Die Bedeutung der Elefanten
Wir haben die Nacht auf der Plattform verbracht. Bevor ich einschlafe höre ich den Elefanten zu. In der Nacht nehme ich ihre Laute noch intensiver wahr als am Tag. Trotz der Geräuschkulisse schlafe ich direkt ein. Als ich wieder aufwache ist die Ganze Lichtung mit Nebel bedeckt. Die Elefanten wirken erhaben und stark als ich ihnen bei meinem Ananasfrühstück zusehe. Im Flüsterton packen wir unsere Rucksäcke und brechen auf.
Nach einem kurzem Marsch kommen wir im Dzanga Research Camp an. Dort lernen wir Andrea kennen. Vor 25 Jahren kam sie hierher um an einem Hilfsprojekt mitzuwirken. Das Projekt war nach zwei Jahren beendet. Andrea blieb jedoch in Dzanga-Sangha und widmete sich der Elefantenforschung. Heute möchte sie uns nochmal zur Plattform führen um uns mehr über die Elefanten erzählen zu können.
Auf dem Weg halten wir an einem Baum namens Duboscia. Die Elefanten stoßen gegen diesen Baum um an dessen Früchte zu gelangen. Da die Elefanten weite Strecken zurücklegen, verteilen sie die Samen des Baumes über große Areale. Die resultierende Artenvielfalt ist uns auch als Biodiversität bekannt. Ohne lange nachdenken zu müssen wird mir bewusst wie wichtig die Rolle der Elefanten für den Regenwald ist. Ihre Ausrottung würde nicht nur die Tierwelt um eine wundervolle Spezies berauben. Ebenso würde auch die Pflanzenwelt immens unter dem Verschwinden der Elefanten leiden.
Die Elefanten sind jedoch nicht nur für den Regenwald von großer Bedeutung. Andrea erinnert an die Tatsache, dass der Elefant ein Wahrzeichen Afrikas ist. Für den Kontinent ist der Elefant daher eine wichtige Einkommensquelle. Der WWF arbeitet Hand in Hand mit anderen Organisationen zum Schutz der Elefanten. Eure Spenden sichern den Wildhütern und Forschern wie Andrea die Möglichkeit vor Ort für den Schutz der Elefanten zu sorgen.
Die Bedrohung der Elefanten
Schaut man von der Plattform auf die Bai, kann man sich nicht vorstellen, dass diese wundervolle intakte Natur bedroht sein könnte. Alles scheint so perfekt. Elefantenkühe saugen mit ihren Rüsseln die Mineralstoffe aus den Löchern, die mit Wasser gefüllt sind. Die Kälber suhlen sich in in den kleinen Bächen. Die massigen Bullen scheuchen die kleinen Männchen aus den großen Löchern,. Antilopen und Büffel grasen auf der Lichtung.
Andrea erzählt uns, dass sie selbst 800 Elefanten der circa 1400 Elefanten, die in diesem Gebiet momentan leben, auf einen Blick erkennen kann. Sie gibt jedem Tier einen Namen. Die Gesichter der Elefanten sind für sie wie die Gesichter der Menschen: Jedes ist individuell. Andrea arbeitet momentan an einer Studie, die zeigt, wie Elefanten untereinander in einem Familienbund kommunizieren. Es ist faszinierend, wie die Tiere sich untereinander verständigen. Wenn ein Elefant an einem Ende durch bestimmte Laute nach einem Familienmitglied ruft, kommen oft Antwortlaute aus dem Wald oder vom ganz anderen Ende der Bai. Antwortet keiner der grauen Riesen, verändern sich die Rufe. Sie werden kläglicher. Andrea kann anhand der Laute und Reaktionen der Dickhäuter erkennen, welches Individuum zu welchem Familienbund gehört.
Doch diese fantastischen Tiere, so groß sie auch sind, werden von den Wilderern bedroht.
Die Tiere sind für einige Menschen vor Ort bares Geld. Sie jagen die Elefanten, um an das Elfenbein zu kommen. Es wird zur Zeit über den Sudan nach China verkauft.
Das Fleisch ist eine Nahrungsquelle für die hier lebende Bevölkerung, allerdings wird es auf dem Markt nicht als Fleisch von Elefanten angeboten. Die Jäger achten darauf geringe Mengen Fleisch zu verkaufen, sodass nur sehr wenige, meistens Vetraute der Wilderer wissen, dass das angebotene Fleisch illegales Dickhäuterfleisch ist. Die meisten Leute hier wissen also nicht, wann sie Elefantenfleisch essen.
Vorrangig werden die Elefanten aber wegen des Elfenbeins gejagt. Vor kanpp vier Wochen wurde ein Elefant in Bai Hokou von einem Wilderer getötet. Auch in der Nähe des Research Camps fielen vor ein paar Wochen noch Schüsse, die Andrea aus ihrem Schlaf rissen. Bei Nacht können die Wilderer nicht gefasst werden. Es wäre zu gefährlich. In dieser Gegend ist die Anzahl der Elefanten hoch. Sie sind nicht an Taschenlampenlicht gewohnt, sodass sie einfach zu der Lichtquelle laufen. Außerdem ist die Gefahr zu groß, von den Wilderen angeschossen zu werden. Die Antiwildererbrigade kann erst am nächsten Tag nach ihnen fahnden.
Die Jäger tragen meistens Kalaschnikovs. Das sind automatische Waffen mit denen in zwei Minuten circa acht Elefanten getötet werden können.
Andrea erzählte uns, dass ein weiteres Problem die großen Gebietsverluste sind. Immer mehr Menschen dringen tiefer in den Urwald ein. Bestes Beispiel ist hier Bayanga. Es vergößerte sich innerhalb von ein paar Jahren um die Hälfte. Dieser Platz wird den Elefanten genommen.
Menschen dringen durch die Straßen weiter in den Urwald vor. Die Tiere riechen die Anwesenheit der Menschen und fliehen. Auch die Sägewerke rauben den Elefanten ihren Lebensraum, wie vielen anderen Tieren auch.
Der WWF kann zumindest einen Teil dieser Bedrohungen abwenden. Jedoch nicht ohne finanzielle Unterstützung. Eure Spenden zum Schutz der Elefanten sind gefragt!
Schutzmaßnahmen für Elefanten
Der Abend bricht herein und im Dzanga Research Camp hören wir das Gebrüll der Elefanten. Um uns herum zirpen und fliegen Insekten. Eine kleine Ameisenstraße beschreitet den Trampelpfad, der zu unserer Schlafstätte führt.
Wir sitzen gemeinsam am Abendbrottisch und nutzen die Gelegenheit mit Andrea zu sprechen. Wir wollen wissen welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um das Fortbestehen der Elefanten zu sichern. Andrea selbst erforscht zur Zeit die Kommunikation der Rüsseltiere. Hierzu geht sie jeden Tag für circa vier Stunden zur Bai.
Andrea erklärt uns, dass menschliche Anwesenheit Wilderer von ihren Machenschaften abhalten. Mit ihrer täglichen Präsenz bewahrt sie die Elefanten davor, auf der offenen Lichtung erschossen zu werden. Dies wäre ohne ihr Dasein eine einfache Prozedur.
Auch Tourismus würde dazu beitragen, die Elefanten zu schützen. Einerseits käme auf diese Weise Geld in die Gegend, andererseits befänden sich neugierige Menschen im Wald, die die Pläne der Wilderer leicht durchkreuzen könnten.
Eine weitere Möglichkeit Menschen in den Dschungel zu bringen, ist das Aufstocken von Wildhütern. Mit Waffen und Wissen ausgestattet könnten sie die Touristen führen und die Elefanten schützen.
Die Waldsoldaten müssen ordentlich ausgestattet werden. Je mehr Hüter es gibt, desto größer ist der Erfolg. Zur Zeit laufen gut dreißig Ranger durch den Wald. Sie schützen eine Fläche von 3150 Quadratkilometern. Viel zu wenig wenn man bedenkt, dass auf einen Wildhüter stolze 100 Quadratkilometer Dschungel fallen. Wie kann ein Mann allein ein so großes Gebiet überwachen? Und selbst wenn mehr Menschen eingestellt würden, wäre die Ausrüstung knapp. Zum Equipment gehören Uniform, Gewähre, Wissen über Wald und Tiere, GPS Geräte, Zelte und Regenmäntel. Um dies alles zu finanzieren fehlt das Geld.
Um den Elefanten eine Zukunft zu ermöglichen, ist es auch unabdingbar ihre Heimat zu erhalten. Illegaler Holzeinschlag muss gestoppt werden. Wenn die grauen Säuger ihre Territorien verlieren, entsteht ein Konkurrenzkampf unter den Individuen. Nur der Stärkere wird überleben und beim nächsten Kampf wieder nur der Stärkere, bis alle Tiere verschwunden sind.
Wenn ich an die Dzanga Bai denke kann ich mir nicht vorstellen, dass man durch Habgier einen solchen Platz zerstören könnte. Er ist viel zu wertvoll, viel zu speziell. Es gibt keinen anderen Ort auf der Welt, an dem man die Möglichkeit hat, freilebende Elefanten in so großer Anzahl aus solch guter Sicht zu beobachten.
Um dieses System erhalten zu können, müssen Spenden gesammelt werden. Das ist eine notwendige Maßnahme, denn Wildhüter, Forscher und Tourguides brauchen eine vernünftige Ausrüstung.
Wir alle können helfen, diesem Ort eine Zukunft zu geben. Die Möglichkeit ist nur ein paar Mausklicks entfernt. Über den „JETZT SPENDEN“ Button kannst du deinen Beitrag leisten! Mit jedem noch so kleinen Betrag wird die Zukunft des Dzanga-Sangha Nationalparks sicherer. Bitte helft uns dieses Ökosystem zu bewahren und spendet jetzt!




