Ganz nah bei den Gorillas
Bildung für den Naturschutz
Das Gespräch mit Anicet am gestrigen Abend ließ mich nicht los. Mit dem Kopf voller Gedanken ging ich in mein Zelt, und so wachte ich am nächsten Morgen mit lauter Fragen wieder auf. Auf der Wanderung zu den Gorillas hatte ich dann genug zeit mir Alles durch den Kopf gehen zu lassen. Wie hängen Bildung und Wilderei zusammen? Lässt sich die Wilderei durch Tourismus stoppen? Wovon sollen die Menschen leben, wenn sie nicht in Sägewerken oder in der organisierten Wilderei arbeiten?
Nach der Ankunft im Camp spreche ich erneut mit Anicet über meine Fragen. Er spricht davon, dass man zuerst verstehen muss, wie die Menschen in die Situation gekommen sind, in der sie sich jetzt befinden. Der Aufbau einer Bildungsstruktur hat nie stattgefunden. Zur Bildung gehört das Basiswissen wie Mathematik, Lesen und Schreiben ebenso wie die Vermittlung von Wissen über die einheimische Tierwelt. Für dieses Thema hat es nie die richtigen Mittel gegeben. Lehrer wurden nie in diese Richtung geschult, entsprechende Bücher und Anschauungsmaterial wurde nie angeschafft, und für die meisten Kinder hier gab es nie die Möglichkeit zum Beispiel einen Elefanten zu sehen.
Ohne dieses Wissen haben nun viele Menschen keine Skrupel ihren Unterhalt durch Raubbau an der Natur zu verdienen. Einige wurden von organisierten Wildererbanden engagiert um seltene Tierarten wie Elefanten und Gorillas zu jagen.
Um die unverhältnismäßige Jagd auf Wildtiere zu kontrollieren und einzudämmen setzte man Wildhüter ein. Die Menschen die mit der Jagd ihre Familie ernähren fragen sich nun zurecht was sie anstelle der Jagd machen sollen. Fragt man Anicet, so heißt die Alternative Tourismus. Durch den Tourismus werden viele neue Jobs generiert. In Bayanga wurde ein Restaurant eröffnet-jemand konnte als Koch eingestellt werden. Die Touristen müssen durch den Regenwald geführt werden- dafür werden weitere Tourguides gebraucht. Die Touristen benötigen einen Schlafplatz- Einheimische können Schlafgelegenheiten zur Verfügung stellen und dadurch profitieren.
Ökotourismus kann allerdings nur stattfinden wenn eine intakte Natur gesichert ist. Dafür ist die einheimische Bevölkerung verantwortlich. Bildung sichert den Menschen gute Einkommensmöglichkeiten und schützt den Regenwald. Um den Kindern Unterichtsmaterial zu kaufen und gute Lehrer auszubilden benötigt man Geld. Wenn Ihr für Dzanga-Sangha spendet können wir für eine gute Bildung sorgen.
Interview mit Angélique Todd




