Neuigkeiten vom Tiger.


von midori
09.11.2010
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Der illegale Handel mit dem Tiger boomt. Sein einzigartiges gestreiftes Fell ist eine phänomenale Trophäe für Sammler. Seine Krallen gelten als Glücksbringer. Seine Knochen sollen helfen, Krankheiten zu lindern. Der Tiger hat es schwer und die Bilanz, die der WWF und Traffic nun nach einer aktuellen Untersuchung ziehen, ist eine traurige.

1069 Tiger mussten in den letzten zehn Jahren ihr Leben für die Wilderei lassen. Innerhalb eines Jahrzehnts konnten 480 Aufgriffe dokumentiert werden. Allerdings seien diese Zahlen nur die Spitze des Eisberges, so Katalina Engel. Die Mitautorin der Studie Reduced to skin and bones schätzt, dass die bekannten Fälle nur einen geringen Bruchteil des illegalen Geschäfts ausmachen. Wie bei jeder Schmuggelware gäbe es eine hohe Dunkelziffer.

Wilderei und Schmuggel sind derzeit die größte Bedrohung für den Tiger. In den letzten zwei Jahren konnte ein deutlicher Anstieg illegaler Aktivitäten verzeichnet werden. Vorallem Indien steht im internationalen Vergleich an der Spitze des illegalen Handels. Neu Delhi und Mumbai sind zwei der wichtigsten Umschlagplätze für die begehrten Produkte. Aber auch China und Myanmar zählen zu den ausschlaggebenden Standorten für Schmuggelware. Ausgerechnet von diesen Behörden liegen jedoch keine oder nur sehr unvollständige Daten vor, kritisiert der WWF.

Um in Zukunft die Wilderei von Tigern und den illegalen Handel mit ihnen zu unterbinden, besteht nach Einschätzung des WWF dringender internationaler Handlungsbedarf. „An den bekannten Hotspots für Wilderei und Handel muss seitens der Behörden rigoros durchgegriffen werden. Es kann nicht sein, dass dubiose Zwischenhändler und Mafiaähnliche Organisationen an der Ausrottung des Tigers verdienen“, sagt Engel. Die Autorin der Studie empfiehlt eine staatenübergreifende Taskforce ins Leben zu rufen, um die lokalen Behörden beim Vollzug der Kontrollen zu unterstützen. Außerdem brauche es eine internationale DNA-Datenbank zu Herkunftsbestimmung von Tigern und ein konsequentes Monitoring der Schmuggleraufgriffe.

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Quellen:

Was vom Tiger übrig bleibt, < http://www.wwf.de/presse/details/news/was_vom_tiger_uebrig_bleibt/ > , am 09.11.2010.

Bilder:

© naturepl.com / Andy Rouse / WWF | © TRAFFIC Southeast Asia

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Kommentare (5)
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17.11.2010
midori hat geschrieben:
Natürlich gibt es andere Wege. Aber die sind meist anstrengender und weniger lukrativ. Und der Mensch versucht nunmal mit den wenigsten Anstrengungen das meiste rauszuholen. Das machen wir doch alle so. Und schwups.. wieder ein Wilderer mehr. Das Problem liegt hier ebenso bei den Leuten, die diese Produkte verlangen. Sei es aus Gier oder Unwissenheit.
17.11.2010
Anni09 hat geschrieben:
es gibt auch andere wege seine familie zu ernähren. man muss kein wilderer werden
17.11.2010
midori hat geschrieben:
Was die ansässigen Bewohner betrifft, kann ich es relativ gut nachvollziehen. Sie haben keine andere Alternative, um genügend Geld zu verdienen. Schließlich wollen sie ihre Familien ernähren und der Wildhandel ist das lukrativste Geschäft. Ziel muss es sein, ihnen eine andere Alternative zu bieten. Viele Wilderer sind auch schon zu Rangern umgeschult worden. Das ist absolut prima! So muss es weitergehen! :o)
17.11.2010
Schneerose hat geschrieben:
Wenn man das liest bekommt man solch eine Wut über diese Menschen, die so etwas Grausames tun!! Wie kann man nur so herzlos sein? Geld wird viel zu sehr überbewertet und verdirbt den Charakter total!!
14.11.2010
Beverly hat geschrieben:
Ich verstehe einfach nicht, wie Menschen so etwas tun können.
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