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Fish and Gripps


von Marcel
14.04.2009
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Fischerei ist keine romantische Schiffstour, sondern ein knallhartes Geschäft. Und wenn wir uns nicht bald schlauer dabei anstellen, sind die Meere schnell leer. Erst im März hat ein Report der UN-Welternährungsorganisation FAO gezeigt, dass die Zahl der bis an die Grenzen gejagten Fischbestände zwischen 2004 und 2006 erneut gestiegen ist. Von 77 auf 80 Prozent!  Wir müssen nicht auf Fisch verzichten, aber wir müssen Fisch so fangen, dass genug davon übrig bleibt. Der WWF empfiehlt das Bio-Label "MSC" - MSC-Fisch ist clever gefangener Fisch, weil die Meere geschont werden.

altWWF-Fischereiexpertin Karoline ist entsetzt über die Plünderung der Meere: "So riskieren wir, dass viele Fischbestände zusammenbrechen. Und das ist eine Riesengefahr für die Entwicklungs- und Schwellenstaaten, die den Fisch als Nahrungsquelle brauchen. Außerdem sind hunderttausende Arbeitsplätze in Gefahr, wenn die Fischgründe verschwinden. Und natürlich auch das Ökosystem Ozean, das sich bald in eine Unterwasserwüste verwandelt."

Überfischung - der globale Kahlschlag gegen alles Essbare im Meer. Jetzt schon finden die Fischer immer weniger Beute in ihren Netzen. Höchste Zeit, die Fischerei zu ändern. Auch indem wir nur noch Fisch kaufen, der mit Rücksicht auf die Natur gefangen wird. Welcher Fisch das ist? Nicht so leicht zu sagen, denn je nach Art und Region ist jede Sorte mal mehr, mal weniger schlimm für die Meere. Für den Durchblick an der Gefriertheke sorgt aber ein Label, das wie das bekannte Bio-Label Öko-Fisch auszeichnet. Es ist blau mit einem Fischsymbol drin und heißt MSC.

London sagt, wo's lang geht: Seit 1999 ist der MSC (der "Marine Stewardship Council") eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in er brittischen Haupstadt. Unabhängige Experten aus aller Welt legen fest, was eine gute Fischerei ausmacht: keine Überfischung, nur so viele Fische wie jeweils nachwachsen können, das Gleichgewicht der verschiedenen Lebensformen im Meer beibehalten, bedrohte Arten nicht fischen, keine zerstörerischen Fangmethoden und viele Regeln mehr. Schon rund vier Prozent des globalen Fischfangs wird nach MSC-Regeln gefischt.

altNoch nicht wahnsinnig viel, aber immerhin ein Erfolg. Denn lange Jahre musste der MSC Fischer, Händler und Politiker überzeugen, dass so ein Siegel notwendig ist. 2005 kam dann der Durchbruch: Die weltgrößte Weißfischfischerei - Alaska Seelachs in der Bering See und den Aleuten - wurde MSC-tauglich. Die Fischerei landete in den letzten 20 Jahren durchschnittlich 1,1 Millionen Tonnen an. Jeder fünfte Fisch in Deutschland ist Alaska Seelachs. Die Folge: Nun gibt es auch wieder Fischstäbchen, die du mit gutem Gewissen essen kannst. Schau also bei jedem Fischprodukt, das du einkaufst, ob das blaue MSC-Logo auf der Packung ist.

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