Nur noch 350 Tiger am Mekong!


von Marcel
29.01.2010
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Wie ein Absturz: Nach einem aktuellen Report des WWF gibt es in den fünf Mekong-Anrainerstaaten Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam nur noch rund 350 wild lebende Tiger! Die Zahl der gefährdeten Großkatzen ist somit innerhalb der vergangenen zwölf Jahre um etwa 70 Prozent zurückgegangen! Ende der Neunziger sollen noch etwa 1.200 Indochinesische Tiger entlang des Mekongs gelebt haben.

Raubzug gegen die Raubkatzen - "Der Tiger in der Mekong-Region wird durch Lebensraumzerstörung, Habitatzerstückelung und vor allem durch massive Wilderei bedroht“, sagt Volker, Tiger-Experte beim WWF. Nach WWF-Schätzungen gibt es in Vietnam, Kambodscha und Laos jeweils höchstens noch dreißig Tiger. Die Hauptpopulation wird in der Grenzregion zwischen der Boom-Nation Thailand und dem weitgehend abgeschotteten Myanmar vermutet. Doch auch diese letzten Restbestände würden zunehmend durch Wilderei der Tiger und ihrer Beutetiere sowie durch Infrastrukturprojekte gefährdet.

altAber es gibt Hoffnung: Denn insgesamt verfügen die fünf Anrainerstaaten mit rund 540.000 Quadratkilometern über einen möglichen Tiger-Lebensraum. So groß wie Frankreich. Jetzt ist die Politik gefragt. Am Mittwoch startet im thailändischen Hua Hin die erste asiatische Ministerkonferenz der dreizehn Tiger-Staaten. Auf dem Treffen sollen Schritte zur Rettung der Großkatze beschlossen werden. Außerdem dient die Zusammenkunft der Vorbereitung einer Welt-Tigerkonferenz im September 2010 in Wladiwostock, zu der Russlands Premierminister Putin und Weltbankpräsident Zoellick geladen haben.

Wird der Tiger der Wirtschaft geopfert? Das Fünf-Länder-Eck gilt nicht nur unter Ökologen als 'wertvolle' Region. Auch bei Ökonomen leuchten die Augen. So hat etwa die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) den Anrainerstaaten am unteren Mekong ein enormes wirtschaftliches Potential bescheinigt - verbunden mit einem erheblichen Bevölkerungswachstum. Nach WWF-Angaben mussten demnach allein in Südostasien seit 1990 jährlich 2,7 Millionen Hektar Wald den Monokulturen riesiger Plantagen weichen, in denen Kakao, Kaffee, Tee, Cashew-Nüsse oder Kautschuk angebaut werden.

Der WWF wird für den Tiger kämpfen. Am 14. Februar beginnt nach dem chinesischen Kalender das "Jahr des Tigers“. Der WWF wird sich dann mit seiner weltweiten Kampagne für den Tiger einsetzen. Unser Ziel: Die Bestandszahl der Großkatze in ihren wichtigsten Verbreitungsregionen bis zum nächsten "Jahr des Tigers“ 2022 zu verdoppeln. Bleib dran und verfolge unsere Aktionen.

Kämpf mit!

In der Gruppe "Rettet die Tiger" (Thema "Das Jahr des Tigers beginnt") können sich alle registrieren, die ab Frühjahr bei der WWF-Tiger-Kampagne mitmachen wollen.

Bilder: Indochinesische Tiger© Kabir Backie / WWF Greater Mekong

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