Zukunftsvision


von Teggson
13.02.2011
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Lena und die Wesen von damals

Die kleine Lena ist ein aufgewecktes Mädchen. Sie ist neugierig, möchte alles wissen. Und es ist gar nicht immer leicht für ihren Papa, der ihr dann alles erklären muss.
Lena schnappt sich jedes Buch, dass sie bekommen kann. Die meisten packt sie wieder weg, da darin nur irgendwelche Zeichen zu sehen sind. Ihr Papa hat ihr zwar erzählt, dass das Buchstaben sind und, dass man sie lesen kann, aber vom Lesen weiß Lena noch nicht viel. Das lässt sie dann ihren Papa machen. Wenn aber viele bunte Bilder darin zu sehen sind – von Menschen, von Bauten und vor allem von Tieren – möchte Lena unbedingt die Geschichte zu diesen Bildern erfahren.
Lenas Papa ist Forscher. Er erforscht Tiere. Lena weiß nicht so genau, was das bedeutet, aber sie weiß, dass es so ist. Deswegen, weiß sie, kann er ihr immer alles so gut erklären. Er erklärt auch anderen Leuten viel. Lenas Papa ist nämlich auch ein Lehrer, aber nicht an einer solchen Schule wie die, zu der Lena bald geht, um noch viel mehr zu lernen, sondern auf einer anderen Schule, einer größeren, mit viel älteren Schülern als Lena. Ihr Papa hat einmal erzählt, dass ihm manchmal 100 Schüler auf einmal zuhören. Da ist Lena natürlich ganz stolz, dass sie ihren Papa, einen Papa, dem hundert Menschen zuhören, manchmal ganz für sich alleine hat und er ihr so viel tolle Sachen erzählt.

Eines Nachmittags fällt Lena ein Buch im Bücherregal ihres Papas auf, dass sie vorher noch nie gesehen hat. „Das muss ganz neu sein. Das muss ich sehen!“ Es ist ein knallgrünes Buch mit diesen schwarzen Zeichen vorne drauf, die Lena nicht mag, weil sie die nicht verstehen kann. Aber unter diesen Zeichen ist ein Bild zu sehen, ein Bild von einem Tier, das Lena nicht kennt. Es sieht ein ungefähr so aus wie eine große Katze in schwarz-orangen Streifen, aber kräftiger und irgendwie gefährlicher als Lotte. Lotte ist der Name von Lenas Katze.
„Papa?“
„Ja, Lena?“
„Ich hab dieses Buch hier im Regal gefunden. Was ist das für ein Buch?“
„Das mit dem Tiger vorne drauf, ja?“
„Mit dem was?“
„Na mit dem…pass mal auf. Möchtest du gerne, dass ich dir aus dem Buch vorlese?“
„Ohja! Bitte, bitte!“
„Ok dann komm mal her. Aber: heute machen wir das mal anders. Heute gucken wir uns erst die Bilder an und sprechen dann darüber, was es mit ihnen auf sich hat. Ok?“
„Ok.“
„Also. Hier guck mal. Vorne drauf der Tiger. Den hatten wir ja schon. Auf den nächsten Seiten sind da noch ein paar mehr Bilder. … Schönes Tier nicht wahr? Der könnte fast so groß werden wie du und mehr als 10mal so schwer.“
„Wirklich? Der ist ja riesig!“
„Ohja das ist er. Der ist schon was anderes als Lotte, hm? Tiger sind große Katzen, weißt du? Aber lass uns mal weiterblättern.
Kennst du diesen hier? Dessen Haarfarbe so aussieht wie die von Mama?“
„Ist das ein Affe?“
„Ja, sehr gut. Aber sag Mama nicht von der Sache mit der Haarfarbe, ja? Das jedenfalls ist ein Orang-Utan. Das ist eine Affenart. Er ist ein ziemlich großer Affe und hat unglaubliche Kräfte. Was haben wir hier noch?
Hier: Ein Elefant. Elefanten kennst du schon oder?“
„Wir haben doch einen im Zoo gesehen, nicht wahr?“
„Ja, haben wir, aber nicht so einen hier. Das hier ist ein afrikanischer Elefant. Er ist das größte Tier auf dem Land, das du finden kannst.
Und hier: Wo hast du dieses Tier schonmal gesehen?“
„Das hier? Dieses Schwarz-Weiße… Hm… Achja! Das sieht man doch in dem Bild von dieser Firma, für die du manchmal unterwegs bist oder? Von dieser Naturhilfsfirma…“
„Naturschutzorganisation. Ganz genau. Das ist das Wappentier von WWF: Der große Pandabär.
Und jetzt lass mich dir erklären, was für ein Buch das ist. Das hab ich dir ja versprochen. Dieses Buch hat dein Papa zusammen mit ein paar Kollegen gemacht. Das zeigt einige ganz bestimmte Tiere. Du erinnerst die an die Dinosaurier? Du weißt doch, dass es die schon lange nicht mehr gibt. Nun, mit den Tieren, die du hier im Buch sehen kannst, ist es leider so ähnlich. Sie sind ausgestorben. Sie sind alle irgendwann in den letzten 30 Jahren verschwunden und jetzt gibt es sie nicht mehr.“
„Aber warum denn das?“
„Naja Lena. Weißt du eigentlich, warum Mama und ich wollen, dass du Elektrogeräte nicht laufen lässt, wenn du sie nicht benutzt? Warum du das Licht nicht brennen lassen sollst? Warum wir Müll trennen und was eigentlich diese schwarzen Platten auf unserem Dach machen? Diese und viele andere Sachen dienen dem Umweltschutz. Deine Mutter und ich wollen der Umwelt, der Natur so wenig wie möglich Schaden zufügen und das wollen wir auch für dich. Leider machen das nicht alle Menschen so wie wir und selbst wir könnten es oft noch besser machen. Und früher haben noch viel weniger Leute auf die Umwelt geachtet. Als ich so alt war wie du hat niemand Müll getrennt oder Strom gespart. Damals, 2008 ungefähr, als ich damit angefangen hab, haben meine Freunde mich ausgelacht und gesagt, das würde doch nichts nützen. Und das war auch das Problem zu dieser Zeit: Vielen war die Umwelt egal. Viele wollten nicht glauben, dass es was bringt, Energie zu sparen oder Obst nach Jahreszeiten zu kaufen. Und viele, die was tun wollten, wussten einfach nicht, wie sie das können. Niemand hat sich darum gekümmert, dass es immer weniger Tiger und Elefanten gab.
Der Mensch hat zum eigenen Nutzen, mit Absicht oder nicht Lebensraum von Tieren geraubt, das Klima verändert und Natur verschmutzt. Und viele Tiere haben es nicht geschafft, damit fertig zu werden und neuen, sauberen Lebensraum zu bewohnen. Und nun gibt es sie nicht mehr. Und zwar unseretwegen. Und weißt du, immer mehr Tiere haben mit Umweltveränderungen zu kämpfen. Viele schaffen es nicht und werden deshalb immer weniger. Heute noch und auch in Zukunft, wenn sich nichts ändert. Dafür kämpft z.B. der WWF, deswegen bin ich manchmal 2 Wochen ganz weit weg und auch das Buch, das du in den Händen hälst, ist geschrieben worden zu diesem Zweck: Menschen dazu zu bewegen, die Umwelt zu erhalten und sie zu schützen, bevor es nichts mehr zu erhalten gibt. Ich wollte dir das Buch eigentlich noch nicht zeigen. Ich hatte Angst, dass dich das traurig macht. Und, was geht gerade in deinem hübschen Kopf vor? Bist du traurig?“
„Nein. … Papa? Kannst du mir bitte noch viel mehr zeigen, was ich tun kann?“
„Was du tun kannst?“
„Na um die Umwelt zu schützen. Wir müssen doch was tun!“
 

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Kommentare (11)
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19.07.2012
louve hat geschrieben:
Schöne Geschichte. Sie zeigt genau, dass wir für uns und unsere Kinder die Welt beschützen müssen.
29.03.2011
Jolly hat geschrieben:
Eine sehr, sehr schöne Kurzgeschichte, die ich womöglich weiter empfehlen werde. Nicht nur, weil sie wirklich Mut macht, sondern auch das zum Ausdruck bringt, was es sollte. Traurig sein wäre in dem Sinne falsch - helfen, so wie das kleine Mädchen es möchte, ist der richtige Weg. Wirklich sehr schön, daumen hoch :)
21.02.2011
Basti2211 hat geschrieben:
woooooooooow. GANZ EHLICH....ich hab Gänsehaut :P xD. Ich kann mir das auch sehr gut vorstellen, was echt traurig ist :S. Mich wundert es, dass der Vater dabei nicht geheult hat. ^^
Gefällt mir echt gut.

Gruß basti
16.02.2011
Stoffie hat geschrieben:
wow tolle geschichte! hast du die selber geschrieben?
die müsste man mal iwo vorlesen oder so zum beispiel jüngeren schülern das die lernen die umwelt zu schützen...
16.02.2011
LisaMona hat geschrieben:
die geschichte ist echt klasse :)
15.02.2011
ClaraG hat geschrieben:
schön :-)
14.02.2011
DoroC hat geschrieben:
suupa :) diese Geschichte ist das schlagende Argument gegen alle, die meinen, Umweltschutz bringt nichts, ist teuer und "das-geht-mich-dann-ja-eh-nix-mehr-an-sager": Erklär das mal deinen Kindern!
14.02.2011
UnsereGeneration hat geschrieben:
Echt schön.
Hoffentlich wird dass nicht irgendwann mein Kind sein, dem ich so etwas erklären muss!!!

Unsere Generation
14.02.2011
MaRyLoU hat geschrieben:
schön :))
14.02.2011
MarieR hat geschrieben:
Wie schön.... den Text hast du echt gut geschrieben!!!
Doch hoffentlich wird das alles niemals wahr
14.02.2011
midori hat geschrieben:
Oh wie herzallerliebst! *________*

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