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Frisch auf den Müll


von Carina
02.10.2010
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79 P

Schockierende Zahlen: Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet auf dem Müll. Gleichzeitig gibt es schätzungsweise 900 Millionen Hungernde auf der Welt. Und über eine Milliarde Menschen verhungert jedes Jahr.

Das meiste wird schon auf dem Weg vom Acker zum Esstisch weggeworfen, bevor es uns Verbraucher überhaupt erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot.

„Ein Bauer muss schon auf dem Feld 40 bis 50 Prozent seiner Kartoffeln aussortieren, weil sie optisch nicht den Anforderungen des Handels entsprechen“, weiß Valentin Thurn. Er hat im Rahmen der ARD-Themenwoche "Essen ist Leben" einen Film über die Verschwendung von Lebensmitteln in Deutschland gedreht mit dem schönen Titel: „Frisch auf den Müll“.

Das Ausmaß der Verschwendung ist den Wenigsten klar. Brot von gestern, Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist und nicht verkauftes Gemüse sind zwar einwandfreie Ware, entsprechen aber den EU-Normen nicht mehr. Sie werden vernichtet. Das für die Produktion und die Bereitstellung notwendige Wasser dieser weggeworfenen Produkte geht dadurch ebenfalls verloren. Daran schuld sind nicht zuletzt auch die Supermärkte, die immer ein kleines Überangebot haben, damit wir vor vollen Regalen stehen.

„Auch der Konsument selber ist Teil des Problems“, sagt Valentin Thurn. „Aber das meiste wird weggeworfen, bevor es unseren Esstisch überhaupt erreicht.“ Die Arbeit an dem Film hat ihm selbst die Augen geöffnet. „Ich habe angefangen mein Verhalten zu ändern“, sagt er. Er weiß jetzt, dass ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum bei vielen Lebensmitteln (z. B. Joghurt) keinerlei Gefährdung für die Gesundheit darstellt. Nur bei Fleisch und Fisch sollte es unbedingt eingehalten werden.

Allgemein trägt der Fleischkonsum viel zur Lebensmittelverschwendung bei. Aus zehn Kilogramm Getreide kann nur ein Kilogramm Rindfleisch hergestellt werden. Es wird für die Lebenserhaltung des Tieres verbraucht. Direkt verwendet bieten Getreide und andere Feld- und Waldfrüchte aber die zehnfache Menge an Lebensmitteln.

Doch was für Auswirkungen hat unsere Verschwendung auf die Menschen in Entwicklungsländern? „Heutzutage ist die Verflechtung auf dem Weltmarkt extrem eng“, erklärt Valentin Thurn. „Wir kaufen unsere Nahrungsmittel auf demselben Weltmarkt wie die Dritte Welt Länder. Das heißt, alles was wir zu viel kaufen und wegschmeißen, sorgt für mehr Nachfragen und damit für höhere Preise auf dem Weltmarkt.“

Selbst auf das Weltklima wirkt sich unser Wegwerf-Verhalten aus. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger, Pestiziden und rodet den Regenwald, sie ist damit für mehr als ein Drittel der Treibhausgase verantwortlich. Wenn Nahrungsmittel auf der Müllkippe verrotten, entweicht zusätzlich Methangas, das sich auf die Erderwärmung 25mal so stark auswirkt wie Kohlendioxid.

Valentin Thurn fand weltweit Menschen, die die irrsinnige Verschwendung zu stoppen versuchen: so genannte Mülltaucher, die Nahrungsmittel aus den Abfall-Containern der Supermärkte retten, Supermarkt-Direktoren, die ihre Kunden davon überzeugen, weniger klimaschädliche Produkte zu kaufen, Verbrauchervereine, die Bauern und Kunden direkt zusammenbringen. Kleine Schritte, die aber viel bewirken könnten: Wenn wir in den Industrieländern die Lebensmittelverschwendung nur um die Hälfte reduzieren, hätte das auf das Weltklima denselben Effekt, als ob wir auf jedes zweite Auto verzichten.

Der Regisseur hofft mit seinem Film die Verbraucher zu erreichen und zum Umdenken bewegen zu können. Doch letztlich weiß er, dass vor allem die strengen Standards und das Regelwerk zwischen Handel, Landwirtschaft und Politik geändert werden muss. Zu sehen ist der Film am 20.10.10 um 23:30 Uhr, im Ersten.


Quellen:
http://www.wdr.de/radio/wdr2/samstag/573802.phtml
http://www.ad-hoc-news.de/frisch-auf-den-muell-die-globale--/de/News/21637100

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
14.11.2010
Karl hat geschrieben:
stichwort: dumpster diving! eine kunst :)
04.10.2010
Taki hat geschrieben:
Wir sind halt eine Wegwerfgesellschaft
03.10.2010
heikoko hat geschrieben:
Ein wirklich wichtiges Thema, das du da ansprichst!
Gerade das Mindesthaltbarkeitsdatum führt viele Menschen in die Irre. Aber in unserer Gesellschaft wird ja schließlich alles mit Regeln und Vorschriften bestückt, an die man sich halten kann. Doof nur, wenn der Verbraucher die Regeln nicht ganz verstanden hat und Produkte, die "abgelaufen" sind, unnötig weggeschmissen werden.
02.10.2010
Morgan hat geschrieben:
Als ich mal mit meinem Opa in einem Restaurant gegessen habe,hat er nach dem Essen ein paar Knochen und Reste einpacken lassen,obwohl wir genug Hundefutter für den Hund hatten.Mein Opa hat mir danach erklärt,für wie sinnlos er diese EU-Regelungen da hält,das die Restaurante das ganze Essen,welches übrig bleibt,wegwerfen und vernichten müssen.Er hat die Reste für die Schweine der Nachbarn einpacken lassen...
Vor der EU konnte man die Reste zu Mastbetrieben schicken oder so (zumindest war das in Ungarn so)-auch nicht gut,aber besser,als sie zu verbrennen.
02.10.2010
Helen hat geschrieben:
es ist einfach auch absolut unlogisch. Schon längst steht fest, dass es auf der Erde genug Nahrungsmittel für alle gibt, aber immer noch müssen die armen Leute hungern!!
Ich denke auch, dass hier in Europa und so durch diese Massenproduktion auf die billigste Weise (auch wenn die Nahrung dann halb aus Chemie besteht) die Menschen das Wertschätzungsgefühl verlieren. Sie denken: "Warn ja bloß die 20 Cent, da kann ich das auch wegwerfen."
Die Leute verstehen gar nicht mehr, dass Nahrung für andere noch was Lebenswichtiges ist...
02.10.2010
Marielle hat geschrieben:
den film muss ich unbedingt ansehen. ich hab leider im moment viele schlechte erfahrungen damit gemacht, wie andere menschen mit lebensmitteln umgehen. ich mache im moment ein fsj in einem hort und dort wird auch jeden tag frisch gekocht. nur das problem ist, dass die köchin immer viel zu viel kocht. manchmal schmeißt sie 2 mülltüten voller essen weg, weil es nicht gegessen wurde. das ist die reiste verschwendung!
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