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EI EI EI- Was für EIne Überraschung


von Veggieburger
05.04.2012
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Ostern steht vor der Tür. Die Supermärkte quellen vor Schokohasen und -Eiern über.
Überall sieht man bunte Ostereier an Sträuchern hängen und Hasenfiguren im Vorgarten stehen.
Ich möchte ein ausgedehntes Osterfrühstück vorbereiten und dafür muss ich Ostereier färben! Bio-Eier natürlich, mit einem alten Rote Beete- Rezept von meiner Großmutter.

Die rote Beete köchelt schon auf dem Herd, während ich eine Packung Eier aus dem Keller hole.
„ 6 Bio- Eier“ steht auf dem Etikett. Ich nehme ein Ei heraus und möchte es grade in den Topf mit der dampfenden Roten Beete legen, da springt mir der rote Aufdruck auf dem Ei ins Auge. 0-DE-0521041 steht da.
Ich weiß, dass man anhand dieses Codes das Ei bis auf den Betrieb zurückverfolgen kann und weil es mich ernsthaft interessiert woher meine Ostereier eigentlich kommen, setzte ich mich an den Computer und finde  nach kurzem Suchen die Seite www.was-steht-auf-dem-ei.de.

Diese Seite ist wirklich interessant.
Die 0 am Anfang steht für Biohaltung und DE ist die Abkürzung für Deutschland. Die Zahl danach ist die Legebetriebsnummer des jeweiligen Betriebs.

Weitere Nummerncodes hier

Mein Ei kommt aus Nordrhein-Westfalen. Gut, denke ich mir und versuche genaueres über den Betrieb heraus zu finden.
Doch was ich dann finde, entsetzt mich zutiefst! Offenbar gab es erst vor kurzem einen Dioxinskandal in diesen Bio-Betrieb und nun sind alle Verbraucher aufgerufen die Eier mit dieser aus dem Verkehr zu ziehen.
„Bis zu diesem Zeitpunkt sei noch nicht bekannt woher die Dioxin-Belastung stamme“, so das Verbraucherschutzministerium NRW.
Dioxin… auf einem Biohof? Woher soll das denn kommen?

Quelle: http://www.flickr.com/photos/76396687@N02/6856668021/
Quelle: http://www.flickr.com/photos/76396687@N02/6856668021/

Doch je mehr ich über diesen Hof lese, desto klarer wird mir, dass von einem „Hof“ kaum mehr die Rede sein kann. Vielmehr ist es ein großer Betrieb. 25000 Legehennen werden dort gehalten!
Was? -Zuerst denke ich, ich habe mich verlesen, aber es stimmt! 25000 Hühner! Das ist doch kein Bio-Betrieb! Widersprechen diese Anzahl von Hühnern und „Bio“ nicht?

Ich lese die Richtlinien für Bio-Haltung und dann wundert mich nichts mehr. Auch Bio-Hennen dürfen bis zu 3000 in einem Raum leben und für jedes Huhn steht nur 1/6 Quadratmeter zur Verfügung.
Irgendwie hatte ich mir unter „Bio“ etwas anderes vorgestellt!

Nachdem ich den Schock überwunden habe, schaffe ich es dann doch noch ein Osterfrühstück zu zaubern, aber ganz ohne Hühner-Eier. Stattdessen hat jeder ein großes Schoko Ei in seinem Eierbecher. Das ist zwar nicht so gesund, aber immerhin hühnerfreundlich und schmecken tut es ja auch.
 

Quelle Bild1: http://www.flickr.com/photos/meyerfelix/4280832921/

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Kommentare (15)
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07.04.2012
Veggieburger hat geschrieben:
1/6 habe ich in verschiedenen Quellen gelesen. Aber das bezieht sich nur auf die Stallfläche. Auslauf haben die Hennen mehr und es gibt ja auch Unterschiede zwischen Legehennen und Schlachthenne. Aber die Auflistung von den Biosiegeln ist klasse:)
07.04.2012
TaniaTukan hat geschrieben:
@SaveTheWorld: danke für den Link - der erklärung des WWF glaube ich schon eher. Der 1/6 qm ist meiner meinung nach ein Recherche- oder schreibfehler. Ich habe auf einer internetseite in ein und dem selben absatz 1/6 und 6 quadratmeter gefunden. es ist ein trugschluss, dass freilandeier besser sind als bioeier, denn bei der biohaltung sind die reglungen der freilandhaltung übernommen und um viele faktoren verbessert. trotzdem ist es natürlich das beste, die eier direkt beim bauern zu kaufen.
06.04.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ich kenne die Hühner, deren Eier wir kaufen jetzt zum Glück auch persönlich. Ich mache gerade ein Praktikum auf einem Biobetrieb und dort wohnt der Großteil der Hühner in Hühermobilen, also fahrbaren Häusern, die man nach Bedarf an eine frische Grasstelle umparken kann. Tagsüber können die Hühner draußen scharren oder drinnen sein, wie sie wollen.
Von dem Dioxin habe ich im Radio gehört. Schon bitter das alles.
06.04.2012
SaveTheWorld. hat geschrieben:
Hier findet ihr eine Tabelle mit der Übersicht zur Fleischproduktion: http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Verlgeich_Kriterien_10102011final.pdf
06.04.2012
SaveTheWorld. hat geschrieben:
Erstmal: Ein super Artikel! Der Einstieg war richtig interessant & ich konnte bis zum Schuss nicht aufhören weiterzulesen :)
Das ist wirklich ein Skandal! abe mich schon länger mit dem "Bio-Bluff" beschäftigt und habe dazu Bücher und Artikel gelesen. Der WWF bietet da auch viele Infos, vor allem was die Bio-Siegel und ihre Bedingungen angeht: http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/vernuenftig-einkaufen/bio-eier/ und http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/vernuenftig-einkaufen/das-bio-siegel/
06.04.2012
BioApfelKaetzchen hat geschrieben:
Und das es ist erst ein Teil von dem ganzen " Schwindel"! Die meisten Bio-Lege-Hühner kommen von einem der 3 großen Hühnerzuchtfirmen und da werden nun mal die männlichne, unrentablen Küken vergast. Sogar der Demeter-Hof auf dem ich Praktikum gemacht habe, hatte solche Hennen, weil sich andere Rassen nicht lohnen. Sie hatten zwar auch ein paar " Zweinutzungshühner" aber nur von denen zu halten würde sich einfach nicht für sie lohen, Keiner würde so teure Eier kaufen- hat man mir zumindest erzählt.

Ich verzichte darum auf Eier, es sei denn sie kommen von den zwei Hühnern meiner Cousine.
05.04.2012
Oekojule hat geschrieben:
Das ist echt ein Skandal, wie der Verbraucher verarscht wird. Ich gehöre auch zu denen, die bewusst und bevorzugt Bio einkaufen. Wenn dann so etwas dabei raus kommt, hab ich echt keine Lust mehr auf Bio. Bzw., wie du schon sagst, Veggieburger, achte ich dann auf Verbandslogos wie Naturland, Bioland, Demeter, Biokreis oder auch die GÄA. Nur, so viel Auswahl gibt der Lebensmittelladen leider nicht (immer) her.

Dass die Verbände verschärfte Richtlinien haben, ist Fakt. Ihr könnt diese auch auf den Websiten einsehen. Die einen sind strenger als die anderen. Aber meistens immer noch nicht streng genug, wie ich finde. Es gibt überall irgendwelche Sonderregelungen. Außer z.B. was Antibiotika angeht. Die Verbände setzen voll auf Homöapathie und andere natürliche Heilmethoden. Wenn ein Tier doch mal antibiotisch versorgt werden muss, wird es für die Bio-Produktion ein Jahr aus dem Verkehr gezogen.
05.04.2012
FlowerMary hat geschrieben:
Was für blöde Bestimmungen für Bio-Eier :(
Zum Glück holen wir unsere Eier von dem Bauernhof aus dem Dorf, die haben noch nicht einmal einen Stempel weil sie nur da verkauft werden :D
Jetzt wurde glaub ich offiziell gesagt, sollen die Dioxin-Eier gar nicht gesundheitsschädlich sein-trotzdem ist die Idee mit den Schoko Eiern viel cooler ;)
05.04.2012
MaRyLoU hat geschrieben:
Habe den artikel gelesen und finde ihn gut :) meiner war ja nur rein informativ ;P ich habe das mit dem bio und freilandhaltung im allgemeinen auch gerade gelesen und wollte darüber auch noch einen artikel schreiben...ich war auch wirklich entsetzt! das ist so krass was die unter freilandhaltung und so verstehen...ein Masthuhn hat 1 Quadratmeter und eine Legehenne soweit ich weiß 4...ich mein ja nur..HALLO?
05.04.2012
Veggieburger hat geschrieben:
Also die 1/6 Quadratmeter beziehen sich auf die Stall-Fläche, aber Nachts sind die Hühner eh immer drinnen und viele verlassen den Stall aus Angst vor Greifvöglen nicht oft.
Es ist wirklich von Vorteil, wenn man selber Hühner hat, oder den Hof kennt, aber Viele Menschen in der Stadt haben dazu einfach keine Möglichkeit.
Es gibt aber auch noch strengere Bio-Siegel zb. Naturland, die noch strengere Richtlinien haben, vielleicht werden die Hühner da noch besser gehalten!?
05.04.2012
Marielle hat geschrieben:
Ich hab auch schon soviel schlechtes über Bio-Eier gelesen und gehört, dass ich mich dann wieder für Freilandhaltung entschieden hab bzw. ich hab meine Eltern solange genervt, bis sie welche geholt haben. Mittlerweile holen meine Eltern die Einer jden Samstag nur noch vom Markt und da mich das interessiert hat, wo dann wirklich meine Eier herkommen, bin ich mit meinen Eltern zum Markt einkaufen gegangen und hab nachgefragt, ob ich mir den Hof angucken darf. Und dann war ich zufrieden. 150 glückliche Hühner mit megaviel Platz sorgen für mein Frühstücksei :)
05.04.2012
TaniaTukan hat geschrieben:
Hast du die offiziellen EU-Richtlinien gefunden? Ich hqbe danach gesucht, aber scheinbar nicht ausführlich genug - ich habe nur Zitate dieser EU-Richtlinien auf anderen Seiten gefunden. Zwar habe ich unterscheidliche Angaben gefunden, die meisten sagen aber, dass laut demnach 4qm waldfreie Auslauffläche pro Huhn zur Verfügung stehen müssen, nicht 1/6qm. Und wenn in einem Stall 3000 Hennen gehalten werden, dann muss trotzdem die Mindestfläche gewährleistet sein. Aber das Original-Dokument wäre da echt hilfreich, um es genau nachlesen zu können...
05.04.2012
midori hat geschrieben:
Oh man! Das ist echt traurig. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es bei Bio so zugeht. Danke Dir, dass Du uns die Augen geöffnet hast.. Da bin ich doch echt froh, dass meine Frühstückseier aus Opas Garten kommen, wo die Hühner frei herumlaufen, im Sand baden, in der Wiese wühlen und gackern können! :o)
05.04.2012
Anne95 hat geschrieben:
Ja, davon liest man ja schon wieder in den Zeitungen... Eine Sauerei ist das! :-(
Dein Bericht ist super geschrieben! :-)
05.04.2012
Anna-K. hat geschrieben:
Dehr schöner Bericht. Ich habe jedes Mal ein Fragezeichen auf dem Kopf wenn ich Eier mal kaufen muss. Aber meistens sind unsere glücklichen Hühner fleißig genug. :-)
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