Überlebensgarantie? - Leise Hoffnung für den Tiger


von RichardParker
13.07.2015
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Der Tiger ist vom Aussterben bedroht. Seine Rückzugsorte schrumpfen, die Populationen des Tieres durch illegale Wilderei stark dezimiert. Während es vor rund 100 Jahren noch etwa 100.000 Tiger in den Wäldern der Erde lebten, sind es heute noch gut 3400. 

Die Idee: Die Tigerarten in Zucht-, Umsiedlungs- und Auswilderungsprojekten wenigstens zum Teil zu mischen.

In einer umfangreichen Tiger-Analyse sind Forscher nun zu dem Schluss gekommen, dass sich die neun Unterarten in nur zwei Tigerarten zusammenfassen lassen. Insel- und Festlandtiger.

Aber es sind doch neun, wie kommt man auf so etwas?

Am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin wurden 200 Schädelknochen und zahlreiche Felle und genetische Merkmale der neun Unterarten verglichen. Interessant ist, dass sich die Kleinsten der Großkatzen, nämlich Sumatra-, Bali und Javatiger zu einer Art zusammenfassen lassen.

Warum?

Die Inseln Bali, Sumatra und Java waren etwa 10.000 Jahren noch miteinander verbunden. Da sich die Arten auch untereinander gepaart haben, sind sie heute kaum voneinander zu unterscheiden.

Die Erhaltung des Sundra-Tigers stellt die Forscher vor eine besondere Herausforderung, denn auf Sumatra gibt es nur noch etwa 400 Exemplare. Auf den anderen Inseln sind schon lange ausgestorben. Die Lebensräume auf Bali und Java sind tatsächlich zu zerstört, um den Sumatratiger dort auswildern zu können. 

Für die sechs verbleibenden Tigerarten, die unter dem Festlandtiger zusammengefasst sind, gibt es weit größere Hoffnung. Besonders für den stark dezimierten Indochinesischen und den in freier Wildbahn ausgestorbenen Südchinesischen Tiger.

Der 2500 starke Bengal- oder auch Königstiger, sowie der Malaysische Tiger könnten helfen die Populationen des Indochinesischen und des Südchinesischen Tigers wieder zu vergrößern.

Aus dieser Idee fällt lediglich der Sibirische Tiger heraus, weshalb es auch noch einmal die Unterteilung in nördliche und südliche Festlandtiger gibt.

Die Tiere seien an zu unterschiedliche Lebensbedingungen angepasst. Die Population im Norden lebt in wesentlich kälteren Gebieten, als die im Süden. Abgesehen davon würden sich der Sibirische und der Südchinesische Tiger nie auf natürliche Weise begegnen, da es im Norden Chinas keine Tiger mehr gibt.

Wirft man alle Fetzen und Gedanken dieser Idee in einen Topf, machen die neuen Zuchtregeln zumindest in mancher Hinsicht sehr viel Sinn.

"Man könnte stark dezimierten Tigerarten wieder etwas auf die Beine helfen. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass die betroffenen Länder sich gegenseitig die Verantwortung zu schieben", so Volker Homes, Leiter für Artenschutz beim WWF Deutschland. 

Fazit: Die Neuerung der Zuchtregeln könnte entscheidendes zum Erhalt des Tigers beitragen.

Was haltet ihr von der Idee? Seid ihr kritisch oder seht ihr darin eine vielversprechende Errungenschaft?

 

Bildquellen:

http://www.spiegel.de/fotostrecke/tiger-die-letzten-ihrer-art-fotos-fotostrecke-127820-6.html

http://www.spiegel.de/fotostrecke/tiger-die-letzten-ihrer-art-fotos-fotostrecke-127820-4.html

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Kommentare (2)
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14.07.2015
FranziL hat geschrieben:
Wenn das so einfach geht, dann klingt das nach 'ner guten Lösung. Allerdings wirft das bei mir die Frage auf, warum man die südlichen Festlandtiger nochmal in einzelne Arten unterteilt hat. Aus Unwissen oder weil es doch kleine Unterschiede gibt? Das zu wissen wäre, denke ich, wichtig um wirklich darüber urteilen zu können, ob die Idee sinnvoll und umsetzbar ist.
14.07.2015
BlueLikeTheSky hat geschrieben:
Das hört sich doch gut an! :)
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