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© Gunther Kopp / WWF
Traurige Neuigkeiten vom Wolf.


von midori
18.10.2011
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Für Wölfe wird die Bundesstraße 156 südlich von Weißwasser immer wieder zur Todesfalle. Ende vergangener Woche kam dort ein junger Rüde bei einem Unfall ums Leben. Seit 2007 sind damit sieben Wölfe auf der B 156 zwischen Weißwasser und Boxberg überfahren worden.

Erfasst wurde der Wolf im Revier des Nochtener Rudels – das Kerngebiet liegt seit 2005 beiderseits der Straße auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz und dem Tagebau Nochten, teilte das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ mit. Ob das Tier tatsächlich zum Nochtener Rudel gehört oder ein Wanderer war, ist noch offen. Der Wolf wird im Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) untersucht. Das Kontaktbüro konnte nun auch über ein totes Tier Näheres mitteilen, das Anfang Juli gefunden wurde. Im Nordwesten des Tagebaus Nochten, der zum Territorium des Milkeler Rudels gehört, waren damals der mumifizierte Hinterlauf mit Teilen der Wirbelsäule eines hundeartigen Tieres gefunden worden. Die genetische Untersuchung durch das Senckenberg Labor für Wildtiergenetik im hessischen Gelnhausen ergab , dass es sich dabei um einen Wolf gehandelt hat. Über Todesursache, Alter und Geschlecht des Tieres liegen bisher keine Informationen vor.

2011 wurden in der Lausitz insgesamt sieben Wölfe tot aufgefunden. Vier Wölfe wurden überfahren. Bei zwei Totfunden ist die Todesursache unklar. Eine junge Wölfin wurde illegal geschossen, hier ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Trotz dieser Vorfälle ist der Wolfsbestand auch dieses Jahr gewachsen. Bislang konnten Experten 28 Welpen nachweisen, zwei mehr als im letzten Jahr. Nachwuchs gibt es im Milkeler, Daubaner, Nochtener und Seenland-Rudel sowie in den drei neuen Rudeln bei Spremberg, in der Königsbrücker Heide und bei Lieberose in Brandenburg. Für das Daubitzer und das Welzower Rudel sind Welpennachweise dieses Jahr noch nicht gelungen.

Risse von ungeschützten Schafen und Ziegen haben deutlich zugenommen, allerdings nicht im Kerngebiet, wo die Menschen sich inzwischen an die Anwesenheit des Wolfes gewöhnt hätten, sagt Vanessa Ludwig vom Kontaktbüro. Den letzten Vorfall gab es Anfang Oktober im Landkreis Meißen.

In diesem Herbst endet im Übrigen die Telemetrie-Studie zu den Lausitzer Wölfen. Sieben Tiere wurden dabei mit einem Sender ausgestattet, um ihr Wanderverhalten zu erforschen. Mittlerweile sendet keines der Tiere mehr. Am weitesten kam Alan aus dem Nochtener Rudel, er zog bis nach Weißrussland.

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Quelle:

http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2890147

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Kommentare (6)
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09.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Mehr Unterführungen müssen gebaut werden, um abzusichern, dass kein Wolf mehr wegen Autounfällen sterben muss -.- Aber trotzdem schön zu hören, dass die Zahl der Wölfe dennoch steigt :)
20.10.2011
NightWolf hat geschrieben:
Sehr interessant! Hoffe natürlich das die Autofahrer und Förster noch besser aufpassen, damit so etwas minimiert wird. Trotzdem freue ich mich, das der Welpenbestand weiterhin wächst! Das ist ein gutes Zeichen, welches einem weiterhin Kraft gibt, für das Recht der Wölfe zu kämpfen! Hoffe ich höre noch mehr davon! :)
20.10.2011
Helen hat geschrieben:
Danke für den Bericht! Ein guter Überblick zur akzuellen Lage.
Die Anzahl der Risse von ungeschützten Schafen und Ziegen ist zwar gestiegen, aber Betonung liegt da auf ungeschützt. In der Lausitz war es lange übliche seine paar Schafe einfach an einem Strick draußen anzubinden, für Wölfe ziemlich einfach zu erreichen. Danach kamen gute Möglichkeiten die Schafe zu schützen und die Zahl sank wieder. Unser Experte erzählte uns, dass sich die Bewohner nach der sinkenden Zahl so sicher fühlten, dass manche ihre Schafe wieder daußen anbanden. Na,ja. Es braucht Zeit sich umzustellen, aber sie werden es lernen.
19.10.2011
AnniMe hat geschrieben:
Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, ist mir wieder eingefallen, dass manche Menschen echt unmöglich mit diesem Thema umgehen.
Vor einer ganzen Weile hatte eine Frau in meiner Heimstadt (Schleswig-Holstein) einen Unfall, hat einen Wolf überfahren. Und jetzt? Er steht ausgestopft in einer Vitrine in dem Kreis-Gebäude und die Frau kam mit Interview in die Zeitung. Es wirkte ja schon fast so, als wäre das eine besondere Leistung gewesen. Ich finde das einfach nur unmöglich...

und ich stimme Urmeli zu, dass wir den Wölfen genug Freiraum und Beute lassen sollten.
19.10.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Wie traurig.

Ich hoffe, dass derjenige, der die Wölfin geschossen hat auch verurteilt wird und das Verfahren nicht iwann eingestellt wird.

Wenn wir lernen, den Wölfen genügend Freiraum und Beute zu überlassen, wird es wahrscheinlich zu kaum "Übergriffen" auf unsere Nutztiere (ich hasse dieses Wort!) geben.
18.10.2011
Viveka hat geschrieben:
das in den kerngebieten die anzahl der gerissenen schafen nicht zunimmt, beweist doch wieder, dass es ein leben mit dem wolf geben kann! ich versteh nicht, warum das so viele menschen immer noch nicht einsehen wollen...
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