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Massentierhaltung- ein reiner Fluch?


von Susiii
26.12.2010
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Massentierhaltung ist ein sehr umstrittenes Thema. Die grausamen Bilder kennt jeder. Ich möchte in diesem Bericht mehrere Aspekte des Themas aufzeigen. Massentierhaltung verbinden die meisten Menschen ausschließlich mit Negativem. Ich möchte aber auch auf mögliche Vorteile wie zum Beispiel die Umweltverträglichkeit eingehen.
Die Frage, die sich bei diesem Thema nicht vermeiden lässt ist: Ist es richtig Tiere nur zu einem Zweck zu halten, nämlich dem Zweck uns als Nahrung zu dienen? – die Antwort auf diese Frage muss jeder selbst finden

Definition: Unter Massentierhaltung oder auch Intensivtierhaltung versteht man eine stark technisierte Form der Tierhaltung, meist nur einer Tierart. Das Ziel ist es eine maximale Menge an tierischen Produkten, so schnell und billig wie möglich und auf minimalen Raum zu produzieren.

Prinzip der Massentierhaltung: Produktivitätssteigerung
Die Massentierhaltung strebt eine ständige Steigerung in der Produktion an und verwendet dafür verschiedene Methoden.
Billige Produktion: Durch eine Automatisierung bei der Futterzubereitung oder Monitoring der Tierleistung wird Personal eingespart.
Hohe Dichte an Tieren: Durch das Zusammenpferchen vieler Tiere auf wenig Raum wird Fläche eingespart, so ging der Flächenverbrauch trotz Produktionsanstieg zurück.
Schnelle Abfertigung: Durch die Verwendung von Gentechnik, künstlicher Besamung und Wachstumsbeschleuniger kommt es zu unnatürlichen Wachstums- und Produktionszyklen.

Umweltverträglichkeit:
Ökobilanz: erstaunlicher Weise ist die Massentierhaltung ermessen am Betrag die umweltfreundlichste Produktion. Dies basiert auf einer hohen Reproduktionsrate und einer effizienten Futterverwertung.
Entwaldung/ Desertifikation: Aufgrund des geringen Platzverbrauchs kommt es zu einer geringen Umwandlung von Waldfläche in Nutzfläche. Somit kommt es auch nur zu einem geringen Habitatsverlust für ansässige Arten. Desertifikation findet nicht statt.
Emission: deutlich geringer als in extensiven Systemen
Anpassungspotential: leichter kontrollierbar als extensive Systeme

Wasserverbrauch: großer Bedarf in der Futtermittelherstellung
Biodiversitätsverlust: Verdrängung wilder Arten, Ausbreitung gebietsfremder Arten

ACHTUNG: allgemein verursacht die extensive Produktion schwerwiegendere Schäden als die Massentierhaltung
- Ein kleiner Öko-Betrieb verursacht zwar auf den ersten Blick weniger Schaden, rechnet man aber den Ertrag und den Schaden auf, wird klar, dass die großen, intensiven Betriebe aufgrund ihrer Effizienz weniger Schaden verursachen.

Auswirkungen auf die Tiere:
Krankheiten: Durch die hohe Konzentration an Tieren kommt es zu einer Transformation der Viren. Nach dem Prinzip der Selektion setzen sich die besser angepassten, also meist die gefährlicheren, durch. Es entstehen virulente Erreger. Da die Massentierhaltung eine große Masse an Tieren, also Wirten, bereit hält, steigt die Wahrscheinlichkeit von Mutationen. Es können humanpathogene (für den Mensch gefährliche) Viren entstehen.
Verhaltensanomalien: Die Tiere werden häufig auf zu engen Raum gehalten. Dies führt zu Stress und Verhaltensanomalien. Die Tiere fangen z.B. an sich oder andere Tiere zu beißen. Deshalb wird den Tieren in den extremsten Fälle ohne Betäubung z.B. der Schnabel abgeschnitten, oder Schweinen die Ohren verstümmelt.
Stress: Beim Transport leiden die Tiere extremen Stress. Sie werden häufig in viel zu kleinen Käfigen in den Transportern befördert. Einige Tiere überleben den Transport nicht.

All diese Auswirken auf die Tiere richten sich gegen das Tierschutzgesetz. In diesem heißt es:
"Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat:
1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessene ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.“

Bewertung:
Kann an bei Tieren wirklich von anthropologischen (menschlichen) Geisteszuständen sprechen?
Ich denke schon und selbst wenn es nicht so wäre, denke ich trotzdem nicht, dass wir Menschen das Recht haben, auf derartig grausame Weise mit anderen Lebewesen umzugehen. Der Mensch sieht sich selbst als viel zu wertvoll an. Doch was ist es, dass uns den Tieren überlegen macht? Unser extrem ausgeprägter Egoismus, unserer Grausamkeit oder gar Gott, der das höchste Lebewesen am letzten Tag erschuf? Was ist schon Menschlichkeit in einer Welt, in der der Einzelne ohne Rücksicht auf Verluste handelt. Vielleicht sollte man Menschlichkeit neu definieren, denn ich denke, es ist häufig besser nicht menschlich zu sein, wenn man sich einen Großteil der Menschen anschaut.

Ich bin kein Unterstützer der Massentierhaltung. Auch wenn die Massentierhaltung aufgrund ihrer Effizienz umweltverträglicher ist, kann ich aus ethischen Gründen der Massentierhaltung nicht zu stimmen. Ich frage mich immer wieder wer dazu fähig ist, Tieren all diese Grausamkeiten anzutun- ich könnte es nicht.

Die Lösungsansätze für das Problem der Massentierhaltung sind bisher nach meiner Ansicht nicht besonders effektiv. Manche proklamieren das vollkommene Vegetariertum oder sogar Veganertum, ein völlig unrealistisches Ziel. Nicht alle Menschen können durch rein pflanzliche Produkte versorgt werden, der Welthunger würde steigen. Es gibt mittlerweile eindeutig zu viele Menschen auf diesem Planeten, deren Hunger durch Massentierhaltung gestillt wird.
Ich denke wir können zum derzeitigen Zustand nicht vollkommen auf die Massentierhaltung verzichten, aber vielleicht können wir es zumindest schaffen sie einzuschränken und die Bedingungen für die Tiere zu verbessern.

Quellen:
- http://www.helles-koepfchen.de
- http://www.umweltlexikon-online.de
- http://de.wikipedia.org/wiki/Intensivtierhaltung

Kommentar zu „meet your meat“ und PETA
Ich finde den Film von der Organisation PETA nicht besonders gelungen. Ich finde er zeigt gut das Arbeiten dieser Organisation. Durch extreme Radikalisierung wollen sie Menschen gewinnen. In dem Film wird nicht gesagt, wo sich diese Betriebe befinden, angeblich aus Datenschutzgründen. Es wird nicht mal das Land des Geschehens genannt; wahrscheinlich handelt es sich um Amerika. Der Film enthält nur die extremsten Beispiele. Ich glaube kaum, dass es derartige Fälle in Deutschland gibt. Er spiegelt für mich nicht die Wahrheit wieder.
PETA wirkt auf mich unseriös. Die Ziele dieser Organisation sind unrealistisch und überzogen. Ich denke durch PETA werden viele Menschen abgeschreckt Tier- und Naturschutzorganisationen beizutreten. PETA verbreitet das Bild des durchgeknallten Tierschützers. Ich würde die Taten diese Organisation nicht als hilfreich, sondern eher als kontraproduktiv einschätzen.
 

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Kommentare (13)
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16.05.2016
KataKata hat geschrieben:
P.s. Ich weiß, der Bericht ist alt, aber trotzdem findet man ihn noch, also musste ich das los werden
16.05.2016
KataKata hat geschrieben:
Dieser Kommentar ist jetzt an alle, die diesem Bericht glauben schenken. Erstens zum Welthunger/Welternährung: Würden wir uns alle Vegetarisch ernähren, hätten mehr als 12 Milliarden Menschen genug zum Essen, weil auf den Flächen, die für Mastfutter verwendet werden, könnte genug andere Nahrung angebaut werden.
Zum zweiten Punkt: Das mit der Ökobilanz hast du dir doch ausgedacht. Denn du musst auch die ganze Regenwaldrodung mit einbeziehen (für den Anbau von Mastfutter). Dieser Regenwald, der jährlich verloren geht, ist unser wichtigster Umweltschützer. Auch das mit "weniger Rodung" ist falsch. Ich würd dich ja mal gern sehen, wie du weiterhin auf der Erde genug zum Leben hast, wenn kein Regenwald mehr steht.
Und dann noch zu meinem letzten Punkt: Peta ist millionenmal besser als dein Beitrag. Ich würde eher dich als kontraproduktiv einschätzen.
Ich konnte leider nicht genauer auf diesen "Bericht" eingehen, weil ich vermutlich ausfallend geworden wäre, also belasse ich es hiermit und hoffe du wirst irgendwann bessere Quellen finden.
27.12.2010
Susiii hat geschrieben:
Zum Welthuner hab ich unten bei den Kommentaren noch was geschrieben.
Ich sehe es wie du: wir sollten alle unseren Fleischkonsum einschränken. Ich esse nur wenig Fleisch und dann auch nach Möglichkeit BIOfleisch.
27.12.2010
YepBecci hat geschrieben:
toller Bericht, aber deine Lösungsansatzbegründung verstehe ich nicht und stimme auch damit nicht überein. Warum ist denn der Welthunger größer, wenn keiner mehr Fleisch ist? Damit würden weniger Tiere versorgt werden und die Nahrung die für die Tiere angebaut wird, würde für den Menschen genutz werden. Immerhin wird auf mehr als 100 Mio. ha. Soja angebaut und mehr als 85% werden davon nur für die Tiere verwendet. Desweiteren bin ich nicht der ansicht dass der Welthunger steigen wird, da schon heute tag täglich mehr als die gesamte Weltbevölkerung ernährt werden könnte. Ich denke dass wir nur gegen die Massentierhaltung etwas machen können wenn jeder, wirklich jeder seinen Fleischkonsum einschränkt (es muss nicht gleich das extremum Vegetarier sein, obwohl ich mich selbst dazu entschieden habe). Es ist nämlich eigentlich besser fleisch zu essen aber eben in Maßen und BIOfleisch, da so massentierhälter nicht unterstütz werden.
27.12.2010
Susiii hat geschrieben:
Mit Anpassungsfähigkeit hab ich zunächst einmal gemeint, dass die Betriebe ortsunabhängig und leicht auf das Konsumverhalten der Menschen anpassbar sind. Aber ich geb dir vollkommen recht, dass ab einem gewissen Stadium, z.B. durch den Ausbruch einer Seuche, die Betriebe nicht mehr kontrollierbar sind.
27.12.2010
midori hat geschrieben:
@Susiii: Erstmal danke für den guten und überschaubaren Bericht! Fand ich wirklich klasse! :o)

Allerdings kann ich eines nicht ganz nachvollziehen. Warum haben intensivierte Betriebe eine höhere Anpassungsfähigkeit und sind dadurch kontrollierbarer? Wenn ich das richtig verstehe, kann ich dem nämlich nicht zustimmen. Durch die hohe Zahl von Tieren auf engem Raum können sich auch Seuchen unglaublich schnell ausbreiten und sind alles andere als kontrollierbar. Oder hast Du das anders gemeint?
27.12.2010
Susiii hat geschrieben:
@Lorena: Die Ernährung von Mensch und Tier ist verschieden: Tiernahrung besteht zu 75% aus für den Menschen nicht verwertbaren Rohstoffen. Außerdem können nur 11% der globalen Landfläche überhaupt zur Deckung des menschlichen Nahrungsbedarfs durch Getreide verwendet werden, der Rest kann nur als Weidefläche genutzt werden.
27.12.2010
Susiii hat geschrieben:
@Gakje: ich kann dir da einfach nur zustimmen!! PETA ist wirklich keine seriöse Organisation. Dein Link hat das nochmal bestätigt!
27.12.2010
Lorena hat geschrieben:
Aber wieso würde der Welthunger durch Abschaffung der Massentierhaltung steigen? Klar, wir hätten weniger Fleisch, aber die riesigen Massen an Getreide etc. die für die Fütterung der Tiere verwendet wird, reicht locker für die Ernährung der Menschen.
27.12.2010
SirLovealot hat geschrieben:
Zu deiner Bemerkung zu Peta. Solche Videos zeigen nicht die extremsten Betriebe, ich war mit Peta selber schon in etwa 15 Höfen und alle sahen sie gleich aus. Ob Bio oder nicht. Übrigens finde ich solche Organisationen nicht wirklich kontraproduktiv. Ich selber habe ich schon Sachen für den ALF unternommen. Durch solch eine Radikalität rückt man andere Organisationen, wie zum Beispiel den WWF, doch nur noch mittiger. ;)
26.12.2010
Susiii hat geschrieben:
wo ist dein anderer Kommentar hin??
26.12.2010
Susiii hat geschrieben:
Danke für deine ehrliche Meinung!
Ich hab nie gesagt, dass diese Videos ausgedacht sind, sonden ich meine nur, dass sie überzogen sind. Diese Betriebe werden als Normalität dargestellt und das stimmt einfach nicht. Allerdings weiß ich nicht, ob es besser ist, wenn man die Tiere besser behandelt, um sie dann doch zu essen.
Denkst du mir wäre eineumweltschonende und tierliebe Lösung nicht lieber? Aber es heißt immer "es wird dar an gearbeitet"- kannst du mir eine konkrete Idee nennen?! Einen Teil der Massentierhaltungsbetirebe kann man bestimmt vermeiden (hab ich schon in meinem Bericht erwähnt), aber wie du selbst gesagt hast "wir sind einfach zu viele". Kennst du eine humane Lösung alle Menschen zu ernähren?
Ich möchte Massentierhaltung wirklich nicht verteidigen, aber einfach nur NEIN dagegen zu sagen finde ich nicht klug.
Danke für den Aspekt mit der Gülle.
26.12.2010
Morgan hat geschrieben:
toller Bericht!
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