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Kann man dies Leben nennen?


von SarahU
20.07.2014
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Wie sieht unsere Zukunft aus? Was wird passieren? Diese Frage hatten wir uns schon immer gestellt.
Heute war der Tag, an dem ich dies erfahren durfte: Ein paar große Menschen betraten mein Heim. Sie nahmen mehrere Artgenossen und quetschten sie in enge Gitterkäfige. Als letztes war ich an der Reihe. Ich spürte ein grobes Packen und Rupfen an meinen Flügeln, sodass mein linker Flügel ausgerenkt wurde. Ich flog mit großem Schwung in eine dieser Eisenstangenkisten. Obwohl dort kaum Platz mehr war, wurde ich so gewaltsam hinein gedrückt, dass mein Körper wie gelähmt war. Anschließend wurden wir in eine riesige Kiste verfrachtet, welche anfing zu rollen. An diesem Tag durften wir zum ersten Mal die wärmenden Strahlen der Sonne spüren. Vielleicht war ja heute der Tag gekommen, an dem wir in die Freiheit durften.
Nach einer ewig langen Zeit von mehreren Stunden, hob ein finster schauender Mann unseren Gitterkäfig an und brachte uns in ein kühles Haus. Dort stank es ekelerregend stechend nach dem Inhalt unseres Körpers, nach trockenem alten und zugleich frischem fließendem Blut.
Mir floss ein kalter Schauder über den Rücken, da ich ahnen konnte, was folgte.
Ich fühlte die vor Angst pochenden Herzen der anderen.
Irgendwann war es dann soweit. Zwei große Hände eines Mannes nahmen mich so gewaltsam am Hals, dass ich vergeblich nach Luft rang. Ich wurde in ein Gestell gehängt und dann kam etwas metallenes Spitzes in Richtung Hals. Vor lauter Angst konnte ich mich kaum bewegen. Äußerst qualvoll langsam wurde mein Kopf von meinem restlichen Körper getrennt. Die Schmerzen lähmten mich und doch konnte ich noch klar Denken
Also erinnerte ich mich zurück an früher... Was für eine Zeit hatte ich doch erleiden müssen:
... nachdem wir aus dem Ei geschlüpft waren, wurden wir auf Fließbänder geleert und von Menschen aussortiert. Manche kamen in eine Kiste, anderen wurde sofort mithilfe eines Hexlers qualvoll das Leben genommen. Ich gehörte zu denen, die am Leben blieben. Doch ob ich darüber glücklich sein sollte, war fraglich. Uns wurden schmerzhaft ohne Betäubung die Schnäbel gekürzt, um das Picken durch den täglichen Stress und so entstehende Wunden zu verhindern. Als wir groß waren, wurden wir in eine riesige finstere Halle gesperrt.
Jeden Morgen erwachte ich durch die stampfenden Schritte von brüllenden Menschen.
Ich teilte mir die riesige Halle mit unzählbar vielen anderen Artgenossen.
Der Boden unseres Stalls war durch die Schicht unserer Exkremente kaum mehr zu erkennen
Von Tag zu Tag stumpfte mein Geruchssinn immer mehr ab, durch die verstaubte stickige Luft, die auf uns lastete. Durch das ständig anhaltende Drängen der anderen war es mir leider nicht möglich, meine Federn zu putzen oder mich für eine Weile auf dem verschmutzten Untergrund auszuruhen. Das laute Schreien und Rufen der anderen hatte mich schon betäubt. Wir mussten so sehr auf den Erhalt unseres eigenen Lebens achten, dass wir keine Gefühle für uns gegenseitig entwickeln konnten. Ab und zu kam es auch dazu, dass einer von uns dieses Leben nicht mehr ertragen konnte und aufgrund von Krankheit und Schwäche starb und anschließend mitten unter den Lebenden verweste.
Konnte man dies Leben nennen?
Zusätzlich nahm das tägliche Legen von Eier uns die letzten Kräfte. Dieses Leben war kaum zu ertragen....
Wie sah es wohl außerhalb dieser dunklen fensterlosen Halle aus?
Wie sehr sehnte ich mich doch nach Freiheit! Saubere Luft einzuatmen und ein Sandbad zu nehmen. Keine Schmerzen und kein ohrenbetäubendes Schreien mehr ertragen zu müssen.
Doch leider hatte ich nie die Möglichkeit, diese Wünsche zu erleben.
Mein Wunsch nach Freiheit und einem richtigen Leben blieb leider nur ein lang ersehnter und nie erfüllter Traum.
Bitte verhindere solches Leid, indem du dein Konsumverhalten änderst!
Wir haben auch Gefühle und haben solch ein schreckliches Leben nicht verdient!
Durch jeden Einkauf unterstützt du die Produktion der Produkte!
Außerdem trägst du durch eine Ernährung ohne tierische Produkte zu Klima- und Naturschutz bei!

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Kommentare (7)
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21.09.2014
Ria2000 hat geschrieben:
Bin auch Vegetarier, super Bericht!
23.07.2014
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Mir ist schlecht... :( Ich bin auch Vegetarierin. Ich verstehe die Menschen nicht, denen das einfach egal ist!! :(
21.07.2014
4lexSchneegans hat geschrieben:
Der Bericht ist super geschrieben, da will man wirklich kein massentierhaltungs- Hünchen essen.
20.07.2014
Safira hat geschrieben:
Ich bin auch Vegetarierin und grade auf dem Weg mich langsam mehr Vegan zu ernähren. Es ist so grausam wie unsere Produkte hergestellt werden.
Danke für diesen Bericht. Ich wünschte auch das mehr auf die Herstellung achten würden aber das ist leider vielen egal.
20.07.2014
Tigerlein hat geschrieben:
Echt traurig, aber leider bittere Realität

DESWEGEN bin ich Vegetarierin!

Danke für den kreativen Artikel! :)
20.07.2014
Pandafreundin hat geschrieben:
So sieht´s leider aus .. Massentierhaltung ist einfach schrecklich! Und nur durch den hohen Fleischkonsum! Ekelhaft!
20.07.2014
Janinadl hat geschrieben:
AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!
Ich bin Vegetarierin!
Ich wünschte viel mehr Menschen würden darauf achten!
Der Bericht ist richtig geil geschrieben. Danke.
DAUMEN NACH OBEN!!!
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