Wieder mehr Tiger in Indien


von Marcel
28.03.2011
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Super Nachrichten: Nach einer aktuellen Bestandsschätzung hat sich die Zahl der Tiger in Indien seit 2007 um etwa 300 Tiere auf insgesamt rund 1.700 erhöht. Der WWF bezeichnete die heute veröffentlichten Daten als äußerst ermutigend und lobte die Schutzbemühungen der Inder. "Indien erntet heute den Erfolg jahrelanger Arbeit", freut sich Volker Homes, Leiter des Artenschutz-Teams beim WWF Deutschland. "Der Zuwachs zeigt, dass es auch in einem aufstrebenden und dicht besiedelten Schwellenland möglich ist, Naturreservate für große Beutegreifer wie den Tiger zu bewahren." Das Schutzgebietsmanagement durch die Behörden habe sich deutlich verbessert und die einzelnen Tiger-Regionen seien mit Wildtierkorridoren verbunden worden, um einen Austausch der bisher voneinander isolierten Inselpopulationen zu gewährleisten, so der WWF-Experte.

In Indien lebt die größte Gruppe dieser Unterart, der sogenannten Bengal-Tiger. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich jedoch bis in den Himalaja in Nepal und Bhutan, wo sie schon auf über 4000 Mtern Höhe gesichtet wurden, über Bangladesh bis nach West-Myanmar. Die Sundarbans, die weltgrößten Mangrovenwälder am Mündungsgebiet von vier großen Flüssen in Indien und Bangladesh, beherbergen vermutlich die größte noch zusammenhängende Tigerpopulation.

Der Bengal-Tiger war schon 2500 v.Chr. das Wahrzeichen des heutigen Indien und ist es bis heute geblieben. Nachdem in der Kolonialzeit ihre Bestände unerschöpflich schienen und bis in die frühen 1970er Jahre Tiger in Indien als Freizeitsport gejagt worden waren, fielen die Bestände von geschätzten 40.000 um 1900 auf ein Tief von etwa 1.800 Tieren in den 1970er Jahren. Im Jahr 1972 wurde der Bengal-Tiger in Indien unter der Schirmherrschaft von Staatschefin Indira Gandhi unter Schutz gestellt und von ihr das indienweite "Project Tiger" initiiert. Im Rahmen des Projektes wurden 23 Nationalparks zum Schutz der Großkatze ausgewiesen. Mittlerweile gibt es in Indien 37 Tiger-Schutzgebiete in 17 Bundesstaaten.

Die Nationalparks basieren auf dem Kern- und Pufferzonen-Konzept, das den Tieren ermöglichen soll, sich in den Kernzonen ungestört fortzupflanzen und dabei nicht vom Menschen gestört zu werden, die nur die Pufferzonen betreten dürfen. Daneben sollen zwischen den einzelnen Schutzgebieten Korridore erhalten bleiben, entlang derer sich die Tiger austauschen und neue Territorien besiedeln können. Ein Gebiet, in dem dieses Konzept ein Erfolg ist, liegt in Nordindien. Hier befinden sich im so genannten „Terai Arc“ elf Schutzgebiete in den Trockenwäldern der Himalaja-Ausläufer, die durch Korridore verbunden sind und in denen das Kern- und Pufferzonen-Prinzip nicht nur den Tigerpopulationen, sondern auch dem Wald und somit dem Schutz der Lebensgrundlagen der Menschen zugute kommt. Entlang der nepalesisch-indischen Grenze soll so als eines der letzten großen Rückzugsgebiete des Bengal-Tigers eine zusammenhängende Kette von Tigerhabitaten entstehen.

Bei der letzten Bestandsschätzung durch die indischen Behörden im Jahr 2007 war die Tigerpopulation auf dem Subkontinent mit rund 1.400 Tieren angegeben worden. Im Gegensatz zu den Zahlen 2011 waren damals die etwa 70 Tiger in der schwer zugänglichen Grenzregion zu Bangladesch, den Sundarbans-Mangrovenwäldern, noch nicht enthalten. Bereinigt man die aktuellen Daten um diese Größe ergibt sich noch immer ein Zuwachs von etwa 230 Tieren. Damit scheint in Indien der Bestand innerhalb von vier Jahren um etwa 16 Prozent größer zu sein. Mit 1.700 Tigern hat das Land das größte Vorkommen weltweit.

Die Veröffentlichung der aktuellen Bestandszahlen läutet eine neue Runde in den weltweiten Tigerschutzbemühungen ein. Auf dem Tiger-Gipfel in St. Petersburg vergangenen November hatten sich die Staats- und Regierungschefs aller 13 Tiger-Heimatnationen auf einen internationalen Rettungsplan verständigen können. Noch bis Mittwoch beraten daher Experten, Umweltschützer und Politiker auf einem Treffen in Neu Dehli über nächste konkrete Schritt zum weltweiten Tigerschutz.

© Tim Laman / naturpl.com / WWF

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Kommentare (14)
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10.05.2011
deby90 hat geschrieben:
Gut, das zu hören! :) Aber der Tigerschutz muss weiter gehen.
28.03.2011
JohannesB hat geschrieben:
Uii, das ist schön! :) Tut gut zu hören, dass sich stetige Umweltschutzarbeit auszahlt!
28.03.2011
Anais hat geschrieben:
Sehr erfreulicher Bericht!
28.03.2011
Franzi hat geschrieben:
Danke für die super Nachricht!:)
28.03.2011
TobiS hat geschrieben:
Das hört man doch gerne ;)
28.03.2011
SSK hat geschrieben:
toll :) da hat sich die Arbeit ja endlich mal gelohnt
28.03.2011
Basti2211 hat geschrieben:
*_*. Meine süßen wachsen wieder!!!!!! Ich bin soooo froh. :D
28.03.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Das klingt echt sehr schön! Hoffen wir, dass noch mehr Länder die Initiative ergreifen werden !
28.03.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Endlich mal Artenwachstum nicht immer nur Artenschwund!
28.03.2011
Jolly hat geschrieben:
Es gibt doch nichts besseres als eine gute Nachricht, oder? :) Tag gerettet! Klasse Bericht
28.03.2011
Nivis hat geschrieben:
Das ist echt klasse. Das lässt den Funken Hoffnung doch wachsen! Super! :D
28.03.2011
Stoffie hat geschrieben:
da weißt man dann wofür man kämpft! ;)
28.03.2011
MarcelB hat geschrieben:
Schön auch, dass wir bei "Entdecken" ne neue Rubrik NUR für den Tiger haben!!! :)
Übrigens, nach der Earth Hour haben wir aus den Buchstaben nochmal das Wort Tiger gebildet...FOTOS folgen! :P
28.03.2011
anni95 hat geschrieben:
Zur Abwechslung mal eine gute Nachricht... Schön!
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