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Lebensmittelverschwendung- Ein alltägliches Übel


von Cosima
20.01.2013
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Lebensmittel sind dafür da, dass wir satt werden. Doch die neue Devise lautet nicht mehr hungrige Menschen satt zu bekommen, sondern satte Menschen hungrig zu machen.

Verschwendung von Lebensmittel begegnet uns täglich, ohne dass wir es vielleicht bewusst wahrnehmen. Wenn wir in einen Supermarkt gehen, sehen wir nur gute, frische, perfekt aussehende Ware.
Damit diese Auswahl zur Verfügung steht, werden täglich noch essbare Lebensmittel aussortiert.

Gemüse, welches in die Regale geräumt und nicht am gleichen Tag verkauft wird, kommt weg und zwar in die Tonne.
Wie viel die Supermärkte jedoch wegschmeißen wird oft geheim gehalten. Felicitas Schneider, eine Wissenschaftlerin aus Wien, durfte den Lebensmittelabfall in einem Supermarkt untersuchen und zählen. Sie und ihr Team haben über 10 Wochen hinweg in einem Supermarkt den Müll durchsucht um heraus zu finden, wie viel der weggeworfenen Lebensmittel noch genießbar gewesen wären.
Pro Filiale werden rund 45kg pro Tag an noch essbaren Lebensmitteln weggeworfen.
Das nur in einem kleinen Supermarkt.

Ein Grund für diese unglaubliche Verschwendung ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist dieses Datum überschritten, so gilt das Produkt als „abgelaufen“, doch in kaum einem Fall ist das Produkt nicht mehr essbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird von dem Hersteller des jeweiligen Produkts selbst festgelegt und orientiert sich somit nicht an Gesundheitsbestimmungen, womit allerdings oft argumentiert wird. Die Unternehmen verkürzen die Haltbarkeitszeit der Produkte kontinuierlich, um mehr Ware herstellen zu können.
Nur bei Ei-, Fisch-, und Fleischprodukten besagt das Haltbarkeitsdatum, dass der Verzehr nach dem Datum eventuell gesundheitliche Risiken birgt. Deswegen denken viele Leute, dass gilt für alle Lebensmittel.

Das Wegwerfen von guten Lebensmitteln beginnt allerdings schon bevor unser Essen in den Supermarkt kommt, nämlich auf den Feldern. Zu klein oder zu groß geratene Kartoffeln, genauso wie Kartoffeln mit Dellen oder Verwachsungen werden bereits auf dem Feld aussortiert. Nicht jede Kartoffel sieht perfekt aus, doch leider wird das vom Verbraucher verlangt. So werden bereits auf dem Feld 40-50% der Ernte weg geschmissen. Die EU hat Normen für Obst und Gemüse festgelegt, das Paradebeispiel: Die Gurke. Der Handel hat nach geraden Gurken verlangt, da sie besser zu verpacken sind. Deswegen hat die EU dazu eine Norm festgelegt. Seit dem findet sich keine krumme Gurke mehr in einem Supermarkt. Die EU Norm wurde abgeschafft, doch die krumme Gurke, ist weiterhin im Handel unerwünscht.

In Amerika hat sich eine Initiative gebildet, namens „community supported agriculture“ (CSA). Die Idee, die dahinter steckt ist, dass der Weg zwischen dem Produkt, welches vom Feld kommt und dem letztendlichen Verbraucher verkürzt wird. Die Bauern bringen ihre Ernte direkt zum Markt. Solche Verpackungsprobleme fallen dann weg. Die Kunden zahlen jeden Tag ca. 50 Cent und können dann so viel Gemüse und Obst mitnehmen, wie sie eben gerade brauchen. So müssen die Bauern kaum noch etwas weg werfen.

In einem Pariser Großhandel, werden jeden Tag Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen. Wenn in einer Orangenkiste eine oder zwei Orangen schlecht sind, landet die ganze Kiste im Müll. Die jeweilige Orangen heraus zu nehmen und die guten Orangen noch zu verkaufen, lohnt sich nicht, sagt ein Mitarbeiter des Großhandels. Fische und Meeresfrüchte werden am meisten weggeworfen. Was nicht am gleichen Tag noch verkauft wird, kommt weg.
Fische und Meeresfrüchte, welche in unseren Meeren fehlen, werden gefischt und weg geworfen!
Es gibt Organisationen wie die Tafel, die versucht aus dem Müll noch die essbaren Lebensmittel heraus zu suchen und dann an bedürftige Menschen zu verteilen. Doch es kann nur ein sehr kleiner Teil der weggeworfenen, noch genießbaren Lebensmittel gerettet werden. Véronique arbeitet für solch eine Organisation. Ihr Heimatland ist Kamerun. Sie muss mit ansehen, wie Lebensmittel aus ihrem Heimatland nach Europa verschifft werden, um dann auf den Müll zu landen. Sie erzählt, wie Bananen hier weg geworfen werden, die man sich in Kamerun nicht einmal leisten könnte. Véronique wird entlassen, weil ihre Ansicht und die ihres Chefs über noch essbare Lebensmittel zu unterschiedlich sind.

In Deutschland sind Lebensmittel so billig geworden, dass auch frische Lebensmittel weg geworfen werden, da man sie einfach nicht mehr braucht, falls doch kauft man sie eben wieder nach. Aus in Österreich durchgeführten Studien lässt sich berechnet, dass pro Haushalt und Jahr bis zu 400€ in Form von Lebensmittel einfach weg geschmissen werden. Auf Deutschland hoch gerechnet wären das 20 Milliarden Euro pro Jahr für Lebensmittel die im Müll landen.

Diese Verschwendung muss gestoppt werden. Während wir im Überfluss von Lebensmittel schwimmen, müssen andere Menschen auf der Welt verhungern!

Was kann ich tun?
-„Resteverwertung“: Ein Gericht verbraucht die nötigen Lebensmittel oft nicht ganz, die Reste können am nächsten Tag lecker neu kombiniert werden.
- Kaufe nur so viel, wie du wirklich brauchst. Die Auswahl verführt oft zu Produkten, die wir nicht wirklich benötigen.
- Beim Bauern direkt zu kaufen, spart den Lebensmitteln den Weg bis zum Supermarkt.
- Kaufe regional und saisonal ein
Hier noch eine Initiative, die mir besonders gefällt:
Culinary Misfits

Es gibt viele Möglichkeiten, um der Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken.
Euch fällt bestimmt noch sehr viel mehr ein. Jeder Gedanke und jede Idee ist erwünscht.

Quelle: ARD Mediathek: Essen im Eimer- Die große Lebensmittelverschwendung

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Kommentare (15)
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12.04.2014
LilianA hat geschrieben:
Schlimm genug wie viel einfach unnötig gekauft und dann weggeschmissen wird! Wenn man schon irgendetwas zu viel kauft kann man es ja trotzdem verwerten, zu Tafeln bringen oder in die "foodsharing"-Platform einstellen, damit es wenigstens noch andere, die Essen brauchen bekommen können und nicht im Müll landet
31.10.2013
Carinaa hat geschrieben:
Danke für den Bericht, ich werde jetzt deine Tipss befolgen :)
09.02.2013
Skipper hat geschrieben:
Allein in Deutschland werden jährlich Lebensmittel im Wert von mehreren Milliarden Euro weggeschmissen und vernichtet. Wir müssen handeln!
29.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
29.01.2013
Lena11 hat geschrieben:
Auch die Produktion der Backwaren entspricht nicht der tatsächlichen Kaufmenge. Bekannte von mir haben einen Bauernhof und sie bekommen täglich die leckersten Backwaren, welche sie an ihre Kühe als Ersatz für Kraftfutter verfüttern können. Das sind nicht nur Tüten voller Brot und Süßwaren sondern ganze Anhänger voll. Dies jeden Tag und von einer einzigen kleinen Bäckerei.
Vor allem sind das manchmal Teilchen vom Vortag oder direkt aus dem Ofen.
Dieser Verbrauch an liegengebliebenen Lebensmitteln ist jedoch noch besser, als was mit den meisten Brötchen und Croissants passiert. Der Großteil wird nämlich einfach verbrannt.
Diese Verschwendung muss gestoppt werden, denn von dieser Menge an Backwaren können Menschen in Afrika über längere Zeit überleben.
Wir Verbraucher müssen unsere Ansprüche, auch noch abends einen Mohnkringel essen zu wollen, zurückdrehen und auch einmal ein Brot vom Vortag kaufen. Denn es kann nicht sein, dass frische Backwaren einfach verbrannt oder an Kühe verfüttert werden.
22.01.2013
LSternus hat geschrieben:
Ich wusst dass, viele denken sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, sind die Lebensmittel schlecht. Ich wusste auch, dass dieses Datum nur bedeutet, dass ab da die Firma nicht mehr für die Wahre haftet. Aber dass die Firmen das Mindesthaltbarkeitsdatum bewusst verkürzen um mehr Wahr produziern zu können wusste ich noch nicht.
Ich find das ehrlich taktlos und unverschähmt.
21.01.2013
Luciiie hat geschrieben:
"Essen im Eimer", den Film habe ich auch gesehen und ich stimme dir voll zu. Es kann doch nicht sein, dass wir viel zu viel von allem (ich meine nicht nur Lebensmittel) haben und andere Menschen auf einem ganz anderen Teil der Erde haben viel zu wenig, geben ihre Ware allerdings trotzdem an uns ab, damit wir noch mehr Luxus haben. Es ist ganz einfach völlig verkehrt.
21.01.2013
Cosima hat geschrieben:
@Urmeli: Ja da hast du wirklich recht!! Wir haben nicht zu wenig essen es ist nur nicht gerecht verteilt !

@Jonapackroff: Achso meintest du das. Tut mir leid. Da hast du natürlich recht !!
Es ist einfach aus jeglicher Sicht schwachsinn so viel weg zu schmeißen!

Ich hoffe die Wertschätzung der Lebensmittel findet wieder mehr zurück in die Gesellschaft
21.01.2013
Jonpackroff hat geschrieben:
@Cosima Das stimmt natürlich, wenn man als Verbraucher zu viel kauft, machen die Konzerne trotzdem Gewinn. Aber der Großteil der Lebensmittel wird ja schon vorher weggeschmissen, wie du sagtest entweder direkt auf dem Feld (was den Gewinn der Bauern schmälert) oder im Supermarkt (was wiederum den Gewinn des Supermarktes schmälert) oder eben in der Weiterverarbeitung (was dann die Lebensmittelkonzerne trifft).
Heißt also: Wer auch immer die Lebensmittel wegwirft, der hat auch immer die Kosten dafür und das ist genau der Aspekt, den ich meine. Jedes halbwegs wirtschaftlich denkende Unternehmen müsste somit das Ziel haben, das Wegwerfen der Lebensmittel zu verringern.
21.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Wenn man es mal ganz drastisch betrachtet werfen wir hier Leben weg. All das Essen, was wir wegwerfen konnte anderswo jemanden vor dem Verhungern bewahren....das ist pervers!

Ich bekomme jedes Mal einen Anfall wenn ich sehe, wie die Leute, die am meisten meckern sie hätten kein Geld, gute Lebensmittel wegwerfen....ja dann schmeiß doch direkt das Bargeld in die Tonne.

Noch ein Tipp:
Nicht hungrig und mit der guten alten Einkaufsliste einkaufen gehen. Dann kauft man auch nur das, was man wirklich braucht und die sponanten Heißhungereinkäufe fallen weg :)
20.01.2013
Cosima hat geschrieben:
@jonpackroff: Genau dieses Geld bekommen ja die Lebensmittelkonzerne, fast geschenkt. Die Konzerne haben zwar die Produktionskosten, doch das gekaufte wird ja nicht verbraucht sondern einfach weggeschmissen. Das bedeutet der Kosument kauft automatisch mehr als er eigentlich bräuchte.
20.01.2013
Jonpackroff hat geschrieben:
20 Milliarden Euro, eine ungeheure Summe! Aber sie macht auch etwas Hoffnung, da den Lebensmittelkonzernen dieses Geld doch auch nicht egal sein kann. Initiativen, weniger Lebensmittel wegzuschmeißen, zahlen sich dann ja tatsächlich in Barem aus, was für die gewinninteressierten Konzerne bestimmt ein Anreiz ist.
20.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Diese Mengen sind schrecklich. Dabei leiden noch so viele Menschen Hunger :( Außerdem wird ja für die Lebensmittel auch viel Wasser gebraucht! Das sumiert sich echt zum Wahnsinn!
20.01.2013
Nugua hat geschrieben:
Das ist echt erschreckend, wenn man sich die ganzen Mengenangaben ansieht.
Ich lebe zur Zeit in einem Studentenwohnheim und hier kriege ich jeden Tag mit, wie Leute, mit denen ich die Küche teile, Essen wegschmeißen. Vor allem Reste, also wenn sie sich was gekocht haben und nicht alles schaffen. Es wäre so einfach, den Rest einfach für den nächsten Tag aufzuheben und Dank unserer tollen Technik (in Form der Mikrowelle) kann man das in 2 min. wieder aufwärmen. Anscheinend ist das zu einfach :(
Das würde Geld sparen und gerade Studenten jammern ja immer, dass sie zu wenig Geld haben.
Ich finde das Thema echt enorm wichtig. Danke für deinen Bericht :)
20.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
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