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Gartenfreude – Arbeiten mit der Natur


von BioApfelKaetzchen
10.03.2012
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Gartenfreude – Arbeiten mit der Natur

Im Supermarkt fällt es oft schwer wirklich ökologisch gezogenes Gemüse oder Obst zu kaufen. Die Zucchini kommen aus Spanien, die Paprika sind in Bioqualität zu teuer und den Lieblings-Kürbis gibt es gar nicht erst...
Da ist es schön, wenn man sich zumindest hin und wieder Gemüse aus dem eigenen Garten holen kann. Man weiß, wo es herkommt, spart ein wenig Geld und es schmeckt super. Doch auch dieses Gemüse will erst gepflanzt, gepflegt und geerntet werden.
Bald ist wieder Pflanz- und Saatzeit im Gemüsebeet.
Frühe Sorten wachsen schon ab Februar im Freien und vieles lässt sich im Warmen vorziehen.
Arbeiten mit Pflanzen tut der Seele gut und einen Nutzen hat es auch noch. Es lohnt sich wirklich! Um sein eigenes Gemüse zu ziehen, braucht man nicht gleich einen großen Garten. Wem der Platz fehlt, kann auch auf dem Balkon oder zur Not auf einer sonnige Fensterbank seine Pflänzchen anbauen.

Besonders für eine größere Fläche gilt: Bevor das große Saatgut kaufen und Säen los geht, lohnt es sich etwas über die Anordnung der Pflanzen nachzudenken. Denn nicht alle Pflanzen mögen sich. In der Natur wächst keine Pflanze allein. Dort wächst nur zusammen, was zusammen gehört und die Pflanzen bilden so eine vielfältige Nachbarschaft.
Die Wissenschaft der Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen heißt Allelopathie. Man fand heraus, dass Wurzeln und Früchte verschiedene Gase und Säuren ausscheiden, die andere nicht vertragen. Einige Pflanzen profitieren besonders von bestimmten Bodenpilzen, wohingegen andere krank davon werden. Unterschiedliche Sorten (und vor allem Kräuter) können den Garten vor Schädlingen schützen und machen so chemische Bekämpfungsmittel überflüssig. Viele Mikroorganismen, die sich im Boden bilden oder vermehren, sobald bestimmte Pflanzen darauf wachsen, können andere Pflanzen je nachdem positiv oder negativ beeinflussen.
Um negative Einflüsse zu verhindern und positive zu fördern, kommt es auf die richtige Fruchtfolge und günstige Nachbarschaft an. Auf diese Weise lassen sich die Erträge und die Freude am eigenen Garten erheblich steigern. Künstlicher Dünger oder Hybridsorten sind vollkommen unnötig. Zu Beginn mögen einige Methoden der Mischkultur etwas ungewohnt erscheinen, doch das System bereitet durch seine Naturnähe und den geringeren Arbeitsaufwand von Jahr zu Jahr mehr Freude.

Jede Pflanze übt auf ihre Nachbarn einen gewissen Einfluss aus. Vor dem Setzen sollte man sich etwas Gedanken über die Anordnung der verschiedenen Sorten machen. Besonders profitabel sind z.B. folgende Kombinationen:

Sellerie mit Blumenkohl (beide Pflanzen können mehr Nährstoffe aufnehmen)
Kohl mit Tomaten oder Sellerie (der Kohlweißling hasst Tomaten- u. Selleriegeruch)
Salat mit Kohlrabi, Radieschen und fast allen anderen Pflanzen (Salat kann den Erdfloh abhalten und ist ein guter Lückenfüller)
Zwiebeln mit Karotten und den meisten anderen Pflanzen (Zwiebeln vertreiben Möhrenfliegen und bieten Schutz gegen Pilzerkrankungen und Mehltau)
Ackersalat unter Tomaten, Lauch und Kohl (Ackersalat spendet dem Boden Schatten, durchwurzelt ihn und hält ihn locker)


Kräuter: Verschiedene Kräuter können dem Garten auf zahlreiche Weise helfen. Viele halten Schädlinge ab (Kerbel verjagt z.B. Schnecken). Sie dienen als Insektenweide, unterstützen das Wachstum (z.B. Dill für Karotten und Gurken), beugen Krankheiten vor (z.B. Basilikum gegen Mehltau) oder spenden Schatten.
Dazu sind sie für unseren Körper sehr gesund und bringen Abwechslung in die Küche.

Achtung: Walnussbäume und Wermutsträucher sondern Stoffe ab, die die meisten Pflanzen nicht vertragen!
So eine Liste kann ewig weitergeführt werden. Ich empfehle euch ein Buch zur Mischkultur in der Bibliothek auszuleihen oder eines zu kaufen. Dort findet ihr umfangreiche Listen zu guten Pflanzenkombinationen. Oder schaut im Internet nach. ;)

Weitere Prinzipien:
Den Boden im Garten sollte man nur einmal im Jahr (am besten nach der letzten Ernte im Herbst) tiefgründig durchlockern. Ansonsten gilt die Devise: Den Boden nur so tief bearbeiten wie nötig. Dadurch bleibt die Wasserversorgung aus tieferen Schichten erhalten und wie in der Natur kann sich ein gesundes Bodenklima bilden.
Die gesamte Gartenfläche sollte nie unbegrünt sein. Das heißt die Erde ist stets von Pflanzenkulturen, Mulch, Gründünger, etc. bedeckt. So bleibt sie locker, trocknet langsamer aus, das Bodenleben bleibt stets in Gange und (ein nicht von der Hand zu weisender Vorteil ^-°) das unliebsame Unkraut wird unterdrückt.
Wer gut plant, kann je nach gewählten Sorten zwei bis drei Ernten auf einer Fläche einholen. Einige Sorten sollte man versetzt aussäen, damit man fortlaufend frisch ernten kann, z.B. Salat, Karotten, Radieschen, Spinat, kurzlebige Kräuter,...
In der Mischkultur wird gerne das System von sich abwechselnden Ernte- und Düngereihen angewandt. Auf den Erntereihen wachsen die Pflanzenkulturen (am besten in Mischkultur). Die Düngereihen sind stets von organischem Material bedeckt. Hierfür eignet sich Rasenschnitt, Reifekompost, Brennnesseln, Kräuter, etc. (WICHTIG: Rasen, Brennnesseln, usw. nur vor der Blüte auf die Reihen legen, sonst gehen sie als unerwünschtes Unkraut im Garten auf!). Dieses Material erzeugt Flächenkompost und die Pflanzen können sich links und rechts nach Herzenslust bedienen.
Einige Gärtner richten sich beim Bearbeiten ihres Gartens auch nach dem Mond. Es gibt zahlreiche Mondkalender, in steht, was wann getan werden kann.

Tipps:
Eine wahre Kraftbrühe für den Garten und noch dazu krankheits- und schädlingsvorbeugend sind verschiedene Kräuterjauchen. Bekannt ist z.B. die Brennnesseljauche. Dazu nehme man 100Gramm Brennnessel auf 1Liter Wasser. Gebe die zerkleinerten Pflanzen in das Wasser und lasse alles etwa 1 bis 4 Wochen gären. Die fertige Jauche wird im Verhältnis 1:10 verdünnt und im Garten verteilt. Gegen Schädlinge können Kräuter (Lavendel, Salbei, Thymian oder Ysop) zugegeben werden. Gegen Pilzbefall wirken Schachtelhalm, Knoblauch, Zwiebeln und Bärlauch.
Knoblauchbrühe ist außerdem ein wunderbares Mittel gegen Schnecken. Verdünnt auf den verführerischen Salat aufgesprüht hält sie die ungeliebten Gesellen fern. Nicht nur Menschen und Vampire scheinen den unangenehmen Geruch nicht zu mögen. ; )

In diesem Artikel konnten viele Themen nur angerissen werden. Es gibt noch vieles, was man über Gärten und Gemüse schreiben könnte. Es ist ein Gebiet auf dem man sich lebenslang informieren und fortbilden kann. Die vielfältige Natur hält immer wieder neue Wunder für uns bereit. Seit er sesshaft geworden ist, versucht der Mensch den Ackerbau zu perfektionieren und die Erträge zu steigern. Leider gerät er dabei in jüngster Zeit auf schlimme Irrwege. Gentechnik und künstliche Dünge- bzw. Schädlingsbekämpfungsmittel können vielleicht den Ertrag der Pflanzen kurzweilig steigern, schaden aber unserem Planeten.
Ich selbst bin auch erst Anfängerin, was das Gärtnern angeht. Dennoch hoffe ich, dass ich ein wenig euer Interesse wecken konnte.
Wer weiß, vielleicht werden wir bald unsere gärtnerischen Fähigkeiten neu entdecken müssen, um zu überleben. Wenn das Öl ausgeht und die Infrastruktur zusammenbricht...

Ich wünsche euch viel Spaß im Garten und eine reiche Ernte! *-*

Quellen:

Erfolgreich Gärtnern durch Mischkultur (von Hans Wagner)

Bilderquellen:

http://green-24.de/forum/files/thumbs/t_kraeuter_156.jpg
http://experimentselbstversorgung.net/wp-content/uploads/2010/08/DSC03548.jpg?9c1df9
http://www.gaertnerhof-roellingsen.de/images/images-neu/gemuesekiste.jpg
http://green-24.de/forum/files/thumbs/t_753_big_918.jpg
http://www.kgv-daueranlage-amdammsteg.de/pic/brennesseljauche1.jpg

P.S.: Schaut doch mal in der Gruppe für Mischkultur vorbei. Je mehr Leute wir sind umso besser! ^-°

 

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Kommentare (7)
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03.06.2012
Flora212 hat geschrieben:
Der Artikel ist schon etwas älter...aber trutzdem gut, vielen Dank.
Vielleicht berichtest du mal, wie es in den letztenMonatengelaufen ist...
22.03.2012
BioApfelKaetzchen hat geschrieben:
Haha, hört sich witzig an, die Kartoffel im Topf!
Ausgebrannt hab ich auch als Hörbuch gehört, wirklich zu empfehlen.
Wie dachtet ihr das mit den Artikeln, soll dann einen großen Bericht schreiben oder immer wieder einen Artikeln?
Bis jetzt hab ich erst ein paar Pflänzchen auf der Kellerfensterbank in Vorzucht.
22.03.2012
HannaS hat geschrieben:
Vielen Dank für den Artikel!
Ich bin auch ganz wild darauf, mal was anzubauen, habe aber keinen Garten und keinen Balkon. Dafür ist die Fensterbank schon voller Töpfe - sogar eine Kartoffel wächst in einem alten Topf, und obwohl ich eigentlich nur sehen wollte, wie schnell sie wächst und blüht etc. hat sie schon eine Tochterknolle gebildet :)
Deinen letzten Satz habe ich auch schon oft im Kopf gehabt in letzter Zeit... Spätestens seit ich "Ausgebrannt" von Andreas Eschbach als Hörbuch gehört habe, da geht es auch um das Ende des (billigen) Öls und wie die Menschen damit umgehen.
Ach ja, zu Midoris Vorschlag: Ich fände das auch sehr spannend!
12.03.2012
Carina hat geschrieben:
Meine Mutter und ich hatten auch schon geplant, jetzt im Frühling und Sommer Gemüse auf dem Balkon anzupflanzen :)
12.03.2012
midori hat geschrieben:
*Hehe* Dein letzter Satz ist gut! :D Mein kleines Zimmergewächshaus steht gerade neben der Heizung. Ich hoffe inständig, dass es klappt! :o) Magst Du nicht vielleicht in einem Artikel von Deinem Vorgehen berichten? Wie eine Art Tagebuch? Das fände ich total spannend! Ehrlich! :o)
11.03.2012
BioApfelKaetzchen hat geschrieben:
Letztes Jahr hab ich damit angefangen die Anordung der Gemüsesorten bewusst zu wählen. Dieses Jahr hab ich einen Plan für den Garten gemacht und will mehr mit Mulch usw. arbeiten. Man muss nicht gleich alles umsetzten. Am besten man findet seinen eigenen Weg.
10.03.2012
CuddlyKoala hat geschrieben:
Coole Idee, netter Artikel- danke! Hast du das denn auch schon mal ausprobiert?
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