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© Gunther Kopp / WWF
Die Thüringer Wölfin aus Ohrdruf - ein Update


von Gallina
09.11.2015
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Seitdem im Mai 2014 ein erstes Foto des zweiten Wolfes in Thüringen positiv geprüft werden konnte, gab es Anfang diesen Jahres einen weiteren Fotonachweis (aktuelle Nachweise von Wölfen in Thüringen könnt ihr hier finden). Auch gibt es neue Hinweise auf die Herkunft der Wölfin vom Ohrdrufer Truppenübungsplatz. Offensichtlich handelt es sich um eine Fähe aus dem sogenannten Spremberger Rudel in der Lausitz. Das heißt, sie ist etwa 280km weit gelaufen und über die Region um Zwickau (Wilkau-Haßlau, nahe der A72) nach Thüringen eingewandert. Dort konnten schon am 30.03.2014 Fellhaarproben sichergestellt werden, die eindeutig zur jetzigen Thüringer Wölfin gehören.

 

In Thüringen hat sich seit der Einwanderung der Wölfin einiges getan. So hat das Thüringer Umweltministerium im Juni 2015 um den Truppenübungsplatz Ohrdruf ein erstes Wolfsgebiet ausgewiesen. Es ist fast 3000qkm groß und hat einen Radius von 30km.

Um ihre Tiere vor dem Wolf zu schützen, können Weidetierhalter in diesem Gebiet finanzielle Unterstützung für Schutzzäune und Hütehunde erhalten. Außerdem können auch Netzzäune mit Weidezaungeräten und Untergrabungsschütze für Zäune sowie der Kauf und die Ausbildung von Herden-Schutzhunden gefördert werden.

„Die finanzielle Unterstützung der Weidetierhalter spielt hierbei eine wichtige Rolle und ist sehr zu begrüßen“, sagt Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen. „Wenn effektiver Herdenschutz betrieben wird, sind Übergriffe durch den Wolf weitgehend vermeidbar. Dies belegen Erfahrungen aus etablierten Wolfsgebieten wie Sachsen und Brandenburg“, so der Landesvorsitzende. Sollte trotzdem ein Schaf gerissen werden, bekommt der Besitzer den Wert erstattet.

Um Fördermittel für vorbeugende Maßnahmen gegen das Raubtier zu erhalten, muss es sich aber um ein ausgewiesenes Wolfgebiet handeln und es muss mindestens ein halbes bis ein ganzes Jahr lang ein Einzeltier/ ein Paar nachgewiesen worden sein.

 „Nun ist Thüringen wieder Wolfsland. Die Menschen müssen sich aber erst wieder an die Anwesenheit dieses faszinierenden Beutegreifers gewöhnen“, erklärt Silvester Tamás ein Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf im NABU Thüringen.

 

Um die Rückkehr der Wölfe so konfliktarm wie möglich zu gestalten und mehr Akzeptanz zu schaffen, braucht es Informationen und Aufklärung. Dazu hat die Landesarbeitsgruppe Wolf des Nabu Thüringen die Vortragsreihe „Wölfe in Deutschland und ihre Rückkehr nach Thüringen“ gestartet. Die ersten Vorträge wurden bereits am Gymnasium Ernestinum in Gotha und in der Agrar GmbH Crawinkel gut besucht.

Zudem haben das Museum Altenburg und der NABU Thüringen eine Wanderausstellung ins Leben gerufen, die sich dem Thema Wolf widmet. Nach dem Vortrag von Silvester Tamás in Crawinkel, wurde auch dort am 31.10. die Ausstellung eröffnet. Sie besteht hauptsächlich aus Schautafeln und bildlichen Erklärungen zum Thema „Wolf in Thüringen“.

Ziel ist es, deutlich zu machen, welches Potenzial die natürliche Wiederansiedlung des Wolfes auch für Thüringen bietet und welche Chancen für die Bereicherung der Thüringischen Natur damit verbunden sind. Doch es ist auch wichtig, mit präventiven Maßnahmen und Entschädigungsmöglichkeiten für Weidetierhalter, auf die Rückkehr des Wolfes vorbereitet zu sein. Die Ausstellung leistet auch dazu einen Beitrag. Aber nicht zuletzt geht es auch darum, dass sich die Menschen in den Räumen begegnen und miteinander reden können.

 

Quellen 

Text

https://thueringen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/news/

http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/wolf-in-thueringen100.html

https://thueringen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/news/

http://arnstadt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Ausstellung-zum-Thema-Wolf-290851908

http://www.felis-lupus.de/vortraege-termine-1.html

https://www.facebook.com/Naturschutzprojekt-Felis-Lupus-623066891062077/

http://www.felis-lupus.de/wolf-1.html

Bilder

http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Erster-Videobeweis-Wolf-in-Filmfalle-bei-Ohrdruf-getappt-1932172718

http://www.mdr.de/thueringen/wolfsgebiet102_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg?version=4494

http://www.felis-lupus.de/mediapool/136/1360023/data/Neuer_Ordner_6_/Kathrin_Worschech_Mauritianum_Altenburg_06.11.2014b.jpg 

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Kommentare (2)
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12.11.2015
TaraWon hat geschrieben:
Es ist super, dass so viel gemacht wird, damit der Wolf in Deutschland leben kann! Natürlich haben Schäfer, Bauern, etc. angst um ihre Tiere und somit kann sie ihnen wenigstens teilweise genommen werden. Super Text :) und viele Infos, Danke :)
09.11.2015
midori hat geschrieben:
Ich freu mich sehr, dass die Wölfin bei uns ist und Thüringen es nicht versäumt, Managementpläne zu erstellen - und zwar nicht erst dann, wenn die erste Katastrophe passiert ist! Danke für das Update :o)
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