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Tag 11 - 17.11.2009 - 06:00 h - Expeditionsteam
Tag 11 - die Anti-Wildererbrigade

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Tag 11 - 17.11.2009 - 07:09 h - Expeditionsteam
Aufbruchstimmung im Wald-Camp.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 08:00 h - OliverB

Die Geister des Waldes

Jeden Abend verwandeln die BaAka den Wald in ihren Konzertsaal. Auch an diesem Abend erklingen mit dem Einbruch der Dunkelheit die Gesänge der BaAka. Ihre Musik lässt die Gespräche verstummen und zieht uns in den Bann des Waldes. Der Waldboden beginnt aufs Neue zu leuchten, und die Atmosphäre beginnt auf mich zu wirken.

Ich bin nicht sicher ob ich träume oder wache, als ich aus dem Wald seltsame Rufe höre. Es dauert einige Zeit bis die Rufe auch in der Nähe des Lagers zu hören sind. Plötzlich erscheinen mir die Geister des Waldes-die Spirits, so wie Louis sie nennt. Der floreszierende Pilz beginnt zu tanzen. Zuerst sind es nur wenige Geister, die das Lager besuchen. Was an diesem Abend geschieht ist nahezu unbeschreiblich. Die leuchtenden Punkte bilden phantastische Formen. Manchmal kann ich die Geister beobachten wie sie die Gestalt von Tieren annehmen. Sobald ich ihre Anwesenheit bemerkt habe sind sie gleich wieder verschwunden. Sie sind schlicht nicht zu fassen.

Ich kann mich nicht daran erinnern wie ich in meinen Schlafsack gekommen bin als ich am nächsten Morgen wieder aufwache. Die Spirits haben mich verzaubert, und die Gesichter der Anderen sprechen an diesem Morgen Bände.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 08:30 h - Expeditionsteam
Öko-Guard Camp im desolaten Zustand

Über das Finanzierungsproblem des verfallenen Öko-Guard Camps im Kongana Forest.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 08:44 h - Expeditionsteam
Der Stützpunkt der Öko-Guards ist sehr renovierungsbedürftig.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 08:56 h
LIVE-SMS
JanineK: Wir verlassen jetzt das BaAka Camp und fahren zur Doli Lodge.
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Tag 11 - 17.11.2009 - 08:58 h - Expeditionsteam
Boloume David - der Chef der Öko-Guards gibt uns Auskunft über die derzeitige Situation.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 09:17 h - Expeditionsteam
Arnaud Gotanegre ist beim WWF für die Anti-Wildererbrigaden verantwortlich.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 10:52 h - Expeditionsteam
Mitdem Geländewagen zurück in Richtung Bayanga - der Wagen ist voll.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 11:34 h - Expeditionsteam
Von Straßen kann man hier nicht sprechen - sehr langsame Fahrt.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 12:04 h - Expeditionsteam
Kontrolle eines Jägers. Er benutzt illegale Fallen.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 12:06 h - Expeditionsteam
Viele der Fallen werden von Wilderern vergessen und Tiere verenden qualvoll.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 12:44 h - JanineK

Training Camp

Wir sind noch in der Nähe der BaAka Siedlung. Nur ein paar Meter von den Blätteriglus entfernt finden wir ein paar zerfallene Holzhütten. Der Platz sieht verlassen aus, wie eine kleine Geisterstadt. Eines der Häuser ist in sich zusammengefallen, ein paar andere scheinen kurz davor zu sein.
Wir treffen David Boloum, den Leiter der Antiwildererbrigade. Er erzählt uns, dass an diesem befremdlichen Ort viele Wildhüter ihre Ausbildung erhalten haben. Ihn zu verstehen fällt uns schwer, weil er nur französisch spricht. Trotzdem nimmt er uns mit auf einen Rundgang über den Platz.
Wir werden auf eine Wiese geführt. „Hier war einmal ein Schießstand und ein Parcours, damit die Wildhüter trainieren konnten.“ Wir wollen wissen, was passiert ist, wo die Wildhüter abgeblieben sind. „Es fehlt das Geld. Es ist unmöglich, das Camp in Schuss zu halten. Eigentlich sollte dieses Lager eine zentrale Anlaufstelle für Ecoguards werden. Nicht nur für solche, die aus der Zentralafrikanischen Republik stammen. Auch aus den angrenzenden Ländern, wie zum Beispiel dem Kongo oder Kamerun, sollten die Wildhüter hier eine Art Basislager vorfinden.“
Ein Mann mit roten Haaren stößt zu uns. Sein Name ist Arno. Seit ein paar Wochen ist er mit dem Auto im Regenwald unterwegs und hält verdächtige Männer an, die Wild auf ihren Schultern tragen, oder Waffen bei sich haben. Weil er Englisch spricht, begleitet er uns auf der weiteren Tour über den Stützpunkt. Wir gehen ein Stück in den Wald hinein. Als wir anhalten, sehen wir neben uns eine pyramidenartige Struktur. Sie ist völlig mit Moos überwuchert. „Hier war die Kochstelle.“ sagt er. Olli, Silke und ich sehen uns an und können uns bei bestem Willen nicht vorstellen, dass an dieser Stelle einst gekocht wurde.
„Früher sind die Wilderer von hier fern geblieben. Sie wussten, dass die Wahrscheinlichkeit groß war, erwischt zu werden. Seit das Camp verlassen ist, weil das Geld zur Unterhaltung fehlt, kehren sie zurück. Es reicht nicht, dass alle zwei Wochen ein paar Ranger herkommen. Das schreckt die Wilderer nicht ab.“ „Dieser Ort wird also noch als Basiscamp genutzt?“ „Ja, aber nicht in den Ausmaßen, die wir uns wünschen.“
Nach dem Rundgang unterhalte ich mich noch ein wenig mit Arno. „Wieviele Wildhüter sind zur Zeit im Wald und wieviele sollen es werden?“ „Im Moment sind knapp über dreißig Männer im Wald unterwegs. Wir wünschen uns aber sechzig, vier für jeden Sektor. Das Problem ist aber nicht nur das mangelnde Geld, um sie ordentlich bezahlen zu können. Es fehlt auch an der passenden Ausrüstung.“ „Ist es denn schwer Männer zu finden, die die Ausbildung zum Wildhüter machen möchten?“ „Nein, das ist sehr einfach. Viele Menschen hier suchen Arbeit. Wir stellen sogar ehemalige Wilderer ein. Sie kennen sich gut im Wald aus und sind froh, wenn sie nicht mehr von der illegalen Jagd abhängig sind und auf andere Weise an Geld kommen können.“ „Wie lang dauert die Ausbildung?“ „Kein Jahr. Die meisten Leute, die wir einstellen, kennen den Wald und seine Bewohner bereits.“ „Ich stelle es mir sehr gefährlich vor, ein paar Wilderer zu überwältigen. Gibt es besondere Techniken, damit die Ranger sich schützen können?“ „Ja, es kann sehr gefährlich werden. Ein paar mal sind die Wildhüter nur knapp einer Katastrophe entgangen. Sie gehen so vor, dass sie sich über die Wege der Wilderer informieren und dann aus dem Hinterhalt angreifen. Die Größe der Wilderergruppen ist dabei sehr unterschiedlich. Manchmal sind es bis zu fünfzehn Männer, die gefasst werden müssen. Unsere Guards werden auf Schnelligkeit getrimmt, sodass sie schnell reagieren können.“
Ich sehe mich noch einmal um und begreife die Wichtigkeit dieser holzigen Basisstation. Zur Zeit gibt es keinen Ort, an dem neue Ranger ausgebildet werden können. Aber ohne Nachwuchs ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Wilderer zurück sind und den gesamten Wald leer schießen. Sie müssen nur warten, bis auch das letzte Haus zusammenbricht.
Wir drei sind uns einig! Wir müssen etwas gegen den Zerfall des Lagers tun! Wir müssen dafür sorgen, dass genügend Personal von hier aus in den Wald geschickt wird, um die Umgebung vor Wilderern zu schützen. Es ist so einfach! Alles was fehlt ist Geld. Hier fehlt es an allen Ecken und Enden. Es ist so leicht ein paar Bretter und Nägel zu kaufen und das Lager wieder in einen guten Zustand zu bringen. Wir alle können mit anpacken. Helft jetzt mit eurer Spende, damit der Wald großflächig geschützt werden kann.
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Tag 11 - 17.11.2009 - 13:05 h - Expeditionsteam
Ankunft in der Doli Lodge - zurück in der Zivilisation?

Auf dem Weg in Richtung Bayanga treffen wir auf viele Jäger mit Bushmeat. Die Ökoguards kontrollieren und wir kommen besorgt in Bayanga an.

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Tag 11 - 17.11.2009 - 13:10 h - Expeditionsteam
Gedanken über die Kontraste zwischen Arm und Reich...

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Tag 11 - 17.11.2009 - 14:06 h - SilkeH

Der Weg nach Bayanga

Ein Landcruiser steht bereit, um uns nach Bayanga zu fahren. Das Auto ist für die Beförderung von zehn  Personen inkluisve Fahrer gebaut worden. Heute nehmen sechzehn Personen darin Platz. Stapeln lautet die Devise. Nur gut, dass vier der sechzehn Leute Kinder sind.
Arnaud, der Leiter des Ökoguard Projektes, fährt den Wagen sicher durch tiefe Pfützen. 
Nachdem wir eine Stunde durchgeschaukelt wurden, hält Arno plötzlich an.
Vor uns laufen zwei Männer mit Körben auf dem Rücken. Die Ökoguards steigen aus dem Auto und kontrollieren sie. Sie finden jeweils eine Waffe und ein paar erlegte Duiker. Die Jäger haben eine Lizenz für das Gewehr und die Anzahl der Waldantilopen, die geschossen werden darf, nicht überschritten. Sie dürfen weiterziehen.
Wir fahren weiter und sehen einen anderen Mann am Straßenrand stehen. Auch er wird kontrolliert. Die Guards finden zwei Drahtschlingen. Wilderer nutzen die Drahtschlingen. Sie legen sie überall im Wald aus. Viele Fallen werden vergessen und die Tiere verenden sinnlos. Läuft ein Tier einmal in eine Schlinge, kann es sich nicht mehr befreien. Tage vergehen bis es stirbt. Ein qualvoller Tod. 
Drahtschlingen im Wald auszulegen ist gegen das Gesetz. Im Normalfall würden die Ökoguards mit dem Mann in den Wald gehen und alle Fallen konfeszieren. Aus Zeitmangel beschlagnahmen sie seine Machete und die zwei Schlingen. Die Machete bekommt er erst wieder, wenn er die weiteren Fallen bei den Guards abliefert.
Nur ein paar Minuten später sehen wir circa 300 Meter vor uns erneut einen Mann auf der Straße stehen. Als er uns entdeckt, flieht er in den Wald. Die Ökoguards versuchen ihn im Dickicht aufzuspüren. Es gelingt ihnen nicht. Der Mann hat etwas zu verbergen, sonst wäre er nicht weggelaufen. Eindeutig ein Wilderer.
Zwei Stunden sind wir mit dem Auto gefahren. Zwei Wilderer haben wir gesehen. Wilderei steht hier an der Tagesordnung. Zum ersten Mal begreife ich, was für ein riesiges Problem das ist. Der Wald wird ausgebeutet. Drahtschlingen sind schnell hergestellt. Der Materialaufwand ist gering. Jeder kann Draht im Laden kaufen. Auch Elefanten und Gorillas können mit diesen Schlingen gefangen werden.