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© Gunther Kopp / WWF
Für den Wolf: Ein Märchen mal anders


von RichardParker
12.09.2014
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Der Wolf ist in Deutschland nicht besonders beliebt und trotzdem kommt er zurück. In dem wir in einem Märchen den Wolf zum Protagonisten machen, bekommen die Menschen vielleicht ein anderes Bild. Hier ist mein umgeschriebenes Märchen, vergisst aber bitte nicht, dass ein Märchen ist also nicht realistisch.

Wenn euch dass gefällt können wir auch gerne noch ein paar andere Märchen aus der Gruppe "Hallo Deutschland - Die Wölfe kehren zurück veröffentlichen. :)

Hier ist also meins, der Wolf und die sieben Geißlein:

Es war einmal eine alte Geiß, die hatte sieben junge Geißlein, und hatte sie lieb, wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat. Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und Futter holen, da rief sie alle sieben herbei und sprach: "Liebe Kinder, ich will hinaus in den Wald, seid auf der Hut vor dem Wolf, wenn er hereinkommt, so frisst er euch mit Haut und Haar. Der Bösewicht verstellt sich oft, aber an seiner rauen Stimme und an seinen schwarzen Füssen werdet ihr ihn gleich erkennen." Die Geißlein sagten: "Liebe Mutter, wir wollen uns schon in acht nehmen, Ihr könnt ohne Sorge fortgehen." Da meckerte die Alte und machte sich getrost auf den Weg.

Die Mutter wart fort die Geißlein beratschlagten: Warum nur hält Mutter den Wolf für einen Bösewicht, er ist doch ein Tier wie jedes andere und wenn man ihn achtet, dann wird er bestimmt auch nicht böse sein. „Aber was redet ihr da?!, rief das jüngste entsetzt, der Wolf ist böse! Er hat schon so viele unschuldige Tiere gefressen, und das ist nicht böse?? „Aber nein, der Wolf sichert doch nur sein Überleben, kennst du denn die Regel nicht, fressen und gefressen werden! Außerdem sind besonders alte, kranke und schwache Tiere für ihn interessant, weil sie eine leichte Beute sind. Aber wer töricht ist und nicht auf sich aufpasst wird schnell ein Opfer…“
Das war zu viel für das jüngste, es meckerte entsetzt und nahm reiß aus, ehe die andere sechs es zurück halten konnten. „So warte doch!, riefen sie, du verläufst die noch und findest nicht mehr heim, was wird bloß Mutter sagen!“ Da plötzlich klopfte es an die Türe und ein Schatten schob sich vor das Fenster. Das ist der Wolf! Fünf kauerten sich nun doch ängstlich in eine Ecke, nur das älteste Geißlein trat mutig hervor: „Was ist euer Begehren Herr Wolf, so sprecht, aber die Türe bleibt verschlossen!“ „Gut mein Geißlein, euer Misstrauen weiß ich zu achten, ich möchte nur lediglich darauf hinweisen, dass ich euer Schwesterlein fortlaufen sah. Meint ihr nicht, dass der Wald viel zu große Gefahren für ein junges unerfahrenes Zicklein birgt?“
„Ja Herr Wolf, sprach dass älteste ein wenig zögern, aber was sollen wir tun, wenn sechs Geißlein durch die Walde ziehen um ihr Geschwisterchen zu suchen, was wird bloß unsere liebe Mutter denken, wenn das Haus leer ist? Ich fürchte Herr Wolf, Sie würden gleich im Verdacht stehen… „Das stimmt allerdings, nun wenn ihr lieben Geißlein gestattet, so will ich euch meine Hilfe anbieten.“ Das älteste Geißlein wandte sich an seine Geschwister. Meine Schwestern, was sagt ihr, des Wolfes Worte klingen verlockend, so denkt doch an unsere arme kleine Schwester! Was sagen wir bloß Mutter wenn unser jüngstes fehlt?“ Doch die anderen blieben stumm.
„Nun, sprach es zum Wolf, ich würde Euer Angebot mit Freuden annehmen, aber wie kann ich Euch trauen?“ „So wartet junges Geißlein, ich trete ans Fenster sogleich, dann könnt ihr mich sehen.“ Der Schatten an dem Fenster verschwand kurz und mit einem Male erkannte, das Geißlein ein Gesicht am Fenster, es schaute zu ihnen herein, jedoch nicht gierig sondern fragend. Das älteste Geißlein trat näher zu ihm hin. „Herr Wolf, Sie haben mich überzeugt, so bitt ich Sie, retten Sie unsere Schwester!" Der Wolf tat wie geheißen, nickte ihr freundlich zu und sprengte davon.
Nach einer guten Stunde hörten die Geißlein ein schwerfälliges Röcheln, sie sprangen und liefen vor die Türe und tatsächlich, da wart der Wolf mit ihrem Schwesterchen im Maul, was er gerade vorsichtig ins Gras herabsetzte. Da überwanden sie ihre letzte Furcht und liefen zu ihm und ihrer Schwester. „Oh, Herr Wolf, ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Hilfe!“, meckerte das älteste Geißlein. Sie sah den Wolf an und sah das Blut an seinem Hinterlauf. „Aber Herr Wolf! Sie sind ja verletzt! Oh, was können wir tun?
In diesem Moment vernahmen sie ein beinahe hysterisches Meckern, erschrocken fuhren alle sieben herum. Es war ihre liebe Mutter! „Was seid ihr ungezogen! Kommt von dem Wolf weg, oder wollt ihr gefressen werden?“, meckerte die Alte wütend. Sie packte sie allesamt am Kragen und zog sie fort. „Aber Mutter, riefen die Geißlein im Chore, so warte doch! Der Wolf rettete unsere liebe Schwester vor dem Hungertod! Unser jüngstes lief fort von Panik ergriffen und der Wolf brachte sie uns wieder, er hat keine Schuld, er hat nur gutes getan! Und jetzt ist er verletzt, bitte Mutter du musst ihm helfen! Die Alte blickte ihre Kinder fassungslos an, fasste sich aber dann doch ein Herz und holte Nadel und Faden und nähte die Wunde. Der Wolf hielt unterdessen ganz still, sodass auch die Mutter nicht mehr an das Böse denken konnte. Als sie ihn verbunden hatte erhob sich der Wolf, heulte zum Dank leise und entschwand in die Tiefen des Waldes.

Bildquelle:

http://www.peachygreen.com/wildlife/baby-animals-cuteness-is-a-click-away-on-animal-planet

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Kommentare (8)
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28.09.2014
Ria2000 hat geschrieben:
Total schön geschrieben! :)
14.09.2014
Kerstin hat geschrieben:
Vielen Dank für das tolle Märchen. Eigentlich sollte sich mal jemand daran setzten alle Märchen so umzuschreiben, dass sie Toleranz und Hilfsbereitschaft vermitteln, so wie du das gerade gemacht hast. Die Idee gefällt mir!
13.09.2014
Taki hat geschrieben:
´Schön Bitte Fortsetzen
13.09.2014
Zauberwolf hat geschrieben:
Ich finde das umgeschriebene Märchen schön! Das Ende ist viel besser als im Original, wo der Wolf umgebracht wird. Ich glaube auch, dass man Kindern lieber so eine nette Geschichte erzählen sollte, ohne irgendein Tier in ein Monster zu verwandeln, obwohl es keines ist.

Das hast du cool geschrieben!
12.09.2014
KJmuenster hat geschrieben:
Dem Wolf wäre SO ein besseres Image voraus, wenn dieses Märchen früher da gewesen wäre :/

Auf jeden fall schön geschrieben:)
12.09.2014
LSternus hat geschrieben:
Als Kind mochte ich keine Märchen, und die meisten mag ich auch heute nicht.

Das hier aber ist toll. Daumen hoch!
12.09.2014
Zohar7 hat geschrieben:
Schade. dass es dieses Märchen nicht schon früher gab- das hätte dem Wolf einiges erspart...
Das Märchen ist total cool!!!
12.09.2014
EvaUll hat geschrieben:
Ein wirklich tolles märchen, danke lara!!!! :) Ich finde, man sollte solche märchen in Kindergärten vorlesen, damit die Kinder lernen, dass der wolf keine böses Tier ist! ;)
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