DIE BEDROHUNG

Tiger in Not!

© Galina Salkina/ WWF

Drei Tiger-Unterarten sind heute bereits ausgestorben: der Bali-Tiger, der Java-Tiger und der Kaspische Tiger. Die sechs verbliebenen sind so stark bedroht, dass sie das nächste Chinesische Jahr des Tigers in zwölf Jahren nicht mehr erleben könnten. Die größten Gefahren für den Tiger heißen Gewehr und Kettensäge.

 

Was bewirkt Medizin aus Tigerkörperteilen?

Vor allem das Aussterben der Tiger!
© Wil Luiijf/ WWF-Canon

In Asien schwört so manch Erkrankter auf eine ganz besondere Arznei: Pillen, Salben oder Pulver aus Tigerkörperteilen. Von den Schnurrbarthaaren bis zum Tigerblut - alles hat nach traditioneller asiatischer Medizinlehre angeblich eine große Heilkraft. Die Nachfrage nach den Wundermittelchen ist auch heute noch groß.

Obwohl es heute weltweit verboten ist, werden immernoch Produkte aus Tigern zu medizinischen Zwecken verkauft! Trotzdem nehmen Wilderer das Risiko, bei der Tigerjagd erwischt zu werden, in Kauf. Denn zum einen drohen keine allzu hohen Strafen. Und zum anderen können sie, vor allem aber ihre Hintermänner, mit einem toten Tiger viel Geld verdienen. Auch die Quacksalber, die verarbeitete Tigerkörperteile dann in Döschen und Flaschen abfüllen, machen Profit. Daher ist Wilderei nach wie vor eine der Hauptbedrohungen für Tiger.

Welche Mutprobe endet für Tiger meist tödlich?

Die Jagd nach Tigern.
© Vasily Solkin/ WWF

Lange Zeit war es die ultimative Mutprobe für Reiche, einen Tiger zu schießen. Wer seinen Freunden einen echten Tigerschädel zeigen konnte, galt als furchtloser Abenteurer. Bis in die 1930er Jahre hinein haben Sport- und Trophäenjäger so die Tigerbestände immer weiter dezimiert. Zum Beispiel Europäer, die auf der indonesischen Insel Java lebten: Sie haben früher Jagdausflüge auf der Nachbarinsel Bali organisiert. Dort haben sie den Bali-Tiger mit immer ausgeklügelteren Gewehren verfolgt und schließlich ausgerottet.

Wie hat sich der Lebensraum von Tigern verändert?

Riesige Waldgebiete sind zerstört worden.
© Yumiko Uryu/ WWF

Dem Tiger wurde der Boden unter den Pranken weggerissen. Ursprünglich war er vom Kaukasus über Russland und China bis nach Bali verbreitet. Doch in den vergangenen 150 Jahren hat er mehr als 90 Prozent seines Lebensraumes verloren! Besonders brisant ist, dass ein Großteil davon allein in den vergangenen Jahrzehnten zerstört wurde.

Die wachsende Weltbevölkerung benötigt immer mehr neue Städte, Straßen und Agrarflächen. Auch um Holz zu gewinnen, wurden vor allem in der jüngsten Vergangenheit riesige Waldflächen gerodet. So ist die indonesische Insel Sumatra, auf der der Sumatra-Tiger lebt, heute nur noch zu einem knappen Drittel bewaldet. Bestehende Waldgebiete werden immer weiter zerstückelt. Straßen zerteilen große Tigerhabitate in kleine Waldinseln.

Wieso halten viele Tiger streng Diät?

Weil ihnen die Nahrung fehlt.
© Michèle Dépraz/ WWF

Dem Tiger hängt der Magen oft bis auf den Boden. Denn nicht nur er wird gejagt, sondern auch seine Beute. Hirsche, Tapire, Wildschweine werden in manchen Gegenden immer seltener. Dorfbewohner jagen Rot- und Schwarzwild, um sich selbst zu ernähren oder das Fleisch zu verkaufen und schnappen den Tigern damit die Beute weg. Schlecht ernährte Tigerweibchen werden nicht so leicht trächtig wie gesunde. Auf den Punkt gebracht bedeutet das: je weniger Beute, desto weniger Tiger.

Leben mehr Tiger in Gefangenschaft oder in freier Wildbahn?

Besonders viele Tiger werden in Tigerfarmen gehalten.
© Osmantri/ WWF

In China, Laos, Thailand, Vietnam und sogar in den USA gibt es so genannte Tigerfarmen. Allein in China leben vermutlich mehrere tausend Tiere darin in Gefangenschaft, angeblich zu Schutz- und Zuchtzwecken. Das sind mehr Tiger als in freier Wildbahn noch vorkommen. Die Betreiber von Tigerfarmen behaupten, dass die Raubkatzen später in die Freiheit ausgewildert werden sollen. Doch tatsächlich ist bisher noch kein solcher Fall bekannt. Daher geht der WWF davon aus, dass auch Farmtiger auf illegalen Märkten verkauft werden.

Artenschützer vermuten, dass die Betreiber von Tigerfarmen nur darauf spekulieren, eines Tages mit ihren Tigern offiziell handeln zu dürfen. Bislang ist das noch verboten. Doch eine Gesetzeslockerung würde für die wild lebenden Tiger das Aus bedeuten. Denn dann könnte man kaum mehr nachverfolgen, ob ein Fell oder Knochen nun von einem Tiger aus Gefangenschaft oder aus freier Wildbahn stammt.

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