Shrimpsspieße, Shrimpscocktail, Reis mit Shrimps... dies sind nur ein paar Gerichte zur Verarbeitung von Shrimps. Fast in jedem Supermarkt Deutschlands sind diese Krustentiere zu finden. Doch welche ökologischen Auswirkungen die Garnelenzucht hat, wissen nur die wenigsten Konsumenten. Wer denkt denn schon beim Kauf von Garnelen daran, dass er zur Vernichtung der Mangrovenwälder in Indonesien beiträgt und damit Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubt?
Mit der blauen Revolution in den 80er Jahre fing alles an. Die Garnelenzüchtung wurde damals als Lösung für die Ernährungsprobleme angepriesen, da Garnelen sehr eiweißhaltig sind und man somit den Hunger der Welt stillen könnte. Am Anfang der industriellen Garnelenzucht stand also ein humanitärer Ansatz, welcher jedoch schnell dem Gedanken an großem Profit wich. Auf einem Hektar Mangrovenwald können bis zu 12 Tonnen Fisch und Krustentiere jährlich produziert werden. Deswegen sind die Magrovenwälder für die Garnelenzucht ein besonders beliebter Standort, jedoch mit gravierenden ökologischen Folgen.
Tote Mangrovenbäume senken ihre kahlen Zweige über mehrere Reihen baufälliger Wasserbecken. Nicht selten bietet sich dieser Anblick bei einer Fahrt durch die Mangrovenwälder. Oft werden Garnelenfarmen aufgegeben, da eine Viruskrankheit oder ähnliches den Bestand stark dezimiert hat. Die Farmer versuchen ihr Glück andernorts und lassen das zerstörtes Ökosystem zurück.

Mangroven
Etwa eine Milliarde Menschen sind weltweit von den Mangrovenwäldern abhängig. Es liefert ihnen Nahrung, Brennholz und auch Schutz. Denn Mangrovenwälder schützen die Küstengebiete durch ihre Wurzelfauna vor Erosion und Wirbelstürmen. Auch für die Artenvielfalt sind Mangroven von großer Bedeutung. Ihre Nährstoffe dienen vielen Arten als Nahrung und etwa die Hälfte aller Fischarten pflanzen sich in den Mangrovenwäldern fort. Somit hat ihre Zerstörung auch schwerwiegende ökonomische Folgen. Heute gelten Mangroven als das am stärksten bedrohte Ökosystem der Welt. Ein Drittel ihrer Zerstörung geht auf die Garnelenzüchtung zurück.
Die Schuld an dieser ökologischen Katastrophe liegt aber weniger bei den Krabbenfarmern selbst als bei den großen Unternehmern. Sie zerstören die Mangroven und entreißen der lokalen Bevölkerung ihre Lebensgrundlage, denn diese leben oft vom Fischfang. Folglich bleibt den Einheimischen oft nichts anderes übrig, als Arbeit auf den Krabbenfarmen zu suchen. Doch die Arbeitsbedingungen und Bezahlungen sind alles andere als human. Das Unternehmen legt den Preis fest und die Arbeiter müssen ein bestimmtes Produktionsquantum unter allen Umständen einhalten. Dezimiert eine Krankheit den Garnelenbestand so müssen die Krabbenfarmer, also die Einheimischen, für die Verluste aufkommen. Die großen Unternehmen sind nur an schnellem Profit interessiert, welcher auf Kosten der natürlichen Ressourcen, der Artenvielfalt und der ansässigen Bevölkerung geht.
Es bleibt also die Aufgabe der Verbraucher die letzten Mangrovenwälder der Erde zu schützen. Schließlich können wir mit unserem Kaufverhalten die Produzenten beeinflussen. Das einfachste ist es daher ganz auf Shrimps zu verzichten. Ihr wollt weiterhin Shrimps essen? Dann achtet beim Kauf auf die Siegel von MSC, Bio oder Naturland. Naturland hat in Equador die erste ökologische Shrimpfarm zertifiziert.
Es gibt also noch Hoffnung für die Mangrovenwälder und ihr Schicksal liegt in unserer Hand.
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@ Lukas: Ich glaub richtige Gesetzinitiativen gab es noch nicht, schließlich stehen die Regierungen ja auch von den Unternehmern unter Druck. Das Problem ist so ähnlich wie die Abholzung des Regenwaldes in vielen Gegenden. Man holzt ab, man züchtet Garnelen, man verschmutzt die Umwelt und wenn nicht legal dann eben illegal.
Das ist zwar traurig aber oft wahr :(
Pizza Scampi bei Alfredo, adé. :D
Jedoch denke ich müsste da mehr gemacht werden. Wenn man allein schaut wie viele Tonnen Garnelen und dergleichen in Pizzarien, China Restaurants mit Buffet und anderen Lokalen angeboten werden, wird der Konsum wohl in Zukunft eher steigen als zurückgehen und somit werden mehr Mangrovenwälder zu Grunde gehen.
Ich denke die meisten Gastronomien nehmen wohl ausschließlichste das Billigste, was es auf dem Markt gibt, und das wäre in diesem Fall die Garnele aus der Zucht. :(
Danke! Lesenswert! ;o)
Ich muss sagen, dass ich da auch nicht einfach so drauf gekommen wäre.
Klar, dass auch der Konsum von Shrimps sicherlich nicht folgenlos ist, aber das ist ja wirklich verheerend.
Danke für den Artikel :)
Gab es Gesetzesinitiativen, z.B. für eine Eingrenzung der Shrimp-Zucht in den Mangrovenwäldern oder sogar ein Verbot? Das würde mich noch interessieren..
Oft ist es ja so dass auch die Politik in den betroffenen Ländern geringes Interesse an den Folgen für die Natur haben, weil sie ebenfalls profitieren.