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"CO2-Rucksack" von Lebensmitteln


von Franzi
07.04.2010
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Zum Frühstück eine Banane und einen Kaffee, Mittags dann einen Yoghurt mit einer Orange und zum Abendessen ein schönes argentinisches Steak. Klingt doch erstmal ganz lecker, oder? Doch was für einen Weg haben all diese Lebensmittel eigentlich hinter sich? Und noch viel wichtiger: wie viel CO2 "steckt in ihnen"?

Jeder von uns weiß, dass Bananen nicht in Deutschland wachsen. Sie müssen z.B. aus Afrika importiert werden, und das geschieht meist per Flugzeug. Das gleiche gilt für Kaffeebohnen oder Orangen. Als "CO2-Rucksack" eines Lebensmittels bezeichnet man aber nicht nur die Emissionen, die bei seinem Transport entstehen, sondern insgesamt alle Emissionen, die das Lebensmittel verursacht, bis es im Supermarkt liegt. Dazu gehört z.B. auch wie es verpackt wird (Plastik oder Papier) und wie es aufbewahrt werden muss (tlw. gekühlt). Insgesamt sieht es da für einige Lebensmittel ziemlich düster aus....

Kommen wir z.B. auf das Argentinische Rind zurück. Dieses muss - nachdem es geschlachtet wurde - ca. 13.000 Kilometer zurücklegen, bis es in Europa ist. Nehmen wir mal an es will nach Wien, dann ist allein der Transport weg 56-Mal länger als der eines Rindes aus z.B. Österreich. Da das argentinische Rind aber größtenteils mit dem Schiff transportiert wird, ist seine CO2 Bilanz noch ganz gut. Alles in allem verursacht es aber dennoch 12-Mal mehr Emissionen als das Rindfleisch aus Österreich - nämlich 282 g pro Kilogramm Fleisch. 

Bei Weintrauben aus Chile ist das Ganze dann noch bedenklicher. Diese müssen erstmal ca. 12.000 Km zurücklegen, bis sie in Frankfurt angekommen sind, diesmal wohlgemerkt mit dem Flugzeug. Von dort aus müssen sie dann mit LKWs zu den Supermärkte in ganz Deutschland transportiert werden. Nur mal angenommen der LKW muss jetzt noch eine Strecke von vielleicht 700 km zurücklegen, bis die Weintrauben wirklich an ihrem Bestimmungsort sind, dann werden insgesamt 7,4 kg CO2-Emissionen pro Kilogramm Weintrauen verursacht... Das sind schlappe 838-Mal mehr Emissionen, als Weintrauben die aus Österreich kommen verursachen....

Die Liste mit Lebensmitteln, die ähnlich schlechte Bilanzen haben ist, natürlich endlos lang. Ich bin z.B. auch immer wieder erstaunt, dass man im Supermarkt Äpfel aus aller Welt kaufen kann, wir aber direkt bei uns um die Ecke wahnsinnig viele Obstplantagen haben. Ähnlich verhält es sich mit Tomaten aus Holland oder Butter aus Irland. Diese Länder sind zwar nicht so weit weg wie Argentinien oder Chile, aber dennoch haben sie einen deutlich größeren "CO2-Rucksack" als regionale Produkte. 

Generell soll natürlich keinem verboten werden sich Bananen oder Weintrauben zu kaufen. Aber man sollte auf jeden Fall mit einer gewissen Aufmerksamkeit in den Supermarkt gehen und sich wirklich überlegen, ob es nicht ähnliche Produkte aus der Region gibt. Fleisch verursacht generell mehr CO2 Emissionen als Gemüse, da die Tiere ja auch erstmal leben müssen bis sie geschlachtet werden können. Obwohl es natürlich besser für das Klima ist, wenn wir wenig Fleisch essen, hilft es auch darauf zu achten, dass es möglichst frisch ist: umso länger ich ein Lebensmittel kühlen muss, umso mehr Emissionen erzeugt es auch. 

Im Moment wird außerdem darüber diskutiert, ob Deutschland ein Siegel einführen soll, welches aufzeigt, wie viel CO2 bei der Erzeugung des Lebensmittels entstanden ist. So könnten wir alle dann besser darauf achten mehr Lebensmittel mit einem leichten "CO2-Rucksack" zu kaufen.

Quellen:

www.food-monitor.de

www.presseportal.de

www.wissenslogs.de

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Kommentare (12)
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29.09.2015
YOLOLOL hat geschrieben:
Bei dem Steak entsteht auf jeden Fall mehr als nur 282g CO2, auch das aus Österreich. Zahlen von 15 bis über 30 Kilogram habe ich gefunden. Der Transport ist nur die Spitze des Eisberges. Das meiste CO2 fällt für die Fütterung an, denn für 1kg Fleisch wird die vielfache Menge an Futter benötigt. Wenn man vegan unterwegs ist, ist man auf jedenfall auf der guten Seite.
07.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Oha, habe mir nie darüber Gedanken gemacht.
Ab jetzt werde ich versuchen regionale Produkte, wenn möglich, zu kaufen.
Danke!
07.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
17.04.2010
GreenSmarty hat geschrieben:
Danke für den informativen Artikel. bei Quarks und Co haben sie das mal ausgerechnet. Äpfel, die um März aus Neuseeland eingeflogen werden haben eine CO2 Bilanz, die ähnlich der Deutschen gelagerten Äpfel ist. Für den Endwert kommt es lediglich darauf an, ob man mit dem Auto oder dem Fahrrad einkaufen fährt.
Regional ist einfach immer noch am besten!
17.04.2010
Artemis777 hat geschrieben:
Danke für den informativen Artikel, Franzi! =) So ein CO2-Siegel auf den einzelnen Produkten wäre wirklich nicht schlecht, mal abwarten, ob und wann es kommt...
Ich versuche beim Einkaufen von Obst und Gemüse auch darauf zu achten, dass es möglichst aus Deutschland kommt und gerade Saison hat. Bei (Bio-)Bananen mache ich da allerdings eine Ausnahme. ^^
14.04.2010
midori hat geschrieben:
Ich war heute einkaufen und hab extra mal danach geguckt, woher all die schönen Äpfel kommen. Es gab vier verschiedene Sorten und ich war echt entsetzt! Nicht eine von diesen Sorten kam aus Deutschland. Österreich, Chile, Italien..
Es ist wirklich schade, dass man als Verbraucher nicht mal die Möglichkeit geboten bekommt, Äpfel aus regionalem Anbau zu kaufen..
08.04.2010
Nugua hat geschrieben:
Ich finde es gut, wenn manauf Produkte aus der Region achtet, die sind meistens ja auch ziemlich lecker. Außerdem sollte man auch drauf achten, was in welcher Jahreszeit wächst. Ein CO2-Siegel fänd ich auch gut.
08.04.2010
franzi94 hat geschrieben:
Meine Mutter achtet immer darauf, Sachen aus der Region zu kaufen, am besten bei Edeka, da gibts extra die Marke 'Unsere Heimat' mit Produkten aus der jeweiligen Gegend :)
07.04.2010
HannaS hat geschrieben:
Wichtig finde ich auch zu erwähnen, dass durchschnittlich über die Hälfte der CO² Emissionen durch die Fahrt zum Einkaufen mit dem Auto freigesetzt werden...

Es ist also nicht nur bedeutsam, WAS wir einkaufen, sondern auch WIE wir es tun...
07.04.2010
Linda hat geschrieben:
Im Supermarkt habe ich mal Äpfel aus Neuseeland(!) gesehen. Da war ich schon geschockt weil Äpfel kriegt man schließlich auch von wo anders her. Und das mit dem CO2-Siegel fänd ich eine super Sache. Hoffentlich wird es bald eingeführt.
Danke für den tollen Bericht!
07.04.2010
Kascha hat geschrieben:
Hey :) über dieses Thema haben wir in unserem Englischunterricht auch lange diskutiert, nur das es bei uns CO2 Fußabdruck hieß.
Iwie denkt man nie daran wie viel CO2 so Erdbeeren mit sich bringen die man im Winter unbedingt haben will.
07.04.2010
midori hat geschrieben:
Toller Bericht. Darüber habe ich noch nie so im Detail nachgedacht. Sollte man aber scheinbar besser tun! Ich werde demnächst beim Kauf meines Essens darauf achten, damit der CO2 Rucksack nicht zu schwer wird!
Danke! (:
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