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Monsanto


von Peet
12.04.2010
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Monsanto, das Unternehmen mit Sitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri züchtet bzw. entwickelt neben Saatgut für Mais, Baumwolle, Reis oder Soja auch Herbizide. Das börsennotierte Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden US-Dollar Netto und ist weltweit gesehen das größte Unternehmen in seinem Bereich. Rund 90% aller angebauten Genpflanzen vertreibt Monsanto und um einmal ein Beispiel für die USA zu geben: 90% der Sojabohnen und 70% der Maispflanzen, die innerhalb der USA angebaut werden, sind genetisch veränderte Pflanzen, die jedes Jahr auf neue per Lizenz gekauft werden müssen.
Doch wie genau funktioniert diese Züchtung, diese Veränderung? Von einer traditionellen Pflanze wird aus der Wurzel ein Stück Gewebe genommen. Dieses entnommene Stück wird dann mit einem Bodenbakterium, welches in der Regel ein gewöhnlicher Organismus aus der Natur ist, in Kontakt gebracht. Dieser Organismus wird genommen, da dieser aus der Erde in die Pflanze wandert bzw. von dieser aufgenommen wird. Im Gewächshaus nur noch drauf gewartet, das zwei Pflanzen heranwachsen. Links die genveränderte Variante und rechts die herkömmliche. Die rechte Pflanze benötigt unter Stress wesentlich mehr Energie um Produktiv zu sein als die linke. Unter Stress kann man die Konkurrenz der Pflanze zwischen anderen Pflanzen verstehen. Unkraut bedeutet also Stress und gegen das Unkraut werden Pestizide eingesetzt. Da allerdings auch die herkömmliche Pflanze diesen Pestiziden nicht standhalten kann, wird also eine immune Pflanze benötigt. Somit kommt die linke Pflanze ins Spiel. Diese besitzt die Immunität und wird nicht selbst abgetötet. Zudem soll das Bespritzen der Felder durch diese Pestizide stark zurück gefahren werden, da mit einem mal ein stärkeres eingesetzt werden kann, sodass keine Pflanze außer der genveränderten eine Chance hat zu wachsen.
Das ist allerdings noch nicht alles, was Monsanto zu bieten hat. Bereits vor der eigentlichen Bepflanzung kann durch ein Gerät jedes einzelne Saatgut analysiert werden. Die Pflanze, die das beste Potenzial hat, kann nun mit allen Ressourcen gefördert werden.
Um zwei Beispiele zu nennen, welchen Nutzen das Ganze hat.
1) In bestimmten Phasen bekommen die Pflanzen zu wenig Wasser. Dies kann z.B. während der Fruchtbildung vorkommen was zur Folge einen schlechteren Ertrag mit sich bringt. Diese Pflanze hat zwei Gene, was das verhindert.
2) Eine Maispflanze hat nicht nur ein Gen, sondern direkt acht. Drei gegen Raupen, drei gegen Wurzelwürmer und gegen zwei verschiedene Pestizide, welche natürlich von Monsanto stammen.


Weltweit sind es rund 125 Millionen Hektar Ackerland, die mit Genpflanzen bewirtschaftet werden.


Aber Monsanto produziert ja glücklicherweise gleich Pestizide mit. Das bekannteste von ihnen, welches auch massenhaft in Deutschland verwendet wird, ist RoundUp. Die Anwendung ist simpel.
Das Unkrautmittel wird auf alle Pflanzen gesprüht aber nur bei Pflanzen mit Blattgrün wirkt das Mittel tödlich. Über das Blattgrün bzw. den Stoffwechsel dringt das Mittel in die Pflanze ein, welche dann verendet. Das Getreide bleibt unbeschädigt. Das Mittel gilt als völlig ungefährlich für die Menschen, wäre es das, würden die zuständigen Behörden eingreifen. So glaubt man. Glaubt man allerdings einem Bericht von „Kontraste“, einem Magazin der ARD, so ist dieses Denken leichtsinnig. Selbst die zuständige Ministerpräsidentin sieht ein, dass es sehr wohl Probleme bei RoundUp oder ähnlichen Pestiziden gibt. Selbst dann, wenn alles nach Vorschrift läuft.
Um den Grund zu verstehen, muss man erstmal wissen, worum es sich bei RoundUp handelt. Es ist ein Pestizid, der aus einem Chemie-Cocktail besteht. Der wichtige Wirkstoff Glyphosat, der für die eigentliche Wirkung zuständig ist, kann nicht selbstständig in die Pflanze eindringen. Ohne die Zusatzstoffe, so genannte Netzmittel, würden der Wirkstoff ab perlen und die Pflanze würde die Dosis überleben.
Diese Mixtur macht anscheinend größere Probleme als bisher angenommen. Laut einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung könnte dieses Mittel zu Atemnot, Hautausschlag oder Lungenentzündungen bei Menschen führen, die dieses Mittel benutzt haben. Die Regierung bat das Unternehmen einige Netzmittel zu ersetzen, welcher Monsanto allerdings nicht nach kam und somit diese Bitte vom Tisch ist. Theoretisch könnten diese Bestandteile auch im späteren Mehl landen. Studien, die diese Mittel grundsätzlich in Frage stellen, gibt es mittlerweile überall auf der Welt.1
Die Wirkung von RoundUp auf menschliche Zellen zeigen alarmierende Ergebnisse. Wenn man RoundUp tausendfach verdünnt aufbringt, wird in den Zellen ein Prozess in Gang gesetzt, der zu einem Selbstmord der Zellen führt. Das könnte laut der Studie zu Krebs, Nervenkrankheiten oder Fortpflanzungsstörungen führen.
Das Monsanto diese Gefahren abstreitet war klar und liegt ja auch nur im Sinne des Unternehmens. Unternehmen sehen sich nicht gerne mit solchen Fakten zusammen auf einer Ebene und berufen sich immer wieder auf gleiche Fakten. Das unter der richtigen Anwendung keinerlei Probleme entstehen.
Das der Einsatz von massenhaft Chemiekalien nicht gesund sein können, kann sich jeder gesunde Menschenverstand zusammen reimen aber wie sieht das ganze im Bezug auf die genveränderten Pflanzen aus?


Laut einem Bericht von Spiegel TV2 führte die TU München eine Versuchsreihe durch. 36 Kühe wurden getestet. Jeweils 18 bekamen 25 Monate lang Futter aus genveränderten Pflanzen und 18 Kühe bekamen genfreie Kost. Nach diesem Versuch stellte sich heraus, das keinerlei Beeinträchtigung bzw. Transfer im Blut, Fleisch oder Milch zu erkennen war.
Wenn schon das beweist, das genveränderte Pflanzen für uns Menschen bis jetzt keinerlei Folgen haben wird, was spricht also gegen Monsanto? Monsanto bietet Menschen in ärmeren Gegenden dieser Welt Saatgut an, das schneller wächst, eine höhere Resistenz gegenüber Wetterlaunen mit sich bringt und eine höhere Produktivität vorweisen kann.
Ist das nicht was wir Menschen uns wünschen? Keine Hungersnöte mehr, die Menschen könnten sich mit dem was sie anbauen selber versorgen. Aber was ist mit den moralischen Aspekten? Nehmen wir einmal ein an, die Wissenschaft wird irgendwann soweit sein, das sie menschliche Embryonen so verändern kann, dass das Neugeborene keinerlei Mängel aufweist, was auch immer als Mängel angesehen werden kann. Das Kind wird gesund aufwachsen, wird groß und kräftig und ist das Traumkind aller Eltern. Hat das noch was mit dem zu tun was uns aus macht? Werden irgendwann alle Menschen mit exakt dem gleichen Genotyps herumlaufen? Wenn uns eins die Natur gelehrt hat, dann ist es die genetische Variabilität. Die genetische Variabilität ist ein Resultat der Mutation der DNA. Diese kann auf unterschiedlichste Art und Weise mutiert sein. Die Mutation selber ist dann dafür verantwortlich, ob sie der natürlichen Selektion stand halten kann oder nicht. Ist sie vorteilhaft, wird dieses Individuum, welches die Mutation in sich trägt, sich weiter fortpflanzen können und somit die mutierte DNA weiter geben. Es kann sogar soweit führen, das ohne diese Mutation eine ganze Population verschwinden kann. Das Individuum mit den vorteilhaften Merkmalen wird also überleben und sich fortpflanzen und je häufiger sich dieses Individuum seine DNA verbreitet, desto weniger werden die unvorteilhaften Merkmale. Auch wenn das nicht von heute auf morgen vorkommt, so gibt es doch immer wieder Beispiele, die gar nicht soweit zurück liegen und oft auch durch den Menschen verursacht wurden.


Die Industrialisierung in England hatte eine starke Verrußung zur Folge. Birken die vorher eher weiß waren, wurden nun braun oder schwarz aufgrund des Rußes. Der Birkenspanner, der dort sehr verbreitet ist, bekam sein Name aufgrund seiner ähnlichen Farbe zur Birke, welches ihm einen Vorteil im Bereich der Tarnung gab. Durch die Verrußung nütze ihm diese Tarnung nichts mehr und er wurde überdurchschnittlich viel von Vögeln oder ähnlichem als Futter gefressen. Da es allerdings eine Mutation innerhalb dieser Art gab, welche eine dunkle Form des Birkenspanners zur Folge hatte, starb diese Art nicht aus, sondern es vermehrten sich größtenteils die neue Art des Birkenspanners.3

Was ist also, wenn es weltweit von bestimmten Sorten Saatgut wie z.B. Mais, Reis, Getreide usw. nur noch zwei oder drei verschiedene gibt? Es gibt hunderte verschiedene Reissorten in Asien, die jahrtausendelang für die Sicherheit der Menschen an diesen Orten gesorgt haben im Bezug auf die Nahrungsbeschaffung. Ebenso viele Sorten Mais, Getreide usw. gibt es hier in Europa, die von traditionellen Landwirtschaften gepflegt werden. Was ist aber, wenn ein genverändertes Saatgut auf ein herkömmliches Feld durch Wind und Wetter getragen wird und sich dort vermehrt ausbreitet? Durch die höhere Leistungsfähigkeit und Produktivität bzw. Immunität gegen jeglichen Unkrautvernichter verdrängt er jede andere Art, die auf diesem Feld normalerweise wächst. Eine Monokultur entsteht, die auf Dauer keinen Bestand in der Natur hat und auch nicht von der Natur so vorgesehen war. Es mag vielleicht verantwortungslos meinerseits klingen, das es nicht zu verantworten ist eine Monokultur überall auf der Welt zu errichten, die für einige Zeit den Menschen hilft ihren Hunger zu stillen aber es hat noch nie funktioniert die Natur zu führen und gleichzeitig zu bremsen.


Vervielfältigung bedeutet das Ende der Vielfalt!


In dem Sinne, lasst uns lieber einen kritischen Blick auf diese Wissenschaft setzen und nicht immer die kurzfristigen Erfolge loben.

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1) “Das in der Landwirtschaft, in Gärten und Parks rund um die Welt verwendete  Unkrautvernichtungsmittel Roundup enthält einen Stoff, der im Laborversuch menschliche Zellen erstickt, sagen Forscher der französischen Universität Caen.“ Quelle: http://womblog.de/2009/07/06/unkrautvernichtungsmittel-toetet-menschliche-zellen/
2) Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=hSvI1BCNxTA
3)http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenspanner
Weitere Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Evolution#Genetische_Variabilit.C3.A4t
http://www.startblatt.net/blogs/at.wien-7-neubau/mexikanische-studie-belegt-nebeneinander-von-gentech-pflanzen-und-normaler-landwirtschaft-riskant
http://de.wikipedia.org/wiki/Herbizid
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,620398,00.html
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Monsanto-optimistisch-article812590.html

Bild: 

http://fotos.piqs.de/e/e/8/4/5/abb5db6feb08425492cc1ae66d4411a7.jpg

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Kommentare (4)
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11.05.2010
easii hat geschrieben:
ich hab auch schon mal einen längeren film über monsanto gesehen, wegen der schule.
mir blieb teilweise der mund ofen stehen. dachte eigentlich round up wäre in deutschland verboten. zumintest weiß ich das manche extra nahch frankreich fahren um es da zu kaufen. toller bericht, danke hast etwas in erinnerung gerufend as in meinem hinterkopf festsaß ;)
16.04.2010
Apfelsine hat geschrieben:
Obwohl ich Forschung in jede Richtung begrüße, also auch die Erforschung der Gentechnik kann ich dem nur zustimmen! Der Umgang Monsantos mit anderen und der Vermarktung ist wirklich dreist. Zwei Dinge finde ich dabei am unglaublichsten: 1. Die Patentierung von nur minimal veränderten Organismen. Wie können Lebewesen die sich selbstständig und unkontrollierbar vermehren jemandem gehören? Monsanto hat in vielen Teilen der Welt das Recht Grundstückbesitzer auf Schadensersatz zu verklagen wenn bei ihnen auf dem Feld veränderte Pflanzen auftauchen. Und wie schon erwähnt ist eine Vermischung kaum zu verhindern. 2. Finde ich es unmöglich, in welchem Maße die die Regierungen, etwa von den USA, den Konzern schützen und unterstützen. Denn obwohl zahlreich Studien auf Risiken hinweisen ist den Menschen dort nicht die Freiheit gegeben genetisch veränderte Produkte gezielt zu verzichten, denn: eine Kennzeichnung ist verboten um die Konkurrenzfähigkeit des Konzerns zu gewährleisten.
Naja? viele Grüße
14.04.2010
Stefan1990 hat geschrieben:
Vielen Dank für deinen sehr interessanten Bericht. Montsanto nutzt seine Marktmacht bei jeder Gelegenheit leider sehr verantwortungslos aus und hat dabei keinerlei Skrupel dies auf Kosten der Umwelt, der Tiere oder der Bevölkerung zu tun. In diesem Zusammenhang kann ich die Filme "Food Inc." und "We feed the world" jedem empfehlen, der etwas über diese Machenschaften und die degenerierte Ernährungsform unserer Gesellschaft erfahren möchte.
Bis jetzt sind die Filme sogar bei google kostenlos zu finden:

Food Inc:
http://www.youtube.com/watch?v=uADMExmvAFo

We feed the world:
http://video.google.com/videoplay?docid=-7738550412129841717#

Viele Grüße Euer Stefan
13.04.2010
Bienenkoenigin hat geschrieben:
Vor ein paar Wochen lief der Film dazu bei uns im Kino wegen einer Kampagne ?ueber Macht?.. ich kann den Film total empfehlen! Monsanto ist so eine schweinerei!
Toller Bericht ;)
Viele Grüße
die Bienenkönigin
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