Thailand: Communities erfolgreich gegen Wilderei


von Marcel
20.07.2016
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Die Arbeit hat sich gelohnt! Diese Geschichte zeigt, dass man sich nie entmutigen lassen darf... Doch der Reihe nach: Nur noch etwa 200 Tiger leben heute in den Wäldern Indochinas. Sie wurden aus ihrem Lebensraum vertrieben, von Wilderern ermordet oder fanden keine Beute mehr. Lange schien diese Entwicklung unaufhaltsam. In Kambodscha gilt der Tiger als ausgestorben. In Laos und Vietnam geht man von nicht mal mehr fünf Individuen aus, die es dort noch geben könnte.

Doch nun erreichen uns gute Nachrichten aus der zwischen Thailand und Myanmar liegenden Dawna-Tenasserim-Landschaft. Kamerafallen-Bilder aus den thailändischen Nationalparks Mae Wong und Khlong Lan zeigen Tigermütter mit Jungtieren – und viele unterschiedliche Beutetiere, die Tiger zum Überleben brauchen.

Irre, was hier los ist! Die Fotofalle fotografierte u.a. eine Leopardenkatze... © WWF

...ein Red Muntjac-Reh... © Cuddeback

...ein Stachelschwein... © Cuddeback

...und einen Elefanten. Naja, zumindest einen Teil eines Elefanten. :) © WWF

Zumindest auf thailändischer Seite scheinen sich die Tiger-Populationen mehr und mehr zu erholen. Das ist der Lohn jahrelanger, geduldiger Arbeit. Seit 23 Jahren engagiert sich der WWF Thailand für den Schutz der Tiger und anderer bedrohter Arten in dieser Region. Stets geleitet von dem Ansatz, dass Tiger, Elefanten und andere Tiere nur mit den Menschen vor Ort geschützt werden können.

Sensation! Diese Kamerafalle hat vorbeistreifende Tigerkinder fotografiert. © WWF

Und hier ist ein ausgewachsener Indochinesischer Tiger in die Kamerafalle getappt. © WWF

In den Dörfern rund um die Nationalparks Mae Wong, Khlong Lan und Kuiburi wurde das Community Outreach-Programm entwickelt. Was zunächst als ein Experiment begann, wurde in den letzten Jahren zu einem Erfolgsmodell und auf seine Weise zu einer Art Lebensversicherung für die Tiger. Das Outreach-Programm zeigt dabei vor allem, dass der wesentliche Faktor im Tigerschutz stets eine Verhaltensänderung der Menschen ist.

Vertrauensarbeit ist dabei der Schlüssel. Vor allem zwischen der lokalen Bevölkerung und den Parkverwaltungen der Schutzgebiete - mit dem Ziel, die Dörfer und Gemeinden als aktive Partner für den Schutz ihres Parks zu gewinnen. Ein wesentliches Element dabei ist es, die Gemeinden so zu sensibilisieren, dass sie am Ende aus sich heraus sozialen Druck gegen Wilderer aus den eigenen Reihen aufbauen.

Das Programm ist eine von ganz wenigen Umweltbildungsinitiativen weltweit, die wissenschaftlich ausgewertet wurden. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Allein im Kuiburi-Nationalpark haben die Projektmitarbeitet in 116 Informationsveranstaltungen mit Bauern, Schulen und lokalen Entscheidungsträgern über 7300 Menschen direkt erreicht.

In 24 Dörfern (das sind 83 Prozent) innerhalb der Fünf-Kilometer-Zone um den Nationalpark fand mindestens einmal eine Veranstaltung statt. Und der Erfolg? Die Wilderei ist seit Beginn der Maßnahme um mehr als 70 Prozent zurückgegangen – und zwar ohne Intensivierung der Patrouillen, ohne polizeiliche oder gar militärische Maßnahmen. Es scheint sinnvoll, diesen Ansatz auch in weiteren Tigergebieten Südostasiens zu verfolgen.

Die Kamerafalle wird von WWF-Rangern installiert © Anton Vorauer / WWF

WWF-Ranger beim Spurenlesen im Mae Wong-Nationalpark © Anton Vorauer / WWF

Doch gerade Skandale wie um den Tigertempel in Thailand zeigen, dass der Kampf gegen Wilderei, Wildtierhandel, Korruption, Ignoranz, Gier und Kriminalität noch längst nicht gewonnen ist, sondern im Gegenteil noch sehr lange dauern wird. In dem sich öffnenden Myanmar gilt es, Perlen der Natur vor kurzfristigem ökonomischen Denken und Handeln zu retten. Und die schändliche Rolle des Landes als Drehscheibe des illegalen Wildtierhandels zu beenden.

Der Tigerschutz wird ein erweitertes Outreach-Programm brauchen, langen Atem und starke Förderer. Umso mehr helfen Erfolge wie dieser: Die myanmarische Regierung hat kürzlich bekannt gegeben, den berüchtigten Wildtiermarkt Mong La an der myanmarisch-chinesischen Grenze schließen zu wollen.

Ein weiterer Schritt auf einem langen Weg.

Titelfoto © purestock

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Kommentare (4)
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31.07.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Das sind tolle Zwischenergebnisse!

Hoffentlich kann diese Art von Tigerschutz oder allgemein Artenschutz in noch viel mehr Regionen ausgebaut werden...
27.07.2016
Puma hat geschrieben:
Ich freu mich riesig, dass es so gute Nachrichten gibt! Das kann man im Moment wirklich gebrauchen!
Da sieht man aber mal wieder, dass sich Aktionen, die über einen langen Zeitraum geplant werden, wirklich lohnen. Das ist unsere Stärke!
25.07.2016
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Umweltschutz lebt von guten Nachricht wie diesen!
23.07.2016
RichardParker hat geschrieben:
Och nein, die Tigerkinder sind ja zuckersüß!

Mir wird es warm ums Herz, wenn ich lese, dass die Tiger sich zumindest in bestimmten Gebieten wieder erholen. Das ist auch, meiner Meinung nach, nach 23 Jahren intensiver Arbeit enorm wichtig zu sehen. Das sind diese Momente wofür der WWF kämpft! Mein Profilname hat für mich größere Bedeutung, als einfach nur der Name eines Tigers, mein Herz hängt an diesen Tieren und freue mich riesig, dass die Schutzmaßnahmen greifen. :)
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