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Gen-Food


von Carina
20.05.2009
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Wenn Schafe geklont, Äpfel immer größer und Tomaten immer röter werden, brechen die einen in bewundernde Jubelrufe aus und die anderen verziehen angewidert das Gesicht. Gentechnologie ist wohl eins der umstrittensten Themen unserer Zeit – besonders, wenn es um genmanipuliertes Essen geht. Und das nicht ohne Grund.

Inzwischen wurde fast jede Nutzpflanze im Labor genetisch verändert – allen voran Mais und Soja. Und was ist eigentlich so schlecht daran, wenn der Mais ein wenig gelber und größer, einfach „perfekter“ wird? Das Hauptargument: Niemand weiß so genau, was die so genannte Gen-Nahrung in unseren Körpern anstellt. Kritiker befürchten, dass Fleisch und Milch der Tiere, die genverändertes Futter fressen, Spuren der veränderten Gene enthalten können. Untersuchungen lassen vermuten, dass sich das manipulierte Erbgut der Pflanzen auch in Zellen von Säugetieren einbauen kann. Also auch in die menschlichen! Eine weitere Befürchtung ist, dass Gen-Food Allergien auslösen könnte, weil es für den Körper unbekannte Stoffe enthält.

Hinzu kommt die sogenannte Genverschmutzung, die es uns eigentlich unmöglich macht Gen-Food zu meiden. Zwar schreibt das Gesetz vor, dass zwischen Feldern mit normalen und solchen mit genveränderten Pflanzen ein Sicherheitsabstand von 150 Metern eingehalten wird, doch dieser reicht oft nicht. Die Pollen von Raps zum Beispiel trägt der Wind mehrere Kilometer weit. Es ist also so gut wie unumgänglich, dass veränderte Gene in die naturbelassenen Pflanzen eindringen und sich mit deren Erbgut vermischen. Experten schätzen, dass bereits in deutlich mehr Lebensmitteln verändertes Erbgut steckt, als bekannt ist. Die Pflicht, genveränderte Lebensmittel auf der Verpackung zu kennzeichnen, nützt also wenig.

Doch man darf nicht nur die eine Seite der Medaille betrachten. Gen-Food hat nämlich auch Vorteile, die uns helfen könnten einige Probleme auf der Welt zu lösen: So zum Beispiel der Hunger. Immer noch sterben jedes Jahr fünf Millionen Mädchen und Jungen an den Folgen von Unterernährung. Das sind mehr als 13000 pro Tag! Wissenschaftler tüfteln an genveränderten Gewächsen, die zusätzliche Nährstoffe enthalten können – etwa Vitamine, die vielen Menschen in Entwicklungsländern fehlen. Außerdem sind genveränderte Gewächse gegen den Angriff vieler Schädlinge immun, sodass Bauern auf den Einsatz von umweltschädlichen Pestiziden verzichten können.

Noch sind allerdings viele Fragen offen. Und bis die geklärt sind, werde ich weiterhin in die Gemüsekisten der Bio-Bauern greifen :)

Was sagt ihr zu diesem Thema? Ich würde mich sehr über eure Meinung freuen!
 

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Kommentare (7)
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13.06.2009
direkt hat geschrieben:
Genfood wird nicht das Hungerproblem der Welt lösen. Studien zeigen zum Beispiel, dass der durch Gentech mit Vitamin A angereicherte Reis, leider nicht so den Reis verbessert wie gedacht. Das Vitamin A kann nicht so aufgenommen werden, wie über andere Nahrungsmittel, Beriberi also so nicht verhindert werden kann. Noch dazu werden die meisten Gentech-Produkte in Kombination verkauft, also Resistenzgen gegen ein Pestizid plus Pestizid. Das Saatgut ist mit einer Terminatortechnologie versehen, so dass es nicht ein weiteres mal ausgesät werden kann.
Damit soll also Geld verdient werden. Darf man ja, aber da das Problem des Hungers meistens damit zu tun hat, dass das nötige Geld fehlt um die Nahrung zu kaufen oder anzubauen, ist die Lösung mit so forschungsintensiven und teuren Produkten leider nicht vorhanden.
22.05.2009
asquarathi hat geschrieben:
schwieriges thema, und sowohl die pro als auch die contra argumente sind gewichtig. allerdings finde ich das man solches gemüse/obst nicht auf den markt bringen sollte bis nicht die folgen erforscht wurden. leider ist es dafür ja schon zu spät, und wie du schon gesagt hast kannn man sich nicht auf die angaben der jeweiligen produkte verlassen.
allerdings finde ich auch, dass man nicht "gott spielen" sollte, und die natur natur sein lassen sollte.
20.05.2009
Kev hat geschrieben:
Das liegt leider an den manchmal perversen Drang zum Perfektionismus im Menschen. Er will alles wissen (was in einem gewissen Maße nicht schlecht ist) und dreht sich so alles für sich hin, wie es für am einfachsten das Leben gestalten kann.
Und wenn der Mensch versucht Pflanzen zum Vorteil aller zu "erschaffen", dann nutzt er dieses Mittel aus.
Ein Beispiel dafür ist der amerkianische Konzern der genmanipuliertes Getreide herstellt, um wie er sagt Menschen in armen Ländern mit Nahrung zu versorgen, weil er z.B. in Afrika wunderbar wächst. Dieses Getreide wurde aber mit einem Patent geschützt und so müssen die armen Bauern jedes Jahr neue Saatgut kaufen, weil das Getreide willentlich auch noch so manipuliert wurde, sodass die Pflanze sich nicht fortpflanzen kann.
Und tut mir leid aber das finde ich abartig!!! Es hat alles schon einen Grund wieso eine Pflanze so ist wie sie ist und wir sollten die Welt mal so hinnehmen wie sie ist und nicht alles NUR für uns zu gestalten.
Denn der Mensch ist auch NUR ein TIER, das sollte man nicht vergessen, was aber zu oft gemacht wird.
20.05.2009
Janine hat geschrieben:
Hey Carina!
Vielen Dank für deinen Bericht! Auch ich finde ihn super!
Ich habe neulich eine Sendung gesehen, in dem ein Bio Imker den gesamten Honig einer Saison wegwerfen musste, weil vermutet wurde, dass sich seine Bienen an einem Genfeld bereichert hatten. Der "Bio-Honig" konnte nun nicht mehr als solcher verkauft werden. Verschenkt werden durfte er auch nicht, hunderte von Gläsern wanderten einfach in den Sondermüll.

Schlimm finde ich es auch, wenn Menschen ihre Haustiere klonen lassen und dann um die Wette steigern "Der Meistbietende bekommt ein ehemaliges Haustier zurück." Man zahlt quasi Geld, um ein (vielleicht sogar, oder mehr oder weniger) Familienmitglied zu ersetzen. Dafür gibt es doch gar keinen Ersatz. Haustiere zu klonen ist meiner Meinung nach Schwachsinn, denn es ist nunmal nicht das selbe Haustier, auch wenn es sich viele Menschen vielleicht gern einbilden. Es sieht vielleicht gleich aus, aber ob es nun ein genetischer Zwilling ist, oder ein Tier der selben Rasse, ist doch relativ wurscht. Ach ja, der Hund, dessen Erbmaterial auferstehen sollte, hieß Lancelot, sein Klon trug dann den Namen Lancelot-Encore.
20.05.2009
Gerry hat geschrieben:
Sehr schöner Bericht. Klasse, dass du sowohl pro, als auch contra Argumente genannt hast.
Gruss Gerrit
20.05.2009
Marcel hat geschrieben:
Hey Carina,
das ist wirklich ein super Artikel. Du hast Recht, es gibt sowohl gute Argumente für und gegen die Gentechnik. Deshalb ist die Diskussion darüber wirklich nicht einfach - zumindest ist die Situation nicht so eindeutig wie z.B. bei der Waldzerstörung, wo die Nachteile für unsere Zukunft einfach glasklar auf der Hand liegen. Wie sich gentechnisch veränderte Organismen auf die Umwelt auswirken, ist leider bislang nicht geklärt. Deshalb lehnt der WWF Gentechnik-Organismen ab. Wir finden, diese veränderten Organismen sollten so lange nicht eingesetzt werden, bis wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig belegen, dass von ihnen keine Gefahr für unsere Ökosysteme ausgeht. Besonders der Anbau gentechnisch veränderter Sojapflanzen schreitet stark voran. Wir haben Regeln formuliert, die hierbei angewendet werden sollten: die so genannten Baseler Kriterien, die der WWF 2004 entwickelt hat. Soja nach den Basler Kriterien ist garantiert gentechnikfrei und hält darüber hinaus weitere soziale und ökologische Standards ein. So dürfen Wälder (so genannte Primärvegetation) und Flächen mit hohem Schutzwert nicht in Soja-Ackerland umgewandelt werden. Beim Anbau müssen Boden- und Wasserqualität gesichert sein, Kinder- und Zwangsarbeit ist verboten, die Löhne sind gerecht. Unabhängige Kontrollen stellen dies sicher. Solange nicht geklärt ist, wie gefährlich die Gentechnik ist, sollten wir alle zumindest bei unserem Einkaufsverhalten darauf achten, möglichst gentechnikfreie Lebensmittel aus ökologischem Anbau zu kaufen.
20.05.2009
lolfs hat geschrieben:
Hi,
ich finde den Bericht gelungen, da Du das Für und Wider von Gen-manipulierten Essen erwidert hast.
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