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Gekocht werden tut weh!!!


von SammyJo
19.02.2010
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Hummer:Gekocht werden tut weh!

Die Tatsache, dass Menschen bestimmte Tiere als "gefühllose Lebensmittel“ betrachten, wird besonders deutlich bei Hummern, die in den meisten Ländern, und eben auch in Deutschland, wie Hunde und Katzen in China, lebend in kochendes Wasser geworfen werden und 30 Sekunden bis sieben Minuten lang, grausamen Todesqualen ausgesetzt sind.

Systematik und Nervensystem

Hummer gehören zu den Wirbellosen, zum Stamm der Arthropoden (Gliederfüßer), die neben den Crustaceen (Krebstieren) auch die Unterstämme der Insekten und Spinnentiere umfasst.
Krebstiere besitzen ein Strickleiternervensystem, das sich aus segmental angeordneten Ganglien zusammensetzt. Die einzelnen Ganglien bilden durch quer und längs verlaufende Verbindungen eine Art Kette. Die einzelnen Ganglien sind teilweise auch durch Verschmelzung zu großen Nervenknoten konzentriert.

Hummer als „Nahrungsmittel“

Susanne Spröer vom Fernsehsender WDR äußerte sich in einer Dokumentarsendung folgendermaßen über Hummer: „Eine Delikatesse, die mit solcher Qual verbunden ist, sollte einem eigentlich den Appetit verderben.“

Fang und Transport

Zehntausende Fallen gehen jedes Jahr auf den Meeresgründen verloren und die gefangenen Hummer treiben den Rest ihres langen Lebens (mehr als 50 Jahre) ohne Aussicht auf Befreiung auf dem Meeresboden.
Der Nordseehummer, einst Leibspeise der Helgoländer Fischer ist mittlerweile fast ausgerottet. Im Atlantik gibt es noch größere Hummerbestände, doch auch in den USA und in Kanada bleiben immer mehr Körbe leer.
Jährlich werden etwa 800 Tonnen Hummer, das sind etwa 1 Million Tiere nach Deutschland importiert. Nach dem Fang werden die Hummer in großen Fabriken auf Fließbändern nach Größe sortiert und mit zusammengebundenen Scheren einzeln in Metallboxen verpackt. In Kühlhäusern bleiben sie ohne Futter manchmal wochenlang aufgestapelt, bis sie in engen, dunklen Transportkisten in alle Welt verschickt werden. Die im Sommer gefangenen Tiere werden monatelang, weiterhin mit zusammengebundenen Scheren, bewegungslos und ohne Nahrung, in engen Becken gehalten. Die Tiere werden nach dem Fang nicht mehr gefüttert, da ihre Fäkalien das Wasser verschmutzen könnten und müssen monatelang ohne Futter überleben. Ihre Scheren werden zusammengebunden, da sie Einzelgänger sind und sich gegenseitig angreifen würden.
Ihr Leidensweg endet schließlich damit, dass sie lebendig kopfüber in einen Topf mit kochendem Wasser geschmissen werden, gemäß der Tierschutz-Schlachtverordnung. Ihr Todeskampf kann bis zu 7 Minuten dauern.

Lebend gekocht werden tut weh

Wenn Hummer lebend in kochendes Wasser geworfen werden, schlagen sie wie wild um sich in dem verzweifelten Versuch zu entkommen. Für den Wissenschaftler Dr. John Baker sind dies eindeutig Reaktionen auf Schmerz und keine Reflexe.
Auch die Studie der European Food Safety Authority bestätigt, dass Hummer Schmerz empfinden können und außerdem erstaunlich lernfähig sind.
Nach Aussage des Luxusrestaurant-Kochs Bernhard Gössnitzer „ist es ein Märchen, dass Hummer, wenn sie in siedend heißes Wasser geworfen werden, sofort sterben. Meistens werden fünf Hummer auf einmal ins Wasser geworfen. Das kühlt das Wasser dementsprechend ab. Die Folter dauert so lange, bis das Wasser wieder heiß ist.“
In der Broschüre „Amtstierärztlicher Dienst und Veterinärkontrolle“ ist zu lesen: "Nach dem kopfüber Eintauchen sollte der Hummer mit einem geeigneten Küchengerät für zwei Minuten untergetaucht gehalten werden." Es stellt sich nun die Frage, warum es zwei Minuten dauern soll, wo doch nach Aussage zahlreicher Gastronomen, Hummer bereits nach wenigen Sekunden angeblich tot sind?
Dr. Jaren G. Horsley, Wissenschaftler am Northern Virginia Community College führt aus: „Als Zoologe für Wirbellose, der Krustentiere jahrelang studiert hat, kann ich Ihnen sagen, dass Hummer über ein ziemlich ausgeklügeltes Nervensystem verfügen. Hummer können, da bin ich sicher, Schmerz fühlen.“ Dr. Horsley befürchtet sogar, dass Hummer nicht wie Säugetiere über ein autonomes Nervensystem verfügen, das sie bei Schmerz in einen Schockzustand versetzt und sie daher enorme Qualen leiden, solange bis ihr Nervensystem beim Kochen zerstört wird. Auch Biologen um Robert Elwood von der Queen's-Universität in Belfast sind sich sicher, dass Hummer und auch kleinere Krebstiere Schmerz und Stress empfinden können. Sie reizten die Fühler der Tiere und beobachteten charakteristische Reflexe, wie sie auch bei Wirbeltieren vorkommen. Daher liege es nahe, auch den Krustentieren ein eigenes Nervensystem für die Schmerzempfindung zu attestieren, so die Forscher.

 


Die gesetzliche Grundlage für das Töten

Die gesetzliche Grundlage der Tötung von Krustentieren bildet die Tierschutzschlachtverordnung (TierSchlV) vom 3. März 1997. Die Tierschutzschlachtverordnung wurde seit 1936, mangels wissenschaftlicher Kenntnisse über das Schmerzempfinden von Krebstieren, nicht verändert. Im § 13, Absatz 8 steht geschrieben: „Krusten- und Schalentiere, außer Austern, dürfen nur in stark kochendem Wasser getötet werden; das Wasser muss sie vollständig bedecken und nach ihrer Zugabe weiterhin stark kochen.“

Alternative Tötungsmethoden

Für Hummer gibt es keine „humane“ Tötungsmethode. Man könnte sie lebend in der Mitte durchschneiden, das Gehirn mit einem Messer zerstören, oder man kann sie lebend kochen.
Aus diesem Grund sollte Hummer nicht mehr verkauft werden dürfen.

Andere Länder, andere Sitten

In Reggio Emilia, einer Stadt in Italien, in der Nähe von Bologna, zögerte der Bürgermeister nicht auszusprechen, was viele Menschen denken: das Kochen lebender Hummer ist eine „unnötige Tortur“ und wurde 2004 kurzerhand verboten. Das Übertreten des Verbots wird mit einer Geldstrafe von knapp 500 Euro bestraft.

 

 

Quelle: peta.de

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Kommentare (6)
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20.02.2010
nera8 hat geschrieben:
Das ist schrecklich. Aber wie überleben die überhaupt solange ohne Futter in diesen Transportboxen? Auf jeden Fall ein guter Bericht und das Verhalten von dem Bürgermeister ist vorbildlich, auch wenn es natürlich schwierig ist, das zu kontrollieren.
20.02.2010
Chiquita hat geschrieben:
Vielen Danke für diese Ansammlung an echten Beweisen!! Ich versuche schon seit längerem meinem Freudneskreis zu erklähren, dass alle Delikatessen auch mir Tierquälerei verbunden sind, wie Froschschenkel, Schnecken, Haifischflossen........ In diesem Artikel wird klar und deutlich gemacht welche Qualen nur eines dieser Delikatessen erleiden muss...
19.02.2010
Anni09 hat geschrieben:
Ich finde das total schrecklich. Ich denke, dass es vielen Menschen egal ist wie der Hummer zubereitet wird, weil dieses Tier nicht so süß aussieht wie beispielsweise ein Hund.

Super Bericht, sehr informativ :-)
19.02.2010
Caroline hat geschrieben:
Endlich hat mal jemand reagiert.
Andere Stätde und auch Länder (China.!!!) sollten sich daran ein Beispiel nehmen.!
19.02.2010
Linda hat geschrieben:
Toll, dass diese Tortur in Reggio Emilia so schnell verboten wurde, aber eben sehr traurig, dass es sonst quasi überall noch erlaubt ist und auch dass die Nachfrage noch immer sehr groß ist.
19.02.2010
Mensch hat geschrieben:
Hey cooler Beitrag.
Ist echt ne schweinerei was die da mit den Hummern machen.
Wieder ein grund mehr Veganer/Vegetarier zu werden :-)
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