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Little Chicken


von Rosa.Charlotte
30.07.2012
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Das erste was ich sah, als ich meine Augen öffnete, war Dunkelheit. Das erste was ich hörte, nachdem ich mich aus meiner Eierschale gekämpft hatte, war das ängstliche Fiepen der anderen Küken. Dann ein Ruck, wir wurden in Bewegung gesetzt. Stimmen- dann gleißendes Licht. Große Hände packten mich und die Anderen und warfen uns auf ein Laufband. Wir wurden fortgeschwemmt vom sich immer weiter bewegenden Band. Wir fielen, rappelten uns auf, versuchten dagegen zu rennen, flatterten mit unseren kleinen Flügelchen und fiepten verzweifelt. Dann wieder große Hände die uns packten. Ein kurzer Stich und wieder rauf aufs Laufband. Es trug uns weiter und weiter, nach einer Zeit wurde es langsamer. Dann waren da wieder diese Monster mit den großen Händen. Doch diesmal wurden wir nicht wieder alle auf das Laufband geschmissen, viele flogen in ein großes schwarzes Loch. Aus diesem Loch kamen laute angst einflössende Geräusche. Und Schreie. Die Schreie waren das Schlimmste, Schreie von Küken die kaum auf der Welt waren und doch gleich wieder einen grausamen Tod finden würden. Ein Monster packte mich. Ich zappelte. Ich wollte nicht in das Loch. Die Augen des Monsters starrten mich an, dann wurde ich wieder auf das Laufband geschmissen. Es führte zu weiteren Monstern, die uns alle zusammen in Käfige stopften. Dann wieder Dunkelheit. Prasselnde Geräusche, Fressen. Es schmeckte nicht, doch es war besser als nichts.
In den nächsten Tagen, saßen wir alle in diesen Käfig und fraßen. Wir fraßen viel, wir wurden größer, wir wurden dicker. Dann riss man uns wieder aus den Käfigen und stopfte uns in Kisten. Es waren wieder diese Monster, die uns rausholten und in viel zu kleine Käfige mit viel zu vielen anderen Hühnern stopften. Es war dunkel und man konnte nicht viel sehen. Doch das, was man sah war schrecklich! Ich befand mich in einer großen, überfüllten Halle. An den Wänden stapelten sich kleine Käfige, in denen Hühner gestopft waren. Die Hühner waren krank und hatten kaum noch Gefieder. Auch der Geruch war grausam, es roch nach Angst, Tod und dem ekeligen Futter, was auch ich schon bekommen hatte. Was sollte ich hier bloß? Eier legen war die Antwort. Tagein, tagaus Eier legen. Und das tat ich auch. Es war mühsam und anstrengend. Ich wurde krank, die andern rupften mir das Gefieder aus.
Ich weiß nicht wie lange ich in dieser Hölle steckte. Doch eines Tages, (oder war es Nachts?) kamen Monster zu uns in die Halle. Sie schlichen bei uns rum und öffneten Käfige und packten die Hühner in Kartons. Auch mich nahmen sie aus dem Käfig. Sie gingen viel sanfter mit uns um. Ich wurde vorsichtig in einen Karton mit zwei anderen Hühnern gepackt. Wir wurden angehoben. Dann abgestellt. Es fing an zu Ruckeln und ich hörte die Stimmen der Monster und das aufgebrachte Gezwitscher der anderen Hühner. Plötzlich stockte das Geruckel. Wir wurden wieder hochgehoben und weggetragen. Dann wurde unser Karton geöffnet. Sanftes und wunderschönes Sonnenlicht empfing mich. Die Monster, die mir gar nicht mehr so böse vorkamen, setzten uns auf eine große grüne Wiese. Dann streuten sie noch Körner aus. So etwas Köstliches hatte ich in meinem ganzen leben nicht gegessen. Es war wie ein Traum, aber es war real. Am Abend kamen wir in einen großen schönen Stall. Am nächsten Tag kam einer von ihnen und schaute uns an, teilweise wurden wir wieder gepiekst, das war ein bisschen unangenehm, doch es ging schnell vorbei. Dann durften wir raus auf die große grüne Wiese und nach Herzenslust den Hof erkunden. Hier verbrachten wir unser ganzes restliches Leben.
Für mich war dies die Rettung, doch manchmal muss ich an die anderen Hühner denken, an die, die nicht gerettet werden können. Es macht mich traurig und ich hoffe, dass auch sie irgendwann auf so einen schönen Hof kommen, wie ich es bin!
 

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Kommentare (8)
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02.08.2012
fia4earth hat geschrieben:
Dieser Artikel bzw. diese Geschichte ist wirklich sehr gut geschrieben und bringt auch gut die vermutlichen Gefühle und Gedanken eines Kükens zum Ausdruck! Ich selbst bin seit 9 Jahren Vegetarier und bin froh, dass das auch immer mehr Menschen werden. Massentierhaltung ist einfach grausam und unmenschlich! Wenn jemand nicht auf Fleisch verzichten möchte, sollte er lieber Bio-Fleisch kaufen. Bitte achtet immer darauf, dass die Eier die ihr kauft von Hühnern stammen, die in Freiland- oder (noch besser) Biohaltung leben. Am Besten direkt von einem Bauern aus der Nähe bei dem ihr wisst dass die Hühner dort nicht leiden.
31.07.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ich gehe mal davon aus, dass Du die Geschichte selber geschrieben hast. Sie bringt zumindest ein Teil der eigentlichen Dramatik rüber. Besonders schlimm finde ich ja immer noch, dass die ganzen männlichen Küken einfach lebend geschreddert werden, weil sie als Legehennen untauglich sind. Unser respektloser Umgang mit Tieren ist einfach furchtbar. Auch ich esse fast nie Fleisch, genieße nur noch sehr selten Milchprodukte und ein Sonntagsei gibt es bei mir schon lange nicht mehr. Der ganze Wahnsinn findet aber erst ein Ende, wenn auch der Rest unserer Konsumgesellschaft endlich mal aufwacht und aktiv etwas unternimmt..
31.07.2012
killerwal hat geschrieben:
toll geschrieben!!! ich finde, dass du die gefühle der huhns toll rübergebracht hast!! : )
31.07.2012
Wannaknow hat geschrieben:
Der Artikel ist wirklich toll geschrieben !
31.07.2012
Wannaknow hat geschrieben:
Der Artikel ist wirklich toll geschrieben !
30.07.2012
Helen hat geschrieben:
Danke für den Artikel, echt gut geschrieben! Die Massentierhaltung und auch speziell diese grausamme Hühnerhaltung haben mich auch zur Vegetarierin gemacht.
30.07.2012
LSternus hat geschrieben:
Schöner Artikel, auch wenn die armen Hühner in der Realität oft erst als Suppenhuhn von ihrem Elend erlöst werden :(
30.07.2012
Puma hat geschrieben:
Toller Artikel.Gefällt mir.Und i-wie kamen die Gefühle des Huhns gut rüber. :))
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