Wie geht es den Tigern?


von Marcel
25.11.2011
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Fazit ein Jahr nach dem internationalen Tiger-Gipfel in St. Petersburg zum Schutz der letzten etwa 3.200 Tiger

Der WWF setzt sich stark für den Erhalt der Tiger und ihrer Lebensräume ein. Wo der Tiger lebt, haben auch andere bedrohte Arten wie Elefanten, Nebelparder, Nashörner oder Bären eine Heimat. Die Wilderei in vielen Teilen Asiens ist weiterhin ein sehr großes Problem. Die zuständigen Behörden vor Ort sind bei der Verfolgung der Wilderer noch nicht konsequent genug. Zugleich kommt eine vom WWF mit durchgeführte Studie zu dem Ergebnis, dass noch über 70 Prozent der verbliebenen Wälder auf Sumatra von Tigern bewohnt werden. "Angesichts des hohen Lebensraumdrucks und der prekären Situation auf Sumatra gibt dieses überraschend positive Ergebnis neue Hoffnung für das Überleben der letzten Insel-Tiger", erklärt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.

Was hat der WWF bisher für die Tiger erreicht, wo stehen wir jetzt? Ein Überblick:

Welche Gefahren bestehen:

Schätzungsweise 97 Prozent seines ursprünglichen Bestandes sind bereits ausgelöscht und etwa 93 Prozent seiner ehemaligen Lebensräume vernichtet. Zunächst waren Tiger eine begehrte Trophäe der Reichen und Mächtigen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr Wälder gerodet, um Holz zu gewinnen und Plantagen anzulegen. Später wurden auch zunehmend die Beutetiere der Tiger über ein nachhaltiges Maß hinaus gejagt und gewildert.

Zugleich wuchs das Interesse, aus seinen Körperteilen traditionelle ostasiatische Medizin herzustellen. Diese Nutzung ist offiziell seit Mitte der 1990er Jahre verboten. Leider gibt es noch eine Volksmedizin in Ostasien, die den Tiger illegal weiter nutzt. Geht der grausame Trend so weiter, sterben weitere der verbliebenen sechs Unterarten in den nächsten Jahrzehnten in freier Wildbahn aus.

Das ist unser Ziel:

Der WWF unterstützt das internationale Ziel, die Zahl der Tiger bis 2022 (ein symbolisches Jahr, denn es ist das nächste Chinesische "Jahr des Tigers") auf mehr als 6.000 Exemplare in freier Wildbahn zu verdoppeln.

Das sind unsere bisherigen Erfolge:

• Mehr Entscheidungsträger aus den Regierungen der Tiger-Verbreitungsstaaten als je zuvor erreichte der WWF zum Tiger-Gipfel 2010 in St. Petersburg: Die Staatspräsidenten und Minister aller 13 Tiger-Verbreitungsländer einigten sich auf das Ziel, die Zahl der Großkatze von 3200 Tieren bis 2022 zu verdoppeln und dafür mehr als 300 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Konkret sollen die wichtigsten Tigerlebensräume identifiziert sowie Kern-Schutzzonen eingerichtet und miteinander verbunden werden. In Malaysia sollen beispielsweise wichtige Lebensräume des Tigers in den zentralen Gebirgswäldern geschützt und durch Korridore verbunden werden.

60.000 deutsche Unterschriften zum Schutz der letzten 3.200 Tiger konnte der WWF im Rahmen seiner Kampagne Ende 2010 an Staatssekretär Jürgen Becker übergeben. Kurz danach gab der Staatssekretär bekannt, dass das Bundesumweltministerium in den kommenden Jahren 12,6 Millionen Euro für den Tigerschutz in Asien zur Verfügung stellen wird. An diesem Erfolg war maßgeblich die WWF Jugend beteiligt, die mit tollen Aktionen auf die Kampagne aufmerksam machte!

• In Kambodscha wurde 2010 ein neues Schutzgebiet für Tiger ausgewiesen.

• Neue Erhebungen des WWF im thailändischen Kuiburi-Nationalpark an der Grenze zu Myanmar zeigen, dass der Tigerbestand dort stabil ist. Spuren lassen darauf schließen, dass die Großkatzen ihr Territorium seit 2006 sogar ausgedehnt haben.

• Ein vom WWF unterstützter Stab von Wildhütern hat den Bestand an etwa 450 verbliebenen Amur-Tigern und 35 Amur-Leoparden seit rund 15 Jahren stabil gehalten. Die Wilderei ging zurück - nicht nur auf Tiger, sondern auch auf dessen Beutetiere wie Wildschweine, Rehe, Sikahirsche und Rothirsche. Bei der letzten Tiger-Zählung konnte sogar ein leichter Anstieg des Bestandes nachgewiesen werden.

• In Bhutan wurde ein Tigerschutzfonds geschaffen, der Bauern eine Entschädigung zahlt, wenn Tiger ihre Nutztiere reißen.

• China schloss mit Indien, Nepal und Russland bilaterale Abkommen, um weltweit zum ersten Mal grenzübergreifende Tiger-Schutzgebiete zu schaffen, Lebensraum zu schützen und den illegalen Tigerhandel zu bekämpfen.

• Der WWF konnte die Urwälder um den Fluss Bikin für 49 Jahre pachten. Damit behält der Amur-Tiger dort seinen Lebensraum.

• In Indien wurden bereits 39 Tigerreservate etabliert - weitere Reservate in unterschiedlichen Stadien der Ausweisung. Die jüngste Tigerzählung aus dem Frühjahr 2011 zeigt, dass in fast allen Gebieten die Tigerpopulation steigt.

Danke an alle WWF-Mitglieder, die durch ihre Unterstützung diese Erfolge erst möglich gemacht haben! Auch mit einer WWF Jugend-Mitgliedschaft unterstützt Du die Projekte des WWF, zum Beispiel für den Tiger!

Fotos: Bengalischer Tiger © Ola Jennersten / WWF; Sumatra-Tiger © Howard Buffett / WWF; WWF Indischer Tiger © Michel Terrettaz / WWF

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Kommentare (9)
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03.06.2012
kiena hat geschrieben:
Die Aktionen, die unternommen wurden sind gut gewählt, vor allem, dass die Bauern eine Entschädigung bekommen. Damit haben sie keinen Grund mehr, diese Tiere zu jagen.
10.03.2012
Franzichen hat geschrieben:
ich finde das Ziel super !! denn die Tieger müssen geschützt werden !!!
26.11.2011
Johannes11 hat geschrieben:
Toller Bericht und dazu großartige Ergebnisse Marcel ;). Endlich mal ein Lichtblick im Artenschutz...
25.11.2011
MJ1499 hat geschrieben:
Ich würde sagen, dass 2 sehr gelungene Aktionen der WWF-Jugend mit diesem Ergebnis gekrönt werden :) EIn toller Erfolg! Weiter so!!
25.11.2011
Anni09 hat geschrieben:
ganz toll! :) es gibt keine bessere motivation als diesen mega erfolg :D
25.11.2011
MaRgIt hat geschrieben:
hört sich ja schonmal ganz gut an.
weiter so =)
25.11.2011
HannaS hat geschrieben:
Ganz schön beeindruckend, wenn man diese Erfolge so zusammengefasst sieht!
25.11.2011
Girty hat geschrieben:
Die Erfolge sind echt super, weiter so! Und die Videos sind auch klasse ;)
25.11.2011
midori hat geschrieben:
Das ist natürlich super! Doch am allerwichtigsten wird es wohl sein, den Wilderern eine alternative Einkommensquelle zu ermöglichen und daran sind auch maßgeblich die betroffenen Staaten beteiligt. Ich hoffe, das sich in diesem Bereich noch so einiges bessern wird. Doch ich befürchte, der Fokus dieser Staaten liegt momentan auf ganz anderen Dingen.
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