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© Gunther Kopp / WWF
Neuigkeiten vom Wolf.


von midori
08.03.2011
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Tags: Wölfe, Schafe

Während es einige Menschen in Deutschland erfreut, dass der Wolf langsam wieder heimisch wird, sind andere rasend vor Wut. So auch in Gollbogen, einem kleinen Ort im Kreis Anhalt-Bitterfeld. In der Nacht zum Sonntag hat ein Rudel Wölfe dort sein Unwesen getrieben. Unbemerkt sind die Tiere über einen unstabilen Zaun geklettert und haben eine Schafherde in Panik versetzt.

200 Schafe befanden sich auf der Weide. Als Schäfer Marcus Jungnickel nach den Tieren sah, war er geschockt. Die Wölfe hatten 25 Schafe gerissen und teilweise verschleppt. Einige der Tiere waren trächtig. Auf der Wiese lagen große Flocken Schafswolle und das Blut war gefroren. "Dass es wirklich Wölfe waren, sei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Dafür spricht zum einen die Zahl der gerissenen Tiere, aber auch der Abstand der Reisszähne in den Bisswunden", so Andreas Rößler, Amtsleiter für Naturschutz und Forsten im Landkreis.

Auf dem 30 Kilometer entfernten Truppenübungsplatz Altengrabow hat sich ein Rudel Wölfe eingelebt. Das Rudel bestehe aus elf Tieren. Neun von ihnen seien Welpen. Manche freuen sich darüber. Marcus Jungnickel ist sauer. Nicht unbedingt auf die Wölfe. Eher auf die Verlässlichkeit der Landesregierung. Zwar gibt es einen Entschädigungsfond für Wolfsattacken, aber noch ist nicht sicher, ob Jungnickel den vollen Preis ausgezahlt bekommt. 5000€ hat er in der Nacht zum Sonntag verloren.

In einer Wolfsregion müssen die Schäfer bereits präventiv dafür sorgen, dass ihre Tiere geschützt sind. "Wie soll ich einen richtigen Zaun um die 16 Hektar große Weide bezahlen? Das ist doch Quatsch", sagt indes Jungnickel. Nach Herdenschutzhunden hat er sich bereits erkundigt. Zwei von ihnen wären zum Schutz der Herde nötig, einer kostet 3000€.

Sowohl die Anschaffung von Herdenschutzhunden als auch von Elektrozäunen wird zu 80 Prozent vom Land getragen. Zumindest soll dem so sein. Denn momentan geschieht dies eher schlecht als recht. Der Prozess gestaltet sich schwer und nach wie vor prangt über allen festgelegten Richtlinien das Wort "Entwurf".

Angriffe auf Schafsherden und andere Nutztieren werden sich nie vollständig verhindern lassen. Aber man kann versuchen sie zu umgehen und vorsorglich arbeiten. Dann bleibt sowohl den Menschen als auch dem Wolf viel Ärger erspart. Aber diese Entwicklung muss deutlich schneller vonstatten gehen!

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Quelle:

Löwe, Katrin u.a., Ärger im Wolfsland, < http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta%2Fpage&atype=ksArtikel&aid=1298988104367 > am 08.03.2011.

Bilder:

© T. Drechsel

 

 


 

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Kommentare (9)
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Sortieren nach Aktualität:
10.03.2011
DominiKatie hat geschrieben:
Man solle die Schafe zur Nacht wieder einsammeln und einen guten Zaun bauen! Geldverlust ist kein Grund um Tiere zu töten... @midori
09.03.2011
Waldelb3 hat geschrieben:
Das macht doch echt sauer!
09.03.2011
Waldelb3 hat geschrieben:
Warum zahlt das Land auch nicht?!
09.03.2011
midori hat geschrieben:
@Phoenix

Das mag schon stimmen. Aber 5000€ Verlust ist schon eine harte Summe. Da kann ich ihn schon verstehen, denn die meisten Schäfer leben doch eher am Existenzminimum. Und es ist mir auch völlig begreiflich, dass er keinen stabilen und teuren Zaun um eine 16Hektar Wiese bauen kann. Er meinte selbst, die Größe der Wiese sei wichtig, weil immer wieder Schafe geklaut werden und auf großer Fläche gelingt das eher selten. Aber solange sich das Land nicht darauf einigen kann, was und wann bezahlt wird, wird er auf seinen Kosten sitzenbleiben und das schürt den Hass auf die Wölfe..
08.03.2011
SSK hat geschrieben:
Ich find es auch schön, dass es wieder Wölfe in Deutschland gibt. Für mich liegt die Verantwortung auch bei der Regierung, man kann dem Bauer die hohen kosten nicht allein zumuten. Tja, aber wie immer kann man alles unmöglich kompliziert machen.
08.03.2011
Nivis hat geschrieben:
Ich musste auch gerade an Gluehwuermchen Bericht denken. Für mich ist hier ganz klar die Verantwortung bei der Regierung. Man kann diesen Bauern sicherlich als Vertreter für eine Vielzahl weiterer Bauern nehmen, die wirklich versuchen wollen mit den Wölfen zu leben, ihnen aber einfach das Geld fehlt. Hier müssen Subventionen durch den Staat her!
08.03.2011
anni95 hat geschrieben:
Dass wir wieder Wölfe haben, ist doch schön. Hätten wir von vornherein dieses "Problem" mit Wölfen gehabt, wären die Zäune von Anfang an dementsprechend aufgebaut worden, oder nicht? Mann kan nicht beides haben.
ich verstehe zwar, dass der Schaafbesitzer sauer ist, aber der unstabile Zaun ist ja wohl seine Schuld. Trotzdem müssen Besitzer und Regierung zusammenarbeiten, damit alle zufrieden sind.
08.03.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Rrrrr, jetzt könnte ich rasen ! Ich habe mich mal mit dem Thema der wolfsgerechten "Vertreibung" ^^ in einem Bericht auseinandergesetzt:
http://www.wwf-jugend.de/entdecken/uckermark/artikel/man-wnscht-ihn-sich-zurck---und-erschiet-ihn-dann;1605

Ich glaube, ich werde mal das Buch, das ich gelesen habe vorstellen. Ein MUSS, wenn man sich für Wölfe interessiert !!! Es könnte so einfach sein :(
Danke Uli für den Bericht!
08.03.2011
Stoffie hat geschrieben:
ich würde mal sagen der staat sollte auch das geld dafür zahlen , aber erst mal hauptsächlich für die reparatur der zäune!
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