Nepal: Null Wilderei und Straßenbeleuchtung für Tiger


von Marcel
11.07.2016
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Es ist wie ein kleines Wunder, aber Nepal schafft es, die Wilderei zu bändigen. Die Tigerzahlen steigen. Jetzt gilt es, die neuen Herausforderungen des Erfolgs zu meistern.

Nepal liegt eingebettet zwischen China und Indien inmitten des Himalaja-Gebirges. Die höchsten Gipfel der Welt finden sich hier – und prächtige, subtropische Landschaften wie Terai Arc an der Grenze zu Indien. Hier leben Tiger, Elefanten, Nashörner. Und: es gibt keine Wilderei!

Nepal setzt beim Kampf gegen die Wilderei ein weltweites Beispiel. Seit 2014 wurde kein einziges Tier mehr illegal getötet; ein riesiger Erfolg der Zusammenarbeit von Regierung, Armee, Bevölkerung und Umweltschutzorganisationen wie dem WWF.

Der Chitwan-Nationalpark in der Terai Arc-Landschaft an der Grenze zu Indien. © Sumanth Kuduvalli / Felis Creations / WWF

Ein Ranger auf Patrouille © Gary Van Wyk / The Ginkgo Agency

Alleine im Chitwan-Nationalpark an der Grenze zu Indien leben wieder 120 Tiger, Tendenz steigend. Es sind so viele, dass Tiger auf der Suche nach Beute und Paarungspartnern in andere Gebiete abwandern. So zum Beispiel ins Parsa-Wildtierreservat und sogar über die Grenze nach Indien ins Valmiki-Tigerreservat. Das Ziel des WWF ist es, die Bedingungen zu schaffen, damit es in Parsa bald statt sieben dann 14 und in Valmiki statt heute 22 später 33 Tiger sind.

Die Entwicklung, dass die gefährdete Großkatze neuen Lebensraum besiedelt und sich dort fortpflanzt, findet jeder Tigerschützer wunderbar. Doch damit sind neue Herausforderungen verbunden. Auf ihrem Weg in neue Lebensräume treffen die Tiger auf Dörfer. Je mehr Tiger unterwegs sind, desto mehr steigt die Gefahr, dass sie Nutz- und Haustiere reißen oder sogar Menschen gefährden. Es kommt zu Tigertötungen aus Rache, Wut, Trauer und Angst. Auch wenn es die größte Raubkatze ist: Bei Mensch-Tier-Konflikten verliert meistens das Tier.

Bengalischer Tiger, der in der Grenzregion Nepal-Indien zuhause ist © WWF Indien

Eingesammelte Fallen © Gary Van Wyk / The Ginkgo Agency

Frische Tigerspur in der Terai Arc-Landschaft © Gary Van Wyk / The Ginkgo Agency

Der WWF arbeitet in Indien und Nepal an der Lösung dieser Konflikte mit wandernden Tigern – vor allem mit Präventivmaßnahmen. Besonders Frauen haben die Tiger zu fürchten, wenn sie in den Wäldern Feuerholz sammeln. Der WWF fördert daher in den Dörfern Biogasanlagen, die mit Rinderdung funktionieren. Durch die alternative Energiegewinnung müssen die Frauen nicht mehr so häufig in den Wald. Begegnungen zwischen Mensch und Tiger werden seltener – aber auch die Abholzung der Tigerwälder wird vermindert. Dazu ist die Klimabilanz des Biogases deutlich besser.

Ein weiterer Ansatz sind Straßenbeleuchtungen: Tiger laufen nun mal ungern im Laternenlicht – und wenn doch, dann sehen Menschen die Tiere früh genug. Zudem hat der WWF Rapid Response Teams aufgestellt, die sofort gerufen werden können und vor Ort sind, wenn es zu Schäden kommt oder ein Tiger sich auffällig verhält. Ein Kompensationsfond soll vom Tiger gerissene Tiere zumindest finanziell ersetzen.

Natürlich wird der WWF auch in Zukunft weiter daran mitarbeiten, dass es bei "null Wilderei" bleibt: durch das Unterstützen der über 400 lokalen Antiwilderei-Patrouillen, beim Management der Nationalparks, bei der Rangerausbildung, bei der Umweltbildung.

Monitoring mit Kamerafallen ist ein wichtiger Teil des Tigerschutzes. © Gary Van Wyk / The Ginkgo Agency

Besonders Frauen fürchten Tiger, da sie in den Wäldern Feuerholz sammeln. Der WWF fördert daher Biogasanlagen. © Gary Van Wyk / The Ginkgo Agency

Die Ranger vom WWF Nepal freuen sich über ein Kamerafallenbild. © Gary Van Wyk / The Ginkgo Agency

Nepal setzt Maßstäbe für Antiwilderei-Arbeit und für den Tigerschutz. Dem Chitwan-Nationalpark wurde inzwischen der Conservation Assured Tiger Standard (CA|TS) verliehen – quasi der Goldstandard des Tigerschutzes. Anhand von 17 Kriterien wird darin festgeschrieben, wie Tigerschutz idealerweise auszusehen hat. Der WWF ist sehr stolz, daran beteiligt zu sein.

In dieser wunderschönen Landschaft leben die letzten Tiger. © Sumanth Kuduvalli / Felis Creations / WWF

Titelbild: ein Tiger überquert einen Fluss im Bardia National Park, Nepal © Adrien Steirn / The Ginkgo Agency / Whiskas / WWF-UK

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Kommentare (2)
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11.07.2016
RichardParker hat geschrieben:
Hört sich sehr positiv an :) Echt super, dass die Tiger sich erholen können. Das lässt doch wirklich hoffen :)
11.07.2016
Sarah25 hat geschrieben:
Klingt nach einem Erfolg :) Und das, obwohl Nepal eigentlich genug andere Probleme hat (so könnte man es auf jeden Fall sagen)... Also wirklich ein Beispiel, dass Artenschutz funktionieren kann!

Danke für die Infos zu dem Thema :)
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