Deine Umwelt dankt es dir!


Du bist,


was du isst!


© WWF
Der moralische Skandal in Uns


von Peet
27.03.2010
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Wegwerfesellschaft - für dieses Wort steht unser Staat, stehen unsere Nachbarn, steht die EU und stehen die Industrienationen. Das Wort beschreibt das Leben der Menschen in diesen Staaten, es beschreibt mich und es beschreibt dich.


Der Überfluss an Waren jeglicher Art, sei es der Fernseher im eigenen Zimmer, der Schreibtisch an dem gearbeitet wird oder sonstige materielle Dinge, werden im Falle eines Ausfalles aufgrund der Massenherstellung ersetzt und auf Kosten der Umwelt entsorgt. Diese Einwegprodukte erschaffen bei dem Menschen eine Wegwerfmentalität, welche eine gedankenlose Entsorgung von Abfällen in der Landschaft nach sich zieht und somit zur Vermüllung führt. Sicherlich, es wird viel recycelt aber dennoch führt dies zu einer Mentalität bei den Menschen, die die Umwelt irgendwann nicht mehr tragen kann. Durch die Überproduktion und der Produktion von Gegenständen, die als kurzlebig bezeichnet werden, bildet sich in den Köpfen dieser Gesellschaft eine falsche Mentalität. Wir können nicht mehr zwischen der Wichtigkeit bzw. Notwendigkeit der Gegenstände unterscheiden. Uns erscheinen Dinge selbstverständlich, die wenn überhaupt nur kurzzeitig unser Leben erleichtern und somit eine Folge der Bequemlichkeit und nicht der Notwendigkeit sind.


Diese Wegwerfgesellschaft lässt sich allerdings auch auf unser Nahrungsangebot beziehen. Die Lebensmittelartikel, die in den großen Discountern angeboten werden, sind allesamt Massenwaren. Im Discounter können wir jeden Tag zwischen hunderten Waren aussuchen und diese Waren befinden sich dann zehn mal mehr im Regal. Alleine das es so was schon gibt impliziert doch schon den Gedanken im Konsumenten, was ich jetzt wegschmeiße kann ich mir doch jeder Zeit wieder kaufen. Die Kosten spielen so gut wie nie eine Rolle und meistens sind diese auch nur minimal. Aber es ist erschreckend, wie viel wir glauben zu benötigen, um einen Tag zu leben. Es gibt so viel Werbung und das Tag für Tag. Diese Werbung will uns versichern, das unser Leben ohne dieses eine Produkt aus der Werbung keinen Reiz hat. Also kaufen wir es. Wir können es jeder Zeit kaufen, sooft wir wollen, es gibt ja genug davon.


Das gleiche gilt somit auch für Lebensmittel. Was abgelaufen ist wird weg geschmissen. Selbst wenn das Ablaufdatum erreicht ist, sind diese Lebensmittel alle noch genießbar. Täglich werden riesige Mengen an Lebensmitteln in die Mülltonnen hinter den Supermärkten geschmissen, die ohne Probleme an bedürftige weiter gegeben werden könnten. Andere Lebensmittel werden aufgrund von angekratzten Etiketten  oder Beulen in der Verpackung entsorgt. Entsorgt bedeutet hier, das per LKW-Ladung die als Müll angesehene Ware in die Recyclinganlage gebracht wird.


In einem Manuskript vom mdr, in dem ein LKW-Fahrer zu diesem Thema befragt wird, welcher selber tagtäglich diese Fahrten tätige muss, wird folgendes zitiert:“ Na ja, man ist schon erschrocken teilweise. Aber mittlerweile braucht man sich keinen Kopf mehr machen. Ist halt eine Wegwerfgesellschaft.“


Es gibt allerdings Menschen, die gegen den Strom der Wegwerfgesellschaft schwimmen. Man kann es als Protest sehen, bei einigen geht es allerdings um Geld, welches so gespart wird. Das so genannte Containern genießt mehr denn je größter Beliebtheit. Containern bedeutet, das nach Ladenschluss in den Mülltonnen der Supermärkte nach essbarem gesucht wird. Was alles gefunden wird ist unglaublich. Von frischem Obst und Brot bis hin zu original verpackten Süßigkeiten oder ähnlichem.  Das Problem des Ganzen, es ist illegal. Es wird vom Gesetz als Diebstahl angesehen essen zu nehmen, welches so oder so im Müll landet. Über diese Ansichtssache lässt sich sicherlich diskutieren und dazu ist dieser Bericht auch von mir geschrieben worden. Habt ihr selber schon einmal „Containert“? Was haltet ihr von den Supermärkten, die so etwas machen?


Es ist also ein moralischer sowie ökologischer Skandal der Tag für Tag in Deutschland geduldet wird. Mittlerweile gibt es aber schon Fortschritte in dieser Hinsicht. Supermärkte bieten die Reste für Hilfsorganisationen an, welche das Essen dann für bedürftige aufbereiten und verteilen. Dies trifft allerdings nur auf einen sehr geringen Prozentsatz innerhalb Deutschlands zu.


Aber es sind nicht nur die Discounter Deutschlands, die dieses Verhalten an den Tag legen. Auch was bei uns aus der heimischen Küche im Müll landet, ist zum Teil durchaus noch genießbar. Laut einer Statistik des  Konsumforscher Wolfgang Twardawa dürften rund zehn Prozent der Lebensmittel noch in Ordnung sein, die wir entsorgen. Dies würde im Jahr durchschnittlich  387 Euro sein, welches wir zum Fenster hinaus schmeißen. Auf Deutschland bezogen würden das zehn Milliarden Euro sein, die wir an Lebensmittel weg schmeißen. Wart ihr euch dessen bewusst? Achtet ihr selber darauf, was ihr weg schmeißt und was nicht?

Quellen:
http://www.refood.de/index.php?id=25
http://de.wikipedia.org/wiki/Wegwerfgesellschaft
http://referateguru.heim.at/Wegwerfgesellschaft.htm
http://www.mdr.de/exakt/5707147.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Recycling
Bild:
http://www.welt.de/multimedia/archive/1199632241000/00475/cn_muell_DW_Politik_475431g.jpg

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Kommentare (11)
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11.04.2010
Juliaaa hat geschrieben:
...Ich hab auch schon etwas von Freeganern gehört. Obwohl sie genug geld haben sich essen zu kaufen verzichten sie drauf und essen das, was andere wegwerfen.
31.03.2010
Peet hat geschrieben:
Es ist vielleicht sinnvoll weniger von einem Produkt zu produzieren, doch ist das nicht das Ziel eines Unternehmes! Massenwahre dominiert unsere Geschäfte. Die Produktion eines Brotes in der Massenherstellung ist derart gering, das aus der Sicht der Unternehmen ruhig zu viel hergestellt werden kann. Denn umso mehr hergestellt ist, desto öfters finden wir dieses Produkt in den Regalen unserer Supermärkte. Eine einfache Rechnung, die Tag für Tag voran getrieben wird! Es ist mir fast peinlich in so einem Land zu leben, denn auf meinen Reisen habe ich schon eine Menge Leid sehen dürfen. Die Unternehmen müssten in meinen Augen gesetzlich dazu verpflichtet werden die überschüssige Ware nicht zu entsorgen, sondern entweder günstiger an den darauf folgenden Tagen zu verkaufen oder an Bedürftige weiter zu leiten. Aber so etwas ist pure Fiktion, wenn auch eine schöne!
30.03.2010
nera8 hat geschrieben:
Ich bin auch dafür, dass man einfach weniger produziert. Wenn ich durch den Supermarkt gehe, frage ich mich oft wer das alles kaufen soll. Überall immer alles. Man produziert lieber zu viel, als dass der Kunde sein Produkt nicht sofort bekommt. Es wird kein Mensch daran sterben, wenn seine Lieblingsmüslisorte mal gerade ausverkauft ist. Man könnte ja auch einfach zum nächsten Supermarkt radeln, wenn es unbedingt das eine Produkt sein soll, oder etwas neues ausprobieren. Aber das will ja auch keiner. Ich finde viele Menschen müssen ihre Einstellung in dieser Hinsicht ändern. Da wäre viel getan und wenn doch mal ein Produkt übrig bleibt, was bald abläuft, dann kann man es ja immer noch an die Tafel o.ä. spenden. Ich glaube, da würden trotzdem die meisten Menschen in Deutschland satt werden.
30.03.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
@unsere generation: muss ja spannend sein dieses thema als facharbeit...^^
was du sagts hat viel wahres und komme da auch auf keinen grünen zweig, was jetzt nun "besser" oder "schlechter ist"... *grübel*
aber ich glaube ich würde es bevorzugen lieber weniger zu produzieren, da man ja dabei auch weniger energie verbraucht und beispielsweise die eingesparten Plantagen/Ackerflächen für sinnvollere dinge nutzen kann. und ich bin mir sicher, dass dann immernoch genug für bedürftige übrig bleibt, da ja nicht nur discounter/unternehmen Produkte aussortieren, sonder auch privathaushalte...und es wird immer leute geben, die von ihren "mehr an Gütern" (= Geld/Nahrung) anderen etwas abgeben werden.
30.03.2010
UnsereGeneration hat geschrieben:
Ich muss da auch meinen Kommentar zu ablassen, denn ich schreibe gerade eine Facharbeit über die "Tafel", einen Organisation, die Lebensmittelspenden vpn Discountern und Läden erhält und diese dann an Bedürftige verteilt.
Es ist ein echt interessantes Thema. Vor allem stelle ich mir dauernd die Frage. Ist das nun gut oder schlecht. Ohne diesen Überschuss an Lebensmittel könnte der Mangel bei den Bedürftigen ncht gedeckt werden. ABer andererseits frage ich mich, wie kann es sein, dass wir so viele Lebensmittel zu viel produzieren, dass damit eine ganze Menge von Menschen ernährt werden können, und es trotzdem noch so viele Lebensittel gibt, die entsorgt werden?

Ich finde dieses Thema so schlimm, weil ich dann wieder an die Menschen in ärmeren Verhältnissen und Ländern denken muss, die froh sind, wenn sie sich ein Brot backen könne, während wir die Brote Tonnenweise wegschmeißen, weil sie einen Tag alt sind.
Und noch schlimmer finde ich, dass die menschen das meistens gar nicht interessiert.
Wenn es das Liebelingsprodukt nicht im Regal gibt dann wird sich aufgeregt, aber meistens kaufen sie dnan einfach eines von den fünf anderen Marken, die es noch gibt.
Was zu viel ist ist zu viel.

LG
Unsere Generation
29.03.2010
Marcel hat geschrieben:
Hey Peet, dieses Thema geht auch mir total an die Nieren. Ich weiß zwar nicht genau, woher ich das habe, schließlich stamme ich ja nicht aus einer 'Kriegsgeneration', aber es tut mir weh - richtig innerlich weh - wenn Essen weggeworfen wird. Es ist nicht nur so, dass es mich ärgert. Ich empfinde dann in mir ein richtig unangenehmes Gefühl - so nach dem Motto: Das darf jetzt einfach nicht sein, was da passiert. Aber ich bin dankbar um dieses Gefühl - bringt es mich doch dazu, möglichst verantwortungsvoll mit Essen umzugehen.

Der österreichische Dokumentarfilm "We feed the World" hat hierzu eindringliche Beispiele geliefert: Ein Viertel des Restmülls in Wien besteht aus unverbrauchten Lebensmitteln, der Großteil davon wäre noch für den Verzehr geeignet. Tag für Tag wird in Wien tonnenweise Brot entsorgt - so viel, wie Graz am Tag verbraucht.

Man kann es vermeiden, ständig Lebensmittel wegzuschmeißen. Indem man selbst einfach ein bisschen vorausdenkt. Das tun wir doch alle auch im Job, in der Schule, im Studium, im Hobby... überall ist der Mensch in der Lage, die Entwicklung für ein paar Tage im voraus abzuschätzen. Also muss es doch auch beim Einkauf im Supermarkt oder beim Kochen zu Hause möglich sein.
28.03.2010
Taki hat geschrieben:
warum gibt es eigentlich den Grünen Punkt, wiso haben Pfandsysteme
28.03.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
nochmal zum haltbarkeitsdatum: also L*** beispielsweise hat immer so "ationen" will ich es mal nennen bei denen produkte, die noch haltbar aber eben sonst ausgesondertwerden würden für 30% weniger angeboten. und ich greif da gegelmäßig zu. ich meine da ist doch kein unterscheid. sie ist ja noch haltbar. nur nicht mehr all zu lange und, da ich es eh in naher zukunft aufbrauchen werde, wird es wenigens nicht weggeschmissen und es wurde nix extra produziert also sehr ökologisch^^
28.03.2010
Anni09 hat geschrieben:
@gilmoregirl: also bei unserem bäcker verkaufen sie immer zusätzlich brot vom vortag ;)
ich finde es auch total überflüssig, dass z.b. obst oder gemüse weggeworfen wird, bloß weil diese lebensmittel zu krumm, zu kurz, zu dünn oder was auch immer sind. wie du schon gesagt hast, es werden lebensmittel wegen banalen dingen ausgesondert. einfach totaler quatsch
28.03.2010
Peet hat geschrieben:
An Anne,
stimmt, das habe ich gar nicht bedacht. Habe so viel dazu gelesen, da geht ab und zu leider was unter ;-). Danke für den Hinweis!
28.03.2010
LeLe hat geschrieben:
Ja, leider können viele Menschen noch nicht zwischen Mindesthaltbarkeit und Garantiert-schlecht-Datum unterscheiden....
Echt guter Bericht, aber um dieses Problem zu lösen ist es, denke ich, unbedingt notwendig, dass die Politiker weltweit zusammenarbeiten und sinnvolle Möglichkeiten finden, auf der einen Seite soziale Produktionsbedingungen und sichere Lebensmittelversorgung zu gewährleisten, aber auch nicht Überproduktion zu fördern.
War letzten Herbst in Brüssel und da waren gerade die ganz großen Proteste der Milchbauern....
Aber natürlich sollte jeder bei sich selber anfangen. Ich arbeite auf dem Wochenmarkt und wir spenden auch immer Lebensmittelüberschüsse an die Tafel unserer Stadt, die das Gemüse und Obst dann an Bedürftige verteilt.
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