlt sich an, als würde sich eine unangenehme Erkältung anbahnen. Deshalb: alle Fenster zu und am besten Zuhause bleiben!

Aber es gibt ein viel gravierenderes Problem: Die Pestizide vernichten nicht nur unerwünschte Lebewesen, sondern auch jene, die für einen gesunden Boden unverzichtbar sind. Ein riesengroßes Eigentor, das die Landwirte sich da schießen. Sterben viele Nützlinge, haben die Schädlinge wieder mehr Chancen sich zu verbreiten, was eine erneute Pestizidbehandlung nach sich zieht. Abgesehen davon bilden manche Organismen Resistenzen, die stärkere Gegenmittel  zur Bekämpfung benötigen. Ein Teufelskreis mit fatalen Folgen: Die Giftstoffe sickern in den Boden, in das Grundwasser und in schließlich auch in unser Trinkwasser. Das Entfernen der Giftstoffe aus dem Wasser ist für die Wasserversorger ein enormer Aufwand.

Was ist mit den Insekten? Die flächendeckende Bekämpfung ist eine der Ursachen für das Bienensterben - denn  welches Insekt kommt nach einer solchen Giftdusche schon gänzlich unbeschadet davon? Ich persönlich mache mir auch Gedanken über die vielen frisch geschlüpften Küken verschiedenster Vogelarten - die Elterntiere bringen Insekten aus den Feldern und wenn diese frisch geduscht sind (egal mit welchem Giftstoff!) - na wohl bekomm`s !

 

alt

 

Nun stellt euch das ganze bezogen auf weltweite, flächendeckende industrielle Landwirtschaft vor. Biologische Landwirtschaft kommt zwar immer mehr in das öffentliche Bewusstsein, ist aber immer noch nur ein kleiner Prozentsatz in der weltweiten Landwirtschaft.  Von Greenpeace heißt es : "Jährlich werden in Deutschland 30.000 Tonnen Pestizide verspritzt. Das sind 1.132 Großcontainer gefüllt mit Agrargiften".

Logisch auch, dass die Produkte, die man im Supermarkt aus dem Regal holt ebenfalls belastet sind. Seit 2004 testet Greenpeace den Pestizidgehalt in Lebensmitteln und lässt die Untersuchungen von einem unabhängigen chemischen Labor ausführen. Zwar wird immer wieder betont, die Grenzwerte würden nicht überschritten, aber z.B. bei Blattsalat wurde bereits eine Grenzwertüberschreitung festgestellt. Abgesehen davon sollte man solchen Aussagen immer kritisch gegenüberstehen. Denn auch wenn die Grenzwerte eingehalten werden, bedeutet das immer noch einen gewissen Anteil von Gift im Essen. Und die ganzen verschiedenen neuen Kombinationen - denn es ist ja nie nur ein Pestizid, dass auf ein Produkt angewendet wird - sind kaum überschaubar und mögliche Auswirkungen sind nicht bekannt. Fest steht, sie machen krank!

Im Fazit heißt das: Wer weiterhin Produkte aus konventioneller Landwirtschaft konsumiert, der ist mitverantwortlich für das Verbrechen an Mutter Erde. Denn anders kann man es nicht nennen. Man trägt nicht nur zur Zerstörung  unserer sensiblen Ökosysteme bei, sondern schadet nebenbei auch noch sich selbst und den Menschen, die in anderen Ländern ohne Schutz, den Schadstoffen hilflos ausgeliefert, arbeiten müssen und dafür einen Hungerlohn erhalten!

Die biologische Landwirtschaft beweist, dass es auch ohne Pestizide geht. Warum länger daran festhalten? Wer daran verdient, dass sind nur die Chemiekonzerne wie Bayer und Co., die daraus einen immensen Profit erzielen. Aber wir sollten nicht tatenlos zusehen: Jede und jeder von euch, der bisher nicht darüber nachgedacht hat, sollte sich fragen, was sie oder er nichtsahnend anrichtet. Denn oft ist es nur Bequemlichkeit und Gewohnheit, was die Leute davon abhält, umweltbwusst zu handeln, obwohl sie es doch eigentlich besser wissen.

 

Quellen: www.greenpeace.de/themen/chemie/pestizide_lebensmittel/

                www.greenpeace.de/themen/chemie/pestizide_lebensmittel/detail/artikel/pestizide_zerstoeren/

www.epochtimes.de/articles/2006/02/20/10239.html

Bilder : privat

weitere Informationen aus: Quarks&Co  WDR, 11.05.2010, 21:00

Ergänzend verweise ich auf einen Bericht von Marcel:

www.wwf-jugend.de/community/blog.php

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Kommentare (5)
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19.05.2010
WitchWars hat geschrieben:
Tja... da rentiert sich ein Garten eben doch.
13.05.2010
midori hat geschrieben:
Ich war eigentlich immer der Ansicht, dass die Gesundheitsgefährdung des Menschen selbst ein erschreckender Punkt ist, der viele zum Nachdenken anregt. Aber scheinbar interessiert es niemanden wirklich, was er für giftige Stoffe zu sich nimmt..
13.05.2010
LisaMona hat geschrieben:
Hey toller bericht!!
wir haben im erdkunde unterricht darüber gesprochen
und alle haben sich in der zeit voll darüber aufgeregt.
doch jetzt ist das thema vorbei und keinen juckt
das alles mehr... :-(
13.05.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ja, das mit Bioprodukten, die aus dem Ausland eingeflogen werden, ist eine kritische Sache.
Dazu muss ich aber sagen, dass gerade die Supermärkte in Bioprodukten nur eine Chance sehen, zusätzlich Gewinn zu machen, da Bio einfach immer mehr gefragt ist. Da geht es dann wieder weniger um ethische Faktoren als um ein umfassendes Angebot und um Image.
Da schaut man sich besser in den Bioläden um, in denen man wirklich nur Bioprodukte findet und wo regionales Obst und Gemüse angeboten wird. In dem Bioladen, in dem wir kaufen, achten die Besitzer ganz penibel darauf, was sie in ihren Regalen stehen haben: Was ist drin, wo kommt es her? Was nicht koscher ist, fliegt aus dem Sortiment.
In dem Fall lohnt es sich einfach, sich umzuschauen. Auch wenn es nicht überall gute Bioläden gibt, das weiß ich.
12.05.2010
midori hat geschrieben:
Interessanter und wichtiger Artikel! Wir haben darüber viel im Biounterricht diskutiert. Problematisch ist auch, dass die Giftstoffe nicht am Feldrand Halt machen, sondern sich weiter verbreiten und auch heimische wilde Pflanzen angreifen. Tiere. als Konsumenten, haben auch unter den Folgen zu leiden. An natürliche Schädlingsbekämpfung denkt keiner, weil sie eben auch nicht zu 100% Erfolg verspricht.

Aber ich muss auch ehrlich sagen, dass mir die Entscheidung im Supermarkt letztens nicht leicht fiel. Ich wollte Möhren kaufen und habe eine Packung Biomöhren aus Ägypten(!) entdeckt und eine Packung normale Möhren aus Deutschland. Da steht man dann auch vor der Wahl.. lieber Bio mit CO2-Rucksack oder doch gespritztes Gemüse aus Deutschland? =/
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