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Auf der Suche nach unseren ursprünglichen Apfelsorten


von Franzi
13.05.2010
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Äpfel aus Neuseeland, Äpfel aus Südafrika, Äpfel aus Spanien... Geht man einmal durch den Supermarkt auf der Suche nach Äpfel könnte, man fast den Eindruck gewinnen, es handele sich hierbei um eine seltene Südfrucht... Dabei wachsen Äpfel in Deutschland normalerweise eigentlich sehr gut... Und noch etwas fällt einem auf, wenn man sich mal die verschiedenen Apfelsorten ansieht: dass es nämlich gar nicht so viele Verschiedene gibt...

Bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus haben die Römer sechs verschiedene Apfelsorten angebaut. Diese Zahl hat sich bis heute auf 30.000 erhöht, allein 2000 in Deutschland. Doch findet man all diese Sorten im Laden? Nein, natürlich nicht. In Deutschland werden nur 25 Apfelsorten im Erwerbsobstbau kultiviert und nur sieben von diesen werden auch regelmäßig angeboten: Granny Smith, Golden Delicious, Boskoop, Cox Orange, Elstar, Gloster und Jonagold.

Diese Sorten haben meist eine lange Tradition, wurden aber über die Jahre hinweg verändert. Doch warum finden wir denn nun eigentlich nur noch diese sieben Arten?

Das hat hauptsächlich wirtschaftliche Gründe, da diese Sorten so gezüchtet wurden, dass sie leicht zu ernten sind, alle ungefähr gleich groß sind und ähnlich schmecken. Sie sind relativ einheitlich und lassen sich international verkaufen, egal wo sie angebaut wurden. Des weiteren hat die EU in den siebziger Jahren begonnen, strenge Richtlinien für Äpfel einzuführen, bei denen die Größe, das Gewicht und sogar die Beschaffenheit des Stiels genau festgelegt sind. Das macht es für ursprünglichere Arten schwer auf dem Markt zu bestehen.

Dabei haben die "alten Sorten" teilweise sehr viel schönere Namen und sind auch ganz anders im Geschmack. Hat einer von euch schonmal eine "Gestreiften Winterrenette" oder einen "Geflammten Kardinal" probiert? Solche Apfelsorten findet man teilweise auf Biobauernhöfen. Geschmacklich unterscheiden sie sich deutlich von den herkömmlichen Sorten, wie auch ihre Anbauweise, welche auf einer jahrhundertelangen Tradition beruht: die Apfelbäume stehen auf so genannten Streuobstwiesen, welche einen idealen Lebensraum für Insekten und Vögel bieten. Die Wiese zwischen den Bäumen wir dann als Viehweide genutzt. Alles in allem eine sehr viel naturverträglichere Anbauweise, jedoch kommerziell nicht so rentabel, da es viel zeitaufwendiger ist und nicht so viel Ernte bringt. 

Es lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall diese Sorten mal auszuprobieren. Hier findet man Äpfel in allen Größen, Formen und Farben, welche alle einen anderen Verwendungszweck haben: die einen sind gut zum Backen, aus den anderen entsteht hervorragendes Most. Vielleicht sehen sie nicht immer so perfekt aus oder haben auch mal einen Wurm, aber sollten Äpfel nicht eigentlich genau so sein...?:)

Quellen:

www.planet-wissen.de/natur_technik/apfelbluetenland/aepfel/apfelsorten.jsp

origin.wdr.de/studio/koeln/serien/gartenzeit/2009/09/2009_09_29.html?empfehlen=true

Foto: flickr, von nchenga

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Kommentare (9)
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26.10.2011
HannaS hat geschrieben:
Ich habe letztens mal in ein Apfelsortenbuch reingeschaut, wahnsinn, was für Unterscheidungsmerkmale es da gibt, vom Kerngehäuse bis zur Farbgebung. Von wegen Apfel = Apfel... Es gibt sogar richtige Bestimmungsexperten, die heißen Pomologen. Wenn man wissen will, was man denn da für Sorten auf seiner Streuobstwiese stehen hat.
18.05.2010
LeLe hat geschrieben:
mhhmmmmeeee: Gestreifter Winterrentte hört sich schon echt lecker an:)
Ich arbeite bei einem Bio Obst-und Gemüse Stand und wir verkaufen auch viele Äpfel. Eher die traditionellen Sorten wie Elster, Cox Orange, Finkenwerder und so lala weiter aber alles aus eigenem Anbau und echt lecker. Und mal ganz ehrlich: Apfel ist nicht gleich Apfel! Topaz esse ich am liebsten, der ist so lecker süß-sauer und knackig- wenn ich da reinbeiße knackt es so schön und das einmalige Apfel-Ess-feeling kommt auf:)
16.05.2010
nera8 hat geschrieben:
Guter Bericht! Aber was heutzutage mit Obst und Gemüse angestellt wird, ist schon krank ... ich mein wen interessiert ob da irgendwo ne Macke ist? Man muss es ja nicht kaufen! Die in Brüssel oder wo auch immer haben anscheinend wirklich nichts zu tun =P
15.05.2010
MaRgIt hat geschrieben:
also ich find auch das die eigenen Äpfel besser schmecken wie die aus dem Supermarkt! Wir haben zwei Streuobstwiesen aber da haben wir nicht nur Äpfelbäume sondern auch Kirsch- Birnen- Zwetschgen- und Pflaumenbäume.Wir haben aber auch ein paar verschiedene Apfelsorten. Da gibts die Kaiser-Wilhelm-Äpfel, die Glockenäpfel (benannt nach ihrer Form), Backäpfel (die sind rießig und eignen sich zum backen--> Apfelkuchen =) ), dann haben wir auch noch Boskopp und "Kläpperle" (die haben wir so genannt weil die KErnhäuser klappern wenn die Äpfel richtig reif sind). Dass sind aber nicht alle sorten, von den anderen weis ich nur nicht wie sie heißen ;)
Klar ist es anstrengender und auch manchmal ziemlich nervig wenn man bei der Ernte helfen muss aber dafür gibts dannach frischen Apfelsaft aus eigenen Äpfeln =)
des mit den Gurken ist ja verückt, fragt sich nur was mit den aussortierten Gurken gemacht wird!?!?!?
14.05.2010
LisaD hat geschrieben:
oh, hab den kommentar von ocean überlesen ;)
14.05.2010
LisaD hat geschrieben:
@urmel 88: die in Brüssel (okay, ich weiß nicht ob es wirklich in brüssel war, aber es ist auf jeden fall europaweit eingeführt worden, also früher oder später doch brüssel) haben letztes Jahr sogar darüber diskutiert, wie sehr eine Gurke gebogen sein darf, damit sie als EUGurke durchgeht.
14.05.2010
midori hat geschrieben:
Meine Großeltern haben auch Apfel- und Birnenbäume im Garten stehen. Im Herbst wird das Obst dann geernet und kann über den ganzen Winter gelagert werden und wenn man grade mal Appetit auf Apfel oder Birne hat, geht man in den Keller und nascht welche! :D

Das ist total toll und irgendwie schmecken die auch hundertmal besser als welche aus dem Supermarkt. Und wie ich schon bei einem anderen Bericht geschrieben habe.. es ist wirklich schlimm. Nirgends findet man Äpfel aus Deutschland. Chile, Italien, Österreich..
14.05.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Doch, alte Sorten sind schon was feines ;-)
Wir haben einige im Garten stehen...und sooo schlimm ist das mit dem Wurmbefall auch gar nicht. Das ist eher saisonbedingt...in einem Jahr mehr, im anderen Jahr weniger.
13.05.2010
Juliaaa hat geschrieben:
...Wir haben 8 echte deutsche Apfelbäume vor unserem Haus stehen :) Ein paar äpfel schmecken davon auch ganz schön lecker :D
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