Der Wolf:


Auf leisen Pfoten


kehrt er endlich zurück!


© Staffan Widstrand / WWF

Der Wolf

Meist unbemerkt streift er durch die Wälder

© Wild Wonders of Europe / S. Gorshkov / WWF

Leichtfüßig läuft der Wolf über eine Lichtung im Wald, bleibt stehen, legt den Kopf in den Nacken und heult laut dem aufsteigenden Mond entgegen. So kennen wir ihn aus vielen Filmen und Büchern. Nachdem er für rund 150 Jahre in Deutschland so gut wie verschwunden war, kehrt er jetzt langsam zurück, um erneut ein realer Teil unserer Natur zu werden. Der lautlose Jäger ist das am weitesten verbreitete Landraubtier der Erde und fast in der ganzen Nordhalbkugel zu Hause. Jetzt, wo er auch wieder unsere Wälder durchstreift, wird es Zeit, mit Vorurteilen aufzuräumen und ihn so zu sehen, wie er wirklich ist.

Wolf ist nicht gleich Hund

Der Wolf und wie er sich vom Hund unterscheidet:

Gerade Rute, gerader Rücken und fast weiße Schnauze
© Gunther Kopp / WWF

Europäische Wölfe haben eine Schulterhöhe von 60 bis 90 Zentimetern und eine Länge von 100 bis 150 Zentimetern. Sie sind also ungefähr so groß wie ein Schäferhund. Die Weibchen sind kleiner als die Männchen. Je kälter die Region, in der sie leben, desto massiger ist ihr Körper. Ihre langen Beine fallen vor allem im grauen oder bräunlichen Sommerfell auf. Sie zeigen an, dass die Tiere ausdauernd lange laufen können.

Im Vergleich zum Hund hat der Wolf einen relativ breiten Kopf mit einem im Verhältnis schmalen Unterkiefer, seine Augen sind schräg. Die Schnauze ist länger als bei den meisten Hunden.

Wölfe haben fast immer einen hellen Fleck über den Augen, eine helle Wangenpartie und die Umgebung des Mauls ist fast weiß. Dafür sind Stirn und Nasenoberseite dunkel. Die Rute (Schwanz) hängt beim Wolf in entspannter Haltung nach unten. Im Gegensatz zu Hundeschwänzen wird sie niemals eingerollt. Außerdem hat die Wolfsrute eine dunkle Spitze. Auch an den Ohren erkennt man Unterschiede zum Hund: Sie sind häufig kleiner als bei Schäferhunden und dreieckig mit leicht abgerundeter Spitze.

Spurenkunde

Wenn es geht, laufen Wölfe energiesparend: immer geradeaus, immer im selben Tempo
© Staffan Widstrand / WWF

Wie alle Hundeartigen haben die Wölfe fünf Zehen an den Vorderpfoten und nur vier an den Hinterpfoten, wobei jeweils nur vier Zehen und der Ballen abgedrückt werden. Der Abdruck einer Wolfspfote ist meistens zwischen acht und zwölf Zentimetern lang und sieben bis elf Zentimetern breit. Je nach Alter und Geschlecht des Wolfes ist der Abdruck natürlich größer oder kleiner. Allerdings ist er bei allen Wölfen eher länglich und oval, beim Hund meistens rund.

Die Vorderpfote ist größer als die Hinterpfote, gleichzeitig können die Spuren aber auch größer wirken als sie sind, da Wölfe häufig mit den Hinterfüßen in die Spur der Vorderfüße treten. Das nennt man einen geschnürten Trab und ist die typische entspannte Gangart des Wolfes.

Viele Hunde schaffen es dagegen nicht, sich so fortzubewegen. Auch erkennt man häufig die Spur eines Hundes daran, dass sie schief ist, immer wieder die Richtung ändert und Stolperschritte dabei sind. Dieses Spurenbild findet man bei den meisten domestizierten Tieren, während Wölfe und andere Wildtiere möglichst gerade und zielgerichtet laufen.

Wie auch wir Menschen bevorzugen Wölfe Wege und leicht zugängliche Felder auf ihren Wanderungen. So kann die Beute leichter verfolgt werden und es ist einfach angenehmer zu laufen. Wenn Wölfe zusammen unterwegs sind, treten die nachfolgenden Rudelmitglieder in die Spur des vorderen Tieres. So geschieht es häufig, dass sich eine einzelne Spur plötzlich in mehrere aufteilt.

Die typische Fortbewegung der Wölfe und auch der Füchse wird übrigens auch Geschnürter Trab genannt - ein energiesparender und gleichmäßiger Laufstil.

Überall zuhause:

Welche Wölfe gibt es?
© WWF

Früher waren Wölfe auf der ganzen nördlichen Halbkugel verbreitet. Heute leben sie noch in Europa, Amerika, Russland, Kanada und sogar auf der arabischen Halbinsel. Je nach Herkunft unterscheidet sich auch ihr Aussehen.

Drei Wolfsarten gibt es: Das heute am weitesten verbreitete Landraubtier der Erde ist der Grauwolf mit etwa 32 Unterarten, eine davon ist der Europäische Wolf. Sie alle unterscheiden sich durch Größe und Farbe des Fells. In Europa sind Wölfe alle graubraun, in Nordamerika zur Hälfte schwarz und im hohen Norden völlig weiß. Der sehr kleine Arabische Wolf hat kurzes, braunes Fell. Die kleinsten Wolfsunterarten gab es in Japan - sie sind inzwischen ausgestorben.

Der sehr seltene Rotwolf im Süden der USA und der Äthiopische Wolf sind die beiden anderen, selteneren Arten. Die bekanntesten Unterarten der Wölfe sind der im Laufe der letzten 40.000 Jahre an Menschen gewöhnte Haushund sowie der australische Dingo, ein verwilderter Haushund.

In Europa gibt es zehn verschiedene Wolfspopulationen. Die kleinsten Populationen sind in Spanien, den Alpen, Norwegen und Schweden unterwegs. Die meisten Wölfe leben im Osten Europas. Von dort kommen auch die Wölfe, die sich in Deutschland wieder angesiedelt haben, nämlich aus Polen und Tschechien. Entsprechend lebt die größte Anzahl in Deutschland momentan auch in der Lausitz, also zwischen dem Nordosten Sachsens und Süd-Brandenburg. Momentan gibt es ungefähr 24 Wolfsrudel in Deutschland, Tendenz steigend.

Gemeinsam stark:

Von wegen Rangordnung - Der Wolf ist ein Familientier
© Ralph Frank / WWF

Wölfe sind soziale Tiere und leben im Familienverbund, dem Rudel, mit starken Bindungen. Durch die Organisation im Rudel können Wölfe Tiere erbeuten, die ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichtes haben - wie beispielsweise Elche. Dieses Jagdverhalten sichert ihnen einen Überlebensvorteil gegenüber solitären Futtersuchern wie den Füchsen.

Ein Wolfsrudel besteht aus den Eltern, den aktuellen Jungtieren und den Jungtieren des vorherigen Jahres. Die Anzahl der Tiere pro Rudel hängt vorwiegend vom Beutetierangebot und der -größe ab. In den polnischen Karpaten, wo Wölfe vorwiegend Wildschweine jagen, besteht ein Rudel zu Beginn des Winters durchschnittlich aus fünf Tieren. In Italien, Spanien und in Vorderasien führt das Fehlen von großen Beutetieren dazu, dass die Wölfe häufig nur in Paaren leben. Ein Revier kann je nach Rudel und Region bis zu 350 Quadratkilometer groß sein, in der Arktis sogar bis zu 1.000 Quadratkilometer.

Die älteren Geschwister helfen den Eltern bei der Aufzucht der Welpen, bevor sie sich selbst auf die Suche nach einem Partner machen, um ein Rudel zu gründen. In dieser Wolfsfamilie gibt es in freier Wildbahn keine Alpha-Omega-Rangordnung, wie sie uns in vielen Filmen und Bücher vorgegaukelt wird. Im Gegenteil, die Welpen ordnen sich ganz natürlich den Eltern unter, sie streiten nicht um einen Rang, sondern raufen nur spielerisch.

Nur in Gefangenschaft entwickeln Wölfe das bekannte Rangordnungsverhalten. Die "Rudel" welche man in Gefangenschaft findet, sind keine echten Familienverbände. Hier wird versucht Gruppen künstlich zu formen, welche möglichst wenig Aggressionspotential in der Gruppe zeigen sollen und sich meistens auch nicht reproduzieren sollen. Da die Gehege zudem für wölfische Verhältnisse zwangsläufig klein sind, zeigen sich Hierarchien viel intensiver, als dies unter normalen Bedingungen der Fall wäre.

In freier Wildbahn können Wölfe 8 bis 13 Jahre alt werden, in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre.

 

Im aktuellen Wolfsreport 2013 "Lernen, mit dem Wolf zu leben" könnt ihr noch mehr über den scheuen Waldbewohner aus Mitteleuropa und besonders des deutschsprachrigen Alpenraums nachlesen!

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