Schwindende Heimat


von Franzi
15.09.2010
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78 P

Absolute Einsamkeit. Stille. Ein einzelner Jäger streift durch die Wildnis. Er bewegt sich langsam, bleibt stehen, schaut sich um, schleicht weiter. Das einzige was er hinterlässt, sind Spuren im Schnee...

 

Er hat Hunger. Schon seit Tagen hat er nichts mehr gefressen und Beute ist nicht in Sicht. Immer wieder durchstreift er sein Revier, doch er findet nichts. 

 

Auf einmal ist das keine Stille mehr. Auf einmal hört er ein lautes Rattern, es quietscht und brüllt in seinem Revier. Doch es sind nicht etwa zwei seiner Artgenossen, die dort einen Kampf austragen, sondern riesige Maschinen, die Löcher in seine Heimat reißen...

 

Was sich wie eine traurige Geschichte anhört, ist in der Amur Region leider bitterer Ernst. Dieses 2,1 Millionen Quadratkilometer große Gebiet ist der Lebensraum des Amur-Tigers, oder besser gesagt der letzten 450 Tiger, die es dort noch gibt. 

 

Eine Fläche, viermal so groß wie Spanien... Da müsste man doch meinen, dass es zu schaffen wäre, dass sich Tiger und Mensch nicht über den Weg laufen. Doch so ist es leider nicht. Zum ihrem großen Pech ist die Amur-Region sehr ressourcenreich und wenn es um Geld geht, ist vielen Menschen die Natur ja bekanntlich egal. Es werden Mineralien, vor allem Erze, gewonnen, und dabei nicht selten auf Grund von veralteten Techniken der Boden und das Wasser verseucht. Auch die Holzindustrie verlangt unaufhörlich nach Nachschub, und Holz gibt es in der Amur-Region sehr viel...

 

Der Amur-Tiger ist nicht der Einzige, der unter diesem Lebensraum Verlust leidet. Auch seltene Arten wie das Moschustier, der Kragenbär oder der Mandschurenkranich verschwinden immer mehr. Und nicht zuletzt natürlich auch die Beute des Tigers, was dazu führt, dass er immer weitere Gebiete durchstreifen muss, um noch satt zu werden. 

 

Wir sehen, selbst ein so riesiger Lebensraum schützt nicht vor Bedrohungen. Und wenn die Amur-Region eins ist, dann riesig und wunderschön. Gigantische Laub- und Nadelwälder, die noch nie ein Mensch betreten hat, der Fluss Amur und ein Klima, was zwischen subarktisch (in der Taiga) und temperiert eine einzigartige Vielfalt von Pflanzen und Tieren hervorgebracht hat.... Der WWF engagiert sich schon lange mit diversen Projekten für den Erhalt dieser Region und den Schutz der in ihr lebenden Tiere. So fördert er z.B. die Ausweitung der Schutzgebiete und die nachhaltige Forstwirtschaft. Spätestens jetzt, im offiziellen „Jahr des Tigers“, sollte uns allen klar geworden sein, wie wichtig dieses Engagement ist.

 

Quellen:

www.wwf.de

 

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Kommentare (2)
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27.09.2010
Cata hat geschrieben:
hey,
super artikel. der anfang macht einem nochmal deutlich, wie sich der tiger fühlen muss.
15.09.2010
Morgan hat geschrieben:
am Ende erzählen wir unseren Enkel "Das waren die Tiger" und zeigen auf alte,verstaubte Fotos...
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