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Garnelenfarmen bedrohen Mangrovenwälder


von Sarah25
02.01.2012
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Shrimpsspieße, Shrimpscocktail, Reis mit Shrimps... dies sind nur ein paar Gerichte zur Verarbeitung von Shrimps. Fast in jedem Supermarkt Deutschlands sind diese Krustentiere zu finden. Doch welche ökologischen Auswirkungen die Garnelenzucht hat, wissen nur die wenigsten Konsumenten. Wer denkt denn schon beim Kauf von Garnelen daran, dass er zur Vernichtung der Mangrovenwälder in Indonesien beiträgt und damit Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubt?

Mit der „blauen Revolution“ in den 80er Jahre fing alles an. Die Garnelenzüchtung wurde damals als Lösung für die Ernährungsprobleme angepriesen, da Garnelen sehr eiweißhaltig sind und man somit den Hunger der Welt stillen könnte. Am Anfang der industriellen Garnelenzucht stand also ein humanitärer Ansatz, welcher jedoch schnell dem Gedanken an großem Profit wich. Auf einem Hektar Mangrovenwald können bis zu 12 Tonnen Fisch und Krustentiere jährlich produziert werden. Deswegen sind die Magrovenwälder für die Garnelenzucht ein besonders beliebter Standort, jedoch mit gravierenden ökologischen Folgen.

Tote Mangrovenbäume senken ihre kahlen Zweige über mehrere Reihen baufälliger Wasserbecken. Nicht selten bietet sich dieser Anblick bei einer Fahrt durch die Mangrovenwälder. Oft werden Garnelenfarmen aufgegeben, da eine Viruskrankheit oder ähnliches den Bestand stark dezimiert hat. Die Farmer versuchen ihr Glück andernorts und lassen das zerstörtes Ökosystem zurück.

                                                                       Mangroven

Etwa eine Milliarde Menschen sind weltweit von den Mangrovenwäldern abhängig. Es liefert ihnen Nahrung, Brennholz und auch Schutz. Denn Mangrovenwälder schützen die Küstengebiete durch ihre Wurzelfauna vor Erosion und Wirbelstürmen. Auch für die Artenvielfalt sind Mangroven von großer Bedeutung. Ihre Nährstoffe dienen vielen Arten als Nahrung und etwa die Hälfte aller Fischarten pflanzen sich in den Mangrovenwäldern fort. Somit hat ihre Zerstörung auch schwerwiegende ökonomische Folgen. Heute gelten Mangroven als das am stärksten bedrohte Ökosystem der Welt. Ein Drittel ihrer Zerstörung geht auf die Garnelenzüchtung zurück.

Die Schuld an dieser ökologischen Katastrophe liegt aber weniger bei den Krabbenfarmern selbst als bei den großen Unternehmern. Sie zerstören die Mangroven und entreißen der lokalen Bevölkerung ihre Lebensgrundlage, denn diese leben oft vom Fischfang. Folglich bleibt den Einheimischen oft nichts anderes übrig, als Arbeit auf den Krabbenfarmen zu suchen. Doch die Arbeitsbedingungen und Bezahlungen sind alles andere als human. Das Unternehmen legt den Preis fest und die Arbeiter müssen ein bestimmtes Produktionsquantum unter allen Umständen einhalten. Dezimiert eine Krankheit den Garnelenbestand so müssen die Krabbenfarmer, also die Einheimischen, für die Verluste aufkommen. Die großen Unternehmen sind nur an schnellem Profit interessiert, welcher auf Kosten der natürlichen Ressourcen, der Artenvielfalt und der ansässigen Bevölkerung geht.

Es bleibt also die Aufgabe der Verbraucher die letzten Mangrovenwälder der Erde zu schützen. Schließlich können wir mit unserem Kaufverhalten die Produzenten beeinflussen. Das einfachste ist es daher ganz auf Shrimps zu verzichten. Ihr wollt weiterhin Shrimps essen? Dann achtet beim Kauf auf die Siegel von MSC, Bio oder Naturland. Naturland hat in Equador die erste ökologische Shrimpfarm zertifiziert.

Es gibt also noch Hoffnung für die Mangrovenwälder und ihr Schicksal liegt in unserer Hand.

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Kommentare (5)
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04.01.2012
Sarah25 hat geschrieben:
Ja leider ist der Shrimpskonsum eher ansteigend als rückläufig und ich glaube auch das Restaurants oft billige Shrimps nehmen. Deswegen wenn schon Shrimps essen, dann am besten zu Hause zertifizierte essen. Dann fühlt man sich auch besser ;)
@ Lukas: Ich glaub richtige Gesetzinitiativen gab es noch nicht, schließlich stehen die Regierungen ja auch von den Unternehmern unter Druck. Das Problem ist so ähnlich wie die Abholzung des Regenwaldes in vielen Gegenden. Man holzt ab, man züchtet Garnelen, man verschmutzt die Umwelt und wenn nicht legal dann eben illegal.
Das ist zwar traurig aber oft wahr :(
04.01.2012
Dave626 hat geschrieben:
Ich glaub ich werde nie wieder Shrimps essen können, ohne vorher zu wissen wo sie herkommen...
Pizza Scampi bei Alfredo, adé. :D
Jedoch denke ich müsste da mehr gemacht werden. Wenn man allein schaut wie viele Tonnen Garnelen und dergleichen in Pizzarien, China Restaurants mit Buffet und anderen Lokalen angeboten werden, wird der Konsum wohl in Zukunft eher steigen als zurückgehen und somit werden mehr Mangrovenwälder zu Grunde gehen.
Ich denke die meisten Gastronomien nehmen wohl ausschließlichste das Billigste, was es auf dem Markt gibt, und das wäre in diesem Fall die Garnele aus der Zucht. :(
03.01.2012
midori hat geschrieben:
Leider war mir das schon bekannt, aber Du hast das super schön und einwandfrei zusammengefasst und einen Überblick gegeben. Ein Glück esse ich diese kleinen Tierchen nicht. Finds einfach schrecklich, wenn da meist noch Augen und Beine dran sind! Es ist einfach nur traurig und ich schätze, es würden wesentlich weniger Menschen diese Produkte kaufen, wenn sie wüssten, was dahinter steht.

Danke! Lesenswert! ;o)
02.01.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ich wusste nicht, dass es so verheerend ist. Zum Glück esse ich sowieso keine Shrimps, weil es mir schon Leid tat, dass so viele Tiere für so wenig Fleisch sterben müssen.
02.01.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Ich weiß nicht ob das bei der Shrimp-Zucht auch so ist,aber wenn es um Sojafelder geht,dürfen die Unternehmen auch meistens einfach abholzen.. Die Politik sitzt da sozusagen zwischen zwei Stühlen,da sie einerseits von den Unternehmen eine Menge Geld bekommen & diese den Leuten auch (vorübergehend) Arbeitsplätze bieten und auch die Infrastruktur ausbauen lassen ABER natürlich hat diese Abholzung katastrophale Folgen :/ sicher gibt es Schutzgebiete,wo das Abholzen verboten ist. Das hindert aber Leute immernoch nicht daran die Bäume einfach illegal abzuholzen und das Land anders zu nutzen.. Traurig :(
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